Radevormwald in alten Ansichten Band 2

Radevormwald in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Bernhard Sieper
Gemeente
:   Radevormwald
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1332-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Radevormwald in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

39. Wie die reformierte Gemeinde, mußte auch die evangelisch-lutherische Martinigemeinde ihre Bronzegloeken im Ersten Weltkrieg zur Waffenherstellung opfern. Pastor Ziemer und Küster Emil Schöneberg nahmen Abschied vom Gemeindege1äut. 1925 erhielt die Gemeinde drei neue Bronzeglocken, von 900, 524 und 386 kg. Sie sind auf die Töne f, as und b abgestimmt und vom Meister J ohann Georg Pfeiffer in Kaiserslautern gegossen. Auf der auf f gestimmten Abend- und Sterbeglocke heißt es zu den vierzig Namen der Gefallenen und Vermasten der Gemeinde: 'Dem Gedächtnis unserer im Kriege von 1914-1918 gefallenen Brüder' und 'Tod wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg? Gott sei Dank, der uns den Sleg gegeben hat durch unsern Herrn Jesum Christum!'

40. Im Jahre 1920, als der Generallandschaftsdirektor Kapp von Berlin aus seinen Kapp-Putsch als militärischen Aufstand unternahm, an dessen Niederschlagung in Remscheid auch Radevormwalder Arbeiter teilnahmen, stellten sich die Schleifer der Bismarck-Werke zu einem Foto. Man sieht Meister Heinrich Kammerich und die Schleifer Walter Flüs, Robert Böhlefeld, Kar! Schaumburg, Ewald von der Burg, Ernst Kormannshaus, Hugo Drecker, Hugo Zöltzer jr. unter anderen. Aus Not, ihre kinderreiche Familien zu ernähren nahmen es die Schleifer auf sich, ein kurzes Leben hinzunehmen. 1920 gab es endlich Ventilation, doch war es ein hartes Tagewerk, pro Tag und Mann ein- bis zweihundert Kurbeln oder zwanzig Lenker zu schaffen gegen acht Mark Lohn. Bester Schleifer war der 'schwatte Flüs', der zweihundert Kurbeln schaffte.

41. Unsere Stadt hatte nicht nur die einmalig schöne Kastanien- und Ahorn-Allee nach Bergerhof hin, sondern auch in der Hölterhofer Straße eine prachtvolle Lindenallee; gepflanzt von Hürxtals Pröttel. Die abwärts zur Ortschaft Hölterhof führende Hölterhofer Straße bot in den Sommermonaten das Schattenspiel der voll entfalteten Baumkronen über schmaler Fahrbahn, die im Zeitalter geringen Verkehrs ausreichte. Hier hinab rollten nicht nur die Brauereifahrzeuge der Brauerei Hürxtal, sondern auch Kutschen und Autos mit Schützenkönigen, wenn am Hölterhof Schützenfest war. Selbst als stadtnaher Erholungsort wurde Hölterhof gut besucht. Mit dem vor Jahren erfolgten Miethausausbau des Bereiches Hölterhof, mußten die Linden einem modernen Straßenausbau weichen. Rechts die Häuser Strombach, Schickhaus und Hageböcker,

42. Besaß am Springel das Radevormwalder Original Wilhelm Böhlefeld einen Eisenbahnwagen als Notunterkunft, so ist auf obigem Foto ein Eisenbahnwagen festgehalten, der dem christlichen Verein junger Männer auf dem von Vereinsmitgliedern geschaffenen Eichenkreuzsportplatz, unterhalb des heutigen Kommunalfriedhofes, als Vereinsheim diente. Es war wohl mehr eine Unterkunft für die Sportplatzbauer, da der Verein ja in der Stadt an der Hochstraße einen großen Saalbau hatte. An Birken mit Bänderschmuck sieht man, das der CVJM Anteil nahm an einem Vereinsfest. Es dürfte sich wohl um das Schützenfest gehandelt haben. Die Tage des Eisenbahnwagens als Unterkunft waren damals gezählt, da dem Verein 1933 seine Jugend- und Sportgruppen verboten wurden. Der Eichenkreuzsportplatz wurde Lagerplatz.

43. Gab es bereits vor dem Ersten Weltkrieg bei uns den Fussballclub 'Stern', so wurde Fußball erst nach 1918 Volkssport. Es entstand eine Fußballabteilung des Radevormwalder Turnvereins. Gespielt wurde an der Alten Landstraße, auf Buschers Weide und am Hagebuch, dort wo sich heute das Gymnasium befindet. Aus dem 1922 gegründeten Radevormwalder Ballspielclub entstand die Sportvereinigung Radevormwald, die sieh bis zur Spitzengruppe qualifizierte. Ein Foto der damaligen ersten Mannschaft der Spielvereinigung läßt erkennen, daß Eugen Zöltzer Torwart war. Walter Geßner und Alex Knipping neben ihm dürften Verteidiger gewesen sein. In der Spielerreihe sind zu sehen: Walter Holthaus, Heinrich Bernhard, Fritz Braselrnann, Kurt Heinzemann, Erieh Veit und zwei weitere Spieler.

44. Die Kriegsfolgen nach 1918, in Verbindung mit der Weltwirtschaftskrise, brachten auch unserer Stadt bei der fortschreitenden grofsen Geldentwertung den sozialen Notstand des Druckes eigenen Notgeldes. Von Tag zu Tag stiegen die Geldsummen bis zu Billionenbeträgen, für die es kaum was zu kaufen gab. Die Zahl der Arbeitslosen in unserer Stadt stieg ab 1923 auf 1 289 bei gut elftausend Einwohnern. Als Bürgermeister Schomburg Notgeld-Gutscheine drucken ließ um die städtischen Sozialverpflichtungen erfüllen zu können, da fand der Volkshumor gleich die originelle Bezeichnung: 'Schomburg-Rubel', Nach der bekannten Losung: 'Der Rubel muß rollen'. Als am 14. August 1923 ein Gutschein über fünfhunderttausend Mark herauskam, gegen dessen Vorlage die städtischen Kassen sich zur Zahlung verpflichteten. Im gleichen Herbst rüstete Hitier zu seinem Putsch.

45. Im Jahre 1926, als unsere Stadt noch kein Freibad und auch noch nicht ein Jugendherbergshaus hatte, war die Blütezeit der Jugendbewegung. Die beiden aktivsten Gruppen, 'Wandervogel e.V.' und 'Turnerjugend' des RTV, fanden sich zu gemeinsamen Nestabenden und Wanderfahrten. Erste 'Wandervögel' unserer Stadt wie Hans Jendges, Bob Piekhardt und Herbert Hentzschel sind ebenso auf einem Nestabendschnappschuß zu sehen wie Hans und Waldemar Specht, Hugo und Walter Brüninghaus, Erich und Willi Reinbott, OHo und Hans Weber, Walter Zieß, Albert Welsch, Fritz Kröncke, Karl-Ludwig Dörper, Eugen Braß, Viktor Sommer und der Autor dieses Buches. Es gab 1926 noch keine städtische Jugendhilfe. So hatten die 'Wandervögel' im Keller des Hauses Piekhardt ihr Nest und die Turnerjugend ihres in der Turnhalle.

46. Im Sommer 1926 muß nach obigem Foto ein großes Schulsportfest stattgefunden haben. Die Radevormwalder Schulen haben rings um den Marktplatz Aufstellung genommen. Die Honoratioren stehen im Schatten der Friedenseiche. Davor, für sich allein, Polizei-Kommissar Steffens und rechts, mit Tschako, Polizist Fritz Laise, der aus Anhalt in unsere Stadt gekommen war. Auf der Seite vor der Gaststätte Meskendahl sind bei der städtischen Rektoratschule ihr Leiter Dr. Beyer, Konrektor Becker und Lehrer Hugo Krüpe zu sehen. Damals, als noch beide Ehrenmale auf dem Marktplatz standen, konnten noch große Feiern mitten in der Stadt, trotz der den Marktplatz durchquerenden Kaiserstraße, stattfinden. Ein aufgespannter Regenschirm war lediglich Sonnenschutz.

47. An jener Stadtstelle, wo früher die Grabenstraße auf die Kaiserstraße mündete, also die Festung Radevormwald von Osten her begann, stand das Wipperfûrther Stadttor, auch Pforte genannt. Zwar vermittelt keine alte Stadtansicht ein Bild des Tores, doch beflügelte es örtliche Phantasie, zum flinfundzwanzigjährigen Bestehen der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz am 31. Juli 1926 ein altes Stadttor durch Willi Kreckel von der Baufirma Ph. Kreckel Söhne herstellen zu lassen, das großen heimatlichen Anklang fand. Kolonnenführer war damals Kaufmann Hugo Fischer. Die 1945 niedergebrannten Häuser Schwanz (links) und Geschwister Ambrock (rechts) bildeten seitlichen Altstadtabschluß. Rechts standen auch noch die Häuser Hotel Henn, Nathanael Osenberg, Löwenapotheke und Hotel Fasbender.

'P""', ...

.?. , ? r

..?.?. ~ .

"' .....

48. Als 1928 die Freiwillige Feuerwehr Radevormwald auf dem Hohenfuhrfeld ihr sechzigjähriges Bestehen feierte, da standen bedeutsame Veränderungen für unsere Stadt an. Es wurde noch gerungen um die kommende Gemeindezugehörigkeit der kommunalen Neugliederung, die uns ab 1929 die Eingliederung in den neuen Rhein-Wupper-Kreis brachte. Im Juli 1925 war das letzte FeuerwehrVerbandsfest in unserer Stadt. Abschied von der alten Gliederung der Kreisfeuerwehr gewesen. Der letzte Großbrand vom 23. März 1924, der die Schloßfabrik Ludwig Roeholt & Co so hart traf, daß sechs Nachbarwehren Hilfe leisten mußten, dürfte bewirkt haben, daß Firmenmitinhaber Otto Rocholl Chef der Feuerwehr wurde. Das Festzelt 1928 baute Schreiner Emil Berg. Die Polizei trug noch Tschako und Säbel, Der Übungsturm aus Holz stand noch.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2020 Uitgeverij Europese Bibliotheek