Radevormwald in alten Ansichten Band 2

Radevormwald in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Bernhard Sieper
Gemeente
:   Radevormwald
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1332-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radevormwald in alten Ansichten Band 2'

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49. Bei der 1868 gegründeten Freiwilligen Feuerwehr Radevormwald galt stets der Wahlspruch: 'Wir löschen wo zu löschen ist'. Als aber nach dem Ersten Weltkrieg der Verlust manchen braven Feuerwehrmannes sich bemerkbar machte und Nachwuchs fehlte um den Feuerschutz der Stadtgemeinde weiter erfolgreich durchführen zu können, da bat die Feuerwehr den Radevormwalder Turnverein 1859 e.V., Turner für die Feuerwehr abzustellen, damit tatkräftig gelöscht werden konnte. OberführerSteiger Georg Keusen sen. und überführer Robert Krauskopf sen. holten ihre jeweils drei Söhne in die Feuerwehr, denn ein guter Turner stellte auch bei der Wehr seinen Mann. So sieht man rechts Schreinerrneister Georg Keusen mit seinen Söhnen Hans, Willi und Georg und links Gemüsehändler Robert Krauskopf mit den Söhnen Fritz, Erwin und Robert. Fünf tragen schon den Steigerstrick.

50. Im Verlag Rudolf Fuhrmann, Düsseldorf, erschien die Postkarte: 'Die Kaiserstrasse in Radevormwald'. Die Aufnahme läßt erkennen, daß die beiderseitigen Treppenzugänge zur 'Alten Post' und zum Haus Lausberg abgetragen wurden um den Fußgängerverkehr auf dem Bürgersteig nicht zu behindern. Im rechts vorkragenden Haus Straus, das Hugo Klug erwarb, hat dieser ein Textilgeschäft nach entsprechendem Umbau eröffnet, Ein Bauernfuhrwerk hält an der Ecke zur Burgstraße. Fahnenmasten sind auf den Bürgersteigen eingepflockt worden. Ein Schützenfest scheint bevorzustehen oder ein Vereinsjubiläum besonderer Art. Das alte Rathaus am Marktplatz steht noch als Einblickabschluß: schlichter bergischer Eckbau. Andreaskreuze bekunden, daß eine Hauptwanderstrecke durch die Stadt führt,

51. Es gab und es gibt im Stadtzentrum kein weiteres so kleines einstöckiges Haus wie das an der Ecke Kaiser-jGrabenstraße, das gegenüber anderen Häusern zurückgesetzt gebaut ist, Also besteht zum Bürgersteig ein Vorraum. Heute, wo in diesem Hause der ganz modern gestaltete Verkaufsraum für Jugendkleidung von Gerda Ruckebier sich befindet, können nur noch alte Radevormwalder sich entsinnen, daß hier die Eheleute Richard Korten Kolonialwaren und auch Kleintiere, Vögel und Fische anboten. Das seltene Foto hat festgehalten wie die Ladenbesitzer, die auch im Hause wohnten, aussahen. Die Bezeichnung 'Kaufhaus für Lebensmittel' klingt für heutige Verhältnisse, wo ein Kaufhaus ein Warenhaus ist, großspurig. Aber damals gab es bei uns nur Einzelhändler. Nachbarn von Korten waren die Originale Karl und Mina Straus.

52. Ein Foto vom Pausenleben der ehemaligen altlutherischen Schule an der Ülfestraße ist von historischem Wert, da schon 1933 der konfessionelle Charakter der Schule aufgehoben wurde, und es schon lange keine schulische Nutzung des Hauses mehr gibt. Heute dienen die Räume dem Gemeindeleben der evangelisch-lutherischen Martinigemeinde. Damals, als bildlich festgehalten wurde wie Schulkinder zwischen Schule und Kirche in den Schulpausen spielten, waren zwei Lehrerpersönlichkeiten erzieherisch tätig, die beide vom Ideal des Wanderns und des naturhaften Lebens erfüllt waren: Lehrer Bertenrath und Lehrer Walter Lange, der noch, als aus dem Ersten Weltkrieg heimgekehrter Soldat, eine Uniformjacke trug. Der alte Schulbau ist nun um einen Gemeindesaal erweitert.

53. Dort wo heute das Franz-Rudolf-Haus der katholischen Gemeinde an der Ecke Ost-jBischof Bornewasser-Straße steht, befand sich bis 1955 das alte Gemeindehaus als zweistöckiger beschieferter Altbau. Am 13. Juni begann der Abbruch. Der Bau war Schule gewesen bevor er den Vereinen der Gemeinde für vielfältige Zwecke diente. Eine Restaurierung des hundertjährigen Hauses lohnte nicht. So entstand auf dem freigelegten Baugrund das neue feste Gemeindehaus. Vor allen Dingen in den dreißiger Jahren war das Vereinshaus, wie es meistens genannt wurde, unter Pfarrer Brors von regem Leben erfüllt, da die von ihm geleitete Laienspielschar viel Anklang fand durch gute Schulung. Aufführungen für die Gemeinde fanden im Saal des benachbarten CVJM-Heimes statt.

54. Alte Radevormwalder haben es gut gekannt, das Pastorat der evangelisch-lutherischen Martinigemeinde an der Ülfestraße. Der Bau wurde vor Jahren abgebrochen, als für den Sparkassenneubau an der Ecke Hohenfuhr-/Ülfestraße Raum benötigt wurde. Als obige Aufnahme entstand, schaute gerade die Frau von Pastor Otto Ziemer aus dem Fenster mit zweien ihrer Kinder. Im linken Anbau des Hauses befand sich der Raum für das Vereinsleben der Altlutheraner. Pastor Ziemer als musikalisch aufgeschlossener Seelsorger, war als Bundesdirigent der Posaunenchöre seiner Kirche und teilweise als Leiter des Kirchenchores erfreut, als ab Ende 1924 sich die Singschule bildete, die auch im Pfarrhaus jene Ubungsstätte fand, die sie zu schönen Leistungen und zur gesanglichen Verbundenheit aller örtlichen Gesangsvereine führte,

55. Artilleriebeschuß am 13. April 1945 vernichtete die markante Ecke Kaiser- und Poststraße, Das alte Geschäftseckhaus Studtberg, später Josua Schöneberg, war eine der volkstümlichsten Einkaufsstatten, vor allen Dingen der ländlichen Bevölkerung. Es gab dort Kolonialwaren, Textilwaren und Kleidung. Im Volksmund hieß es: 'Eek goh ärwen no Studtbergs Jenny' (Frau Schöneberg) oder auf den dreistöckigen beschieferten Nachbarbau bezogen: 'Nom Klütings Paul maut eek ok noch.' Allerdings gab es in Klütings Drogerie nur Branchenartikel, aber auch Ratschläge des erfahrenen Sanitäters, dem das Rote Kreuz Lebensideal war überall zu helfen, wo bei Unglücken und bei Krankheit zugepackt werden mußte. Eine schmale Gasse trennte beide Bauten, die wiederaufgebaut wurden in neuer Gestalt.

56. Das älteste Fortbewegungsmittel unserer alten Stadt war für die Personenbeförderung bis 1910, als auch die Bahnstrecke nach Halver ausgebaut wurde, der pferdebespannte Wagen. Doch für bäuerliche Warenlieferungen blieb der Pferdewagen notwendig bis zur Umstellung auf Motorfahrzeuge in den fünfziger Jahren. In strengen Wintern fuhren unsere Bauern die Milch zur Molkerei von Heinrich Lahme am Markt, aber bei Schnee mit Schlitten. Als Kinder da mitzufahren, auf den Kufen stehend oder neben dem Fuhrmann auf dem Bock, war höchstes Vergnügen, Nach dem Ende der Molkerei des Hollanders Wiarda an der Ülfestraße, im Ersten Weltkrieg, setzte Heinrich Lahme die Tradition des Gewerbes fort. Er brachte es im Schützenverein zur Königswürde. Man sieht ihn in der Tür seines Hauses mit halblanger Pfeife die Milchfuhre erwarten.

57. Mag es im alten Radevormwald eine Reihe heirnatlicher Geschichtenerzähler gegeben haben, keiner war so bekannt wie Kar! Meskendahl aus alter heimiseher Familie. Sein Bruder Richard war Postmeister und sein Bruder Gustav Wirt jener Gaststätte am Markt, in der noch heute Erna Meskendahl Familientradition wahrt. In den dreißiger Jahren unterhielt Karl Meskendahl in der heute noch ebenso heimatlich bestehenden Gaststätte 'Alte Post' Mitbürger mit mundartlichen Vertellkes, die Lehrer Willi Regeniter aufzeichnete und im 'Heimatbuch Radevormwald' 1936 veröffentlichte. Wenn da von den 'Musterjungen von 1890', vom Stolz auf die Heimatstadt der tausend Quellen, 370 Meter über dem Meerespiegel, vom angeschmierten Wirt Gustav Wild die Rede war oder von 'Aelsterogen', dann gab es viel Freude.

58. Daß man heutigen Besuchern des früheren Ülfebades beweisen kann, welch reger Badebetrieb ab Baderöffnung im Juni 1927 bis in die dreißiger Jahre herrschte, ist Gustav Köhler zu danken, der obiges Foto machte. Erfaßt ist der Nichtschwimmerbereich ab Holzbrücke bis Heesmüh1e, wo auch heute noch der Ülfebach in die Wasserstauung des Baches einfließt. Links sieht man, wieviel Gäste zu den Badekabinen strömen. Die Insel im Wasser, die heute von Enten bevölkert wird, gehörte damals den Badenden, die nur schnatterten wenn die Sonne nicht heiß schien, da die Wasserfläche viele Tagesstunden im Schatten lag und sich schlecht erwärmte. Auch wenn die Böschung zur Ülfe-Wuppertalstraße wenig Raum für Sonnenbaden bot, unser Freibad war an Wochenende von zweitausend Gästen besucht.

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