Radevormwald in alten Ansichten Band 4

Radevormwald in alten Ansichten Band 4

Auteur
:   Bernhard Sieper
Gemeente
:   Radevormwald
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1334-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radevormwald in alten Ansichten Band 4'

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9. Das historische Schulfoto 'zur Erinnerung an meine Schulzeit', das uns Frau Lina Sieper auslieh, muß vor 1906 entstanden sein, da Frau Sieper in diesem Jahr die Schule verließ, Es war die alte Schule an der Hohenfuhrstraße beim Friedhof. Von den drei Lehrern, die man zur Klassengemeinschaft sieht, Behling, Nordmann und Hauptlehrer Hackstein, blieb der damalige Hauptlehrer als späterer Leiter der Schule Neustraße (die 1915 übernommen wurde) in der Stadtgeschichte bekannt. In der Klassengemeinschaft sind zu sehen: Marie Theis, Emmi Fischer, Auguste Osenberg, Meta Ahlefeld, Paula Trumrnel, Richard Garschagen, August Emde, Auguste Eicker, Fritz Spieker, Lina Dahlhaus und Önkfelder Jungen wie Hugo Dürholt und andere. Lehrer Nordmann ist von Radevormwald nach Spanien gegangen.

10. Das heute noch neben dem Hause Ohrmann in Bergerhof an der EIberfelder Straße stehende Haus hatte (als 1909 ein Foto von Hausbewohnern entstand) die Hausnummer 101: es gehörte Emil Sieper. Dieser schickte einen Fotoabzug an seinen Bruder OHo in Essen. Der damalige Poststempel auf der 5 Pfennig Germania-Marke ist längst historisch geworden mit der Beschriftung: 'B-Rittershausen-BeyenburgRadevormwald Zug 1064 7.12.09'. Außer Emil Sieper wurden dem Bruder die Ansichten von Erich und Otto Sieper, von Frau Söhngen und Frau Werth wie von Anna Kamps verrnittelt, die noch im Hause wohnt. In jenen Tagen scheinen in Bergerhof die sogenannten 'Kieler-Mützen' beliebt gewesen zu sein, wie sie heute gern Bundeskanzler Helmut Schmidt trägt.

11. Als im Jahr 1912 sich bekannte Radevorrnwalder Bürger als 'Sängergruppe Christliches Quartett' zum Foto stellten, hatte das kirchliche Liedgut erste Entfaltung erfahren. 1894 hatte Pastor Weyermann den Vorsitz des örtlichen CVJM übernommen. Ein Männerchor wurde neu gegründet und der bestehende Posaunenchor steigerte seine Leistungen. Es gab Musik- und Familienabende, die Anklang fanden. Zur musikalischen Umrahmung von Feiern und Gottesdiensten waren auch die Sänger des Quartetts oft zur Stelle. Ihr Leiter war Gustav Schmale als Dirigent. Unter seinem Dirigent sangen:

Hermann Otter, Wilhelm Herriger, Josua Henze, Herr Santowski, Rudolf Ringsdorff, Albert Godosar, Willi Fax, Willi Siebert und Heinrich Otter. Kulturgeschichtlich bezeichnend sind die nach oben gezwirbelten Schnurrbärte kaiserlicher Art: 'Es ist erreicht'.

12. Der Winter 1913/1914 war so kalt, daß das Wasser der Bevertalsperre so dick fror, daß Eislauf möglich war. Unternehmer Carl Rheinländer von der Titan AG, Bergerhof, besaß damals eines der ersten Autos, die in unserer Stadt vorhanden waren. Allerdings ein offenes Fahrzeug. Er nahm Frau Kröncke (die Ehefrau des Rader Arztes Dr. Heinrich Kröncke) und ihren Sohn Hans mit zum Schlittschuhlauf, die unterwegs sehr gefroren haben. Auf dem Seitenarm der Bevertalsperre bei der alten Sperrmauer (die bis 1936 bestand) traf man andere Radevormwalder. Das Foto beweist, daß es nach dem Eislauf der ersten Reihe nicht zu kalt war auf dem Eis zu sitzen. Man sieht von links nach rechts:

Herrn Spannagel von der Ziegelei Spannagel, Lehrer Tuchscherer von der Hackstein-Schule, Fräulein Hackstein, Lehrerin Fräulein Korstik, Lehrer Toussaint, Frau Kröncke und ihren Sohn Hans.

13. Wie stramrn soldatisch sie da auch stehen, die Radevormwalder Turner Ernst Emde, Otto Dürholt, Fahnenträger Fliege, Carl Ambrock und Fritz vom Berg; als Wettkampfteilnehmer waren sie nicht am 16. Juli 1913 nach Leipzig (in die Stadt der Völkerschlacht) gekommen. Aber dabeisein war schon viel beim großen Aufmarsch der deutschen Turnerschaft. Als Vertreter ihres Radevormwalder Turnvereins von 1859, der seine erste Fahne aus dem Sturmjahr 1848 vorweisen konnte, im Sinne Turnvater Jahns echte patriotische Demokraten zu sein, konnte ihnen niemand absprechen. Lediglich eine Turnsperre hatte bewirkt, daß man als Gründungsjahr des Vereins sich erst ab 1859 bis nun 1979 von Erfolg zu Erfolg weiterentwickelte. Die Jugend zur gesunderhaltenden Turnerei zu führen.

14. So wie heute noch sogenannte Gruppenfotos beliebt sind (wie sie in Klubs und Vereinen und unter Nachbarn entstehen) so war es auch in den Jahren vor 1914 Brauch, sich durch einen Fotografen im Bild bewahren zu lassen, denn Fotoapparate in Privathand waren selten. Am heutigen Waldweg vom Weisspfennig vorbei am Espert zum Wiebachtal hielt der Bergerhofer Freundeskreis Rast und ließ sich fotografieren. Dabei waren: Ernst Morge, Albert Weber, Huwald Klein, Robert Klein, Karl Vollmershaus, Richard Sieper und andere. Westen mit doppelten Knopfreihen scheinen ebenso beliebt gewesen zu sein wie Uhren an Ketten in Westentaschen. Auch breitrandrige Hüte schätzten die jungen Männer der geruhsamen Zeiten, die erst im gesetzten Alter sich Bärte wachsen ließen.

15. Dort, wo sich heute (1979) in Herbeck, EIberfelder Straße 153, das Auto-Unternehmen Seifert befindet, stand bis vor einigen Jahren das Gebäude der evangelischen Volksschule Bergerhof. Sie ersparte den Kindern aus dem Raume Bergerhof und Herbeek den Schulweg nach Honsberg oder in die Stadt. Vor Jahrzehnten, als noch Lehrer Speckbötel zum Vollbart den üblichen steifen Kragen um seinen Hals gelegt hatte, glichen sich die Schüler solcher den Hals einengenden Mode an und trugen Fliegen oder in Schleifen gewundene Halstücher wie Erwachsene. Auch langes Haupthaar wie heute kannte man nicht. Das Foto wirkt streng und kadettenhaft. Zu erkennen sind unter anderem die Schüler: Ernst und Herrnann Heise, Sieper, Ewald und Willi Eisenbach, Gesenberg, Kurt Heinzemann, Wehmaier, Wilhelm Maurer, Ewald Söhngen, Schmidt, Rabenschlag und Heinzernann,

16. Nach der preussischen Landwehr-Verordnung von 1813 gab es für alle nicht dem stehenden Heer angehörigen wehrfähigen Männer bis zu 45 Jahren den 'Landsturrn", der nur im äußersten Notfalle aufgerufen werden sollte. Ein solcher Notfall war im Ersten Weltkrieg schon 1915 gegeben, als auch gutbekannte Radevormwalder Bürger eingezogen wurden ins Sennelager bei Paderborn. Das fotografische 'Atelier Müller in Paderborn und Sennelager' schuf die Ansicht obiger Landsturmmänner. Man sieht in der unteren Reihe als dritter von links den spateren RadevormwaJder Geschichtenerzähler Kar! Meskendahl und in der oberen Reihe: 3. Schuhmachermeister Fritz Sondennann, 4. Brennereibesitzer Julius Hasenburg und 5. Stadtschlosser Dietrich Fliege. Wie man sieht, genoß man wie daheim Pfeife oder Zigarre, denn zur Front brauchten Landsturmmänner nur im äußersten Notfall.

17. In den dreißiger Jahren gab es im sportlichen Leben unserer Stadt außerordentliche Leistungen. Wurde Paul Schuster im 800 Meter Lauf rheinischer Turnerschafts-Meister, so konnte Turner Willi Reinbott vom RTV in die rheinische Mannschaft zu Wettkämpfen gegen Westfalen entsandt werden, und Paul Mühl lief 100 Meter in der Bestzeit von 11 Sekunden. Heinz Konze schaffte sogar 10,8 Sekunden. Da Paui Mühl von TUS nicht mehr lebt, sei sein Bild zu einem Rettungsring vom Ülfebad der Nachwelt erhalten. Mit dabei waren Kurt Bretfeld, Ernst Hussels und Karl Meier vom Herbecker Turnverein. Die Aufnahme machte gegenüber dem Bootssteg Willi Hussels. Paul Mühl wurde nach einem Jongleur 'Rastelli' genannt, da er mit 24 Bällen zu jonglieren vermochte.

18. Da durch die Reformation im Bergischen Radevormwald evangelisch geworden war, Wipperflirth jedoch katholisch blieb, erhielt die sich wieder festigende katholische Gemeinde seelsorgerische Hilfe durch die Franziskaner von Wippcrfürth. Noch heute läßt sich landschaftlich erkennen, daß gleich nach der Gemeindegrenze mit dem Wipperfürther Raum katholisches Glaubensgebiet beginnt. Erste Kruzifixe am Wege tauchen auf. Wohl aus dieser alten geschichtlichen Verbundenheit zieht es die Rader Pfarrgemeinde immer wieder zur Wipperflirther Ortschaft Egen, wo man an der dortigen Prozession in reiner Bauern-Naturlandschaft teilnimmt. Von solch einer Prozession vor Jahrzehnten heirnkehrend, blieb ein Foto erhalten, das noch Otto Dierdorf zeigt, Eugen Stahl, Thea Bornewasser und Hans Frangenberg waren auch mit.

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