Radevormwald in alten Ansichten Band 4

Radevormwald in alten Ansichten Band 4

Auteur
:   Bernhard Sieper
Gemeente
:   Radevormwald
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1334-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radevormwald in alten Ansichten Band 4'

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29. Vom Anwesen vom Heede aus bot sich dieser Hofbliek zur Bundesstraße, als es das Anwesen noch gab. Vorne rechts war das Holzhaus, in welchem die Eltern von Heinz Genster wohnten, links sieht man eine Ecke des Schieferhauses vom Heede. Dort rollte nicht nur der Straßenverkehr vorüber. Auch die Eisenbahn dampfte zwischen Krebsöge und Lennep nahe am Haus vorbei. Die Bäume des Höhengeländes am Wallen berg waren zur Straße ebenso Naturkulisse wie zum Lenneper Bach hin die Bäume der Nagelsberger Höhe, Von hier hörte man das Rollen der Eisenbahn von und nach Radevormwald, also war der Hofbereich eine friedliche Insel von Verkehr umrollt. Nur Bilder sind noch Erinnerungen nach begonnenen bedeutsamen Veränderungen.

30. So wie der geschichtliche Industrieort Friedrichstal an der Wupper im Krebsöger Bereich dem Bau der Wuppertalsperre weichen mußte, so auch Haus Fischer an der Nagelsbergergemarke. Eheleute Weiper arbeiteten noch in ihrem Garten, als das Foto entstand. Heute wohnen sie in der Stadt in der Siepenstraßc. Als die Häuser an der Straße Krebsöge-Friedrichstal noch standen zum Tal der Wupper und zum Schwarzen Berg hin, gab es in den Sommermonaten viel Lager- und Badebetrieb von Campern, die selbst von Holland her gern das so schöne Flußtal besuchten, über das nun die B 229 als Hochbrücke führt, weil auch der alte schöne Teil von Krebsöge ebenso wie Kräwinklerbrücke unter Wasser kommt.

31. Zur früheren Mausefallenfabrik in Krebsöge gehörte ein Holzhaus für zwei Familien. In diesem Hause wohnten, als es noch stand, Familie Wiebusch und die Eltern von Heinz Genster. Nahe bei der Eisenbahnunterführung erlebten die Hausbewohner reiches Verkehrsleben. Einmal war es der rege Straßenverkehr auf der B 229 und auch auf dem nahen Schienenweg Krebsöge-Radevormwald Eisenbahnverkehr. Also kein stilles Gartenidyll, Dennoch waren in jenen Jahren die Verkehrsunfälle in Krebsöge nicht so schwer wie heute. Nur einrnal wurde ein mit Arbeitern besetzter Autobus von einem Zug erfaßt, wobei es Tote und Schwerverletzte gab. Badefreuden hatte man nahebei an der Krebsöger Schlacht und Wälder ringsum.

32. Wer kennt in unserer Stadt nicht den ambulanten Nahrungsmittelhändler Heinz Genster? Gern läßt er sich 'Käse-Genstcr' nennen, da er mit Käsehandel aufWochenmärkten und bei Volksfesten begann. Zwar war er nach 1945 der erste Radevormwalder, der sich an der Wupper selbst ein Eigenheim baute, wofür ihrn Stadtdirektor Greiniers 500 Mark Beihilfe gab. Doch ist Haus Genster am Waldwege von Krebsöge nach Nagelsberg längst ebenso verschwunden wie andere Häuser im Grunde der künftigen Wuppertalsperre. Aus diesem Grunde sei bildlich festgehalten, wie es vor Jahren dort aussah, wo in wenigen Jahren vor dem Talsperrenstaudamm weite Wasserlandschaft entsteht. Heute setzt sich Heinz Genster viel für Ausländer und sozial benachteiligte Gruppen ein.

33. Im Zuge der Vorarbeiten zur Wuppertalsperre hat auch Krebsöge eine Reihe Häuser verloren. Besonders markant war für das gewerbliche Leben im Tal der Wupper die Mäusefallenfabrik vom Heede. Ein altes Foto läßt erkennen, daß das Wohnhaus vom Heede an der B 229 von einer alten Kastanie überragt war. Zum Lenneper Bach hin befand sich die Mausefallenfabrik. Sie wurde 1933 Ort eines politischen Ereignisses, Der damalige Großmeister der Bruderschaft des Jungdeutschen Orderis Radevormwald, Rektor Ernst Luckhaus von der Schule Honsberg, hatte sich hier mit einigen Ordensbrüdern zu einer von der NSDAP nicht genehmigten Versammlung getroffen. Als die Zusammenkunft von der Radevormwalder SA überrascht wurde, gelang es nur dem Besitzer der Mausefallenfabrik vom Heede, sich so zu versteeken. daß man ihn nicht erwischte. Rektor Luckhaus kam ins Gefängnis, wurde aber nach Monaten wieder als Lehrer eingestellt.

34. Zur Einweihung von Haus Reinhardt 'Irn Springe!', gab es im Keller ein zünftiges Pferdefleisehessen unter Rader Freunden. Humorvoll harten die Männer zur Batterie von Bierflaschen ein KinderHolzpferd auf den Tisch gestellt, damit im Bilde testgehalten sei, von welchern Tier Fleisch genossen wurde. Mochte während des Ersten Weltkrieges und nach 1918 Pferdefleisch nicht abgewiesen werden, weil es kaum anderes Fleisch gab, so konnte sich bei uns doch keine Pferdemetzgerei sich halten. Zwar hatte die Schlachtung des Pferdes 'Dusiko', das Gustav Bierwas gehörte, für den Verzehr von Pferdefleisch geworben, doch blieb es Ausnahrne, wenn "Trab trab', wie man Pferdefleisch nannte, auf den Radevormwalder Tisch kam. Bäckermeister Paul Sonnenschein, Lehrer Frielingsdorf, Karl Merten und Willi Baroth waren mit beim Schmaus.

35. Wer hätte als alter Radevormwalder je gedacht, daß die bäuerliche Ortschaft Kotten, nördlich vor der Innenstadt, 1979 Beginn der heutigen Nordstadt mit ihren Hochhäusern sein würde? Noch steht wie verloren, in all der modernen Architektur, das alte Haus Enneper. Hier befand sich eine der vielen Radevormwalder Schloßschmieden. In obigem Foto ist festgehalten, wie Robert Enneper vor dem 'Schmittenfüerken' stand, dem schweren Handwerk der handwerklichen Herstellung von Knebeldrückenschlössern nachzugehen. Beim Feierabend abends um zehn Uhr war ein Taler verdient. Die fertigen Schlösser wurden im Tragelaken mit Stroh verschnürt nach Remscheid, Ronsdorf und Iserlohn getragen. Achtzig Knebeldrückenschlösser wogen 160 Pfund. Da kann wohl kaum von guter alter Zeit gesproehen werden.

36. Mag es in unserer bergischen Stadt an der Ostgrenze des Rheinlandes nie volle karnevalistische Freuden mit Verkleidung gegeben haben, also eine jahreszeitlich bedingte Lust am Narrenspiel, so kannte der Volkshumor stets Narrenpossen um Mitbürgern einen Streich zu spielen. Mancher Mann, der zum weiblichen Geschlecht keine rechten Kontakte fand, wurde durch Verkleidung eines anderen Mannes als Frau hereingelegt. Was auf obigem Foto als Frau im Kreise von Männern erscheint, war Erwin Weber, der sich so geschickt als Frau verkleidet hatte, daß, wer nicht darum wußte, ihn für eine echte Frau hielt. Das passierte in den zwanziger Jahren. Manches Foto bereitete Interessenten Freude bis das Arntsgericht Lennep davon erfuhr und jedes weitere Foto verbot. So streng waren damals gesetzliche Bestimmungen. Zwei Brüder Steinberg und Albert Weber waren dabei.

37. Generaloberst Hans von Seeckt, im Ersten Weltkrieg Generalstabschef Mackensens und Chef des türkischen Generalstabes, von 1920-1926 Chef der deutschen Heeresleitung, kam in den zwanziger Jahren zu einern Kriegerfest in unsere Stadt. Eine örtliche Infanteriegruppe in Paradeuniformen wurde gestellt um vor dem hohen Gast zu präsentieren. Zwei dieser Rader Bürger, Fähnrich Otto Huckenbeck und Ernst Kirschsieper, im Foto zu sehen, gehörten der Gruppe an. Als einem der Männer beim Präsentieren der Helm vom Kopf fiel, so wird berichtet, daß von Seeckt reagiert haben soll mit den Worten: 'Wenn der Helm auch fällt, wenn der Mann nur steht.' Vor dem Eintreffen des Generalobersten war als kommunistische Gegendemonstration auf dem Schornstein der Schlossfabrik Ludwig Rocholl & Co. eine rote Fahne gehißt worden, die noch rechtzeitig der darnalige kaufmännische Angestellte Erich Fischer herunterholte.

38. Dort, wo am Kreuz der von der Bahnstraße her auslaufende Fußweg auf der heutigen B 229 und am Beginn der Kreuzstraße endet, befindet sich noch ein altes Fachwerkhaus. Die tiefere Lage gegenüber der B 229 deutet darauf hin, daß vor dem Straßenausbau ein Fahrweg am Haus vorüberführte, zumal ja der historische Eisenweg über Kräwinklerbrücke nach Remscheid seinen Verlauf durch die früher Hohlweg gewesene Kreuzstraße hatte. In unseren Tagen stehen hier bedeutsame Veränderungen durch den Plan einer Umgehungsstraße an, so daß abzuwarten bleibt, ob der bauliche Zeuge aus dem alten Rade mit seinen kleinen und schmalen Fenstern erhalten bleiben kann. Als vor Jahrzehnten das Haus fotografiert wurde, bewohnte es die Familie Kötter.

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