Radevormwald in alten Ansichten Band 4

Radevormwald in alten Ansichten Band 4

Auteur
:   Bernhard Sieper
Gemeente
:   Radevormwald
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1334-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radevormwald in alten Ansichten Band 4'

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39. Ein Jahr nach der Gründung einer Sozialistischen Partei 1906 karn 1907 in unserer Stadt zu den bestehenden Gesangvereinen der Arbeitergesangverein 'Eintracht', der es schwer hatte, ein Übungslokal zu finden. Ein Bild des Chores nach dem Ersten Weltkrieg zeigt auf, daß sich viele Sänger und Sängerinnen zum Liedgut der Arbeiter bekannten. Ihr Übungslokal war damals die Ausflugsgaststätte Lange in Krebsögersteg, wo unter dem Dirigenten Erwin Fischer gesungen wurde. Mitglieder waren in dem Verein 'Eintracht' als Vorläufer des heutigen 'Volkschores': Willi Beyer, Oswald Kosche, Richard Fischer, Erna Winterhager, Peter Klotz, EmU Schlaberg und die Familien Scheele, Diebel, Wienands, KolI, Genster, Stöcker und Schulz.

40. Bei einer aus Ziegelsteinen errichteten Hütte in Durchsholz, die viele Jahre Landheim des Fähnleins des Nerother Wandervogel aus Lennep war, stand der Wohnwagen des Orgeldrehers Feld in den zwanziger Jahren. Nur durch den Umstand, daß der Orgeldreher sich im Walde bei Wilhelmstal selbst erotisch verstümmelte, weil er die Untreue seiner Frau geschaut hatte, wurde die so einmalige Verzweiflungstat eines Mannes ein Ereignis, das unvergessen blieb. Nimmt ein gehörnter Mann sonst Rache am Nebenbuhler, so wollte hier der geprellte Ehemann wahrscheinlich verhüten, daß weitere Kinder als seine bezeiclmet werden konnten. Feld konnte vor dem Verbluten gerettet werden, da man ihn rechtzeitig fand.

41. Daß sowohl das Sägewerk Durholt wie auch das Dürholtsche Wohnhaus mit Dachausstieg aus der kaiserlichen Zeit noch stehen, ist wohl nur dem Umstand zu verdanken, daß an der oberen Kaiserstraße, dort, wo der Stadtbereich endet und in den Vorortbereich Vorm Holte übergeht, keine baulichen Veränderungen bisher anstanden. So bleibt in alten Fotos die Erinnerung wach an reiches gewerbliches Leben im Sägewerk. Man sieht auf dem Bilde Fuhrmann Otto Schwaner, Küfer Berghoff und von Familie Dürholt den Sägemüller Otto Dürholt und seine Frau Martha sowie deren Kinder Erna, Frieda, Ernst und Erich. Heizer Sieper und die Drechsler Peter, Franz und Fritz Kohlgrüber steilten sich mit zur Gruppe.

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42. Lang ist es her, daß unsere Radevormwalder Bauern, die den größten Teil der Wälder im Gerneindebereich noch heute besitzen, nach Holzeinschlag Baumstämme zur Bearbeitung zur Schneidernühle, also zum Sägewerk Dürholt fuhren, das sich an der oberen Kaiserstraße bei der Firma Kürbi & Nigge loh befindet. Längst geschieht solch ein Holztransport mit Treckern. Doch wie so naturverbundener waren Holztransporte mit Pferden. Zwei starke Gäule waren erforderlich, die damals noch schlechten Wege zu meistern. Bauer Ahlefeld aus Wellringrade führte den ersten Transport und Schröders Tiss mit Bruder Hermann den zweiten. OHo Dürholt als Schneidemüller empfing die neue Holzführe.

43. Ein Foto von zwei Radevormwalder Frauen (vor dem Hintergrund des Einganges zur reformierten Kirche am Marktplatz) ist in seiner eindrucksvollen Schlichtheit wie ein Gemälde von Edward Munch als expressive Aussage zur menschlichen Existenz. Die fotografierten Frauen sind links Ziska Schmitz (die ein Schuhgeschäft dort hatte, wo heute noch das bergische Haus Helmich steht) und rechts Frau Richard Blumhoff. Beider Gesichter sind vom Ernst erfülltcn, nicht leichtem Leben gezeichnet. Die zurückgelegten Jahrzehnte im alten Radevormwald waren gewiß nicht einfach. Dennoch wird von Schrnitz Ziska, wie es örtlich so bei der Namensnennung heißt, berichtet, sie habe an vielen Ereignissen in der Stadt Anteil genommen.

44. Bei einern Schulausflug, 1920 zur Dechenhöhle, sonderte sich eine Gruppe der Klasse der Lindenbaumschule unter der Leitung von Rektor Schuster von den anderen Schülern und Schülerinnen ab. Die Radevormwalder Kinder liessen sich fotografieren. Als die Aufnahmen vom Fotografen der Schule zugesandt wurden, gab es beim Rektor eine nicht gerade freudige Überraschung, da er keine Ahnung von dieser Eigenmächtigkeit der Kinder hatte. Doch so blieb ein Foto erhalten, das bekannte Radevormwalder im Bilde festhielt, die nicht mehr alle leben. In der ersten Reihe sieht man: Luise Linne (geborene Schaumburg), Walt er Martin und Klara Buchholz. Zweite Reihe: Rosa Henze (geborene Rörnhild), Emmi Schnitzer, Albert Wirth, Emil Schlegel, Lina Herminghaus (geborene Grothe), Gertrud Schmale und Marie Weyer (geborene Sondermann). Dritte Reihe: Artur Wilhelms, Helmut Jakobi, Walter Engstfeld, Paul Schuster, Wilhelm Bräutigam, den späteren Heirnatmaler Fritz vom Stein, Alfred Henze, Alfred Greb und OHo Herming.

45. Um 1928 herum wurde durch Hugo Hageböcker der Artillerieverein in Radevormwald gegründet, dem Bürger angehörten, die bei der Feld- oder der Fußartillerie gedient hatten. Mögen viele der damals auf der Kollenberghöhe fotografierten Mitglieder nicht mehr leben, so ist es doch heimatgeschichtlich gut, im Bilde festzuhalten, wer an bekannten Radevormwaldern soldatische Tradition bewahrte. Zu nennen sind: Hugo Bever, Gustav Hageböcker, Wilhelm Frangenberg, Josua Schöneberg, Sattler Busenbecker, Alex Knipping, Richard Dahlhaus, Ernst Fischer, Georg Schmidt, Fritz Clever, Emil Hummeltenberg, Heinrich Flockenhaus, Walter Schmidt, Hubert Wigger, Willi Lambeck, Leo Rörnrnler, Polizist Puschmann, Ernst Volke, Sparkassenrendant Hasenclever und die Mitglieder Bemshausen, Schöneweiss, Schoppe und andere. Der Verein tagte in der Gaststatte Hasenburg.

46. Mit der ab 1858 einsetzenden Produktion von Fahrrädern wurden die bestehenden bodenständigen Industrien, wie Schloss-Feilen und Tuchindustrie, durch das aufstrebende Werk der Fahrradwerke Bismarck durch viele neue Arbeitsplätze erweitert. Der vom Reichskanzler Bismarck genehmigte Name für die in Bergerhof hergestellten Fahrräder verpflichtete. Als technischer Leiter des Betriebes war Direktor Wilhelm Göckel ein Mann von rationeller guter Betriebsführung. Örtliche kaufmännische Angestellte wie auf dem Foto zu sehen (Willi Röhrig, Otto von der Miihlen, Hentzschel und Kramer) waren gute Stützen in der kaufmännischen Betriebsftihrung und scharten sich um ihren Direktor.

47. Wie sehr sich die Bismarckwerke nach dem Ersten Weltkrieg entwickelten, zeigt eine weitere Aufnahme von kaufmännischen Angestellten. Statt Fabrikmauern ist der Eingang des angebauten Verwaltungsbaues als Hintergrund gewählt. Vor allen Dingen ist nun viel Nachwuchs an kaufmännischen Kräften da, da die Bismarckwerke eine vielseitige Schulung durch ihren Fahrradexport in alle Welt boten, Fremdsprachenkenntnisse waren gefragt. Wieder ist Direktor Wilhelm Göckel Mittelpunkt der Beschäftigtengruppe, aus der an bekarmten Radevormwaldern zu erkennen sind: Erich Volke, Walter Steinkamp, Walter Bechte, Herbert Hentzschel, Hedwig vom Bruch, Irmgard Ebbinghaus, Hanna Lippert und Hugo Schlegel.

48. Hatte es schon ab 1876 ländliche Fortbildungsschulen in unserer Stadtgemeinde gegeben, so gab es erst 1919 den Beschluß der Stadtverordnetenversammlung, eine gewerbliche und eine kaufmännische Fortbildungsschule einzurichten. Der Unterricht begann aber erst am 3. Oktober 1921. Zwischen 1925 und 1927 wurden die kaufmännischen Lehrlinge unserer Stadt in der Volksschule Neustraße durch die Lehrer Krüpe (Rektoratsschule) Luckhaus (Schule Honsberg) und Hoffmann (katholische Schule) unterrichtet. Auf dem hier gezeigten Klassenfoto mit den Lehrern Luckhaus und Hoffrnann, die Buchführung, Wirtschaftskunde und Stenografie vermittelten, kann der Autor dieses Buches als Mitschüler Hans Welsch, Erich Henze, Alfred Vetter, Walter Bockhacker und Erich Becker nennen.

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