Radevormwald in alten Ansichten Band 5

Radevormwald in alten Ansichten Band 5

Auteur
:   Bernhard Sieper
Gemeente
:   Radevormwald
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2896-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radevormwald in alten Ansichten Band 5'

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9. Denkt man an die Zeiten vor 1914 zurück, als es bei uns in Radevormwald kaum ein Auto gab, so ist man erstaunt über den zweistöckigen Autobus mit dem am 12. September 1910 der evangelische Jünglingsverein nach Attendorn fuhr, um die dortige Tropfsteinhöhle zu besuchen. Der 1852 gegründete Jünglingsverein hatte, wie man auf dem Foto zur Erinnerung sieht, schon damals auch Senioren in seinen Reihen. Leiter des Ausfluges war Pastor Barner (rnit Vollbart), den man auf dem Dach des Busses erkennt. An Rader Bürgern sind zu erkennen: Hugo Fild, Robert Lanzmann, Fritz Engstfeld, Küster Ernst Theis, Fritz Gessner, Ernst Schmitz, Heinrich Gessner, der Vater von Anstreicher Fischer, Schützenstraße, August Vesper, Fritz Hombrecher, Fritz Ahlefeld, Emil Engstfeld, Ludwig Ahlefeld und Fritz Fliege.

Hahnenberg - Radevorm »eto Restauration zur Kant (te vo Heinrich F'scber

10. Nach einer bergischen Sage sollen nur drei Männer den Dreißigjährigen Krieg überlebt haben, von denen einer aus Hahnenberg seinen Anteil für einen schwarzen Hahn verkauft haben sol!. Als 1910 die Eisenbahnlinie Rittershausen-Radevorrnwald nach Halver-Lüdenscheid erweitert wurde, da brachten die Erdbewegungen des Bahnbaues der so stillen ländlichen Ortschaft Hahnenberg einen gewaltigen Aufschwung. Die vielen beschäftigten Bahnbauarbeiter bekamen für den Aufenthalt in waldreicher Naturlandschaft die 'Restauration zur Kantine von Heinrich Fischer", Dort hatte man nicht nur Baustellenromantik, sondern auch Begegnung mit vielen Baustellenbesuchern aus der Stadt. An den Wochenenden soll es auch Musik- und Tanzveranstaltungen gegeben haben. Das heutige Hahnenberg, ohne Eisenbahnlinie, hat seine Verkehrsbedeutung verloren.

Wibachthal bei R.devormwald

11. Die wohl interessanteste und landschaftlich strukturell aufschlußreichste Ansicht vom Wiebachtal ist eine kolorierte Postkarte, die 1912 verschickt wurde. Gleichsam aus der Vogelperspektive wurde das Tal von der von Ispingrade her abfallenden Höhe aus fotografiert. Als Verlag ist Frau Emil Schmidt genannt. Wie auf keinem anderen Foto sieht man ins Tal der Wupper ein. Der Heimatfluß, so heißt es, soll vor erdgeschichtlich lange zurückliegenden Zeiten seinen Lauf verändert haben und versuchte dann, durch den Remscheid·Altenaer Sattel, den Schieferstein zu bezwingen, was aber nicht gelang. Daher sieht man die Wupper als Hammersteiner Schleife, also die Halbinsel umlaufend, von Süden, von Hückeswagen her kommend und in gleicher Richtung nach Kräwinklerbrücke weiterfließend. Das so impressiv fotografierte Wiebachtal hat als Postkarte die sprachliche Kuriosität, daß die Verlegerin in 'Wibachtal bei Radevormwald' ohne oe' setzen ließ.

12. Als etwa 1912 Haus Weyer in Im Busch totograttert wurde, ernährte ein Handwerk zwar seinen Mann, doch waren die betrieblichen Umstände auf dem Lande alles andere als rosig. Bäckermeister OHo Weyer besaß zwar ein Pferd, doch weder Strom, noch Licht und Wasser. So mußte mit Pferdekraft die Maschine der Backstube betrieben werden. Der Meister, seine Frau sowie die Söhne Ernst und Hermann, dann Hilfskraft OHo Schröder und Frau Buschhaus geborene Dehn, postierten sich vor jenem Hause, in welchem von 1906 bis 1927 gebacken und gelebt wurde. Vorher hatte es Meister Langeneckard gehört. Dann wurde in der Stadt an der Kaiserstraße gebaut, um mit den Errungenschaften der Technik ein leichteres Leben zu haben. Kaum war man von Im Busch fortgezogen, da erhielt diese Ortschaft Wasser und Licht. Einen Vorteil hatte der Umzug doch; der Weg zur Kundschaft war kürzer geworden.

13. Eine Postkarte 'Radevormwald von der Bürgermeisterwohnung gesehen' ist spätestens 1912 entstanden, da am Tag vor Himmelfahrt die links zu sehende Fabrik der Firma Gebrüder Gierslepen in der Weststraße nebst Holzlager niederbrannte. Der Zufall wollte es, daß an einem Tage die 1868 gegründete Freiwillige Feuerwehr Radevormwald auch zum Hansbrand Fax, Alte Landstraße, zum Brand Wohnhaus Holberg, Heide (Blitzschlag) und ein zweites Mal zum Hause Fax ausrücken mußte. Das Haus für den Bürgermeister, aus dem die Aufnahme gemacht wurde (Ecke Weststraße-Lindenstraße), steht nicht mehr. Dort befindet sich heute die Telefonie der Post. In dem Hause rechts wohnte Feuerwehrhauptmann Ernst Kattenbusch, Das Haus hinter dem Fabrikbau zum Markt hin ist heute Ortskrankenkasse, Die vorderen Gärten rechts sind bebaut. Aus dem Fabrikgelände wurde Gartenanlage.

14. Mag die Ortschaft an der Ecke B 483-Straße nach 2. Ülfe Mermbach-Stadt offiziell Neuenhof heißen, der Volksmund spricht noch immer von Hufschmiede, obgleich hier wohl kaum noch ein Pferd beschlagen werden dürfte. Ein altes Foto läßt erkennen, welche Bedeutung die Hufschmiede von Neuenhof einst hatte, als unsere Bauern nur mit Pferden ackerten und ihre Fahrzeuge von Pferden ziehen ließen. Als das Foto festhielt, wie es vor einer ländlichen Schmiede zuging, war wohl Wilhelm Schmidt nicht mehr selbst als Schmied tätig, sondern ist es sein links stehender Schwiegersohn Hebbinghaus, der die lange Schmiedeschürze trägt. Aus Neuenhaus war gerade Herr Sondermann da. Links steht ein Federwagen mit Schere und rechts eine Schlagkarre, was bedeutet, daß auch die bäuerlichen Fahrzeuge repariert wurden.

Wiebachtal bei Radevormwald.

15. Von allen vorhandenen Heimatbildern unseres Stadt- und Landbereiches gibt es kein Motiv das so vielfältig in Abbildungen besteht, wie die Ansicht des Wiebachtales. Und gerade nun 1980, wo es längst die alte Wiebachmühle nicht mehr gibt und die Talidylle vom kommenden Talsperrenbau bedroht ist, sind alte Ansichten vom Wiebachtal sehr gefragt. Die kolorierte Postkarte mit Mühle und Mühlteich, verlegt im Kunstverlag Monopol F.S.B. Inhaber We. Voerster, Solingen, trägt den Poststempel '4.3.14', wurde also noch vor Kriegsbeginn verlegt und verschickt. Der in den damals sauberen Mühlenteich einiließende Wiebeck, hat wohl seinen Namen von Weihebach aus germanischen Zeiten. Mag es auch den Mühlenteich nicht mehr geben, der die steilen Waldhänge spiegelte, noch besteht das so schöne Naturtal in Wuppernähe,

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16. Eine Postkarte 'Gruss aus Freudenberg Colonlal u. Manufakturwaren F. Fischer Nachfolger' dürfte nach 1915 auf den Markt gekommen sein. Ferdinand Fischer hatte den markanten Bau an der Landstraße Radevormwald-Schwelm von 1909 bis 1915. Nachfolger wurde dann Josua Ambrock. Das Geschäft versorgte die ländliche Bevölkerung durch Warenlieferungen mit einern Pferdefuhrwerk, das Josef Beckmann betreute. Viele Jahre war dann Willi Kattwinkel Inhaber des Geschäftes. Er war Hauptmann bei der Feuerwehr von Landwehr. Heute ist dort eine Tankstelle. Es ist die Ecke der Abzweigung von der heutigen B 483 nach Ümminghausen-Önkfeld. Woher die Ortsbezeichnung Freudenberg komrnt, ist schwer zu sagen. Ein Stück weiter heißt es 'Karlshöhe', dort wo eine Straße zu den Wupperorten abzweigt.

17. Am 31. Dezember 1912 sandte Albert Klüting die Fotografie vom Hof der Familie Klüting an OHo Weyer. Der Hof befindet sich noch in Umbeck, eine der drei auf 'beek' endenden Orte am Weg nach Altena an der Ennepetalsperre. Beek bedeutet Bach. Aus dem Geschlecht der Klütings sind Familienmitglieder in alle Welt verstreut. Vor Jahren gab es auf dem Stammhof ein Familientreffen. Die Wanderstrecke Neuenhof-Altenfeld führt an Haus K1üting vorbei. In Hofnähe ist noch ein Teil der alten Bauzugstraße vom Bau der Ennepetalsperre her. Der winklige Fachwerkbau blieb in heimatlichem Zustand. Plumbeck und Harbeek befinden sich in der Nähe. Von den Klütings, die vor ihrem Haus fotografiert wurden, lebt noch Marta, jetzige Frau Fischer, Ümminghausen. Die Geschwister Berta, Adele und Ernst und die Kinder Albert und Laura standen zum Talhang hin.

Radevormeald.

Rest~u~ar.~ 6cgisr..nts Haus.

18. Nur alte Radevormwalder werden sich entsinnen, wie einmal das heutige Haus Café Hölter als Restaurant aussah, Bei Wilhelm Fülle, Barmen, erschien eine Postkarte mit dem Text: 'Radevormwald Kaiserstrasse 33-Weststrasse 4 Restaurant Bergisches Haus. Besitzer Johannes Büchsenschütz.' Aus dem Text geht hervor, daß auch ein befahrbarer Zugang von der Weststraße her bestand. Was heute noch an das alte Haus erinnert ist der Dachausbau, der noch eine grüne Luke mit Aufzugbalken zur Futterlagerung für Tierhaltung hatte. Die Gaststättenräume waren durch abgerundeten Eingang mit Zugangstreppe und abgerundeten Fensterumrahmungen abgehoben gegenüber der darüberliegenden Wohnung. Schon damals war Blumenschmuck vor der Schieferwand beliebt und Fensterläden waren vorhanden.

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