Radevormwald in alten Ansichten Band 5

Radevormwald in alten Ansichten Band 5

Auteur
:   Bernhard Sieper
Gemeente
:   Radevormwald
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2896-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radevormwald in alten Ansichten Band 5'

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RadevormUJald

Elahnhol-Slraüe

19. Eine Postkarte 'Radevormwald Bahnhof-Strasse' wurde am 12. März 1917 von der Radevormwalder Post abgestempelt. Verlegt hat sie Reinicke & Bubin, Dresden, als Originaldruck. Mögen die rechtsseitigen Häuser Wiesenberg, Rochol!, Meskendahl und Miekenhagen noch vorhanden sein, so hat doch die Straße einen Ausbau nach dem Verkehrsaufkommen unserer Tage erfahren. Vor allen Dingen der Straßenknotenpunkt am Ende der Straße bekam zu den damals schon bestehenden Abzweigungen Hölterhofer-, Kohl- und Ispingrader Straße die neue rechts abzweigende Straße An der Eick, Bernerkenswert ist rechts am Knotenpunkt ein bespanntes Bauernfahrzeug und ein hoher Strohberg vom damals noch bestehenden Hof Engstfeld. Da wir keinen Bahnverkehr mehr haben, ist der Straßenname heute irreführend und nur noch historisch zu sehen.

20. Bis Ende des Ersten Weltkrieges bestand am Springel die Spannagel'sche Ziegelei. Dieses Gewerbe ist bei uns nicht wieder aufgenommen worden. Die leerstehenden Gewölbegänge zum Beschicken des Brennofens, dienten zunächst zur Aufnahme von Militärpferden heimkehrender Truppen und wurden dann beliebter Kinderspielort. Der hinter der Ziegelei vor dem Bahndamm befindliche Teich, von dem nur noch ein Rest vorhanden ist, war bis zur Schaffung des Ülfebades 1927 der beliebteste Wintersportplatz für Schlittschuhlauf der Bevölkerung. Hier herrschte bei entsprechender Eisdicke reges Leben bis in die Nachtstunden hinein. Direkt hinter dem Bahndamm sieht man Haus In den Höfen und von rechts talabwärts Kreuz, Espertstraße und Geilensiepen. Heute befinden sich hier die Südstadt und der Bebauungsbereich am Kreuz.

ifadevormwald. )Y1arkt mit Xrieçerdenkmal.

21. Der Verlag Rudolf Lanzmann brachte eine Postkarte heraus mit dem Titel 'Radevormwald Markt mit Kriegerdenkmal'. Da das linksseitige Ehrenmal für die Gefallenen 1914-1918 erst nach dem Krieg um die vorhandene Friedenseiche zur Erinnerung an das Kriegsende errichtet wurde, handelt es sich um eine Marktplatzansicht aus den zwanziger Jahren. Was von dem Ehrenmal nach Marktplatzumgestaltung verblieb, sind die Bronzetafeln mit den Namen der 358 Gefallenen. Man findet sie 1980 im Kollenbergpark vor dem neuen Ehrenmal. An der Ecke Markt-Weststraße, heute Commerzbank, sieht man noch das Kaufhaus Böhmer. Was auf anderen Postkarten vom Markt nich zu sehen ist, daß sind zwei junge Bäume vor dem Eckhaus Krauskopf, heute 'Süße Ecke' genannt. Rechts am Beginn der Nordstraße stand noch ein einzelner Baum. Zur Südstraße hin standen junge Bäume.

22. Aus dem alten heimisehen Brauchtum der Spinnabende, die nicht nur auf den Bauernhöfen üblich waren, entwiekelten sich, als die Spinnräder auf Dachböden verschwanden, Nähabende der Frauen. Die Nähmaschine kam als bestes technisches Hilfsmittel auf und viele Rader Frauen waren bestrebt, Nähen bei einer Meisterin zu lemen, So war es auch bei Johanna Weyer geborene Tacke, unten Mitte auf dem Foto. Hintergrund ist die damals typische Wohnstubenecke mit blumigem Tapetenmuster. Bilder als Wandschmuck waren stets beliebt. Martha Tacke und Helene Osenberg sind zu erkennen, die sich unterweisen lassen, wie man Kleider oder Blusen mit der Maschine zusammenfügt. Daß an solchen Abenden auch gesungen wurde wie bei den alten Spinnabenden, gehörte stets zum gemeinsamen Tun.

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23. Welch einem Wandel unser Marktplatz und der abfallende Teil der Kaiserstraße unterlag, ist aus einem alten Foto zu ersehen, Noch war Hotel Fasbender, nur durch einen Hofraum vom Rathaus getrennt, zweistöckig, also im altbergischen Zustand eines Schieferhauses mit äußerem zweiseitigen Treppenzugang. Vor der Apotheke Veltmann standen noch Bäume, Rechts das Haus von Metzger Dörner, auch alter Schieferbau, hatte einen stumpfwinkligen Dachgiebel mit Rundfenster als Sonnensyrnbol, Lediglich dieser Eckbau blieb in veränderter Form erhalten. Wo einmal das alte Rathaus und Hotel Fasbender standen, befindet sich heute ein Lebensmittelwarenhaus. Die linke Häuserreihe in alter Art ist nicht mehr. Auch nicht das Eckhaus Rocholl, dort wo es früher zum Bahnhof ging und heute zur Großbaustelle Rochollgelände, wo unter anderem ein Bürgerhaus entsteht. Der zeitliche Abstand zwischen Zeiten vor 1914 und 1980 ist so groß, daß das Foto Seltenheitswert hat,

24. Als 'echte Photografie' brachte der Verlag Wilhelm Fülle, Barmen, eine Ansicht vom Hotel Henn auf den Markt. Dazu hieß es textlich: '421 m.ü.M. WeehenendPension-Restaurant-Kaffee Gesellschaftsräume für 50-100 Personen.' Was die Höhe betrifft, so bezieht sie sich auf den Grimmetsberg an der Grenze mit Westfalen. Von dem stattlichen Hotelbau der Kaiserzeit an der Ecke Kaiserstraße-Hochstraße (heute BischofBornewasser-Straße) blieb 1945 nur ein Trümmerhaufen. Heute steht längst der Neubau Henn, der Bankdomizil und Wohnraum wurde. Historisch stand an dieser Stelle die Herberge 'Zur Heimat' als Obdachlosenasyl. Als die Aufnahme entstand, hatte unsere Stadt die drei Hotels Fasbender, Bahnhofshotel und Hotel Henn, Haus Henn war gutbürgerlicher Treffpunkt gepflegter Gastlichkeit.

25. Daß unsere Bergstadt auf einer Höhe zwischen 360 und 421 Meter über dem Meeresspiegel blitzgefährdeter ist als Talstädte, ergibt sich aus ihrer Topographie. Dazu kommt bei Häusern die Nähe hoher Bäume. Wenn dennoch in der alten Innenstadt wenig Blitzschaden im Lauf der Jahrzehnte entstanden ist, liegt das an der Höhe der vier Kirchtürme als Blitzfänger. Oft mußte nach Unwettern die Feuerwehr ausrücken in ländliche Ortschaften, dort brennende Bauernhöfe zu löschen wie in Im Hagen. Dagegen gab es selten im Stadtbereich Brandschaden durch Gewitter. In den zwanziger Jahren brannte durch Blitzschlag das Anwesen des Fuhrgeschäftes Gustav Fax an der Alten Landstraße nieder. Vor der Hausruine postierten sich: Ernst Faupel, Walter Kuster, Emil Küster junior und Ferdi Fax.

26. Eine der beliebtesten Ausflugsgaststätten war in Kräwinklerbrücke Hotel Wilhelm Sieper, das 1909 gebaut wurde. Im Band 4, Foto 65, ist dieser verschwundene Bau an der alten Wupperbrücke zu sehen. In diesem Band 5 ist nun historisch fotografisch festgehalten, wie es um 1870 dort aussah, wo das Hotel verschwand. Erbauer des strohgedeckten ersten Hauses Sieper war August Sieper. Im ersten Stock wurden seine drei Kinder, Sohn und zwei Töchter, geboren. Der Stalllinks stand bis zum Abriß. Dort wo rechts zuletzt die Kapelle 'Maria zur Mühlen' stand, war eine Getreidernühle, in der Wilhelm Sieper als Junge noch viel Roggen geschrotet hat. Davor war eine Schmiede, in der Finkensieper vor Kriegerfesten die Zündnadelgewehre des Kriegervereins putzte für den Festzug. Ein Pferdestall und ein kleines Häuschen gehörten auch zum bebauten Komplex. Hinter dem Haus Sieper, links auf Heidersteg zu, waren der alte Postbau und ein Haus, in welchem Familie Paduck wohnte.

27. Als Dienstag, 25. Januar 1853 der ermordete erste altlutherische Pfarrer Kar! Haver unter dem Schutz des Regierungspräsidenten beigesetzt wurde, da war das die erste Beerdigung auf dem der Kirche gegenüberliegenden Gemeindefriedhof. Tausende von Bürgern und auswärtigen Trauergästen nahmen daran teil. Das historische Foto von der Grabstätte Pastor Havers mit Küster Schaub, hat nur soweit eine Veränderung erfahren, als das Denkmal an die Hecke versetzt wurde, 1952 entstand eine neue Gedenkstätte. Auch sind die damals vorhandenen Bäume nicht mehr. Die bemooste Inschrift lautet noch: Hier ruht in Gott Her Johann Karl Wilhelm Haver Pastor der evangelisch-lutherischen Gemeinde zu, St. Martin hierselbst, die er zum Glauben der Viiter zurûckfiihrte. Er starb durch Mörders Hand getötet am 21. Januar 1853 im 48. Jahre seines Alters. Der Tod seiner Heiligen ist wert gehalten l'or demHerrn.

28. Mit dem Bau des städtischen Gaswerkes 1892-1894 begann für unsere Stadt ein neues Zeitalter. Die bis 1894 nachtdunkien Straßen konnten mit gasbeleuchteten Laternen versehen werden. Man hatte für das Bauwerk mit zwei Gaskesseln zur Aufnahme von selbst erzeugtem Gas, die stille Bahnstraße gewählt, wohl um die Bürgerschaft nicht durch Gasausbruch oder Explosionsgefahr zu gefährden. Ab 1890 bekam die Eisenbahn ihren Weg nach Barmen am Gaswerk vcrbei. Nun, 1980, ist der rechtsseitige Aufbau des Gaswerkes nicht mehr vorhanden, noch gibt es Personenverkehr der Eisenbahn. Inzwischen ist eine eigene Gasproduktion nicht mehr erforderlich, da die Stadt aus Rohrleitungen Ruhrgas bezieht, was kaum noch technischen Aufwand erfordert. Zur Zeit der Aufnahme gab es noch das alte Rathaus und die Fabrik Ludwig Rocholl & Co, links im Hintergrund.

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