Radevormwald in alten Ansichten Band 5

Radevormwald in alten Ansichten Band 5

Auteur
:   Bernhard Sieper
Gemeente
:   Radevormwald
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2896-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radevormwald in alten Ansichten Band 5'

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29. Welch ein turnerisches Leben entfaltete sich in unserer Stadt in den zwanziger Jahren. Da war nicht nur der seit 1859 bestehende Radevormwalder Turnverein und der Herbecker Turnverein; da gab es auch den Heidersteger Turnverein und als Neuschöpfung die Vereinigung der Vereine 'Frisch auf' und 'Eintracht Radevormwald' zum Turnerbund. Konfessionell existierten die katholische 'Jugendkraft' und der evangelische 'Eichenkreuz Verband'. Daß dazu noch ab 1919 der 'Arbeiter Turn- und Sportverein' reges Leben hatte, ergab sich aus der Vielseitigkeit anspornenden Wettbewerbs. Mochten die turnenden Arbeiter vor 1914 behindert werden, so standen ihnen aber nach dem Krieg die städtischen Sportstatten auch zur Verfügung. In einer damaligen Mannschaft waren die Turner Paul Sieker, Erich und Paul Ochell, Alr rrt Wirtz, Hugo Rotschy und Steinberg.

30. Wohl keine bessere Lage für einen ersten festen Sportplatz hätte unsere Stadt 1923 wählen können, als den Waldbereich auf der Kollenberghöhe. Zwischen den dort stehenden Eichen und Buchen hatte es so manches frohe Kinderspiel während der Kriegsjahre 1914-1918 gegeben. Daß viele fußballinteressierte Mitbürger bei der Schaffung des Platzes Hand anlegten, war damals eine von Idealismus getragene Sache. Dazu gehörten auch die Spieler des Fußballklubs der Turnergemeinschaft. Hatte man sich vor 1923 mit dem Rasen von Herbeek als Sportstätte begnügt, so war doch ein Sportplatz für alle leichtathletischen Zwecke willkommen. Ziegelsteine aus der Ziegelei Spannagel wurden zerkleinert. Und ais die Tore standen, begarmen gute Mannschaftsspiele. Es traten zu ersten Spielen an: Hermann Hedfeld, Fritz Sieker, die Spieler Bockhacker, Kurzrock und Heinzemann.

31. Die erste bedeutsame Zusammenfassung der in unserer Stadt fußballbegeisterten Jugend, war die Spielvereinigung Radevormwald, die aus dem Radevormwalder Ballspielklub hervcrging. Die Spielvereinigung gelangte bis in die Spitzengruppe. da man Mannschaften aus allen sportlichen Kretsen der Stadt bilden konnte. Im Foto festgehalten ist eine zweite Mannschaft. Von links oben sind zu erkennen: Heinrich Faupel, Willi Kirschey, Walter Schreck, Willi Dahm, Heinrich Fesel, Fritz Höltken (der Stadtdirektor von Rheda wurde), Erich Klüppelberg, Walter Dörner, Otto Kamprnann, Willi Schinneburg, Willi Enneper, Torwart Walter Küster und Erich Kunz. Auf dem seit 1923 bestehenden Sportplatz Kollenberg wurden die grün-weißen Farben zu sportlichen Ehren geftihrt.

32. Wohl eines der ältesten Häuser in der Stadt war Haus Bangert am Lindenbaum, da es sich vor dem Ring der Festung Radevormwald, also westlich 200 Meter vor der Kölnischen Pforte, befand, an der bei der alten Post der Stadtkern endete. Dazu kam, daß das Haus Bangert tiefer lag als das Niveau der 1840 ausgebauten Landstraße nach Lennep. Somit ist anzunehmen, daß der altbergische, leicht überkragende Bau das einzige Haus vor der Stadt dort war, wo durch den zu sehenden Lindenbaum die Flurbezeichnung 'Am Lindenbaum' aufkam. Links dieser Stelle wurde eine Volksschule gebaut, die auch heute noch in veränderter Form steht und 'Lindenbaumschule' heißt. Als das Foto gemacht wurde, stand Witwe Bernhard Bangert mit zwei Kindern vor ihrem Haus und Otto Weber hatte im Haus einen Gemüseladen.

33. Nichts war und blieb so von Geheimnis umgeben, wie die Femlinde von Remlingrade. Der plombierte alte Lindenbaum wurde vor Jahren gefällt, um dem geradlinigen Straßenbau Platz zu machen. Ein Setzling des Baumes erinnert heute mit Findlingtexthinweis an die Remlingrader Gerichtsstätte am Weg Ort schaftVorm Baum. So wie man auch sonst keine Fakten kennt, obgleich die Linde bereits schon 1640 im Remlingrader Weistum erwähnt ist. Das hängt auch damit zusammen, daß die Herrscher über unser bergisches Land, die Grafen von Berg, Kaiser- und Papsttreu waren, also nur ordentliche Gerichtsbarkeit ausübten. Dagegen war RemIingrade dem Grafen von Volmarstein als Pfand verliehen, so daß dieser Graf im Grenzbereich mit der Mark sich zum eigenen Gerichtsherrn machte.

34. Dort, wo sich heute die von Wuppertaler Polizeipionieren erbaute Holzbrücke über das frühere Ülfebad befindet, war die Stelle, an der eine schlichte Holzbrücke den Fußweg zur Quellsiedlung Im Hagen ermöglichte. Noch hatte das Tal der Ülfe einen naturhaft einsamen Charakter. Lediglich die im Hintergrund befindliche Heesmühle, war Ort wasserwirtschaftlichen Gewerbes. Heute ist sie langst Gaststatte. denn mit der Schaffung der Ülfestauung zum Freibad 1927 und dem Bau der Talstraße wurde das Tal der Ülfe Ort der Erholung und des Fremdenverkehrs. 1950 war wegen bakterieller Wasserverseuchung Schluß mit dem Freibad, das seither Parkanlage ist. Paul Schmitz und Günther Emde ließen sich auf dem alten Brückengeländer fotografieren.

Radeuormteald, Hllee mit Eindenbcurnsdrule

35. Im Verlag Wilhelm Fülle GmbH, Barmen, erschien vor Jahrzehnten eine Ansichtskarte 'Radevorrnwald. Allee mit Lindenbaumschule'. Noch heute besteht der Name der Schule, der wohl abgeleitet war von dem Lindenbaum, der sich zwischen Schule und Haus Bangert befand. Aber welche Veränderungen sind inzwischen eingetreten. Der Schulbau wurde um Klassenräume erweitert und zur Straßenseite hin gibt es keinen Eingang mehr. Die schöne alte Kastanienallee wurde ebenso abgeholzt wie die Bäume vor der Schule. In den Pausen kann nicht wie zur Zeit der Aufnahme bis zur Kaiserstraße hin gespielt werden, da das zu gefährlich beim heutigen Verkehr ware. Damals konnten die Schüler noch auf der Straße herabgefallene Kastanien sammeln. Noch heute heißt es oft: 'Wo wohrst Du in de Schaule? ' 'Am Lingenbohm.'

36. Am letzten Tag des Jahres 1925 trat die Wupper so über ihre Ufer, daß in Kräwinklerbrücke-Öge die Metallwarenfabrik Siepers Söhne am Wupperbogen unter Wasser stand. Bis an die Kellerräume des Hauses Bernshausen reichte das Flußwasser heran. Selten führte der in Borlinghausen bei Marienheide entspringende Heimatfluß mit 118 Kilometem Länge bis zum Rhein, solch ein Hochwasser. Links gegenüber dem Bahnhof Kräwinklerbrücke blieb das Stahlwerk Urbach durch seine erhöhte Lage ungefährdet. Auch bis an das Patrizierhaus von Familie Sleper aus dem 18. Jahrhundert am Talweg, kam kein Wupperwasser heran. Die keilförrnigen Linienbegegnungen zwischen Kräwinkler- und Honsberger Höhenrücken lassen den Einschnitt des Tales nach Heide hoch erkennen. Heute ist die damals überflutete Tallandschaft ohne Bauwerke, da sie Grund für die kommende Wuppertalsperre abgibt.

37. Noch steht in modernisierter Form der Neubau des alten Hauses Volke an der Ecke Grabenstraßej Weststraße. Der zweistöckige Schieferbau beherbergt seit Jahrzehnten die Allgemeine Ortskrankenkasse. Sie ist die bedeutsamste Sozialeinrichtung für die schaffende Bevölkerung. Der rechtsseitige Anbau als Röntgenlicht-Heilinstitut besteht seit 1926, wurde also in schwerer Zeit mit großen Arbeitslosenzahlen und Streikunruhen geschaffen. Die große Entdeckung des in der Nachbarstadt Lennep geborenen Professors Dr. W.C. Röntgen 1895 in Würzburg, wurde auch unseren Kranken durch die AOK nutzbar gernacht: X- oder Röntgenstrahlen. Rechts schließt sich Haus Schwinderlauf an und links der Gartenbereich Zöltzer. Die einst stille Grabenstraße wurde durch das Filialgeschäft Aldi zur vielbesuchten Einkaufsstraße.

38. Im Jahre 1926 feierte die evangelisch-lutherische Martinigemeinde ein Posaunenfest. Damals war Pastor Ziemer der musikalische Leiter seiner Gemeindechöre. Auswärtige Posaunenchöre nahmen am Fest teil. Auf dem Marktplatz beim Kriegerdenkmal für die Gefallenen von 1870/1871 wurde musiziert. Viele Radevormwalder kamen, den Posaunenklängen zu lauschen. Bäurne umstanden noch die markante Marktplatzecke zur Oststraße hin. Die Häuser Lahme, Pohlig und Helmich waren noch unverändert. Heute gibt es dort kein Denkmal, keine Grünanlage und keine Bäume mehr. Auch ist solch ein Fest der Bevölkerung auf dem Marktplatz aus Gründen des Durchgangsverkehrs kaum möglich. Lediglich in der Weihnachtsnacht spielt hier der Posaunenchor der Martinigemeinde und singt der Radevormwalder Männerchor.

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