Radevormwald in alten Ansichten Band 5

Radevormwald in alten Ansichten Band 5

Auteur
:   Bernhard Sieper
Gemeente
:   Radevormwald
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2896-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radevormwald in alten Ansichten Band 5'

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39. In unserem bäuerlichen La.idschaftsbereich war das Pferd die Kraft für viele Beförderungsarten. Man fuhr nicht nur mit Haudereifahrzeugen durchs Land, erlebte nicht nur die Wagenfahrten unserer Bauern in die Stadt zur Molkerei oder zur Absatzgenossenschaft, auch gewerbliche Betriebe fuhren mit pferdebespannten Wagen über Land. Vor allen Dingen unsere Bäckereien. Durch ein Foto ist der Kastenwagen der Bäckerei Otto Weyer Erinnerung an jene stille Zeit, da die Familien ihren Bedarf an Brot- und Backwaren vor der Haustür kaufen konnten. Das war, wie der Hintergrund aufzeigt, das Schieferhaus Stracke in Studtberg. Hugo Weyer und Ernst von der Burg stellten sich mit zum Foto. Auch Fahrräder waren schon beliebt.

40. Wenn beim Arbeiter Turn- und Sportverein der jährliche Marathonlauf zur Nordhelle stattfand, dann war das Anlaß genug, eine Autofahrt zum Ziel Nordhelle anzutreten. Als Fahrer fand sich Fritz Krauskopf vom Gemüsegeschäft Krauskopf. Mochten in den zwanziger Jahren Autos noch nicht so schnell fahren wie heute, so war man aber rascher und bequemer am Ziel als die Sportler, denen Kilometer um Kilometer sauer genug wurde, so viele Steigungen laufend zu bezwingen. Gleichsam zur Siegerehrung und zum Abschluß mit Unterhaltungsspielen, nahm man eine sogenannte Knüppelmusik, also Trommler und Flötisten mit. Ein zünftiges Lager mit Feuerstelle wurde im Foto zur Erinnerung bewahrt.

41. Aus dem ab 1910 bestehenden Arbeiter Turnverein, wurde ab 1919 der Arbeiter Turn- und Sportverein. Jahr um Jahr nach Saisonende, veranstaltete der Verein einen Marathonlauf von Radevormwald bis auf die Nordhelle im Sauerland. Die 45 Kilometer betragende Landstraßenstrecke mit dem großen Anstieg ins Sauerland, verlangte beste körperliche Kondition, der sich auf dem vollen Kurs die Sportler Otto Weber, Rudolf Konze, Fritz Rotschy, Erich Betz und Walter Sieberg ab Turnhalle gewachsen fühlten, Andere Sportler schlossen sich dem Lauf erst ab Halver oder Meinerzhagen an. So sparten sie 12 oder 20 Kilometer. Es soll auch Läufer gegeben haben, die schon in Grüne, also nach 2-3 Kilometer, nicht mehr konnten. Aber eisern hielten die Spitzenläufer durch, Ein Foto von 1928 läßt erkennen, daß damals auf einsamer Landstraße die weite Strecke mit Elan bewältigt wurde,

42. Wie in der Stadt und in Herbeck, herrschte auch im damals stillen Heidersteg 1927 frisches turnerisches Leben im Turnverein 'Frisch auf" Heidersteg. Ein Riegenfoto hat bewahrt, wer am Barrenturnen hinter der Gaststätte Fritz Hold teilnahm. Es leben davon heute noch: Willi Ibach, Kurt Scharwächter, Otto Ibach, Paul Freisen und Fritz Tacke. Verstorben sind: Ernst Freisen, Gustav Stoffel, Albert Tacke und Rudolf Tacke. In jenen Tagen gründete der aus dem Wandervogel gekommene Edmund Neuendorf in den Turnvereinen die Turnerjugend, die mit Klampfen und Geigen hinauszog, um zum Turnen Jugendleben in der Natur zu entfalten. Mit viel Idealismus setzte sich ab 1927 auch Kurt Scharwächter als Jugendwart im Bergischen Turngau ein (dritter von links). Wie in der Stadt war auch in Heidersteg der Turnverein Träger kulturellen Lebens im Saal Hold.

43. Die ehemalige Gaststätte Fritz Hold in Heidersteg existiert zwar noch in veränderter Form, auch blieb sie Ausflugsziel und Naturerholungsort, doch wird sie ihren Charakter als stilles Vorortlokal verlieren, wenn nach Vollendung der Wuppertalsperre ein Arm des Wassers bis hierher reicht und starken Verkehr bringen wird. In der Sportgeschichte unserer Stadt begarm in Heidersteg das Wirken der Freien Turnerschaft. Der Turnverein 'Frisch auf" Heidersteg hatte im Saal der Gaststätte seinen Übungsraum und auf dem Heidersteger Platz 'Romeryke Berge' wurde manche Handballschlacht ausgetragen. Die katholische Pfarrgemeinde feierte in Heidersteg manches Sommerfest. Als Ausgang für Wanderungen bleibt Heidersteg beliebt.

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44. Der sich westlich von der Ülfestraße her erstreckende, nördlich vor der Stadt gelegene Höhenrücken Herrnannshagen, deutet auf Gesträuch oder Gebüsch hin. Und so gab es hier bis Ende des Ersten Weltkrieges nur die fünf Häuser Lange, Eicker, Schröder, Cramer und Osenberg. Das änderte sich mit den mehrstöckigen Wohnraumbauten der Wohnungsgenossenschaft. Den Hermannshagen als Halbkreis umschließend , wurde die nach Bürgermeister Hochstein genannte Straße gebaut. Wie aus dem Foto zu ersehen, gab es noch nicht das weltbekannte Hudorawerk. Auch war die rechts abzweigende Neustraße noch nicht ausgebaut, Inzwischen hat der Bereich Hermannshagen eine solche Bedeutung als Bauland erreicht, daß die Bauten der Wohnungsgenossenschaft abgerissen und durch moderne Wohnblockanlagen ersetzt wurden.

45. Es ist lange her, als man die Ortschaft 3. Ülfe, vom Bachtal von 4. Ülfe her, so sah wie das alte Foto es ausweist. Die Hausgruppe war begrenzt links vom Haus Engstfeld und rechts vom Hof Busch. Noch hatte der Bach seinen natürlichen gewundenen Verlauf. Erst in den dreißiger Jahren erfoigte die Begradigung. Es führte der alte Fahrweg von Hermannshagen her am Haus Grafe vorbei über 3. Ülfe nach Wellringrade-Leye. Mit der Schaffung des Segelf1ugplatzes Leye erhöhte sich die Verkehrsbedeutung von 3. Ülfe. Eine gutbefahrbare Verkehrsstraße wurde an Mermbach vorbei nach 3. Ülfe und hoch zur B 483 geschaffen. Dadurch verlor die Ortschaft den stillen, verkehrsarmen Charakter. Der Ort wurde baulich erschlossen und hat inzwischen ein anderes Aussehen als vor Jahrzehnten, als das Foto entstand.

46. Es ist eine Radevormwalder Kuriosität, daß vier Ortschaften am Ülfebach, nach dem Bach in der Zahlenreihe 1 bis 4 benannt wurden. Ein altes Foto vermittelt denen, die nur die Bachtallandschaft von 4. Ülfe von heute kennen, einen Eindruck von der Naturstille um 4. Ülfe, die solange bestand, bis 1927 die Ülfe-Wuppertalstraße von der B 229 aus bis Dahlerau gebaut wurde. Inzwischen ist diese Straße seit Jahren bis Wuppertal verlängert. Auch hat die Schaffung der Nordstadt bis an die Talstraße heran, das Landschaftsbild stark verandert. Vom Bergrücken links herab ist an einzelnen Bäumen der Verlauf des alten Weges vom Ülfer Kopf herab zu erkennen. Rechts beim Haus Scheidt zweigt noch der Weg nach Rochollsberg ab und der Weg nach Oberönkfeld folgt nach der linken Waldausbuchtung.

47. Der örtliche Fotograf Walter Krauskopf schuf, als es vor 1930 noch das 'Bahnhof-Hotel' (Besitzer Ernst Polig) gab, diese Ansichtskarte vom Schankraum. Erwähnt sind separate Raume, Saal und moderne Kegelbahn. Der stadtbekannte und geschätzte Gastwirt zapft Bier. Von den Vereinen, die hier verkehrten, ist der MGV 'Sängerbund' zu nennen, für den es stets ein Ereignis war, wenn der aus seinem Sängerkreis hervorgegangene Radevormwalder Kammersänger Walter Hageböcker zu Besuch kam. Aus dem Schankraum wurde nach der Umwandlung zum Rathaus zunächst die Stadtkasse, später die Stadtbücherei, zuletzt Jugendhaus. Heute ist dort der moderne kubische Bau des Bürgerhauses errichtet. Der noch vorhandene Bahnhof verschwand August 1980, so daß es kein 'Bahnhof-Hotel' mehr geben kann.

48. Es ist gut in unseren Tagen der familiären Weihnachtsfeiern mit überladenen Tischen in Räumen moderner Art und modernen Mobilars, an Familienweihnacht vor Jahrzehnten zurückzudenken, Was blieb, ist allein eine geschmückte Fichte aus heimisehen Wäldern. Familie Otto Flüs, Geilensiepen, legt ein Foto vor, das Eltern und sechs Kinder unter dern Lichterbaum zeigt, der mit Lametta behangen war. In jenen Tagen war ein Sofa bestes Stück im Wohnzimmer, auf das man sich nur zu festlichen Anlässen setzte. Eine barockgeschnitzte Wanduhr war Zeitmesser. Im Tal vor der Stadt hörte man die Weihnachtsglocken der vier Stadtkirchen. Die Puppenstuben für die Mädchen und eine Puppe waren noch Geschenke die hoch erfreuten. Die Wände schmückten Familienbilder auf schlichtem Tapetenhintergrund.

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