Radevormwald in alten Ansichten Band 5

Radevormwald in alten Ansichten Band 5

Auteur
:   Bernhard Sieper
Gemeente
:   Radevormwald
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2896-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radevormwald in alten Ansichten Band 5'

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49. Eine Nahaufnahme der nicht mehr vorhandenen Villa Höltring vor der Kollenberghöhe, bringt ein Gebäude in die Erinnerung, das zwar als baulicher Fremdkörper anzusehen war, aber dennoch sich besser der Landschaft anpaßte als heutige kubische Bauten. Wilhelm Höltring, der sich zur Schweiz hingezogen fühlte, hatte ganz jenen schweizer Baustil gewählt, der sich durch reichen Fachwerkschmuck, durch schneeableitende Dachschrägen und Aussichtsbalkone von Häusern anderer Landschaftsgegebenheit unterscheidet. Die Radevormwalder Familien Fischer übernahmen nach dem Ersten Weltkrieg den so markanten, geräumigen Bau. Als die Höltrings das Haus noch bewohnten, wurden sie 1913 durch ihren Schwiegersohn besucht, der als Leutnant mit dem Flugzeug nahe beim Haus landete. Das war eine örtliche Sensation.

50. Selten hat es einen Freundeskreis alter bekarmter Radevormwalder Bürger gegeben wie den, der vorn Volksmund 'die Eisheiligen' genannt wurde. Der Ausdruck sollte wohl das hohe Lebensalter und auch die Rüstigkeit beinhalten, denn die Herren schreckten vor keiner Entfernung im Lebensabend zurück um die Heimat zu erwandern. Es waren nach dem Foto: Der spitzbärtige Alfons Fischer, der sich idealistisch der Gesundheit und dem Roten Kreuz verschrieben hatte, sein Bruder Otto, Metzgermeister Otto Streek und Bäckermeister Otto Weyer. Mit von der Partie war auch oft Bäckermeister Eduard Osenberg. Als einmal eine Radevormwalder Familie zum 'Dicken Berg' karn, hieß es dort: 'Eben waren Radevormwalder Herren hier, die zusammen über dreihundert Jahre alt waren.' Wer die Strecke kennt, weiß was geleistet wurde im hohen Alter.

51. Um in Dahlhausen westlich über die Wupper zu gelangen, gab es bis zur Sprengung 1945 die alte gebuckelte Steinbrücke, zu der man über das Hofgelände der Firma Hardt, Pocorny & Co kam. Sie war also Verbindung zwischen Wupper- und Hardtstraße. Sie bot sich denen an, die zum Bahnhof Dahlhausen gingen und auch denen, die an der Wupper entlang auf schönen Waldwegen nach WilhelmstalKrebsöge wanderten. An der Stelle der historischen Brücke für das Zeitalter des Fuhrwerkverkehrs und der Fußgänger, entstand kein neues Brückenbauwerk, da eine Notbrücke nicht von Dauer sein konnte. Etwa 100 Meter weiter wurde eine ausreichende moderne Verkehrsbrücke gebaut, die in Höhe des Eisenbahnviaduktes die Hardtstraße erreicht, um den Verkehr zwischen den Wupperorten und Beyenburg, sowie auch nach Lennep, zu bewältigen. Viele Erinnerungen blieben mit der ersten Wupperbrücke verbunden.

52. Von den Schröders Jungen vorn Hermannshagen, war Friz, Tiss genannt, als Fuhrmann tätig. Sein Onkel Otto, von kleiner Gestalt, wurde Türk genannt. Dieser fand Anstellung bei der Bäckerei OHo Weyer. Welche Funktion er dort hatte, ergibt sich aus einern erhaltengebliebenen Foto. Statt eine Kiepe auf dem Rücken tragend, transportierte Türk Brot- und Backwaren aus der Bäckerei im Korb mit Tragebugel auf dem Rücken, denn pfündige Brote haben ihr Gewicht. Mochte auch mit dem Pferdewagen die Kundschaft im Gemeinde, bereich beliefert werden, so galt es dennoch schnell die Kundschaft zu erreichen. Und da man mit dem Wagen schlecht jedes Haus erreichen konnte, trug Türk die Wagenfracht schnell auf schmalen Pfaden, wie beispielsweise am Börkel, in die Häuser. Seinen Lebensabend verbrachte Schröders Türk im Altersheim.

53. Fotos von Ausflügen der Radevormwalder Postbeamten lassen an den gewählten Zielen erkennen, daß man nur im Bereich der örtlichen Zustellbezirke blieb, aus Verbundenheit mit der postalisch belieferten und betreuten Bevölkerung. Man kannte noch die meisten Kunden, die auf mühevollen Fußwegen erreicht wurden. Wann man in der Wupperortschaft Niederdahl den dortigen Wirt 'NeuhausPinn' besuchte, liegt nicht vor. Aber die Beamten Eisenbach, Blasberg und Fernholz mit ihren Frauen waren dabei, vom hochgelegenen Niederdahl aus die fernen Türme der Heimatstadt zu schauen. Man fuhr mit der Eisenbahn bis Dahlerau, was heute nicht mehr möglich ist. Welch ein landschaftliches Erlebnis war es schon, über Bergerhof, Kräwinklerbrücke, Krebsöge in den Bereich des Zweigpostamtes Dahlerau zu fahren und dann hochzusteigen ins gastliche Niederdahl.

54. Kaum eine geselligere Gemeinschaft hat es bei uns unter Beamtengruppen gegeben wie die der Postbeamten. Sie, die sich gründlich im Gemeindebereich auskannten, nahmen Jubiläen oder Geburtstage zum Anlaß, Ausflüge ins Grüne zu unternehmen. Ein solcher Ausflug führte um 1930 herum ins Tal der Wupper zur Hotelgaststätte Wilhelm Sieper, Zu dieser Zeit hat Kräwinklerbrücke zwar ein historisches altes Rader Posthans gehabt, doch das Zweigpostamt Kräwinklerbrücke kam erst 1934 zum Postarnt Radevormwald. So waren aus der fotografierten Gruppe der Postbeamten mit ihren Frauen, die Postamter Radevormwald und Bergerhof die Zweigpostämter Dahlhausen und Dahlerau wie die Postagentur Krebsöge vertreten. Die schöne Waldkulisse des Flußtales bei der alten Wupperbrücke ist als Ausflugsziel dahin, da es weder Hotel Sieper noch ein Postamt Kräwinklerbrücke mehr gibt,

55. In unseren Tagen der raumreichen Hochhäuser verschwand nicht nur der alte bergische Bau Huckenbeck an der Grabenstraße , sondern auch das daneben befindliche kleine Einfamilienhaus. Es war in der Stadt selbst das letzte Haus mit einer Doppeltür, was bedeutet, daß bei Besuchern die nicht das Haus betreten brauchten, nur der obere Türflügel geöffnet wurde. So konnte Post oder auch sonst etwas entgegengenommen werden. Heute haben wir nur noch in der Ortschaft Kaffekanne solch eine Doppeltür aus Tagen nachbarschaftlicher Vertraulichkeit. In dem auf dem Bild noch zu sehenden kleinen Haus, mit Schiefer bekleidet und rnit grünen Fensterladen versehen, war vor langer Zeit die reformierte Kinderlehre untergebracht. Fuhrunternehmer Auke van Tuinen wohnte hier, bevor er am heutigen Platz von Haus Reinbott an der Grabenstraße eine neue Unterkunft fand. Auch die Eltern von Turner Hugo Brüninghaus waren Mieter und zuletzt Emi! Gessner, der fünfzig Jahre im Haus verbrachte.

56. Ein stattliches altbergisches Haus war der zweistöckige Bau Heinrich Meskendahl an der Hohenfuhrstraße, der 1945 ein Opfer der Kriegseinwirkungen wurde. Die Lage des Hauses, an Resten der alten Stadtmauer,hatte zwei Treppeneingänge bedingt. Ein kleiner Hofgarten war vorhanden, in welchem die Bewohner geruhsame Stunden verbrachten. Letzte Hausbewohner waren Postmeister Richard Meskendahl, Altbürgermeister Erich Kreckel und Fritz Meier. Vorher hatte Fabrikant Hans Paulig mit seiner Familie dort gewohnt, sowie Familie Kettler, Familie Hentschel, Frau Volke und Johanna Meskendahl geborene Schott, mit Stiefbruder Johannes. Reges Bürgerleben hatte dem Haus seine heimatliche Besonderheit gegeben. Rechts im Nachbarhaus Ambrock, hatte Schuhmachermeister Willi Reinbott seine Werkstatt. Es bestand eine Kellerverbindung zwischen beiden Bauten. Das Haus Merkendahl war von 1871 bis 1894 Pfarrhaus der Martinigemeinde gewesen.

57. Eine Postkarte 'Radevorrnwald, Rochollstrasse mit katholischer Schule" zeigt die Verbindungsstraße zwischen Blumen- und Kaiserstraße zu einer Zeit, als die nach dem Fabrikantennamen Rocholl benannte Straße noch Baulücken aufwies, die geschlossen wurden. Zwar ist die Straßenansicht der früheren katholischen Schule, die heute evangelische Grundschule ist, noch vorhanden, doch sonst bekam die Straße eine baulich moderne Ansicht. Der linksseitige Freiraum wurde durch die Baufirma Lange mit einem mehrstöckigen Neubau belebt, in welchem die Polizei ihr Domizil bekam. Und rechts zur Ecke Blumenstraße hin wurden Wohnhäuser errichtet. In der Rochollstraße betrieb rechtsseitig die Küferei Hollman ihr Gewerbe. Wo damals noch Kinder auf der Straße spielen konnten, herrscht heute Polizei-Fahrverkehr.

58. Ständen die aus dem Dreißigjährigen Krieg verbliebenen Haferkästen nicht unter Denkmalschutz, es gäbe wohl keine mehr. Die Kulturdenkmale geben Aufschluß über die Lage der Höfe des 17. Jahrhunderts, die wohlOpfer der Brandschatzung durchziehender Söldner wurden. Der Bau der eichenholzverzapften fensterlosen Bauten ist als bäuerliche Schutzmaßnahme zu sehen, Saatgut zu bewahren. Da Hafer unserern steinigen Boden bei oft rauhen Klima angepaßt war, der Name Haferkasten. Auf unserem Radevormwalder Boden ist der Haferkasten auf Funkenhausen mit neuer Schindelverkleidung gut restauriert. Nur fehlen an der linken Seite Treppe und Altan, also Balkon zur oberen Etage. Auch wird man zwischen 1618 und 1648 keine Dachpfannen gekannt haben. Dafür sieht man an sich nach innen wölbenden Balkenholz Wettereint1üsse der Jahrzehnte. Der alte Beschlag blieb erhalten.

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