Radevormwald in alten Ansichten Band 6

Radevormwald in alten Ansichten Band 6

Auteur
:   Bernhard Sieper
Gemeente
:   Radevormwald
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1564-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radevormwald in alten Ansichten Band 6'

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69. Der Volksmund hat bei uns stets originelle Bezeichnungen nicht nur für Mitmenschen, sondern auch für Orte gefunden, die nicht aussterben. Würde man heute einen alten Radevormwalder fragen: 'Wo ist de Hippenberg? " so würde man rasch erfahren, daß es sich um jenen ansteigenden Berg handelt, der sich an der Straße 3. Ülfe-Wellringrade befindet. Im Jahre 1914 brannte jenes Haus ab, vor dem eine Mutter mit einer Schar Kinder steht. Der langgestreckte Schieferbau gehörte dem heutigen Altbürgermeister Ewald Meskendahl, der in dem Bau Beschäftigte der Firma Meskendahl & Ambrock wohnen ließ. Die Bezeichnung Hippenberg dürfte auf Ziegenhaltung jener Tage zurückgehen.

70. Als eine Aufnahme von 'Henzen Hüsken' in Untermbusch bei Önkfeld gemacht wurde, wohnte hier Familie Rummenhöller. Nach der damaligen Kleidung ist zu ersehen, daß es lange her ist, daß die Frauen so lange Röcke trugen und die Männer so dunkle Anzüge. Man lebte noch bescheiden in dem kleinen einstöckigen Haus, das wohl mal einer Familie Henze gehört haben muß. Die verniedlichende Form 'Hüsken' des Volksmundes macht deutlich, daß man den Bau nicht als Haus, sondern nur als Häuschen ansah.

71. So wie die heimische Woll- und Tuchindustrie ihre Standorte am Ufer der Wupper wählen mußte, da man auf Flußwasser angewiesen ist, so fand auch die Papierfabrik Wilhelmstal bei Krebsöge ihren zweckmässigen Standort. Es wurden am Berghang langgestreckte Häuser für Beschäftigte gebaut. Aus einem Foto von der Sonntagschule Wilhelmstal von 1916 ist ersichtlich, wie reich der Kindersegen an der Wupper war. So wie es heute Werkskindergärten gibt, so bemühte sich die Papierfabrik schon im Ersten Weltkrieg um die sonntägliche Betreuung der Kinder ihrer Beschäftigten. Leiterin war Fräulein Neuhaus. Unter den Kindern sieht man die Geschwister Müller, Kampers, Hackenberg, Lippert und Evang. Der heute im Ruhestand lebende städtische Archivleiter Gustav Hackenberg erinnert sich gern dieser Jugendzeit.

72. Zum Foto der vergangenen Ortschaft Kräwinklerbrücke schreibt die Bildausleiherin: 'Es war einmal.' Dem kann man nur zustimmen. Bis einschließlich Stahlwerk Urbach verschwanden alle vordergründigen Bauten. So das Hotel Sieper, die Kapelle Maria zur Mühlen, das alte und das neue Posthaus und das Bürohaus Urbach. Es gab keine andere Radevormwalder Industrieortschaft die im 18. Jahrhundert so große Bedeutung durch ihre Stahlhammerwerke hatte. Zugleich war sie Kulturort durch das Wirken Jung-Stillings beim Hammerwerksbesitzer Flender. Der Ortsname ergab sich aus der über die Wupper führenden Brücke zur Ortschaft Kräwinkel. Die Anlage der Wuppertalsperre macht Kräwinklerbrücke zu Vin eta.

73. Den Katholiken von Kräwinklerbrücke weite Kirchwege zu ersparen, entstand vor wenigen Jahrzehnten aus dem früheren Mühlenhaus vor der Wupperbrücke eine Kapelle, der man den romantischen Namen 'Maria zur Mühlen' gab. Es handelte sich um einen zweistöckigen Bruchsteinbau, der auf dem Dach einen kleinen Turm bekam und so ausgebaut wurde, daß man von einem schönen Gotteshaus sprechen konnte. Alte Mühlensteine vor dem Eingang erinnerten an Zeiten, in denen hier noch Getreide gemahlen wurde. Hohe Bäume umstanden die Kapelle im Talgrund beim Heimatfluß. Selbst prominente Künstler ließen sich hier trauen, wo Radevormwald am Wupperufer endete. Wohl kein kirchlicher Bau hat kürzere Zeit gestanden als 'Maria zur Mühlen', da der Ort unter Wasser kommt.

74. Kaum ein anderer Landschaftsausblick war so reizvoll wie der vorn Bilstein, einer Wallburganlage, auf das Tal der Wupper in Kräwinklerbrücke. Der Bliek reicht noch heute bis zur evangelischen Kapelle und zur Honsberger Höhe. Von den vordergründigen Häusern in Dörpe blieb nichts. Noch steht dem verschwundenen Stahlwerk Urbach gegenüber der Bahnhofsbau, an dem seit 1890 Züge abgefertigt worden sind bis der Bau der Wuppertalsperre Einhalt gebot. Ein Kuriosum bahnt sich an, da die Bundesbahn, die ihre Bahnstrecke Radevormwald-Wuppertal aufgegeben hat, daran denkt, das Bahnhofsgebäude dem Wassersportanliegen von Bahnbeamten zu widmen. So werden einmal in einigen Jahren Wasserfahrzeuge dort anlegen, wo so lange die Bahnkelle zu Abfahrten gehoben wurde.

75. Das Postamt Kräwinklerbrücke war ein so garnicht wie ein Amt wirkender Bau, der an dem zur Wupper abfallenden Hang gebaut war. Der Zugang war von der Straße, die von der Landstraße Kräwinklerbrücke zum Bahnhof Kräwinklerbrücke führte und weiter nach Hammerstein und Hückeswagen. Die Nähe des Bahnhofes Kräwinklerbrücke war gegeben, solange Post und Bahn Hand in Hand arbeiteten. Nicht weil durch den kommenden Talsperrenbau die Bahn verschwand, sondern weil der Platz der Post ebenso nicht erhalten werden konnte, wurde der Postbau abgerissen. Dort führt heute die Straßenbrücke übers Tal der Wupper. Da die Ortschaft viele Bewohner verlor, bedurfte es keines neuen Postbaues. Zur Zeit der Aufnahme war Familie Finke Bewohner. Man gesellte sich zu Briefträgern als den Männern, die an der Wupper die Post zustellten.

76. Über die Eisenbahnbrücke übers Feldbachtal in Kräwinklerbrücke fährt seit Monaten kein Schienenbus mehr. Täglich kann der Abbau der Geleise erfolgen. Ob die seit 1890 bestehende Stahlbrücke nach Fertigstellung der Wuppertalsperre bestehen bleibt, ist ungewiss, Das Stahlwerk Grimm, dessen Schornstein noch auf der Aufnahme zu sehen ist, wurde längst abgetragen. Der Weg ins Feldbachtal bietet noch Spaziergänge. Es bleibt abzuwarten, wie weit hier eine Ausbuchtung der Talsperre mal reienen wird. Rechts auf der Waldhangseite sieht man Dörperhöhe, das unangetastet bleibt, da es hoch genug liegt. In den Jahrzehnten des Eisenbahnverkehrs war das Geräusch der Brückenüberfahrt ein weit hin hörbares Signal im Tal der Wupper, daß ein Zug in Kräwinklerbrücke einfahre oder gen Wuppertal rolle,

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