Raguhn in alten Ansichten

Raguhn in alten Ansichten

Auteur
:   Rudolf Brückner
Gemeente
:   Raguhn
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5375-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Raguhn in alten Ansichten'

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29. Um Rektor Ziegier (vorn, Mitte) ist das Kollegium der Raguhner Volks- und Mittelschule versammelt. Die Aufnahme aus dem Jahr 1928 zeigt stehend von links die Herren Franke, Külz, Lerch, Förster, Bürkner, Hädicke und Köttnitz, sitzend Herrn Blume und die Lehrerinnen Ney, Mengewein (Frau Hilgendorf) und Paaseh.

30. An der Mulde siedelten sich die ersten Industriebetriebe der Stadt an. Die Mühle nutzte den fluß des Wassers zum Antrieb der Wasserräder , Gottlieb Heerbrandt für seine Maschinen- und Metalltuchfabrik das relativ billig zu erwerbende Gelande. Er kaufte später auch die Wohnhäuser der alten Fischergasse (Fährgasse , jetzt Am Werder) auf', um auf deren Gelände einen Park (jetzt 'Stadtpark') mit einer künstlich angelegten Grotte zu errichten. An der alten Brücke ist gut der Schutz gegen treibende Eisschollen zu erkennen und an ihrem Ende das Torwärterhaus, Durch das Gelande des späteren Ruderclubs führte ein beliebter Spazierweg.

31. Ältester Raguhner Betrieb waren die Mühlenwerke , zuletzt Otto Naumann & Cornp., Aktiengesellschaft, gehörend, bis zur Mitte des J9. Jahrhunderts Herzogliche Mühle. Nach den Kämpfen im April 1945 schwelte der Brand des Getreides noch bis in den Dezember hinein. Nach fünfhundert Jahren seines Bestehens verschwand damit die ursprüngliche Mahl-, Öl-, Schneide- und Walkmühle aus dem Raguhner Stadtbild. Sie hatte bis zu 150 Arbeitern und Angestellten Arbeit und Brot gegeben und war neben der Jonitzer Mühle wichtigster Mehl-Lieferant für die Kreise Dessau und Dessau-Köthen. Erhebliche Bedeutung hatte sie über Jahrhunderte für die einheimischen Handwerker und Gastwirte. kamen doch durch sie die Kunden aus den umliegenden Orten ins Städtchen.

32. Auf dem Mühlhof herrschte oft stärkerer Verkehr als auf der Hauptstraße. Gutsherren und Bauern lieferten hier ihr Getreide ab, Lastkraftwagen und Pferde-Fuhrwerke der Mühle beförderten das Mehl zu ihren Abnehmern. Dazu kamen ab Ende des J9. Jahrhunderts riesig erscheinende Papierballen, die zum Bahnhof gingen, um eine der größten mitteldeutschen Zeitungen, die 'Leipziger Neueste Nachrichten', zu versorgen. Der Ruin der Mühle im Jahre 1945 war einer der schwersten Schläge, die das Städtchen traf.

Raguhn . Mulde·Parli~ m. d Mühle

33. Zwischen Mühle und Holzschleiferei befand sich direkt am Wehr ein Steg, der kürzesten Verbindung zwischen beiden Betriebsteilen dienend. Hochwasser hätte ihn sofort weggespült. Deshalb mußte er im Jahre mehrmals ab- und wieder aufgebaut werden. Für die Raguhner war der Abbau ein sicheres Zeichen dafür, daß Eisgang oder Hochwasser zu erwarten waren. Über dem Steg lief eine kleine Seilbahn, mit der der Holzschliff zur Weiterbearbeitung in die Papierfabrik befördert wurde. Von der Wittenberger Brücke beobachteten Schaulustige immer wieder mit Interesse den Betrieb zwischen beiden Muldeufern. Nach Zerstörung der Wittenberger Brücke im April 1945 war der Steg der letzte Fluchtweg für die deutschen Soldaten.

34. Die Holzschleiferei lag am Ostufer der Mulde. Der Antrieb der Maschinen erfolgte durch die Kraft des Wassers. Die davor gelagerten Holzvorräte erregten die Aufmerksamkeit des Vorübergehenden genauso wie die Arbeit der Männer , die das Gestänge sauber hielten. Immer wieder sammelte sich dort Treibgut. Nach 1945 wurde noch einmal der Versuch gemacht. das teilzerstörte Gebäude wieder herzustellen, die Fabrikation wieder aufzunehmen. Das Experiment schlug fehl. Danach wurden die noch stehenden Gebäude für die verschiedensten Zwecke genutzt, u.a. hatten die Ruderer dort ihre Boote über viele Jahre untergebracht. Nun ist das endgültige Aus für dieses vor einhundert Jahren gegründete Unternehmen zu erwarten.

35. Am 13. Juni 1861 gründete der aus dem Rheinland kommende Gottlob Heerbrandt im 'Fabrikgebäude am Wasser' eine Drahtweberei vorwiegend zur Herstellung von Sieben für Papierfabriken. In den elf Jahren seiner Tätigkeit in Raguhn schaffte er die Grundlagen für einen Betrieb, der über mehr als ein Jahrhundert zahlreichen Raguhnern Arbeit und Brot gab. Sein Schwiegersohn Leopold Zeyen leitete von 1872 bis 1908 den Betrieb mit großem Geschick und erweiterte ihn. In der Metalltuch-Weberei, der Metall-Locherei und Stanzerei und im Maschinenbau fanden zeitweise bis zu tausend Arbeiter und Angestellte Beschäftigung.

36. Eine weitere Abbildung der Heerbrandtwerke , die nach dem Ersten Weltkrieg offiziell 'Maschinenbau und Metalltuchfabrik A.-G.· hießen - für die Raguhner waren die Arbeiter noch immer 'bei Zeyens' tätig -, gibt einen Gesamtüberblick. Die oben abgebildeten sechs Doppelhäuser in der Wittenberger Straße - zeitweise 'Heerbrandt-Straße' - wurden als betriebseigene Wohnhäuser für Angestellte und Arbeiter errichtet. Neben einigen Fabrikgebäuden fiel den Kämpfen des Jahres 1945 nun auch der zweite Teil der hier noch abgebildeten Fischergasse zum Opfer.

37. Etwa an jener Stelle, an der sich jetzt das Klubhaus 'Gerard Philippe' befindet, war bis zum Jahre 1945 der Haupteingang zur Heerbrandt-Av-G. Im Gebäude befanden sich vor allem Büros und Repräsentationsräume, dem Stadtpark zugewandt aber auch die Wohnung des ehemaligen Direktors und späteren Präsidenten der Handelskammer Johannes Müller. Der größte Teil fiel amerikanischen Granaten zum Opfer. Nach weiteren 45 Jahren kam das endgültige Aus für die Fabrikationsanlagen an der Mulde. Ihr weiteres Schicksal ist z.Zt. ungewiß.

38. Carl Erben war zwölf Jahre technischer Leiter der Raguhner Essenzenfabrik Heßler & Herrmann, bevor er im Jahr 1893 gemeinsam mit seinem Schwager Friedrich Pohle die Firma Pohle & Erben gründete. F. Pohle schied im Juni 1917 aus, von Carl Erben ging der Betrieb an Söhne und schließlich Enkel und Urenkel über. In den zwanziger Jahren wurde der Hochbau errichtct, in dem zunächst die alten Raguhnern gewiß noch bekannte Pera-Rotsiegel- und Pera-Blausiegel-Margarine hergestellt wurde. Der Konkurrenz der großen Trusts war man jedoch nicht gewachsen. Im Bild: Die erste GroßDestillieranlage, ihre Erbauer und die Herren Carl Erben sen. und Hermann Krause.

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