Raguhn in alten Ansichten

Raguhn in alten Ansichten

Auteur
:   Rudolf Brückner
Gemeente
:   Raguhn
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5375-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Raguhn in alten Ansichten'

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59. Zahlreich sind die Meldungen über Hochwasser. Nach den Hochfluten von 1342, 1491, 1495, 1497 und 1501 erinnerte vor allem jene des Jahres 1573 die Raguhner manch Jahrhundert an den Tag, an dem das Wasser bis in die Kirche drang. In einer steinernen Säule an der Kirchtür war bis Mitte des vorigen Jahrhunderts zu lesen: Muldae altitudo tanta (so hoch stand die Mulde) 15. August 1573. Da die Kirche am höchsten Ort der Altstadt steht, muß demzufolge der gesamte Ort unter Wasser gestanden haben. Dennoch: Die Neunaugen irn Raguhner Wappen können mit diesem Ereignis nichts zu tun gehabt haben, stammt doch der Wappenbrief aus dem Jahr 1545.

60. Auch im 19. und 20. Jahrhundert blieb Raguhn von Hochwassern nicht verschont. Im Jahre 1854 ertranken dem Fuhrmann Heinze auf dem Wege zwischen Jeßnitz und Raguhn zwei Pferde vor dem Wagen, er und der mitfahrende Arbeiter Dinmar konnten nur unter größten Schwierigkeiten gerettet werden. Wie so oft, brachte erst ein Dammbruch - 1854 bei Retzau - Erleichterung. Vier Jahre später ertranken zwei Mädchen, die sich per Kahn von Kleckewitz nach Raguhn begeben wollten. Acht in Lehmbauweise errichtete Stallgebäude waren dort eingestürzt.

61. Jahr um Jahr fror einst die Mulde zu. Für die Brücken bedeutete der Eisgang am Ende einer Frostperiode höchste Gefahr. Mit der ständig stärker werdenden Verschmutzung nahm die Eisbildung ab, so daß nur den älteren Einwohnern Bilder wie dieses bekannt sind.

62. Die Mulde bot neben Ruderern und Kanuten vor allem den Schwimmern Möglichkeiten zur Ausübung ihres Sports. Schwimmmeister Henschel und Meister Fiebig haben in der Zeit ihrer Tätigkeit in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts fast allen Jungen und Mädchen der Stadt hier das Schwimmen beigebracht. Ursprünglich befand sich das Bad im Schloßarm der Mulde. Durch das Spittelwasser wurde dieser jedoch immer stärker verunreinigt, so daß die Verlegung zum Hauptarm notwendig wurde.

Raguhn i. Anh. Städt. Badeanstalt

63. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges entstand an der Mulde die städtische Badeanstalt. Dort hatte auch der in den zwanziger Jahren recht erfolgreiche Schwimmverein seine Heimat. Mit der immer stärker werdenden Verschmutzung der Mulde ging die Nutzung ständig zurück. Der Zweite Weltkrieg brachte das Ende: Das verwendete Bauholz wanderte in die Öfen der Raguhner Einwohner.

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64. Zu Beginn dieses Jahrhunderts wurde der Ruderclub Raguhn gegründet. Die zumeist wohlhabenden Mitglieder errichteten an dem Stadtpark gegenüberliegenden Ufer eine bildschöne Anlage. Auch sie fiel den Kämpfen des April 1945 zum Opfer. Die noch erhaltenen Boote mußten nach Magdeburg, Halle und Dessau abgegeben werden.

65. Die hier abgebildete Oststeite der Mittelstraße entstand zwischen 1921 und 1930. Als erstes stand das 'Weiße Schloß' (Nummer 1 bis 6) am 'Schwarzen Weg' (unter dieser Bezeichnung wurde die Mittelstraße zunächst geführt). Ab 1924 folgten darm weitere Zweifamilienhäuser. Den Abschluß bildete der Bau der Gagfah-Häuser während des Krieges. Ähnlich verlief die Entwicklung der gesamten Neustadt mit Ausnahme der Halleschen Straße, deren Auf- und Ausbau bereits Ende des vorigen Jahrhunderts begann.

Raguhn

Anh,

An der Bahn.

66. Noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war das Gelände zwischen heutiger Hallescher Straße und Bahnhofstraße als Wäldchen angelegt worden. Davon berichtet Franz Ricger in seinen 'Erinnerungen aus meinem Leben'. Bald danach aber setzte die Bebauung ein. Auf den Produktionsumfang der Ofenfabrik Goldacker weisen die drei Schornsteine hin. Sie sind längst gesprengt worden.

67. Die Ofenfabrik von Alwin Goldacker war die letzte Werkstätte der einst so bedeutenden Töpferei in Raguhn. Nun erinnert nur noch die Töpfergasse an die bereits im Jahre 1582 bestehende Innung, von deren Meistern nachweisbar ab 1620 auch Kachelöfen gefertigt wurden. Noch Mitte des vorigen Jahrhunderts boten Raguhner Töpfermeister im Anhaltischen Staatsanzeiger ihre Produkte an:

Steingutflaschen, Milchäsche , Buttertöpfe, Sahnetöpfe und andere Steingutwaren. Mit Alwin Goldacker starb dieses Gewerbe in Raguhn aus.

Raguhn I. Anh.

An der Bahn.

68. Am Hang der Ausfallstraße nach Westen lag über Jahrhunderte die Raguhner Ziegelei als einzelstehendes Objekt. Sie versorgte die Stadt mit Mauersteinen und Dachziegeln. An Bedeutung verlor sie erst, als an Markescher und Köthener Straße weitere gleichgelagerte Werke entstanden. Der sich um die Jahrhundertwende entwickelnde Außenbezirk 'An der Bahn' wurde schon vorwiegend von den neuen Ziegeleien versorgt. Die heutige Hallesche Straße war das erste abgeschlossene Siedlungsgebiet der Neustadt. Bäckerei Naumann (vorn im Bild) versorgte über viele Jahrzehnte die Bewohner dieses Ortsteiles.

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