Raguhn in alten Ansichten

Raguhn in alten Ansichten

Auteur
:   Rudolf Brückner
Gemeente
:   Raguhn
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5375-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Raguhn in alten Ansichten'

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69. Nach der Strecke Wittenberg - Dessau - Köthen war jene von Dessau nach Bitterfeld die zweite Bahnverbindung, die in Anhalt in Betrieb genommen wurde. Am 20. Oktober 1856 war der Grundstein zur Raguhner Eisenbahnbrücke gelegt worden, am 17. August 1857 erfolgte die Aufnahme des Fahrbetriebes. Zwischenstationen waren zunächst Haideburg, Marke , Raguhn und Jeßnitz. Zwei Züge fuhren zu Beginn täglich in beide Richtungen, nach Dessau in 35 bis 40 Minuten, nach Bitterfeld - bei nur einem Zwischenaufenthalt in Jeßnitz - rund 40 Minuten. Ein Gleis genügte damals den Ansprüchen.

70. Das Stationsgebäude Raguhn war am 1. Juni 1862 vollendet worden, aber im Februar 1870 mußte sich Bürgermeister Gröpler noch darüber beklagen, daß die Einrichtung äußerst mangelhaft ausgeführt sei. Aufenthaltsräume für die Reisenden, Uhr und Inschrift wurden nun angebaut und angebracht. Die Erweiterung des Gleissystems und das Anlegen der Ladestraße folgten 1893. Fünf Personenzüge fuhren nun in beide Richtungen. Zweimal war Raguhn als Eisenbahnknotenpunkt vorgesehen: Zunächst für eine Strecke Berlin - Witten berg - Coswig - Wörlitz - Oranienbaum - Zörbig - Halle - Erfurt und schließlich BergwitziGolpa - Raguhn - Stumsdorf. Beide Projekte kamen aber über die Phase der Planung nicht hinaus.

Bahnhof Haideburg bei Dessau mit Elektrischer Bahn

71. Über viele Jahre hielten die Züge der Linie Dessau - Bitterfeid nur in Haideburg, Marke. Raguhn und Jeßnitz. Die Haltestellen Wolfen und Greppin kamen wesentlich später hinzu, Haideburg wurde zugunsten Dessau-Süd geschlossen. Lange Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg betrieb man diese Strecke als eine der ersten in Mitteldeutschland elektrisch. Unmittelbar nach dem Krieg wurden die Anlagen abmontiert und als Reparationen nach Rußland transportiert. Der Dampfbetrieb hielt sich aber nur ein Jahrzehnt. dann wurde erneut elektrifiziert.

72. Die Raguhner Stadtkapelle hatte ihre Blütezeit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Unter Leitung ihres Musikdirektors Kempe gab sie Konzerte in den Sälen und Kaffeegärten des Ratskellers, des 'Goldenen Adler und des 'Schloß Libehna'. Sie war gefragt bei allen größeren Veranstaltungen, wie zum Beispiel beim Schützenfest. Hin und wieder gab es auch Platzkonzerte. Das Bild zeigt die Kapelle vor dem Rathaus. Am zweiten Fenster von links Ratskellerwirt Franz Eilert, der über Jahrzehnte Pächter dieser gept1egten Gaststätte war.

73. Um die Jahrhundertwende erhielt Raguhn Anschluß an die Versorgung mit elektrischer Energie. Das erste Transformatorenhäuschen befand sich in der Nähe der Post. Den beteiligten Ingenieuren und Arbeitern ist der Stolz auf die vollbrachte Arbeit anzusehen. Die Gaslaternen, eine hiervon noch neben der elektrischen Beleuchtung zu sehen , verschwanden danach bald aus dem Stadtbild.

74. Bereits im Jahre 1481 hatte Fürstin Anna ihren 'Iieben Getreuen einen Jahrmarkt, närnlich auf St.Georgen-Tag, und einen Wochenmarkt, montags zu halten, gegeben und geliehen.' Nach und nach wurden daraus drei Jahrrnärkte , während der Wochenmarkt wiederholt verschwand und wieder neu auflebte. Vor allem für die Handwerker waren die Märkte von Bedeutung, da hier zu einem erheblichen Teil der Absatz ihrer Produkte erfolgte. Nicht der Markt, sondern die Hauptstraße war bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges Haupt-Standort des Jahrmarktes. Guten Absatz fanden Töpferwaren, die zumeist in der Nähe der Post angeboten wurden.

75. Über lange Zeit war Fastnacht in Raguhn ein Tag der Kindetherzen. An diesem Dienstag im Februar wurde 'gezempert'. Bunt geklcidct, oft auch rnaskiert, zog man durch die Straßen und sagte vorwiegend bei Verwandten und Bekarmten und in den Geschäften seinen Spruch auf: Ich bin ein kleener König, / Gebt mich nich zu wenig, / Laßt mich nich so lange stehn, / Ich will noch ein Häuschen weiter gehn. Bonbons, ein Stück Schokolade , Stammbuchbilder und ähnliches waren der Lohn.

76. Helle Aufregung gab es vor allem unter den Kindern im Ort, wenn Fremde ins Städtchen kamen. Das waren die 'Prager' - kleine, zumeist tschechische Bläsergruppen -, mal ein Zirkus und schließlich die Bärenführer. Die Künste der Bären wurden ganz besonders bewundert. Nicht ganz so groß war die Begeisterung unter den Einwohnern, wenn Zigeuner auf dem Anger ihr Lager aufschlugen. Dann gab es nur noch eines: Reisigbescn vor die Tür legen. Die wurden von ihnen nicht überschritten. Die Aufnahme von Emil Förster zeigt neben den Hauptdarstellern die Flutbrücke und die 1945 zerstörten Gebäude am Ortseingang.

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