Raisdorf in alten Ansichten Band 2

Raisdorf in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Helmut Ohl
Gemeente
:   Raisdorf
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6216-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Raisdorf in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Einleitung

Am 9. Dezember 1974 feierte Raisdorf sein 75 Ojähriges Bestehen. Es war gleichzeitig auch ein ' Abschied vom Dorf', denn die Gemeinde hatte sich in den [ahren davor völlig verändert. Aus dem Kleinbauerndorf war eine moderne Stadtrandgemeinde geworden.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges lebten in Raisdorf siebenhundert Menschen. Heute sind es über siebentausend geworden. Aus dem Bauerndorf wurde der größte Gewerbestandort im Kreis Plön und das Einkaufszentrum 'Ostsee Park' gehört zu den größten in Norddeutschland.

Nur wenige Gebäude zeugen noch von einer Geschichte, die über [ahrhunderte kaum Veränderungen für den Ort gebracht hatte.

Ein Bliek zurück führt den Leser in das Iahr 1224. In einer Urkunde bestimmte der BischofBerthold von Lübeck, daß Radwersdorp (Raisdorf) neben anderen Dörfern wie Vruwenwisch (Neuwühren), Pohnsdorf, Klausdorf und Postfeld den Zehnten an das Kloster in Preetz zu entrichten hatten, um die Existenz der siebzig Nonnen wirtschaftlich sicherzustellen. Um 1350 war ein Knappe Hinrich Blok Besitzer von Radwersdorp, das nunmehr den Namen Wendischen Radwersdorp angenommen hatte. Er verkaufte im Iahre 1369 das Dorf an das Kloster Preetz. Die Dorfanlage Raisdorfs entsprach dem Typus eines deutschen

Gewanndorfes. Es gab weiter die Feldgemeinschaft und die Dreifelderwirtschaft, die allgemein in den Güterdistrikten und den Walddörfern des Landes bis zurVerkoppelung 1771 üblich war. Das Dorflag, wie es heute noch genau festzustellen ist, um einen Dorfplatz mit dem Dorfteich. Es war ein Rundling.

Aus Unterlagen des Klosters Preetz geht hervor, daß es 1550 in Raisdorf acht Bauernstellen gab. Um 1600 trug das Dorf den Namen Raddersdorp. Einhundert Iahre später hatte sich der Name in Raystorff abgewandelt. 1796 sandten die Hufner ein Gesuch an das Kloster Preetz und baten um Erlassung des Frondienstes. 1804 hatte ihr Gesuch Erfolg. Bis 1873 waren die Bauern Erbpächter. Nachdem Holstein 1867 preußisch geworden war, wurden sie 1873 aus der Herrschaft des Klosters entlassen. Die Raisdorfer erwiesen sich später als gute und treue Schleswig-Holsteiner, denn sie pflanzten 1898 am Dorfplatz zu Erinnerung an die 50. Wiederkehr der Provisorischen Regierung, die in Kiel ausgerufen worden war, eine Doppeleiche, die heute noch steht.

Große Ereignisse gab es also für die Zeit seit der Gründung nicht zu vermerken, wenn man nicht den Bau der ersten Schule 1 746 oder den Kosakenwinter 1 81 3 -14, unter dem auch Raisdorf gelitten hatte, als solche bewerten will.

Die Bauern und Handwerker gingen über die lange Zeit ihrer

Arbeit fleißig nach. Reich waren sie alle nicht. Um 1850 existierten im Ort Schmiede, Rademacher, Böttcher, Weber, Schneider und Schuster, und um die Jahrhundertwende wurde der Ort als Bäckerdorf bekannt. Im Iahre 1912 gründete sich eine Freiwillige Feuerwehr und zehn [ahre später ein Sportverein. Der älteste Verein im Raisdorf ist die Gilde, eine Sterbekasse auf Gegenseitigkeit, die 1862 gegründet wurde. Ganz genau weiß man das nicht.

Barackenlager bestimmten eines Tages eine völlige Veränderung in der Entwicklung. Sie hatten vor und im Zweiten Weltkrieg dem Reichsarbeitsdienst und sogenannten Fremdarbeitern gedient. 1945 nahmen sie Flüchtlinge aus dem deutschen Osten auf die nun Raisdorfer Bürger wurden. Bis zumjahre 1965 war die BevölkerungszaW so angestiegen, daß Raisdorf aus dem ländlichenAmtsverband Preetz-Land ausschied, eine amtsfreie Gemeinde wurde und einen hauptamtlichen Bürgermeister mit einer eigenen Verwaltung bekam. Eine stürmische Entwicklung begann, die Raisdorf zu einer der modernsten Gemeinden im Lande werden ließ.

Wen wundert es, daß nur wenig Historisches verblieben ist und auch die Beschaffung vom Bildmaterial aus der Zeit vor 1960 äußerst schwierig war. Das vorhandene Bildmaterial wurde weitgehend für den ersten Teil 'Raisdorf in alten Ansichten'

verwendet. Nun erscheint der zweiteTeil, für den die Beschaffung von weiteren Bildern fast aussiehtslos erschien. Es ist trotzdem gelungen und mag dem Betrachter einen Einblick in eine Gemeinde verschaffen, in der sich in Jahrhunderten kaum etwas veränderte und die dann in wenigen Jahrzehnten nachholte, was in anderen Orten langsam gewachsen war. Daß diese Zeit fotodokumentarisch so gut wie möglich nachgezeichnet worden ist, macht diesen Fotoband besonders wertvoll.

1 Raisdorfs ältestes Gebäude - die Räucherkate. Sie wurde 1767 aus dem Abbruchmaterial eines älteren Hauses gebaut, 1968 unter Denkmalschutz gestellt und 1974 anläßlich der 750-JahrFeier Raisdorfs von der Gemeinde erworben. Die eine Hälfte des Hauses wurde als Trauzimmer, die andere weiter zum Räuchern benutzt. 1995 wurde die Kate von einem Brandstifter angezündet und ein Raub der Flammen.

2 Im jahre 1637 wurde im Schwentinetal mit dem Bau einer Papiermühle begonnen. Sie wurde mit Wasserkraft angetrieben und unter dem Namen 'Rastorfer Papiermühle' bekannt. Ende des vorigen [ahrhunderts arbeitete die Papierfabrik nicht mehr rentabel und sie mußte zu Beginn des 20. [ahrhunderts Konkurs anmelden. Der Ingenieur Bernhard Howaldt erwarb das Grundstück und ließ mehrere Gebäude abreißen. Einige Gebäude blieben erhalten, so auch dieses Wohnhaus am östlichen Hang oberhalb des Flusses. Das Foto entstand um 1900.

3 Der 'Gasthof zu Raisdorf' war bis Anfang der siebziger Iahre ein beliebterTreffpunkt. Bereits 1 823 existierte hier ein Krug. Ab 1896 hieß er 'Heitmanns Gasthof' und ab 1906 war es der 'Stamrnerjohann', benannt nach seinem Besitzer Hermann Stammerjohann. In den Erzählungen alteren Raisdorfer ist der Name auch heute noch geläufig. An der Stelle in der Bahnhofstraße befmden sich heute Feuerwehr, Post und Iugendheim.

4 Gutes Wasser wollten die Raisdorfer. Im [ahre 1910 gründeten zehn Bürger unter dem Vorsitz von Friedrich Jessen die 'Wasserleitungsgenossenschaft' . Die Anlage eines Wasserwerkes wurde vorerst für zwölfHaushalte geplant. Die Genossenschaft bohrte eigene Brunnen am Rönner Weg. Später wurden eine Purnpanlage und ein Wasserhochbehälter gebaut. Reste davon sind noch auf dem Deberg zu finden.

5 Bernhard und Alwine Howaldt ließen 1904 und 1908 zwei Wasserkraftwerke errichten, die noch bestehen und Strom erzeugen. Das Foto zeigt das Wasserkraftwerk 2 vor vierzig [ahren. Auf den Feldern (linker oberer Bildteil) befinden sich heute das Freibad und der Abenteuerspielplatz des Schwentineparks. Das Haus mit dem qualmenden Schornstein wurde abgerissen.

6 Bereits 1899 hatte die Elektrizitäts-Aktien -Gesellschaft-Frankfurt a. Main angeregt, Stromerzeugungsturbinen durch die Wasserkraft der Schwentine anzutreiben, Ein Staudamm sollte das Wasser in einem Sammelweiher (heute als Rosensee bekannt) zurückstauen, um wenigstens eine Wassermenge von 3Y2 Kubikmetern pro Sekunde zur Verfügung zu haben. Bei dem vorhandenen Gefalle entsprach das einerTagesleistung von 12 793 Pferdekraftstunden.

7 Anfang des Jahrhunderts baute Hans Ledtje einen Gasthof an der Chaussee KielPreetz. Im [ahre 1912 nannte er sich 'Försts Gasthof' . Johannes Först ließ 1913 einen Saal bauen, derTreffpunkt für viele große Feste wurde. Seine Tochter Grete und ihr Mann Max Schlüter übernahmen den Gasthof 1928, der jetzt als 'Rosenheim' , mit Hotel, Saal und Kegelbahnen, weithin bekannt ist.

Qmm~em~m~m~ ~ Ro.isdorf". m

m Uotel un~ Pension "Rosenheim ", ti

m m

m Modemes, neuerbautes Pensionsheus mit prächtigem m l!i! Rosengarten, - 5 Minuten vom Bahnhof entfernt, _ m ~ Große geschützte Glasveranden. - Räumlichkeiten für I ~ Schulen u. Vereine. - Vornehmes, ruhig u. staubfrei m m gelegenes Haus. - Preise mäßig, - Bes.: Hans Ledtje. H

EmEmmmmmmmmmmmmmmm~~mmmmmmmm"m

8 Joachim Schliemann erhielt 1900 die Konzession fûr einen Schankbetrieb und eröffnete die 'Villa Fernsicht' . Der Fernblick und die ungewöhnliche Innenausstattung machten die Gaststätte zu einem beliebten Ausflugslokal. Die Aufnahme entstand im Iahre 1913. Damals war der Baumbestand wesentlich geringer als heute.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek