Raisting in alten Ansichten Band 2

Raisting in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Hans Döppl
Gemeente
:   Raisting
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5575-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Raisting in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Nun liegt der zweite Band 'Raisting in alten Ansichten' vor. Wieder standen mir überaus zahlreiche Bilder zur Verfügung und es fiel mir schwer auszuwählen. Mein Bestreben war es, von jeden etwas zu bringen: Ansichtskarten, Häusergeschichtliches, Orts- und Vereinsgeschehen, von der Jahrhundertwende bis zum letzten Krieg. Vor allem aber sollten die Menschen sichtbar werden, wie sie damals lebten und arbeiteten und ihre Feste feierten. Daneben sollte auch die Arbeitswelt des Dorfes zu sehen sein: Das Handwerk wie Zimmerer, Schmiede, Bäcker, ebenso die alten Arbeitsverfahren in der Landwirtschaft, die Gespanne der damaligen Zeit, Dreschmaschinen und Kartoffeldämpfer .

Auf alten Fotos ist fast nie ein Hinweis auf Ort, Zeit und Anlaß der Aufnahme. So konnte zum Beispiel ein Bild, das vor etwa hundert Jahren aufgenommen wurde und junge Raistinger mit der Spielhahnfeder am Hut zeigt, nicht näher interpretiert werden. Wie reizvoll es ist, ein Bild näher zu bestimmen, mag an der Aufnahme Nr. 10 gezeigt werden. Ohne Zweifel ist sie in Raisting gemacht worden, wie die Pfarrkirche im Hintergrund ausweist. Da auch Pfarrer Johannes Tremel unübersehbar in der Mitte sitzt, muß das Bild zu seiner Zeit, also zwischen 1909 und 1933 entstanden sein. War es nun vor, oder nach dem Ersten Weltkrieg? Auf der Tafel am rechten Bildrand kann man lesen: 'Kgl. Postagentur und Telegraphenanstalt.' Also wares noch zu Königszeiten, vor1918. Zwischen 1909und 1918 war in Raisting nur ein größeres Ereignis, das eine derartige Aufnahme rechtfertigte, die Burschenvereinsfahnenweihe 1910. Aber ist es die Fahne des Burschenvereins? Die sieht doch ganz anders aus, wie man auf den Aufnahmen von 1930 sehen kann. Die Besichtigung der Fahne ergab jedoch, daß dort die eine und hier die andere Seite zu sehen ist. Aus der Vereinschronik des Burschenvereins weiß man, daß damals Schmid Peter (BailIer Peter) Vorstand gewesen ist. Seine

Nachkommen konnten ihn einwandfrei erkennen. Die Aufnahme entstand allerdings nicht am 12. Juli 1910, dem Tag der Fahnenweihe, da um diese Zeit die Bäume im Biergarten vom Wirt voll im Laub sein müßten. So bleibt uns am Ende der Tag der Aufnahme doch noch ein Rätsel.

Die ersten Fotoaufnahmen von Raisting entstanden kurz vor der Jahrhundertwende. Aus der Zeit vorher gibt es - mit Ausnahme des 1853 entstandenen Ölbildes mit der Pfarrkirche kein Bild aus dem Ort. Wohl aber existiert eine Landkarte, die zeigt, wie unsere Gegend vor mehr als 100 Jahren ausgesehen hat. Von ihr wird nachstehend ein Ausschnitt gezeigt. Es ist ein handgezeichnetes Positionsblatt im Maßstab 1 : 25 000 des Topographischen Atlas vom Königreich Bayern. Das Blatt Raisting wurde 1865 fertiggestellt. Damals gab es noch keine Eisenbahnlinie zwischen Raisting und Sölb, das Ammermoos war nicht kultiviert, im Wald gab es keinen Weg, lediglich die 1806 vom Raistinger Pater Eliand Ehardsberger, anläßlich der Verteilung der Gemeindegründe angelegten Linien sind erkennbar. Die Ortslagen von Raisting und Sölb stellen sich so dar, wie sie Jahrhunderte hindurch gewesen sind. Die Zahl der Häuser hatte sich, wie die Zahl der Einwohner, kaum verändert. Erst um die Jahrhundertwende begarm die große Veränderung, die auch in diesem Buch dokumentiert wird.

Allen, die mir ihre alten Bilder zur Verfügung stellten, und allen, die mir wertvolle Informationen dazu gegeben haben, möchte ich herzlich danken. Auch der Gemeinde Raisting gilt mein Dank. Sie ermöglichte wieder die Herausgabe des Buches.

Allen Lesern wünsche ich viel Freude beim Betrachten der alten Ansichten aus Raisting.

Raisting, im Frühjahr 1993 Hans Döppl

GRUSS AUS RAI)TIN6 b/WEILHEIM

1. Dieser 'Gruß aus Raisting' zeigt den Biergarten beim Wirt mit der Kegelbahn um die Jahrhundertwende. 'Beim Wirt' sagt man auch heute noch, wenn vom Gasthof 'Zur Post' die Rede ist. Er erhielt diesen Namen 1911, als Jakob Weichart aus Hohenwart dort die Posthalterei einrichtete. In einer Zeitungsannonce von 1895 hieß es noch 'Floßmannsches Gasthaus'. Bereits 1888 kaufte Michael Sager aus Wessobrunn von Remigius Floßmann das nach der alten Wirtsfamilie benannte Gasthaus mit 170 Tagwerk Grund. Schon 1714 wurde Joharm Georg Floßmann als Tafernwirt genannt. Der berühmteste Floßmann war Joharm Baptist (1754-1834). Er war der letzte Stiftsdekan des Augustiner-Chorherrenstifts Habach und ein eifriger Förderer der Wallfahrt nach St. Johann auf Heiligenstätten. Er gründete auch den 'Floßmann'schen Hilfsfond' ,der bis zur Inflation 1923 vielen in Not geratenen Raistingern helfen konnte.

GruB ous Raisting.

Tcicle.

2. Für den Fotografen versammelten sich alle, die im Haus beschäftigt waren. Damals gehörten neben der Gastwirtschaft noch die Metzgerei und eine große Landwirtschaft dazu. Die Tafemwirtschaft zählte zu den Gewerben, wie etwa der Schmied und der Müller, die als sogenannte Ehehaften von der Grundherrschaft eingesetzt waren und eine gewisse MonopolsteIlung innehatten. Schon 1345 wird in den Dießener Traditionen ein 'Pierzapf als Wirt in Raisting erwähnt. Von 1714 bis 1888 stellte die Familie Floßmann die Wirte von Raisting. Seit 1911 betreibt die Familie Weichart die Gastwirtschaft. Anläßlich der großen Umbaumaßnahmen im Jahre 1971, bei denen auch der neue große Saal entstand. wurde die Landwirtschaft von der Gastwirtschaft getrennt und auf einen AussiedIerhof in der Lichtenaustraße verlegt.

3. Zimmerleute beim Bau der Bäckerei Erhard im Jahre 1901. JosefErhard (1866-1952) hatte in diesern Jahr sein Anwesen in Böbing verkauft und in Raisting das Haus Nr. 56, Floßmannstraße 15, erworben. Wir sehen, von links: Burger Jörgel, den Bauherrn Erhard Josef, WeinbuchJosef (1878-1963), Zahler Karl (1876-1953), MerklJohannBaptist (1867 -1945) und Saal Michael (1882-1971). Holz wurde im bäuerlichen Hauswesen zu jeder Zeit am meisten verarbeitet. Diese Arbeit teilten sich Zimmerleute, Schreiner, Wagner, Schäffler und Drechsler. Diese Berufe waren in jedem Dorf zu finden. Früher gab es keine Maschinen für die Holzverarbeitung. Das hohe handwerkliche Können, verbunden mit der Freude am Ausschmücken, die auch in dem reichen Zierrat an den Häusern zum Ausdruck kommt, nötigen uns heute Hochachtung und Respekt ab.

4. Als die Bildpostkarte am Ende des Ietzten Jahrhunderts postalisch zugelassen wurde, war die eine Seite für die Adresse bestimmt. Persönliche Zeilen wurden daher auf die Bildseite geschrieben, wie auf der oben abgebildeten Karte von 1902. Erst ab 1905 durfte auch die Anschriftenseite zur Hälfte beschrieben werden. Die heute an der Wegkreuzung stehende mächtige Linde war damals ein frisch gepflanztes Bäumchen und mußte mit einem Zaun geschützt werden. Auf dem Bild ist auch der Misthaufen zu sehen, über den der Raistinger Gemeinderat am 2. November 1909 beschloß: 'Vor dem Haus Nr. 28 dahier darf, nachdem die Düngestätte entfernt wurde, eine solche nicht mehr angebracht werden, teils aus ästhetischen, teils aus gesundheitlichen Gründen.'

5. Diese Karte, die uns die Bahnhofwirtschaft von der Südseite zeigt, wurde im Jahre 1902 von besorgten Eltern an ihren in Ingolstadt beim Militär dienenden Sohn geschickt. Zwischen der Kirche und der Gastwirtschaft sind das alte Weinbergerhäusl, der Lari-Hof und die Schule zu sehen. Das 'Salettl' steht heute noch in der damals erstellten Art. Im Nebengebäude waren die Metzgerei und die Fremdenstallung untergebracht. Jacob Grünwald aus Beuerberg verlegte und vertrieb diese Ansichtskarte. Er war der erste Wirt, bis 1907 Georg Pangerl aus Kötzting die Bahnhofgaststätte übernahm. 1922 kam Georg Drexl aus Türkenfeld auf die Wirtschaft, der sie wiederum an seinen Sohn Georg weitergab.

6. Das älteste uns vorliegende Schulbild zeigt die im Schuljahr 1905/06 aufgenommenen Schüler der Geburtsjahrgänge 1895-1899. Sie besuchten damals die 1.-3.Klasse. Lehrer war Leonhard Mayr, ihm zur Seite stand ein Hilfslehrer. Wir sehen, von links, in der ersten Reihe oben: Ayrnschmalz Michael, Dreer Josef, Daisenberger Hans, Schaidhauf Urban, Weber Josef, Eyernschmalz Josef, Dreer Sebastian, Huber Hans, Merkl Sebastian, Eyernschmalz Michael, Andree Jakob, Ayrnschmalz Josef, Hibler Josef und Sedlmair Georg. 2. Reihe: 4. Kölbl Angela, 6. Schröferl Celina, 7. Merkl Therese, Schuster Maria und Schröfer! Maria. 3. Reihe: 11. Hibler Elisabeth und Schuster Carolina. 4. Reihe: 1. Merkl Rosa und 3. Schaidhauf Margarete.

7. Das 1913 umgebaute Haus Nr. 114, Pähler Straße 33, war einst ein dem Baron von Weiehs zinsbarer 1132 Hof. Um 1800 hatten in Raisting und Sölb das Kloster Dießen 49, Wessobrunn 23, die 'Gernain Raisting' 19 und der Baron Weichs neun zinsbare Höfe, vor Pfarrstiftung, Graf Törring und Baron von Donnersberg. Nr. 114 wurde früher 'Beim Schustcr', auch 'Ripfelschuster' genannt, nach Andreas Ripfel, der 1641 den Hof erwarb. Später war der Hausname 'Beim Stößala'. Auf der Karte oben, die 1916 ins Feld geschickt wurde , sehen wir Elisabeth Feist! (1888-1972) mit dem 1914 geborenen Sohn Josef auf dem Arm. Das untere Bild zeigt noch den ursprünglichen Zustand des Hauses als Mittertennenhaus im Jahr 1910. Auf ihm sehen wir Katharina Feistl mit der 1902 geborenen Tochter Hanne.

8. Der Hof 'Beim Floach', Haus Nr. 1, Herrenstraße 23, bildete einst zusammen mit dem benachbarten Hof Nr. 2 einen Hof und wurde als Northof schon 1363 im ältesten Dießener Güterverzeichnis aufgeführt. Er war einer der großen Höfe und gab jährlich an das Kloster 4 Scheffel Wintergetreide, 5 Scheffel Hater, 3 Metzen 'Smalsat' ,60 Pfg. pro Schwein, 100 Eier und6 Hühner. Seit dem Jahre 1641 führt der Hofbesitzer den Namen Weber nach dem Kirchenprobst Michael Weber. 1919 heiratete die Witwe Anna Weber geb. Krötz aus Peiting, deren Ehemann im Krieg gefallen war, Gabriel Ayrnschmalz, vom Peitinger. Auf dem Bild um 1913 sehen wir sie mit ihrem Sohn Josef (1912-1985) aus erster Ehe. Neben ihr steht ihre Schwiegermutter Theresia Weber mit ihrem Enkelkind Leni (1911-1979), der späteren Dorfmüllerin.

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