Raisting in alten Ansichten Band 2

Raisting in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Hans Döppl
Gemeente
:   Raisting
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5575-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Raisting in alten Ansichten Band 2'

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9. Im Jahre 19131ieß sich Bäckermeister Josef Erhard mil seiner Frau Therese (1869-1941) und den Kindern Josef (1901), KarI1902), Franz Xaver (1903), Georg (1904) und Anni (1912) fotografieren. Er war nun im 13. Jahr auf dem Anwesen 'Beim Schäfflerbeck'. Der Hausname geht auf frühere Hofbesitzer zurück, die von 1651 bis 1757 Schäffler waren. Seit 1760 war dort Martin Kaendler als erster Bäcker tätig. Es gab in Raisting noch weitere Bäcker; in der Hofmarkbeschreibung von 1652 werden vier 'Pachstuben' erwähnt, Der Mitterbeck war auf Haus NT. 85, Floßmannstraße 10, der Gabelbeck auf Haus NT. 79, Floßmannstraße 8 und auch auf Haus NT. 22, Herrenstraße 7 war um 1722 ein 'Pöck', namens Thomas Ried!. Van den vier Buben übernahm Xaver die Bäckerei, er war ein passionierter Theaterspieier und einer der Väter des Raistinger Fußballs. Er starb 1983.

10. Die Pfarrkirche im Hintergrund stellten sich 1910 zur Fahnenweihe die Mitglieder des Burschen- und Krankenunterstützungsvereins Raisting dem Weilheimer Fotografen Franz Hofer. Mitten auf der heutigen Floßmannstraße hatten sich die 42 Burschen vor der 'Post' um Pfarrer Johannes Tremel gruppiert. Die Fahne, deren Rückseite wir in Band 1 in zwei Bildern kennengelernt haben, zeigt hier den Heiligen Josefmit Zimmermannsaxt und -winkel. Zu dieser Zeit war Peter Schmid (1879-1958, Bailer) der erste Vorstand, zweiter war Pius Schmid (Goa1er). Sie sitzen rechts und links von Pfarrer Johannes Tremel. Am rechten Bildrand weist eine Tafel mit dern königlich bayerischen Wappen auf die im Haus befindliche Postagentur und Telegrafenstation hin.

11. Auf dem oberen Bild sehen wir das Raistinger Elektrizitätswerk beim Dorfmüller , das unter der Ausnützung der Wasserkraft der Rott den Ort von 1913 bis 1938 mit Strom versorgte.

Auf dem unteren Bild können wir einen Bliek in den Maschinenraum werfen.

Schmiedemeister Ignaz Huttner, Baumeister Cleto Tonutti, Hauptlehrer Josef Kammerer, die Ökonomen Dominikus Huttner und Xaver Wiesend sowie der Müller Georg Merkl hatten mit einem Kapital von 30 000 Goldmark eine Elektrizitätswerk GmbH gegründet und die Anlage errichtet. Das Bezirksamt verbot jedoch die Inbetriebnahme, da die wasserpolizeiliche Genehmigung nicht erteilt war und ließ die Schleuse zum Werkskanal versiegeln. Es fand auch eine Verhandlung am königlich bayerischen Amtsgericht in Weilheim statt. Trotz großer Widerstände wurden fast alle der 125 Raistinger Anwesen angeschlossen.

12. Diese Innenaufnahme der Pfarrkirche entstand zur Zeit Pfarrer Kar! Wernhards. Die Chorfenster waren - dem Geschmack der Zeit entsprechend - farbig verglast. Am Hochaltar sieht man das Altarblatt von F. Osterried mit der Taufe Chlodwigs aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Im Altarraum sind Bänke für die Schulkinder aufgestellt. Unter dem Gurtbogen stehen auf Konsolen zwei Heiligenfiguren. Besonders schön zur Geltung kommen die damals noch farbig gefaßten Holzreliefs von Thomas Schaidhauf, auf den beiden Seitenaltären von 1778. Links ist die Geburt Christi und rechts die Grablegung dargestellt. Davor stehen die Figuren einer Muttergottes mit Kind bzw, die des Heiligen Josef.

13. Aus dem Jahr 1913 kennen wir zwei Schulbilder. Das eine zeigt die Klassen 1-3 der Geburtsjahrgänge 1905-1907 mit ihrer Lehrerin Dietmeier, das andere, von uns gezeigte, die Klassen 4-7 mit ihrem Lehrer Josef Kammerer und Pfarrer Johannes Tremel. Abgebildet sind die Jahrgänge 1901-1904, die wir an den vier Buben des Bäckerrneisters Erhard erkennen. Josef, 1901, ist der zweite von rechts in der zweiten Reihe, Kar!, 1902, ganz außen links, Xaver, 1903, der fünfte von links und Georg, 1904, der zweite von rechts in der vorderen Reihe. Von den Mädchen kennen wir: Sedlmair Theresia (Sölberwirt -Gebele ) und die im gleichen Jahr 1901 geborene Merkl Maria (Kohler-Berchtold), dritte und vierte von rechts in der Mädchenreihe. Bemerkenswert sind die teils sonntägliche Kleidung und die genagelten Schuhe der Buben.

14. Um 1914, als dieses Bild aufgenommen wurde, gab es in Bayern neben der 'Werktagsschule' , die die Kinder vom 6. bis zum 12. Lebensjahr besuchten, noch die 'Feiertagsschule' für die Jugendlichen vom 13. bis zum 16. Lebensjahr. Der Unterricht fand am Sonntag, in der Regel nach dem Gottesdienst, aber auch am Nachmittag nach der Andacht, statt. Auf unserem Bild mit Pfarrer Johannes Tremel sehen wir 66 Schüler in Sonntagskleidung. Die Mädchen tragen lange Röcke, die Buben lange, bzw. dreiviertellange Hosen. Wir erkennen in der unteren Reihe von links: 3. Merkl Katharina (1900), 4. Feistl Kathi, 5. Tonutti Mathilde (1901), 7. Ayrnschmalz Justina (Peitinger), 8. Merkl Maria (1900), 9. Diepold Maria, und 12. Off Anna (1901). In der zweiten Reihe von rechts: 1. Kratz Maria, 2. Schaidhauf Kreszenz (Kirchenbäurin) und 3. Richter Angela.

15. Dieses Bild mit der Dampfdreschmaschine ist ohne Zweifel das reizvollste unserer Serie. Da überwiegend Frauen und Kinder auf dem Bild sind, dürfte es aus der Zeit des Ersten Weltkrieges stammen. Aufgenommen wurde es im Hof des Anwesens Gräbenbachweg 7. Auf der Anhöhe sieht man links neben der Sölber Kirche den 1934 abgebrannten Hof vom Aug!. Die Dreschmaschine steht schon einsatzbereit da, zwei Ochsengespanne haben gerade die Dampfmaschine herangebracht. Bevor die Arbeit nun begann, hat der Fotograf alle auf ihre Plätze postiert. Mit den damals eingesetzten Dampfdreschmaschinen konnte die Arbeit von Wochen in wenigen Stunden bewältigt werden. Er war aber immer noch eine stattliche Zahl von Helfern nötig. Erst der Mähdrescher reduzierte die Arbeitskräfte schlagartig.

16. Das alte Sölber Anwesen 'Beim Lakei', früher 'Beim Laubberger' , Haus Nr. 118, Pählerstraße 35, hatte im Jahre 1906 Gabriel Frankl gekauft. Er stammte aus Reichling und hatte vorher das Anwesen Nr. 63 in Raisting, Rothstraße 16, erworben. Nach dem großen Hochwasser von 1906, als an der Rott 14 Anwesen unter Wasser standen, ging er von dort weg. Das Haus Nr. 118, dessen Giebel 1871 aufgesteilt wurde und damals das dreiteilige Fenster erhielt, wurde 1987 abgebrochen. Auf der Hofstelle entstanden drei Einfamilienhäuser.

Auf dem unteren Bild, von etwa 1914, stehen links:

Gabriel Frankl (1857-1918) mit Frau Anna (1853-1920) unter derTür ihr Sohn Georg (1886-1931) und Tochter Anna (1896-1940). Rechts der FischhändIer Pravida aus München, der die Teiche am Gräbenbach anlegen ließ, mit seiner Tochter.

17. Auf dem Foto der Familie Ayrnschmalz (Peitinger, Lichtenaustraße 2) sehen wir Vater Mathias (1862-1922) und seine Frau Justine (1858-1920) mit acht Kindern. Die zwischen 1898 und 1905 geborenen Söhne waren (von links) Josef, Mathias, Georg, Gabriel und Michael, der 1924 das Anwesen übernahm. Gabriel heiratete 1919 auf den F1oachhof, Mathias ist gefallen und Georg heiratete nach Thalhausen. Ein Schicksal von ergreifender Tragik erlitt Josef. Am 29. Mai 1922 ging er bei einer Hochzeit mit dem Zug zur Kirche. Plötzlich stürzte er zu Boden und stieß markerschütternde Schreie aus. Aus einem Nachbarhaus hatte ein junges Bürschchen mit einer Pistole geschossen. Die Kugel traf Josef durchdie Schulter in die Brust. Der Priester eilte sofort zu dem Schwerverletzten, spendete ihm die letzte Ölung und vollzog dann die Trauung. Bis der Gottesdienst zu Ende war, war auch der brave, junge Mann verschieden.

18. Die Entwicklung eines Dorfes läßt sich am besten aus der Luft verfolgen. Bis Anfang der zwanziger Jahre waren die 'Luftaufnahmen' auf den Ansichtskarten gezeichnet. Man folgte damit den alten Vorbildern, wie Merian oder Wening, die von einem leicht erhöhten, fiktiven Standpunkt aus ihre Ansichten von Städten und Dörfern zeichneten. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden für Ansichtskarten ausschließlich Luftfotos verwendet. Von dem Münchner Flug Photo Verlag gibt es aus den Jahren 1921-1925 eine Reihe von Luftaufnahmen aus unserer Gegend. Unsere Karte stammt aus dem Jahre 1921 und ist somit die älteste Luftaufnahme von Raisting. Das 1925 am Kirchenweg erbaute Gemischtwarengeschäft von Urban Schaidhauf ist darauf noch nicht zu sehen.

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