Raisting in alten Ansichten Band 2

Raisting in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Hans Döppl
Gemeente
:   Raisting
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5575-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Raisting in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

19. Der Raistinger Postbote Jakob Weichart (1867-1940) kam 1911 nach Raisting, wo er die Floßrnann'sche Gastwirtschaft kaufte und dort die Posthalterei einrichtete. Er kam aus Hohenwart und war seit 1883 im Dienst der königlich bayerischen Post tätig. 1923 konnte er sein 40jähriges Dienstjubiläum feiern, wie eine Urkunde in der Raistinger Poststelle beweist. Um diese Zeit dürfte auch die Aufnahme (wahrscheinlich von Lehrer Kammerer) an der Nordseite der Schule entstanden sein. Jakob Weichart hat seinen Dienst mit dem Fahrrad versehen, die Posttasche umgehängt, auf dem Vorderradgepäckträger ein wohl für eine Raistinger Handlung bestimmtes HeringsfaßI. Er trägt die in der Weimarer Republik übliche Dienstmütze der Deutschen Reichspost und die damals typischen 'Radfahrerhosen' .

20. In den Hungerjahren nach dem Ersten Weltkrieg sah es die Regierung als ihre wichtigste Aufgabe an, die Ernährung des Volkes sicher zu stellen. Daher wurde 1919 mit der Entwässerung des Ammermooses begonnen. Nach Abschluß der Arbeiten im Jahre 1924 konnte Pfarrer Tremel stolz feststellen, daß da, wo einst kaum Streu wuchs, nun Getreide und Kartoffeln geerntet werden. Zur gleichen Zeit wurde die Ammer reguliert und unter Einsatz modernster Maschinen ein neues Flußbett gegraben. Bei diesen Arbeiten waren auch Raistinger dabei. Unser Bild um 1923 zeigt drei 'Tiroler', nämlich Josef (1895), Fritz (1900) und Franz Schröferl (1907). Josef ist unten ganz rechts, Fritz der 2. von links in der oberen Gruppe und Franz unten der 4. von links.

21. Das Haus Nr. 74, Floßmannstraße 2, hatden Hausnamen 'Beim Pfeffer", nachJohann Baptist Pfeffer, der 1774 durch Tausch den Hof erwarb. Er war 'Söldner und Händler', wie der Vorbesitzer Wolfgang Feigeie. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts gab es in Raisting 27 Händler, die in den Wintermonaten bis Wien und Hamburg reisten, um die Erzeugnisse der Gegend, wie Dießener Devotionalien, Ammergauer Holzwaren, oder Ohlstätter Wetzsteine zu vertreiben. Der Name Pfeffer erscheint ab 1774 bei allen Hofübergaben, bis 1911 Franz Perchtold (1877-1922) Anastasia Pfeffer heiratete. Er ist auf dem Bild von 1922 zu sehen, neben ihm seine Frau mit den Töchtern Anni und Kathi. Der dem Kloster Dießen früher zinsbare 1116 Hof war 1707 vom Klosteramtmann Georg Vischer erbaut worden. In den letzten Jahren wurden die Nebengebäude zu Wohnzwecken umgebaut.

22. Die Musikpflege hatte in Raisting schon immer einen hohen Stellenwert. Die örtlichen Vereine pflegten die gesellige Unterhaltung mit Musik. Der Raistinger Betteltanz geht auf eine alte Tradition zurück. Das älteste Musikantenbild haben wir von der 'Kapelle Ledergasse' um 1918-1923: Sepp Merkl (Metzger Sepp, 1899-1933), Pauke; Plärrer, ein Knecht vom Dorfmüller, Trompete; Dirigent Georg Kölbl (1892-1961); an der Baßgeige Max Kölbl (1895-1975); und Mathias Merkl (Bam erhias, 1893-1924) und Josef Merkl, beide Harmonika.

Aus der Zeit um 1920 stammt auch die Aufnahme eines Raistinger Viergesanges: Buchner Sally, Geige; Dreer Hilde, Laute; Huttner Mari (Pumper) und Huttner Sofie (Schmied), beide Zither.

23. Ansichtskarten mit dem Spruch 'Im eignen Heim welch liebe Rast, nach Tagesmüh und Arbeitslast' gibt es von mehreren Raistinger Höfen, wie etwa vom Floach, vom Bichlfranz und vom Hodi. Sie stammen aus den zwanziger Jahren, wie diese vom Haus Nr. 34 'Beim Zuckes' , oder 'Beim Zinthes' , Thornas-Schaidhaufstraße 18. Ursprünglich war dies ein zum Kloster Wessobrunn gehörender 1132 Hof. 1912 hatte ihn der Landwirt und Viehhändler Andreas Zimmermann geerbt. 1929 verkauften Zimmermanns diesen Hof an Kar! Off und zogen in das ehemalige Klosterjägeranwesen, Haus Nr. 86, Pähler Straße 2. Bevor 1986 das Haus Nr. 34 abgebrochen wurde, war das zuletzt unbewohnte Anwesen mit den blauen Fensterläden, gelben Sonnenblumen, Misthaufen und Odelpumpe, ein beliebtes Malermotiv.

24. Vor der 1907 erbauten Molkerei Raisting stehen um 1926 die 'Käserin' Veronika Schrank (1891-1933) mit ihrem jüngsten Sohn Ludwig (geb. 1921) und ihren drei Töchtern Anni, Erna und Eisa, daneben der 'Käserbua'. Ihr Mann Xaver Schrank (1887-1971) hatte bis 1906 in der Herrenstraße 3, beim Aichele, eine Käserei betrieben und dann die Molkerei übernommen. Die Raistinger Molkerei, eine eGmuH, wurde als eine der ersten in Bayern 1906 gegründet, zu einer Zeit, als Betriebsverbesserungen die Umstellung vom Selbstversorger- zum Erzeugerbetrieb ermöglichten. Im Frühjahr 1992 mußte sie ihren Betrieb einstellen. Die moderne Zeit mit ihren technischen Mitteln, wie die Hofabholung der Milch mit großen Tankwagen, machte sie überflüssig. Mit der Molkerei ist auch ein dörfliches Kommunikationszentrum verlorengegangen.

25. Mit aufgeschlagenen Lesebüchern sitzen in der 'kleinen Schul' die Erstkläßler des Jahrgangs 1919/20 brav in ihren Bänken. Links im Bild sehen wir Pfarrer Johannes Tremel, in der Mitte die Lehrerin Fräulein Engelhard. Im rechten Bildteil sitzen von rechts: Feistl Amalie, Wiesend Anna, Kratz Lisl, Schmid Hermine, Weinbuch Amalie, Steidl Michael, Sanktjohanser Hans, Schmid Oskar, Schmid Anton, Morasch Ludwig, Erhard Hans und Wegeie Mathias. Hinten stehen: Weinbuch Johann, Furtner Konrad, Höck Michael, Mair Korbinian und Feistl Xaver. Im linken Bildteil erkennen wir hinten: Perchtold Rosa, Obermüller Maria, Lotter Hans, Schrank Xaver, OffRosa und Huber Fanny.

26. Das Haus Nr. 104, Gräbenbachweg 8, mit dem Hausnamen 'Gräbenrochus', später 'Duler' war einer der 19 zinspflichtigen Höfe der 'Gernain Raisting'. Der Name kommt von den 'Gräben', die im Hof des Anwesens entspringen. Anwesenbesitzer waren 1754 Mathias Steigenberger , 1793 Joharm Finsterwalder , beide waren 'Händler', 1878 wurde das Dach aufgesteilt. Der mit Holz verkleidete Giebel erhielt das in Raisting häufig anzutreffende dreiteilige Giebelfenster. 1906 erwarb den Hof Joharm Erhard, 'Taglöhner und Fischereiaufseher in der Ammer'. 1919 übernahm ihn Joharm Erhard (1884-1971). Auf dem Bild von etwa 1926 sehen wir seine Frau Regina (1889-1973) rnit ihren Kindern Michael, Resi und Anna. Das Haus wurde 1983 abgebrochen.

27. Der Hof 'Beim Hodi', altes Haus Nr. 117, Pähler Straße 35, war ein dem Kloster Dießen zinsharer 1/32 Hof. 1784 kaufte ihn Jakob Rieger für seinen Sohn Johann Baptist. Seitdem ist er im Besitz der Familie. Das Anwesen brannte 1896 ab und wurde 1897 wieder aufgebaut. Die dort früher berriebene Landwirtschaft war schon lange autgegeben, Auf dem aus der Mitte der zwanziger Jahre stammenden Bild sehen wir Therese Rieger (1904-1981) mit ihren Kindern Agathe und Ludwig.

28. Im Jahre 1928 hatte Bäckermeister Josef Erhard seine Bäckerei modernisiert, Backstube und Backofen erneuert und den Laden erweitert. Wir werfen unseren Bliek in die Backstube. in der sein Sohn Franz Xaver (1903) gerade Semmeln einschießt. Sein Bruder Josef (1901) arbeitet an der Semmelportionmaschine, während seine Schwester Anna (1912) einen Sack mit Brezen füllt. Der Gehilfe am Sauerteigbehälterwar Hubert Off (Waltl). 1936 übernahm Franz Xaver die Bäckerei, 1961 baute er am Kirchplatz ein Wohnhaus mit Laden. 1968 errichtete dort sein Sohn Xaver einen modernen Betrieb, der seit 1972 verpachtet ist. Ab 1969 brüteten einige Jahre lang auf dem hohen Kamin der alten Bäckerei Störche, die damals noch in feuchten Wiesen und Gräben reichlich Nahrung fanden und ihre Brut aufziehen konnten.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek