Raisting in alten Ansichten Band 2

Raisting in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Hans Döppl
Gemeente
:   Raisting
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5575-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Raisting in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

49. Michael Ayrnschmalz (Peitinger, 1898-1958), führt seine kräftigen Rösser, die ein gummibereiftes Langholzfuhrwerk der Raistinger Fahrzeugbaufirma Hans Huttner ziehen. Der zweite Mann wurde zum 'Starzen' in den Kurven gebraucht. Der Peitinger hielt stets Pferde für den Holztransport. Im Wald wurde das Holz in der Regel mit Ochsen an die Straßen gerückt, dann wurde es auf Langholzfuhrwerke verladen. Der Holztransport aus den nahen Wäldern hatte in Raisting eine große Bedeutung. Das Holz mußte zu den Sägewerken, und nachdem die Eisenbahn ihren Betrieb aufgenommen hatte, zur Bahn gebracht und verladen werden. Beim ehemaligen Raistinger Bahnhof war früher ein großer Holzlager- und Verladeplatz.

50. Kaufmann Heinrich Schmid (1894-1976) mit Ehefrau und Sohn Heinrich um 1936 vor ihrem Opel P4, den er 1935 als einjährigen Gebrauchtwagen um 1 200 Mark gekauft hatte. Die Haftpflichtversicherung betrug damals 100 Mark. Die ersten Kraftfahrzeuge auf dem Lande hatten Ärzte, Viehhändler , Gastwirte und Kaufleute. Die wenigen Autos wurden gerne zu Hochzeiten, Taufen und anderen Festen herangezogen. So erfahren wir aus der Chronik des Veteranenvereins, daß bei der Einweihung des Kriegerdenkmals 1924 der Jagdpächter Kommerzienrat Berne beim Festzug dem Raistinger Altveteran Leonhard Huber sein Auto zur Verfügung stellte. Um 1930 hatten die Viehhändler Lotter und Weinberger, die Wirte Weichart und Sedlrnair, sowie der Plonnermüller einen Kraftwagen.

· ~/. _.~.

-......... ç'.-'

51. Im Jahre 1935 wurde im Dritten Reich die allgemeine Wehrpflicht eingeführt und 1936 der Militärdienst auf zwei Jahre festgesetzt. Mancher, der 1937 für zwei jahre zum Militär einberufen wurde , kam, infolge des Krieges und der Gefangenschaft, erst nach acht oder zehn Jahren, oder überhaupt nicht mehr, nach Hause. Um 1936 wurde in Weilheim der Jahrgang 1918 gemustert. In der hinteren Reihe stehen, von links: ein Schmiedegeselle, Erhard Johann, ein Zwickl-Knecht, Perchtold Hans, Weinbuch Hans, Daisenberger Max, Hartmann Xaver, Walter Paul und wieder ein Arbeiter von der Schmiede. Auf den Stühlen sitzen, von links: DengIer Xaver, drei Unbekannte, dann Schmid Franzl, ein Schmiedearbeiter und Feistl Xaver. Kniend sehen wir: Morasch Ludwig, unbekannt, Büttel Georg und Feistl Leonhard.

52. Unsere beiden Bilder entstanden am Sonntag, dem 26. April 1936. Am hellen Tag luden die Raistinger den in der Ortsmitte von Pähllagernden Maibaum auf, der frisch mit weißer Farbe gestrichen war. Der Diebstahl wurde entdeckt. Trotz sofortiger Verfolgung, an der auch Pähls Bürgermeister teilnahm, entkamen die Diebe.

Unten sehen wir, wie diese in Raisting eintrafen. Die Kirche war gerade aus und alles war auf den Beinen. Der Raistinger Bürgermeister stieg gleich auf den Baum und hielt von dort seine sonntägliche Verlesung. Der damalige Kreisleiter verfügte die Rückgabe des Baumes, die Raistinger sägten jedoch den Baum in Stücke. Es ist strittig, ob damals alles brauchtumsgerecht ablief. Nach heutiger Anschauung hätte der Diebstahl, nachdem er entdeckt war, nicht mit Gewalt fortgesetzt werden dürfen.

53. In den Jahren nach 1933 prägten Uniformen, Aufrnärsche, Umzüge, Kundgebungen und sportliche Wettkämpfe das tägliche Leben auch auf dem Lande. Die Partei beherrschte alles. Die obere Aufnahme entstand in der Ledergasse, anläßlich eines Erntedankumzuges. Der Gruppe der Hitlerjugend folgt ein Häuflein 'Pimpfe' des Jungvolkes, anschließend die Fahnengruppe und der von Pferden gezogene Wagen, geschmückt mit dem Hakenkreuz. Eine Gruppe in bäuerlicher Kleidung geht einem weiteren Wagen voraus.

Auf dem unteren Bild, das oberhalb der Kiesgrube in der Pähler Straße aufgenommen wurde, sehen wir BDM-Mädchen des Jahrgangs 1920/21. Ihnen folgten ein langer Zug mit Jungmädels, Hitlerjungen und Jungvolk in Sportkleidung.

54. Auch 1936 waren die Raistinger beim Erntedankfest in Weilheim vertreten. Unter dem Motto 'Baut Flachs' hatten sie einen Festwagen ausgerichtet. Der Anbau dieser Pflanze war früher im Alpenvorland, vor allem im Allgäu, weit verbreitet, bis durch die Einfuhr der Anbau unrentabel wurde. Infolge der Autarkiebestrebungen des Dritten Reiches wurde im Rahmen der Erzeugungsschlacht des Reichsnährstandes nach 1933 Flachs wieder großflächig angebaut. Auf dem Wagen sitzen: Off Anni, Saal Liesi, Kölbl Kathi, Huttner Anneliese, Dreer Erna, Heiland Frieda und Schmid Hermine, oben steht Huttner Xaver. Der Wirtsknecht Hans kutschiert den mit den Wirtspferden bespannten Wagen, neben ihm sitzt der Wirtsjackl. Vor dem Wagen stehen Burger Remigius und Schmid Andreas.

55. Nochmals zwei Bilder aus der Zeil nach 1933. Da das Reich von Rohstoffeinfuhren unabhängig sein wollte, war das Sammeln alles wieder verwendbaren Materials für die Volkswirtschaft äußerst wichtig. Auf dem oberen Bild sehen wir Raistinger Buben des Jahrgangs um 1928 vor dem Wegelehof, anläßlich einer Altmaterialsammlung. Rechts erkennen wir Wegeie Hias, der im Krieg gefallen ist.

Auf dem unteren Bild sehen wir einen Erntedankfestzug vor dem Wegelehof auf dem Weg zum Sportplatz, Vorneweg die Buben mil ihren Handwagen, dann die Bäuerinnen im Dirndl und hinter ihnen eine Bandltanzgruppe in BDM-Uniform. Vorne im hellen Dirndl erkennen wir Huber Irmgard.

56. Diese Karte hat 1938 ein im NSV-Kinderheim untergebrachtes Kind aus KolberglPommern nach Hause geschrieben. Aufnahmestandort ist östlich von der Bahnlinie, noch westlich vom Bereich Gruberberg-Bergweg-Am Sportplatz, Vor dem Hintergrund des 677 m hohen Schatzberges sehen wir rechts den 1932 gebauten Bauernhof Pähler Straße 18 (Graf- Habersetzer), dann das Kinderheim, die Anwesen Pähler Straße 14 (Seen) und 19 (Teichmann ), dahinter ist ein wenig von der Bahnhofswirtschaft zu sehen. Es folgt der Bauernhof Pähler Straße, 15 (Wegele), die Anwesen Am Laubberg12 (Schmid Wilhelm), Pfarrer-Tremel-Weg 1 (Plonner), Pähler Straße 12 (Sedimair) und schließlich der Bauernhof Pähler Straße 10 (Robeller). Bis auf das Kinderheim, ein umgebauter Bauernhof, stammen alle Gebäude aus der Zeit zwischen 1898 und 1932.

.<

57. Nochmals ein Bliek auf Raisting. Von links nach rechts: die Anwesen Robeller, Sedlrnair, Plonner, Schaidhauf, der Pfarrhof, sowie Wegele, gruppieren sich auf dem Bild um die Kirche. Diese Karte , die 1933 geschrieben wurde, gleicht in etwa der in Band 1 unter Nr. 28 gezeigten Feldpostkarte aus dem Ersten Weltkrieg. Dazugekommen ist mittlerweile der 1925 von RobelIer gebaute Bauernhof, Pähler Straße 10 und der Neubau, in dem der Sölberwirt seinen Austrag verbringen wollte.

58. Nachdem 1935 in Deutschland die allgemeine Wehrpflicht eingeführt worden war, wurden auch ältere Jahrgänge zum Wehrdienst herangezogen. Die 1937 Gemusterten auf diesem Bild mit den Raistinger Musikanten waren damals 28 bis 33 Jahre alt! In der vorderen Reihe sitzen, von links: Happach Josef, Musikmeister Port aus Weilheim, Schmid Johann, Ehardsberger Remigius, Huttner Dominikus, Schmid Vitus, Zahler Lenz, Zimmermann Georg und Weinbuch Dominikus. In der mittleren Reihe stehen:

Lotter Max, Huttner Alfons, Weber Remigius, unbekannt, Gindhart Max, Mayr Hans, Kölbl Benno, Gindhart Anton, Off Johann, Huttner Hans, Steehele Josef und Lotter Gustl. In der letzten Reihe: Tafertshofer Remigius, Aichele Johann, Dreer Martin, Karg Toni, Heinrizi Xaver, Saal Sepp, Happach Remigius, unbekannt, ein Metzger vom Wirt, Huttner Leonhard, Schröferl Franz, Heinrizi Leonhard, Schmid Josef (Feß) und zwei Unbekannte.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek