Raisting in alten Ansichten Band 2

Raisting in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Hans Döppl
Gemeente
:   Raisting
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5575-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Raisting in alten Ansichten Band 2'

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59. Diese Flugzeugaufnahme von Raisting ist um 1937 aufgenommen worden. Sie zeigt den Ortsteil Raisting von Osten her. Um die Pfarrkirche liegen die Bauernhöfe. Nichtlandwirtschaftliche Bauten sind eine Ausnahme. Am linken Bildrand ein Haus an der Wielenbacher StraBe, die Anfänge von Fahrzeug-Huttner an der Pähler Straße. Am rechten Bildrand ein Häuschen an der BahnhofstraBe und am heutigen Schulweg. Am unteren Bildrand sieht man einen Teil des Friedhofes, mit der Kugel-Ahom-Allee am Kirchenweg, dann folgen Schule und Pfarrhof. Vor der parkähnlichen Landschaft irn Hintergrund mit den Baumgruppen und Einzelbäumen in den weiten Wiesen, führen die Wege links nach Stillern und rechts in den Hart.

60. Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es in Raisting in den 119landwirtschaftlichen Betrieben rund 70 Pferde und 170 Ochsen. Die Ochsengespanne gehörten zum dörflichen Alltag. Sie waren das ganze Jahr im Einsatz. Den letzten Ochsen hatte bis 1969 der Urlerbauer. Im Forst wurden sie bis 1971 als Zugtiere zum Holzrücken eingespannt. Unsere Bilder zeigen Kölbl Kathi mit ihren Oberländer Ochsen, hoch oben auf dem Heufuder im Bauernmoos, im Winkel zwischen der Neuen und der Alten Ammer.

Unten das Ochsenpaar vom HeB mit dem Schlitten beim Mistfahren. Dieser konnte in den Filzen nur bei Frost ausgebracht werden. Das im Sommer in den Filzstädeln eingelagerte Heu holte man auch an frostfreien Tagen, da die Städel an befahrbaren Wegen standen.

61. Immer wieder trat die Ammer trotz der Rcgulierung über die Ufer und setzte das Ammermoos unter Wasser. Im Juni 1940 drohte die Ammer die Stadt Weilheim zu überschwemmen. Durch einen Dammbruch im Westen der Stadt ergoß sich das Wasser in das Schwartachfilz und riß südlich von Raisting rund 50 m des Bahnkörpers mit sich. In den letzten Jahren hat man die Dämme verstärkt und hofft, künftig von Überschwemmungen verschont zu bleiben. Bis zur Hochwasserfreilegung der Rott im Rahmen der Flurbereinigung 1979 trat die Rott alljährlich wiederholt über die Ufer und setzte Straßen und Häuser unter Wasser. Bei dem Hochwasser im Oktober 1938 blieb in der Floßmannstraße ein Langholzfuhrwerk nach Passieren der Rottbrücke liegen (unteres Bild).

62. Das wichtigste Nebengebäude größerer Höfe war der Getreidekasten. Entweder war er ebenerdig mit anderen Nebengebäuden verbunden, oder aber er stand frei, zweigeschossig, geständert rnit dem Obergeschoß auf Stützen. Vom ersten Typ gab es bis 1968 einen ' Beim Floach' , in dessen Türstock die Jahreszahl 1667 eingehauen war. Der zweite Bautyp stand bis 1970 'Beim Remigibaucrn' , aus der Zeit um 1660 (Bild unten). 'Der Remigibauer' war einer der Raistinger Urhöfe und wurde 1869 zertrümmert. Das Anwesen mit 106 Tagwerk wurde von den Consorten Mayr-LöbSchwarz aus München und Jonas Hirsch aus Altenstadt um 13 000 ft. aufgekauft und die Gründe einzeln weiterverkauft. Der Remigibauernhof Haus Nr. 70, Rothstraße 8 (oberes Bild), wurde 1970 abgebrochen.

63. Unsere Bilder zeigen zwei hausgeschichtlich interessante Höfe, die früher in der Ledergasse standen. Oben das als 'altes Haus von Rocky Docky' bekannte Haus 'Beim Roth', alte Haus Nr. 38, ein hölzerner Ständerbohlenbau aus dem Ende des 17. Jahrhunderts. In die mächtigen halbmeter dieken Eichensäulen waren die Wände aus breiten Eichenbohlen mit Nut und Feder eingelassen. Der Tuffsteinanbau im Südosten stammt aus späterer Zeit. Bis zum Ersten Weltkrieg war das Haus noch mit Schindeln gedeckt. Beim Abbruch 1970 kamen die rußgeschwärzten Balken des Dachstuhles zu Tage. Das Haus harte keinen Kamin, der Rauch zog durch den Dachraum ab, Der Eingang führte durch die Mittertenne, deren Tor eine abgeteilte Türe hatte.

Unten: das Haus Nr. 48 'Beim Drechsler', Ledergasse 7, wurde 1990 abgebrochen. Es war das letzte in Raisting stehende Mittertennenhaus mit der ursprünglichen Anordnung Wohnteil-Tenne-Stall.

64. In dem 1963 erschienenen Buch 'Das alte Bauernhaus im südwestlichen Oberbayern' hat Wilhelm Neu, von dem diese Aufnahmen stammen, das abgebildete Haus beschrieben: Nr. 67 'Beirn Bichlkrapf, leerstehendes Söldnerhaus mit Eingang durch die Tenne, 18.119. Jahrhundert, Dachstuhl älter, 1961 abgebrochen. Es war also ein Mittertennenhaus mit der Anordnung Wohnhaus-Tenne-Stall. Es hatte verschiedene Hausnamen, 'Bichlkrapf', weil es auf einem Bichl lag, dem Hochufer der Rott. Es hieß auch 'Beim Stanis' nach dem Hofbesitzer von 1801, Stanislaus März, und zuletzt 'Beim Gella'. 1928 kaufte es der Nachbar Michael Geiger. Auf dem oberen Bild sehen wir die Südseite des Hauses, links hinten der Hof vom Geiger.

Das untere Bild zeigt uns den Hofvon Osten.

65. Auch diese beiden Raistinger Höfe stehen nicht mehr. Oben: Der 1934 abgebrannte Hof vom 'Augl' , Haus Nr. lOl, der in Sölb neben der Kirche St. Margarethe stand, die rechts im Hintergrund zu sehen ist. Der Hof wurde 1935 am Kirchenweg Nr. 21 von Josef Weinbuch (1878-1962) neu aufgebaut.

Auf dem unteren Bild sehen wir das alte Haus Nr. 51, heute Thomas-Schaidhauf-Straße 2, 'Beim Schmalzer' , auch 'Schmalzermichl' , nach dem Michael Drexl, Söldner und Händler, der 1705 das Anwesen übernahm. 1899 kaufte der Zimmerermeister Sebastian Obermüller den Hof. Nachfolger war Basilides Obermüller, der im Forst als Haumeister tätig war. 1976 wurde das Haus im Zuge des Ausbaues der ThomasSchaidhauf-Straße abgebrochen und in den letzten Jahren durch einen Neubau ersetzt.

66. War das die letzte Maß Bier in jugendlicher Unbekümmertheit bei der Musterung 1943? Noch ging man in kurzer Lederhose, Kniestrümpfen und kurzen Janker. Die Blumen auf dem Hut waren allerdings nur zur Musterung üblich. Beim Jahrgang 1925/26 waren aus Raisting dabei: Franz Robeller, Franz Wein und Gabriel Ayrnschmalz, sowie der beim Schmied beschäftigte Peißenberger Karl Kister. 1943 war der Kampfum Stalingrad beendet, der Krieg in Afrika verloren und die Alliierten in Sizilien gelandet. Auf der Konferenz in Teheran wurde die Oder-Neiße-Linie beschlossen und ReichspropagandaMinister Goebbels verkündete den Totalen Krieg. Die Mitteilungen von der Front, daß der Mann, Sohn oder Bruder 'für Führer, Volk und Vaterland' gefallen sei, erreichten immer häufiger die Heimat.

67. Unser Bild zeigt die Raistinger Kartoffeldämpfanlage im Einsatz 'Beim Pfeffer'. Der Bauer wirft gerade Kartoffeln in die Waschtrommel. In zwei Kesseln, von denen jeder sieben Zentner faßte, wurden sie in zwei Stunden gedämpft, dann zerkleinert und luftdicht in Bodengruben eingelagert. Durch dieses Silieren wurden die Kartoffeln optimal erhalten und die Bäuerin brauchte nicht jeden Tag Kartoffeln für die Schweine zu kochen, sondern entnahm täglich die nötige Menge. Die der Raiffeisenkasse gehörende Anlage wurde von Sebastian Berchtold betreut. Die Arbeit begarm um Allerheiligen, in einer Saison wurden rund 1 000 Zentner Kartoffeln verarbeitet. Im Ort waren etwa zwanzig Bauern beteiligt. Mit der Umstellung der Landwirtschaft um 1960 und dem Ende der Schweinemästung, kam auch das Ende der Kartoffeldämpfanlage.

68. Das 1971 abgebrochene Haus Nr. 75, 'Beim Stutz', Floßmannstraße 3, stand zwischen der Handlung Schmid und dem Hof Nr. 76, 'Beim Stolz'. Der letzte Besitzer war der Junggeselle Johann Mayr, der Stutz Hans (1907-1968), der das Anwesen nach dem Tod seines Vaters Johann Mayr (1875-1942) übernommen hatte. Dieser hatte den Hof 1905 bei seiner Heirat mit Sofie Schröfer! (1877-1948) gekauft. Das Haus war ehedem hübsch anzusehen, mit seinen dunkelgrünen Läden und dem taubenblauen Anstrich mit hellen Bändern und Fensterrahmungen. Im 1876 aufgesteilten Giebel war ein gemaltes Dreieck und unter dem Vordach ein hellbraunes, steigendes Rundbogenfries. Auf dem oberen Bild sehen wir den Vater vom Stutz Hans, auf der Südseite des Hauses.

Das untere Bild zeigt die Westseite mit der Pfarrkirche im Hintergrund.

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