Rangsdorf in alten Ansichten Band 1

Rangsdorf in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. sc. Siegfried Wietstruk
Gemeente
:   Rangsdorf
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5806-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rangsdorf in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Rangsdorf im brandenburgischen Kreis Teltow-Flärning südlich der deutschen Hauptstadt Berlin liegt in einer Landschaft, deren Oberflächenformen sich nach der letzten Eiszeit vor etwa 10 000 Jahren herausbildeten. Beim Schmelzen der Gletscher entstand durch abgelagertes Material die Hochfläche des Teltow mit einer Seenkette in einer Schmelzwasserrinne. Der Rangsdorfer See gab seitdem dieser Region das Gepräge. An seinen Ufern siedelten bereits in der Mittelsteinzeit Jäger, Sammler und Fischer. Auch in der Bronze- und Eisenzeit lebten hier Menschen, die bereits Ackerbau und Viehzucht betrieben.

Die Entstehung des Ortes liegt im Dunkeln, darf aber als deutsche Gründung für das 13. Jahrhundert angenommen werden, als das von Slawen bewohnte Gebiet zwischen Eibe und Oder endgültig erobert wurde. Urkundlich wurde Rangsdorf als 'Rangenstorff' erstmalig im Landbuch Kaiser Karls IV. im Jahre 1375 erwähnt. Das Dorf hatte zu diesem Zeitpunkt 25 Hufen, neun Kossäten, einen Dorfkrug und eine Mühle. Es gehörte zur Herrschaft des Adelsgeschlechtes der Edlen von Torgow, die in Zossen ihren Sitz hatten und sich im 15. Jahrhundert den in Brandenburg seit 1415 regierenden Hohenzollern anschlossen.

In den folgenden Jahrhunderten wechselten oftmals die Herren, die Lasten und Abgaben für die Bauern aber blieben. Dazu kamen die Leiden und Opfer in den häufigen Kriegen. So sollen den Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 im Ort nur ein Bauer und zwei Kossäten überlebt haben. Allmählich nur nahm die Bevölkerung wieder zu. 1734 zählte der Ort 131 und im Jahre 1801 erst 169 Einwohner.

Durch Einzug von Bauernhufen und durch den Kauf des Rittertitels entstand auch in Rangsdorf ein Rittergut. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts waren Adlige die Besitzer des Rittergutes, so nach 1807 Freiherrvon Medern und danach Grafvon Hake. 1818 erwarb ein Oberamtmann Koerner das Gut. Nach mehrmaligem Besitzwechsel kaufte es 1876 der Berliner Arzt Dr. Ferdinand Spiekermann. Nach seinem Tod folgte sein

Sohn Richard Spiekermann im Jahre 1880 im Besitz.

Das 19. Jahrhundert brachte für das Dorf einige Veränderungen. Langsam stieg die Einwohnerzahl auf 224 im Jahre 1875 und 328 im Jahre 1900. 1856/57 wurde der Zülowkanal vom Rangsdorfer See zum Nottekanal ausgebaut. Nach dem Abriß des baufälligen Schulgebäudes auf dem Dorfanger konnte 1863 der Unterricht in der neuerbauten einklassigen Schule an gleicher Stelle eröffnet werden. Ereignisreich war das Jahr 1875. Ein Feuer vernichtete fünf Bauernhöfe. Die BerlinDresdener Bahn nahm den Betrieb auf. Rangsdorf erhielt einen Bahnhof an dieser Strecke. Im gleichen Jahr wurde auch die Königliche Militär-Eisenbahn (KME) von Schöneberg über Zossen nach Kummersdorf Schießplatz eröffnet. Mit dem Militärbahnhof an der KME bekam Rangsdorf sogar einen zweiten Bahnhof. Dennoch blieb das Dorf etwas abseits vom großen Verkehr. Aufregung brachte auch das Jahr 1885, als der Rittergutsbesitzer Spiekermann die mehrhundertjährige gemeinsame Nutzung des Rangsdorfer Sees durch die Anlieger aus Rangsdorf, Glienick und Groß Schulzendorf beendete. Die Bauern klagten gegen die Aufhebung der Fischereiberechtigung, verloren aber den Prozeß und erhielten lediglich eine Abfindung von 88,20 Mark je Anlieger. Zu einem Ereignis gestaltete sich die Einweihung der neuerbauten evangelischen Kirche im Jahre 1890. Im Oktober 1897 wurde Rangsdorf Ort eines interessanten Versuches. Professor Adolf Slaby stellte von Rangsdorf nach Schöneberg erstmalig über eine Entfernung von 21 km eine 'funkentelegrafische' Verbindung her, wobei ein kleines Luftschiff als Antennenträger diente. So kam eines der ersten Telegramme aus Rangsdorf. In den Jahren 1901 bis 1903 erlebten die Rangsdorfer auch die Schnellfahrversuche auf der Militärbahnstrecke zwischen Marienfelde und Zossen. Dabei wurden Geschwindigkeiten bis zu 210 km/h erreicht.

Obwohl um die Jahrhundertwende erste Ausflügler aus Berlin auch Rangsdorf aufsuchten, erhielten nur wenige Zutritt zum gesperrten Gutswald und zum Rangsdorfer See. Das begann

sich erst nach dem Ersten Weltkrieg mit einem zunächst bescheidenen Badebetrieb am See zu ändern. Die sichtbare Entwicklung vom Dorf zu einer großen Siedlungsgemeinde und zu einem beliebten Ausflugsziel der Berliner setzte jedoch erst mit dem Verkauf des Gutes 1927 und der folgenden Parzellierung eines Teiles der Gutsländereien ein. Zwischen dem Rangsdorfer See und der Bahnstrecke sowie auch östlich davon wurden Lauben und zunehmend Einfamilienhäuser errichtet. Südlich des Dorfes entstand ein von Kanälen durchzogener Ortsteil, Klein-Venedig genannt. Das Strandbad am Rangsdorfer See erhielt ein Strand-Casino, einen weit in den See reichenden Badesteg und eine Wasserrutsche. Das alles und zahlreiche Sport- und Kulturveranstaltungen loekten an schönen Sommertagen viele Tausende von Besuchern an den Rangsdorfer See. Im Winter wurde der See zunehmend Treffpunkt der Rangsdorfer und Berliner Eissegler. Östlich der Bahn und des Grenzweges entstand die Siedlung Großmachnow, die am 1. April 1939 nach Rangsdorf eingemeindet wurde. Damit wuchs die Einwohnerzahl des Ortes, die im Jahre 1925 noch 452 betragen hatte, auf nunmehr 4 357 an. In die Zeit dieser Besiedlung fiel auch die Errichtung der BückerFlugzeugbau GmbH zur Produktion von Sport- und Schulflugzeugen und die Anlage eines Flugplatzes 1935/36 südlich des Ortes zwischen der Bahn und dem Rangsdorfer See, an dem zugleich ein Wasserflughafen entstand. Der Flugplatz diente nicht nur als Werkflugplatz, sondern wurde auch vom AeroClub von Deutschland und seinen Gästen, zur Ausbildung an der Sportfliegerschule und für Motorflugveranstaltungen genutzt. Im Zweiten Weltkrieg war der Flugplatz ein Fliegerhorst der deutschen Luftwaffe. Von hier startete auch Oberst Stauffenberg am 20. Juli 1944 zum mißglückten Attentat aufHitler. Seit 1945 sind auf diesem Gelände Einheiten der sowjetischen bzw. GUS-Luftwaffe stationiert. Ihr Abzug steht unmittelbar bevor. Die Verkehrslage von Rangsdorf wurde dadurch verbessert, daß der Ort 1938 einen direkten Anschluß an den Berliner Südring der Autobahn, heute A 10, erhielt. Von 1940 bis

1961 war Rangsdorf Endbahnhof der Nord-Süd-Strecke der Berliner S-Bahn zwischen Velten und Rangsdorf.

Der vorliegende Bildband umfaßt Aufnahmen von der Jahrhundertwende bis in die dreißiger Jahre. Dabei werden zunächst das alte Dorf und seine Einwohner sowie der Übergang zur Siedlungsgemeinde in Erinnerung gerufen. Der abschließende und kleinere Teil enthält Fotos, die die Entdeckung des Rangsdorfer Sees und seiner schönen Umgebung durch die Berliner und die Entwicklung des Strandbades zwischen den beiden so verheerenden Weltkriegen zum Inhalt haben.

Für die so freundliche Unterstützung bei der Sammlung historischer Ansichten und Informationen danke ich Martin und Helma Balk, Ursula Bertram, Erna Bobzien, Arnold Gohl, Thomas Hennig, Ingeborg Jahn, Gerda Jung, Manfred Köhler, Marie-Luise Lehmann, Klaus Lewandowski, Margarete Lewandowski, Erwin Mehlis, Siegfried Mehlis, Joachim Palinski, Wolfgang und Ingrid Roch, Helmut Rüdrich, Lutz Rüdrich, Kurt Schalier, Christian Schön, Peter Schrimpf und Marianne Vogt (alle Rangsdorf), ferner Julius Feldkamp (Zossen), Klaus Matthes (Blankenfelde), Kurt Matheuszik (Kiel), Eekhard und Karin Radusch (Blankenfelde ), Elisabeth Richter (Bad Wildungen) sowie Wolfgang und Ada Spiekermann (Hamburg). Mein Dank gilt nicht zuletzt Dr. Otto Ross für die freundschaftliche Hilfe bei Reproduktionen.

Die Sammlung alter Ansichten von Rangsdorf ist nicht abgeschlossen. Weitere Unterstützung ist stets willkommen. Zunächst aber wünsche ich dem vorliegenden Bildband viele Freunde. Mögen Fotos und Texte dazu beitragen, das Verständnis für die Geschichte dieses Ortes und seiner reizvollen U mgebung zu wecken und die Bereitschaft zu fördern, alles für eine friedliche Zukunft mit intakter Natur zu tun.

Rangsdorf, im Januar 1994

Dr.sc.phil. Siegfried Wietstruk

1. Die Karte zeigt den Ort um 1900, als der Kossät Wilhelm Ziedrich noch Gemeindevorsteher und der Rittergutsbesitzer Richard Spiekermann noch Amtsvorsteher war. Damals wurde Rangsdorf wie folgt beschrieben: 'Das am Rangsdorfer See liegende Dorf ist eines der schönstgelegenen im Süden Berlins und würde zweifellos bereits eine wesentlich stärkere Entwicklung zeigen, wenn nicht ein gewisser Mangel an Grundstücken zu verzeichnen wäre, da von seiten der Gutsverwaltung Baustellen nicht abgegeben werden. Auch wird es von den Ansiedlern schmerzlich empfunden, daß durch unzählige Tafeln "Verbotener Weg" die Zahl der Spaziergänge in den umliegenden Forsten erheblich eingeschränkt ist.'

GasthOf C. Ziearidi

~lfUSS aus j{angsdolffl

Dortstrasse

2. Der Gasthof Ziedrich an der Dorfaue war schon im 19. Jahrhundert im Besitz dieser Rangsdorfer Familie. Die Karte weist Carl Ziedrich als Inhaber aus. Er ließ 1893 den Saal neu erbauen.

ahlwitz nach Rangsdorf Oruss aus Rangsdorf

3. Hermann Ziedrich (1875-1935) übernahm vom Vater Carl den Gasthof. Zu Beginn unseres Jahrhunderts führte der Weg vom Dorf zum Bahnhof noch viele Jahre durch einen Wald. Reizvoll war damals schon der Weg am Rangsdorfer See entlang nach Dahlewitz.

Gwß aus RanllSdorf.

4. Dieser Bliek in das Gartenlokal von Ziedrich läßt erahnen, welchen Zuspruch die so günstig zwischen Bahnhof und See gelegene Gastwirtschaft bereits in den zwanziger Jahren hatte.

5. Bernhard Ziedrich (1910-1975), einer der drei Söhne von Hermann Ziedrich, übernahm vom Vater Anfang der dreißiger Jahre die Gastwirtschaft und führte sie bis zur Schließung im Jahre 1970.

6. Im Gasthof Ziedrich tagten viele Vereine und fanden unzählige Veranstaltungen statt. Im Saal wurde sogar geturnt. Dafür konnten Reck, Barren und Pferd aufgestellt werden.

7. Zu den ältesten Vereinen des Ortes gehörte der Männergesangverein, der schon im 19. Jahrhundert gegründet wurde. Wie diese alte Aufnahme zeigt, machte schon damals Gesang durstig. Nur gut, daß die Übungsstunden im Gasthof Ziedrich mit einer nicht versiegenden Quelle stattfanden.

8. Auch die Kegler des Ortes waren in diesem Lokal ständige Gäste, gab es hier doch eine Kegelbahn. Auf diesem Foto mit Mitgliedern des Keglervereins Rangsdorf aus dem Jahre 1927 ist auch der spätere Gastwirt Bernhard Ziedrich (1. von links in der hinteren Reihe) erkennbar.

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