Raschau in alten Ansichten Band 2

Raschau in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Siegfried Hübschmann
Gemeente
:   Raschau
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6584-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Raschau in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

Von der 'Europäischen Bibliothek' wurde mir der Vorschlag unterbreitet, einen zweiten Band von 'Raschau in alten Ansichten' vorzubereiten. Diesen nahm ich gerne an, und nach Rücksprache mit Herrn Bürgermeister Henry Solbrig stellte ich das vorliegende Büchlein zusammen. Ich danke allen Bürgern, die mich durch die Bereitstellung von Fotos und Informationen aus ihrem Familienkreis tatkräftig unterstützt haben.

Wir stehen an der Schwelle des dritten Jahrtausends. Die Zeit bleibt nicht stehen, und allzu schnell gerät bewahrenswertes Altes in Vergessenheit. Deshalb scheint mir, daß es nicht nur eine gute Sache, sondern auch eine moralische pflicht von uns Zeitgenossen ist, sich an unsere Vorfahren zu erinnern und festzuhalten, wie sie einst unseren Heimatort prägten, wie sie Landwirtschaft, Industrie, Handwerk und alle anderen Bereiche entwickelten und das Zusammenleben gestalteten.

Dabei begegnen uns einfache Bürger, die wir als Persönlichkeiten achten, weil sie durch fleiß, Können und Pflichterfüllung, oft unter Entbehrungen, besonders dazu beitrugen, in guten und in schlimmen Zeiten das dörfliche Leben zu formen. Die meisten auf den Fotos abgebildeten Bürger weilen längst nicht mehr unter uns. Etliche

Bilder zeigen auch Ortsansichten und Gebäude auf, wie sie vor über fünfzig Iahren anzutreffen waren.

Die ältesten Fotos verdanken wir dem Wirken der Fotografen Pofeldt und Max Mennicke, Raschau, und Wilhelm Vogel, Schwarzenberg. Wo es mir wichtig erschien, sind textliche Hinweise auf Geschehenes im 19. Jahrhundert und zuvor eingefügt.

Das Büchlein bringt auf 76 Seiten Fotos aus der Zeit vor 1950. Je weiter wir zurückgehen, umso seltener sind aussagekräftige Bilder zu finden. Sind solche doch vorhanden, so fehlen leider oft Hinweise unserer Altvorderen, wer und was auf den Fotos abgebildet ist, so daß auf deren Veröffentlichung verzichtet werden mußte.

Wie kann nun die Vielfalt der Fotos am besten in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht werden? Dafür habe ich diesmal einen Spaziergang durch den Ort gewählt. Wir betreten das Dorf am ehemaligen Bahnübergang zu Grünstädtel und laufen die alte Hauptstraße entlang, werfen einen Blick zum Emaillierwerk, gelangen zur Ernst-Groß-Straße und kommen beim Röbert-Schuster vorbei zum Rathaus. Weiter geht es durch das Mitteldorf. Da stehen nach rechts hin die Etuifabrik, die Ebert-Gärtne rei und links der Laden vom Rößler Brun.

An der Viehzit angelangt, machen wir einen Abstecher zur Sporthalle und zum fernen' Almhof' vom Kellner Am. Überall schauen wir uns um. Zurückgekommen laufen wir am Kino Capitol vorbei zur 'Gaststátte Felsenkeller' und werfen einen Blick auf die Anton-GÜnther-Straße. Beim Hohmuth Fritz angelangt, kommen wir bald zum Ortsausgang. Den Mieper 'Schweizerhof" wollen wir nicht vergessen. Nun spazieren wir dorfabwärts auf der Dorfstraße. Bald sind wir beim Fischer Ernst. Dann lassen wir die Korkfabrik Wm Merkel hinter uns. An die Schule erinnern sich die meisten gerne. Hier im Zentrum frischen wir manch scheinbar Vergessenes wieder auf. Doch schon sind wir beim Krauß Gerber und gelangen in den Gänsgrund. Wir verlassen Alt-Raschau. Unser letzterTrip führt uns nach Langenberg. Da kommen wir am 'Ernmler' vorbei und an 'Wolfs Gaststätte'. Zuletzt betreten wir das Bergbaugebiet am Graul. Hier geht unser Streifzug zu Ende.

Und zum Schluß halten wir es mit dem Günther Anton, der einst sang:

'[eds Blümel, wos do blüht, der Wind, daar drüber zieht, uns Bachel rauscht uns immer haamlich zu.

Vergaß dei Haamit net, denk an der Gungezeit,

wie du derham gelücklich warscht un fruh!'

April 1999, Siegfried Hübschmann

1 Der Raschauer Grund, um 1893. Diese schöne Ansichtskarte wurde vom Verlag Wilhelm Vogel, Schwarzenberg, verbreitet. Weit breitet sich der Raschauer Grund von Grünstädtel bis nach Mittweida aus, umgrenzt durch Emmler und Pöckelwald. Der Scheibenberg ist schon mit einem Turm besetzt. In einer alten Broschüre ist die Rede vom Tal mit dem mildesten Klima des Erzgebirges. Kirche und Schule sowie das 'Hotel zum Bad Raschau' waren die sehenswerten Gebäude des Ortes. Wir sehen auf dem Bild die neuen Eisenbahnlinien, ein Fortschritt für die Bewohner und die aufkommende Industrie. Das Dorf hinaus dampft der Zug der 'Mieper Brück' entgegen. Von

Pöhla her faucht die Kleinbahn, das 'Bussel'. Auch Radfahrer waren schon zu bewundern. Von Autos hatte man schon gehört. 1893 lebten 2 900 Einwohner im Ort.

2 Raschau um 1725. August der Starke hatte den Geograph Adam Friedrich Zürner (1679-1742) beauftragt, die Fahrstraßen im Kurfürstentum zu vermessen und Stellen festzulegen, an denen Postmeilensäulen gesetzt werden können. Im Ergebnis entstand der Atlas Augusteus, ergänzt durch viele Ortsansichten. So kam auch Raschau zu seinem ältesten Bild. Das Original wurde ein Opfer der Bombardierung Dresdens im Februar 1945. Auf der umzäunten Viehtrift (rechts) trieb einst der Hirte das Vieh auf den Hutstein (heute Gar-

tenanlage) zur Weide. Die Straße nach Grünhain führt an der 'mittleren Mühle' (Süßmühle ) vorbei. Die heutige Schulstraße war damals die Straße nach Schwarzenberg. Drei

Brücken führten über den Dorfbach, die Mittweida. An den Ufern standen noch keine Häuser. Von der Dorfmitte aus zog sich eine 'Straße nach Pöhl' hin.

3 Der Ortseingang am Pöhlwasser. Das Bild zeigt die westliche Ortsgrenze. So bot sich den Gästen um 1950 der erste Eindruck unseres Ortes. Hatten sie das Pöhlwasser überquert, so konnten sie am Bahnübergang oft eine kurze Rast einlegen, wenn der Bahnwärter eigenhändig die Schranken niederdrehte, sobald sich ein Zug angemeldet hatte. Bald kam der Annaberger Zug, bald fauchte die Kleinbahn vorüber. Die Bahn war seinerzeit ein billiges, vielbenutztes Verkehrsmittel. Die Linie von Grünstädtel nach Annaberg war am 1. N 0vember 1889, die Schmalspurstrecke nach Ritters-

grün schon am 1. Juli 1889 eröffnet worden. Die Straße wurde 1820 erbaut, damals 'Chaussee', später Schneeberger und Hauptstraße genannt. 1913 beschwerte sich die Bevölke-

rung wegen des vielen Staubes. Die Fahrstraße wurde daraufhin über Schläuche mit Wasser besprenkelt. Als das nicht viel nützte, befuhr der Schneider-Bauer die Straße täg-

lich zweimal mit seinem Sprengwagen. Der Bus auf der Annaberg-Schwarzenberger Linie verkehrte ab 14. Mai 1921.

4 Ludwig Friedrich Müller, Ortsrichter, 1855. Die Fotos zeigen den Ortsrichter und sein 1 995 abgerissenes Haus, ehemals Annaberger Straße 1 00. Ludwig Müller (18001857) erlernte den Beruf eines Sattlers und richtete als Meister in seinem Haus neben dem Kuhstall eine Werkstatt ein. 1838 war er Gerichtsschöppe und bereitete 1839 die ersten de-

mokratischen Gemeindewahlen mit vor. Nachdem der alte Ortsrichter wegen Forstdiebstahls entlassen worden war, wählten die Gemeinderäte Ludwig Müller als Nachfolger.

1846 setzten sie ihn als Gemeindeältesten und Steuer-

einnehmer ein. Bedingt durch die revolutionären Ereignisse befürwortete er 1848 die Bildung einer Nationalgarde im Ort. Er war 1850 an der Ausarbeitung einer Almosenordnung zur Unterstützung der Ärmsten und 1855

eines 'Statuts für Bettelwesen' beteiligt. Das Erzgebirge durchlebte damals eine schlimme Zeit voller Hunger und Armut, in der sich der Ortsrichter bei der Besserung der Lebenslage der Dorfbewohner bewährt hatte.

5 Die Schahneienkapelle der Freitagwerke. Die Musikanten haben sich auf der Straße nach Pöhla dem Fotografen gestellt. Auf dem Bild sehen wir auf der oberen Reihe von links: Hermann Pilz, Paul Weißflog, Paul Ott, Kurt Weißflog, Willy Seidel, MaxTrommIer, Georg Kreusel (Lyra), Paul Riedel, Walter Illig, Kurt Richter, Roland Lang und Fritz Kretzschmar; vorn: Martin Lauckner, Willy Schäfer, Walter Lein (Leiter) und Wolfgang Fritzsche. Auf dem Tor über der Straße steht 'Es lebe der große Stalin!' . Im Emaillierwerk war bis 1 953 eine Einheit der Sowjetarmee untergebracht. Der hohe

Bretterzaun sollte Sicherheit bringen. Für Normalbürger blieb die Straße nach Pöhla in jener Zeit gesperrt. Eine schwere Zeit erlebten damals die Leitung und die Belegschaft

der aufgenommen. Da aber die Wismut-AG 1948 die Räume belegte, mußte die Firma zwischenzeitlich nach Schwarzenberg verlegt werden.

des Emaillierwerkes Hermann Freitag. Die Fabrik fiel unter die Reparationszahlungen und war 1945 demontiert worden. Doch schon 1946 wurde die Produktion notdürftig wie-

6 Max Groß, Fabrikant und Heimatdichter. Noch in jungen Iahren trat Max Groß (1888-1958) das Erbe von Vater und Bruder an und wurde Korkfabrikant. Im Ort war er kein Unbekannter. Van 1 932 bis 1939 leitete er den Raschauer Erzgebirgszweigverein. Von 1936 bis 1941 war er der Chef der Freiwilligen Feuerwehr. In den letzten Lebensjahren kümmerte er sich als stellvertretender Vorsitzender des Kulturbundes der DDR um die heimatliche Kultur. Die politischen Wendungen seiner Zeit nahm er mit Bravour. Stets wollte er dem neuen zum Durchbruch verhelfen. Doch in erster Linie war er ein Freund des Erzgebirges.

Sein Wahlspruch lautete: 'Iech gaab mer de greßte Müh, deß iech bleib, wie ich bie.' Er hinterließ uns Mundartgeschichten, Gedichte und Lieder, wie 'Rasche, du mei Haamittol' , 'Der Rascher Kar-Fritz-Fels' und 'Mei Tabakpfeif' .

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7 Das Haus von Reinhard Röbert, Hutmachermeister, um 1914. Die Familie Röbert war einst van Scheibenberg nach Raschau übergesiedelt, und deren Oberhaupt, Reinhard Röbert (1855-1919), richtete hier eine Hutmacherei ein. Hüte waren vor hundert Iahren für junge Leute eine gern getragene Kopfbedeckung. Der Meister stellte aus den Filzen aber auch Filzschuhe her und später eine ansehnliche Auswahl an Schuhen. Dazu ließ er 1902 ein Schuhwarenfabrikati ans gebäude anbauen. Sein Sohn Hermann (1893-1964) führte das Geschäft als Schuhmachermeister weiter. Ein mancher Raschauer brachte seine zerschlisse-

nen Schuhe zur Reparatur zum 'Róbert Mann'. Auf dem Foto sehen wir unter anderen van links Reinhard Röbert, seine Gattin

Hulda, die Tochter Hulda, Marta Röbert, verheiratete Fischer und Hermann Röbert.

8 Die Handballer des Deutschen Turnvereins, 1922. Auf dem Foto ist die Handballmannschaft des Turnvereins DI 68 abgebildet. Die Sportfreunde führ-

ten ihre Spiele auf der Vogelwiese (heute an der

Dr. -Otto- Nuschke-Straße) durch. Spielleiter war 1922 Richard Meyer (1894-

1 978), auf dem Foto 2.

von rechts. Die Handballer übten jedoch zunächst auf dem Schulhof, bis sich ihr Verein 1 930 an der Pöhlaer Straße einen eigenen Sportplatz anschaffte. 1 933

wurde der Verein von den Nazis übernommen und in den 'Reichsbund für Leibesübungen' eingegliedert. Aus ihrem Gruß 'Gut Heil' wurde 'Heil Hitler' .

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