Raschau in alten Ansichten Band 2

Raschau in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Siegfried Hübschmann
Gemeente
:   Raschau
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6584-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Raschau in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

9 Der Ortspolizist FürchtegottWeber. Die Gemeinde benötigte 1891 einen neuen Polizisten. Nach einerWerbeanzeige im 'Erzgebirgischen Volksfreund' meldeten sich sogleich vierzig Personen. Die Wahl fiel auf Fürchtegott Weber aus Geyer, der noch im gleichen Iahr hier Gendarm wurde. Zur Hebung seiner Autorität bewilligten ihm die Gemeinderäte eine stattliche Uniform. Diese bestand aus einem Infanteriehelm mit Spitze, einem Seitengewehr, Mantel, Rock und Hose aus schwarzblauem Stoff, hellblauen Paspeln und weißen Knöpfen. Eine einheitliche Uniform für sächsische Polizisten gab es damals noch nicht. FürchtegottWeber (1864-1952) wurde ein geachteter und gefürchteter Polizeidiener.

Er führte gewissenhaft Buch, in dem er die Straftaten festhielt. Danach faßte er von 1891 bis 1924 insgesamt 67 6 Übeltäter wegen Diebstahl, Unterschlagung, Hehlerei, Schlägerei, Bettelei, Jagdvergehen, Vogelstellen, Widerstand und Unfug. Die erhielten Geldstrafen und Gefängnis. Der Gemeinderat hatte dafür zwei Arrestzellen im Rathaus einrichten lassen. Fürchtegott Weber war 37 Iahre im Dienst. Infolge seiner zuverlässigen Arbeit erhielt er ab 1 9 16 das höchste, einem Polizist zustehende Gehalt von jährlich 1 400 Mark.

10 Die Feuerwehr, 1925. Auf dem Foto sind etwa neunzig Kameraden der Feuerwehr vor dem Herrenhaus des 'Erbguts Förster abgebildet. Sie feierten ihr 50-jähriges Bestehen, und sie feierten drei Tage. Die eigentliche Festveranstaltung fand am 9. Mai 1925 im Hotel zum Bade statt. Die Festrede hielt der Bürgermeister und Branddirektor Alfred Seifert (1884-1930). Er zeigte darin auch die ernste Seite des Einsatzes der Feuerwehr auf. In den vergangenen fünfzig Iahren waren die Feuerwehrleute zur Bekämpfung von 48 größeren Bränden ausgerückt. Dem verheerendsten Feuer fielen im Sommer 188 1 im Oberdorfbei starkem Wind fünfBauerngüter und drei Wohnhäuser zum Opfer.

11 Das Mitteldorf, 1844. Das Bild zeigt die Freitagmühle (heute Süßmühle ), bestehend aus dem Mühlengebäude mit Kuhstall und Backstube sowie zwei Nebengebäuden. Hierher brachten die Raschauer Bauern seit Jahrhunderten ihre Ernte zurWeiterverarbeitung. Besitzer war von 1814 bis 1851 Iohann Heinrich Freitag sen. (1792-1851). Die Familie Freitag siedelte 180 1 von Zschorlau nach Raschau. Die Mühle besaß damals drei oberschlächtige Wasserräder. Produziert wurden Mehl, Graupen, Öl und Bretter. Der Müller hatte auf dem Hauptgebäude eine Reihe von Blitzableitern anbringen lassen, um Schäden bei schweren Gewittern vorzubeugen. Zwischen Kirche und

Pfarrhaus ragt der Giebel der Knabenschule hervor. Dahinter steht noch eine uralte, 1847 abgesägte Linde.

12 Die Etulfabrfk ]. & G. Gottschalck. Die Fabrik stellte vielerlei Etuis und Besteckkästen her. Inhaber in den zwanziger Iahren wurde Bernhard Augustin. Ab 1920 wurde hier produziert. Die Belegschaft bestand 1924 aus 65 Arbeiterinnen und Arbeitern. Die Fotos zeigen den weiblichen Teil der Belegschaft und die Lehrlinge 1924 sowie die Fabrikgebäude 1940. Jedoch eröffnet wurde die Firma an anderer Stelle am 3. März 1904. Der Etuimacher Franz Kafka aus Hostomitz in Böhmen lernte damals die ersten Etuimacherinnen

an. Sie arbeiteten von 7 bis 19 Uhr bei 60stündiger Wochenarbeitszeit.

13 Die Ebert-Gärtnerei, 1912. Auf dem Foto ist die Familie Ebert im Freigelände vor dem neuen Gewächshaus abgebildet, von links RobertTopfmit Gattin Iohanna, geborene Ebert, Marie Ebert, die Brüder Hans und Richard Ebert, Anna Zenker, Eduard Ebert, der Gärtner und Klara Korb, geborene Ebert. Am 1. Juli 1891 gründete Eduard Ebert (1856-1939) die Gärtnerei. Dazu hatte er Land im 'Gänsgrund' gepachtet. 1896 verlegte er die Gärten ins Mitteldorf. Dort richtete er im eben erworbenen Wohnhaus einen Laden ein. Bald stand daneben auch ein geräumiges Gewächshaus, und die Gärtnerei blühte auf.

Doch großes Leid brachte der Erste Weltkrieg über die Familie. Die beiden Söhne kehrten nicht in die Heimat zurück. Der Betrieb wurde schließlich durch

Paul Korb (1878-1965) und Richard Korb (19061988) weitergeführt.

14 An der Hauptstraße, um 1928. Auf der Hauptstraße der heutigen Annaberger Straße, verkehrten damals hauptsächlich Fußgänger. Einem Auto zu begegnen, war eine Seltenheit. Das Foto zeigt einen Straßenzug im Mitteldorf. Im Fachwerkhaus links war von 1848 bis 1884 die Elementarschule untergebracht. Darin lernten die Kleinen. Im Gasthof Anker tagte früher öfters der Gemeinderat, weshalb das Lokal auch 'Ratskeller' genannt wurde. Rechtsseitig, hart zwischen Straße und der Mittweida, steht das Häuschen des N ahrungsmittelhändlers Bruno Rößler. Er hatte 'Kolonial-,

Obst-, Wurst- und Fischwaren' sowie 'Weine, Liköre, Zigarren und Zigaretten' anzubieten. Ein echter 'Ernmaladen'. Im zweiten Haus rechts wurde traditionell das Handwerk der

Stellmacher betrieben. Der letzte Wagner war Guido Solbrig, im Volksmund 'Solbrig-Waner' genannt.

15 Die 'Spitzenklöppelei Emil Seifert'. Die Fotos zeigen den Stand der Firma auf der Leipziger Messe 1948 sowie den Inhaber der Firma, Emil Seifert (1880-1964). In der Ortsgeschichte lassen sich zahlreiche Spitzenverleger nachweisen. Sie versorgten die Klöpplerinnen mit Aufträgen und sorgten für den Absatz der Erzeugnisse. 1908 eröffneten Marie und Emil Seifert ihre 'Handklöppelei' , die sich in den

folgenden Iahren zu einer bekannten Firma entwickelte. Die Geschäftsbeziehungen reichten bis Köln, Hamburg und München sowie nach Böhmen. Hergestellt wurden Decken

in verschiedensten Formen, in allen Größen zwischen 7 cm und 2 m. Später kam noch die Erzeugung von Bettwäsche hinzu. Nach 1945 nahm das Geschäft nochmals

einen ansehnlichen Aufschwung unter Mitwirkung der Tochter Eisa Hagemann (1903-1983).

16 Marie Lorenz, Lebensmittelgeschäft an der Viehtrift, 1925. Marie und Gustav Lorenz hatten 1 91 2 einen Lebensmittelladen eröffnet. Besonders die Bewohner der Viehtrift kauften hier gerne ein, war ihnen der Weg dorthin doch nicht zu weit. Die Verkäuferin, Marie Lorenz, bot 'Kolonial-, Obst- und Fischwaren' an sowie 'Wurstwaren, Zigarren, Zigaretten und 'Iabake', auch Schuhe. Die Viehzit ist Iahrhunderte nachweisbar.

N ach in hohem Alter hatte Conrad Stämmler als letzter Gemeindehirt das Vieh auf der südlichen Viehtrift hinausgeführt. 1817 war er verstorben. Nunmehr wurde das Gelände bebaut. Das erste Wohnhaus begann Christian Friedrich Neubert 1826 zu errichten (Bergstraße 5). In Iahr-

zehnten wuchs die neue Siedlung langsam bergaufwärts, die heute als 'Bergstraße' bekannt ist.

1 7 Der 'Fußballklub Britannia', 1924. Das

Foto zeigt die Erste Mannschaft der Freien Sportvereinigung auf einer zum Fußballplatz hergerichteten Wiese an der Bergstraße. Den Spielern war es ein leichtes, sich nach dem mit 6:0 gewonnen Spiel gegen Markersbach in aufrechter Haltung fotografieren zu lassen. Schwerer wurde es ihnen zumute, wenn auf der Wiese des Landwirts Ludwig Solbrig das Gras zu wachsen begann. Dann mußten sie die provisorischen Tore wieder abbrechen und den 'Pußballplatz' aufgeben. Guter Rat war dann teuer. Unter den Spielern sehen wir unter anderen Max Georgi (knieend links), der nach dem Krieg Vorsitzender der Sportgemeinschaft Raschau wurde, Kurt Georgi,

genannt 'Benz' , der noch mit 60 Iahren Fußball spielte, und Kurt Hartmann (stehendrechts), 1924der erste Spartenleiter des Klubs.

18 Der Baubeginn der SporthalIe, 1924. Das Bild zeigt Sportler der Freien Sportvereinigung beim Ausschachten des Baugrundes. Hacke, Schaufel

und Schubkarren, das waren ihre Werkzeuge. Große Steine und harter Fels erschwerten die Arbeit. Trotzdem gingen die Bauleute mit Begeisterung

und Einsatzfreude ans Werk. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit prägte ihre sportliche Gemeinschaft. Zwei Iahre später konnten sie als Eigentümer

die 'Halle' einweihen.

17 000 freiwillige Arbeitsstunden waren geleistet worden. Manchen Sonntag hatten sie acht Stunden schwer gearbeitet.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2020 Uitgeverij Europese Bibliotheek