Raschau in alten Ansichten Band 2

Raschau in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Siegfried Hübschmann
Gemeente
:   Raschau
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6584-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Raschau in alten Ansichten Band 2'

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1 9 Der Spiehnannszug der Freien Sportvereinigung. Das Foto zeigt die Spielleute 1 92 6 beim Umzug anläßlich der Weihe der Sporthalle. Dreißig bis vierzig Musiker

trafen sich regelmäßig zu Übungsstunden. Mit ihren schneidigen Märschen beeindruckten sie die Zuhörer. Sie halfen mit, die Festlichkeiten und Höhepunkte im sportlichen Leben

des Arbeiter- Turn-undSportbundes auszugestalten. Auch auf größeren Veranstaltungen traten sie auf, so 1927 beim Treffen von 2 000 Spielleuten in Chemnitz. Ihr langjähriger

Vorsitzender, Paul Richter (1898-1974) war ein strenger Leiter. Sie nannten ihn 'Stab'. Der Spielmanszug bestand von 1923 bis 1933.

20 Die Raschauer Radfahrerhochzeit, 1926. Das Foto zeigt die Sportler des 'Arbeiter- Radfahr- Bundes Solidarität' vor der Sporthalle. Sie pflegten besonders das Saalradfahren. Jetzt hatten sie in der soeben eingeweihten Halle die besten Trainingsmöglichkeiten. Sie setzten die Traditionen des 1903 gegründeten 'Arbeiter - Radfahrervereins Wanderlust' fort, der in der Zeit des Weltkrieges eingegangen war. Diesmal trafen sich fast alle Mitglieder an einem denkwürdigen Tag. Der Radsportler Paul Georgi (vordere Reihe links) erzählte: 'Die Hochzeit des Radfahrers Walter Meyer war uns angekündigt wor-

den. Der ganze Verein war an diesem Tage unterwegs. Achtzig Sportler in weißer Kleidung fuhren aufRädern mit dem Paar zum Standesamt. Diese Hochzeit bleibt uns allen in Er-

innerung als die Raschauer Radfahrerhochzeit.' Der Verein wurde 1933 von den Nationalsozialisten verboten und aufgelöst.

2 1 Der Wirtschaftsausschuß der SporthalIe, 1929. Nachdem 1926 die Sporthalle eingeweiht worden war, fanden im meist vollen Hause zahlreiche Veranstaltungen der Sportler, der Arbeitervereine, der KPD und SPD statt. Um den Schankbetrieb kümmerte sich ein WirtschaftsausschuB, der auch die Gäste mit Speis und Trank versorgte. Der erzielte Gewinn wurde an die Vereinskasse abgeliefert. Das diente

auch der Rückzahlung aufgenommener Kredite zur Errichtung der Sporthalle. Ein solcher war bei der Bierbrauerei Männel in Wernesgrün zu tilgen. Im WirtschaftsausschuB waren

tätig (auf dem Foto vorn):

Emil Trommler (Kassierer), Gustav Kautzsch (Vorsitzender) und Adolf Zellweger (Schriftführer);

zweite Reihe: Arno Escher, Alma Kautzsch und Arno

Meichsner; hinten: Guido Brennig, Paul Georgi (Gottwald), ein Förster, Arno Riedel und Arno Illig.

22 Die Bürgermeisterwahl, 1931.Am 2.Januar 193 1 sollte die Wahl des Bürgermeisters stattfinden. In der Sporthalle hatten sich nachAussagen van Augenzeugen 700 Zuschauer eingefunden, die im Saal nicht alle Platz fanden. Die 15 Abgeordneten nahmen auf der Bühne Platz. Nach längerem Zeremoniell wurde von den vier Kandidaten Walter Weidmüller aus Harthau gewählt. Er war Kommunist. Stürmisch war der Zuspruch der meisten Anwesenden. Sie hatten sich jedoch zu früh gefreut. Der Amtshauptmann von Schwarzenberg verhinderte den Dienstantritt des demokratisch gewählten Bürgermeisters. So war

der Ort längere Zeit ohne Oberhaupt, bis am 30. Oktober 1931 Walter Gehlert (parteilos) Bürgermeister wurde. Was aber wurde aus Weidmüller? Er emigrierte 1 933 mit der Familie nach Böhmen und blieb Widerstandskämpfer. Als 1938 die Hitlerarmee die CSR besetzte, floh die Familie in die Sowjetunion. Seit der Eroberung von Odessa 1941 durch die Wehrmacht gibt es von Weidmüller kein Lebenszeichen mehr. Gattin und Tochter wurden damals nach Deutschland zurückgeführt. Das Foto zeigt Walter Weidmüller (1891-1941) mit Gattin Luise und Tochter Ilka.

23 Die Barackensiedlung, 1944. Das Bild zeigt den Bau von Wohnbaracken auf dem Arbeitersportplatz. Im Herbst 1944 rückte die Front immer näher heran. Die ersten Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten waren hier angekommen. Um schließlich alle unterzubringen, mußten zusätzlich Baracken gebaut werden. Am 28. Oktober 1944 wurde diese traurige Siedlung ihrer Bestimmung übergeben. Die hier wohnenden Familien hausten in engen Räumen, in denen es im strengen Winter von 1944/45 hundekalt war. Nach Beendigung des Krieges verließen die Menschen nach und nach

diese Provisorien. 1949 wurden die Baracken in freiwilligen Arbeitseinsätzen entfernt, und die Wiederinstandsetzung des Sportplatzes konnte beginnen.

24 Der Bau des Almhofs, 1935-1937. Nachdem Arno Georgi (1884-1963) anfangs der dreißiger Iahre notgedrungen Gebäude und 'Gaststàtte Georgenburg' an der Raschauer Viehzit hatte aufgeben müssen, begann er, abgelegen vom Ort, sich ein neues Zuhause zu schaffen. Im oberen Tal des Wemitzbächleins, umgeben von Fichtenwald, hatte er schon 1917 ein Raumgrundstück erworben, auf dem es an bunten Blumen nicht fehlte. Hier errichtete er in mehrj ähriger Arbeit ein neues Heim, dazu zwei Scheunen. Seine Ehefrau Paula war ihm eine treue Helferin. Seit 1937 lebte er hier einsam und einfach

mit seiner Familie. Bezeichnet wurde er auch als 'Einsiedler' oder einfach als der 'Kellner Am'. Das Foto zeigt den Almhofraum im Iahre 1940.

.1-

25 Arno Georgi vom Almhof. Seine Hütte nannte er 'Almhof" . Das Baumaterial hatte er aus der Umgegend besorgt. Licht erzeugte er mit Hilfe der Wasserkraft. Klareres Wasser wie hier gab es selten. Bald hielt er sich Ziegen und verkaufte deren Milch. Auch schaffte er sich einen Ochsen an. Viele Spaziergänger kehrten bei ihm ein. Sie ließen sich von

ihm fotografieren. Um die Einkäufe in den entfernt liegenden Ortschaften besser betätigen zu können, hatte er sich in fortgeschrittenem Alter auch ein Pferd zugelegt. So kam Arno Georgi angeritten und wurde zu einem echten Raschauer Original.

Der Almhofliegt in einer alten Bergbaugegend. Auf dem Charlottenstollen und dem Münzerschacht wurde vor 200 Iahren auf Eisen und Silber gebaut.

1 964 wurde der Almhofraum infolge des seltenen Pflanzenwuchses unter Naturschutz gestellt.

26 Der Umzug zurWeihe des Kriegerdenkmals, 1931. Auf dem Foto zieht die Reiterkolonne des Junglandbundes vorüber. Das 'Kino Capitol' ist noch im Bau. Der Kalender zeigt den 9. August 193 1 an,

den Tag der Einweihung des Kriegerdenkmals. Die 'Obererzgebirgische Zeitung' schrieb dazu: 'Im langen, imposanten Zug sah man sämtliche Militärvereine des Schwarzenberger Bezirkes dahinziehen, sowie die Turner, Sänger und andere Ortsvereine.' Jung und Alt war auf den Beinen. Sie standen gedrängt am Straßenrand, wie hier an der Einmündung der Bergstraße, um diesen vaterländisch geprägten Umzug zu verfolgen. Am Denkmal selbst

gedachte der 2. Vorsitzende des Militärvereins, Albert Lantzsch, in bewegenden Worten der Gefallenen des Weltkrieges, und pfarrer Bähr weihte das Denkmal ein.

27 Das Kina Capitol, Einst standen am Filmtheater die Besucher von der Straße die Treppe hinauf bis zur Eingangstür dichtgedrängt, bis die 'Kinofrau' öffnete und zur Kasse bat. 1931 wurde im 'Capitol' der erste Film gezeigt. Die Kinafrau, Martha Grabner, setzte sich ein Leben lang für das Gedeihen dieses kleinen, aber feinen Lichtspielhauses ein. Freitags, sonnabends und sonntags wurde gespielt. Viele Raschauer waren eng mit ihrem Kino verbunden. Wie schlugen die Herzen höher, wenn Johannes Heesters, Hans Albers, Heinz Rühmann oder Zarah Leander und Ilse Werner mitwirkten. Noch im März 1945 ließ der Besitzer, Erich Grabner, als

Soldat an der näherrückenden Front sein Leben. In den letzten Kriegstagen wurde gar auf der Straße vor dem Kino eine Panzersperre aufgerichtet. Nach dem Krieg gelangte das

'Capitol' unter Friedrich Wolf zu neuer Blüte. Dann kam das Fernsehen auf. Die Besucherzahlen schwanden, und langsam näherte sich dem Kino das Aus.

28 Die Gaststätte Felsenkeller, 1928.1870 eröffnete August Haustein (1836-1893) das Gasthaus. Schon seit 1860 betrieb er in seinem Hause auch eine Tischlerei. Der Sohn Guido Haustein

( 1 8 7 3 -1 9 1 7) führte das Werk des Vaters fort, wurde 19 15 Soldat und kehrte aus dem Krieg nicht zurück. Seine Gattin Frieda Hau-

stein (1885-1975) übernahm den Schankbetrieb. Die Gastwirtschaft besaß ein Vereinszimmer und wurde zu einer behaglichen Einkehrstätte. Die Vereine hielten hier ihre Feiern und Zusammenkünfte ab. Mancher brave Zecher erinnert sich gern an hier verbrachte Stunden. Der 'Felsenkeller' ist heute die älteste Gaststätte im Ort.

Die Einwohner gaben dem Lokal den auf Tradition beruhenden Ehrennamen 'Tischer Fried'.

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