Raschau in alten Ansichten Band 2

Raschau in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Siegfried Hübschmann
Gemeente
:   Raschau
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6584-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Raschau in alten Ansichten Band 2'

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29 Die Firrna Iohanne Wachsmuth. Die Fotos zeigen die Gebäude der Firma um 1953 und den Unternehmer Heinz Wachsmuth. 1925 eröffnete ]ohanne Wachsmuth (1899-1965) mit ihrem Gatten Erich (1897-1969) das Unternehmen, das Herstellung und Handel erzgebirgischer Klöppelspitzen betrieb. Bald fanden 25 Klöpplerinnen hier Arbeit.

Die Erzeugnisse verkaufte Frau Wachsmuth, indem sie hausieren ging. Das erforderte Tatkraft und Geduld. Ihre Fahrten führten sie weit hinaus, so in die Kureinrichtung nach Oberschlema oder auf den Fich-

telberg und in die 'Wolfner Mûhle', manchmal bis nach Dresden, wo sie überall ihre Waren feilbot. 1947 wurde die Gardinenproduktion aufgenommen. Die Firma leitete nun Heinz Wachsmuth (1920-

1996).]etztwaren 60 bis 70 Arbeitskräfte angestellt. Einen weiteren Fortschritt brachten zwei Patente zur Erzeugung von Schals mit Franzen, Kinderwagendecken und Tischdecken.

30 Der Handelsmann Emil Mennicke. Die Fotos zeigen Emil Mennicke als Handelsmann und das 1950 eröffnete Geschäft. Emil Mennicke (18921959) war als Kriegsbeschädigter aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekommen. Um sich eine neue Existenz aufzubauen, begann er am 20. Aprill925

sucht, auf diese nicht einfache Art ihren Broterwerb zu sichern. Die meisten scheiterten. 192 9 ließ Emil Mennicke sein Haus aus-

als Händler und Hausierer. Den Tragkorb prall gefüllt mit Küchengeschirr aus dem Freitag-Emaillierwerk, ging er aufReisen und verkaufte seine Ware von Haus zu Haus. Die Bahn führte ihn mitunter weit von zu Hause fort, so bis nach Oberwiesenthal. Im Ort hatten in jener Zeit mehrere Handelsmänner ver-

bauen, heute Annaberger Straße 20. Hier wurden 1950 ein Laden für Hausund Küchengeräte eröffnet sowie ein Fuhrbetrieb.

31 Der Kaninchenziichtverein, 1940. Das Foto zeigt die Zuchtfreunde während der Hasenausstellung im 'Gasthaus zum Böhmischen Bier' beim Gastwirt Fritz Hohmuth. Der Verein besteht seit 1887. Oben: Max Meichsner, Walter Bach, Emil Bock und Karl Hermann. Zweite Reihe: Walter Gehlert, Paul Weißflog, Hans Schmiedel, Paul Riedel, Paul Lang, Walter Steudel, Willy Schäfer, Frau Hohmuth, Walter Meinhold II, Paul Güra, Walter Meyer, Ernst Haustein, Max Bock, Karl Neubert und Walter Kretzschmar. Sitzend: Walter Meinhold I, Paul Korb, Bruno Neubert, Willy Merkel, Paul Richter, Ernst Pohlheim (Preisrichter) und Ernst Meinhold.

32 Gebr. Solbrig, Maschinenfabrik. 1924 richteten die Brüder Arno Solbrig (1879-1945) und Willy Solbrig (1883-

1940) eine Maschinenfabrik ein, nachdem deren Vater Friedrich Solbrig (1851-1922) im Iahre 1883 als Handwerker den Betrieb gegründet hatte. Die Brüder bauten zunächst Maschinen zur Herstellung von Papier und Pappen. Das Foto zeigt die Fabrik um 1927. In der dritten Generation begannen die Brüder Paul Solbrig (1906-1 981) und Gerhard Solbrig (1913-1996) die Firma für die Produktion von Wasserturbinen umzustellen. Bemerkenswert ist,

daß die Familie Haustein an gleicher Stelle im 1 9. Jahrhundert Feuerspritzen herstellte. Mit einer solchen war auch die Raschauer Feuerwehr ausgestattet. CarlAugust Hau-

stein (1770-1847) hatte eine Druckspritze hergestellt, zu deren Bedienung eine Mannschaft von 32 Feuerwehrleuten nötig war.

33 Das alte Forsthaus. Das Foto zeigt die alte Oberförsterei. Hier befand sich seit 1850 das Forstamt. Hier trafen sich auch frühmorgens die Forstarbeiter, wenn die Arbeit rief. Vorher lebte hier seit 1680 die Familie Bock. Der letzte Bauer auf dem Halbgut, Friedrich August Bock

( 1 803 -1 850) , hatte si ch aus Melancholie erhängt. An die Familie erinnert heute nur noch der Bockgutweg, der am Langewiesenbach entlangführt. Ein auf gute Sitten achtender Förster war der Oberförster Bretschneider. Das Auftreten des Bürgermeisters war ihm einer Beleidigung gleichgekommen. Deshalb

schrieb er 1896 an den Gemeinderat: 'Nachdem es vorgekommen ist, daß der Gemeindevorstand Herr Dittmar bei der Anbringung derWünsche des Gemeinderates in taktloser

über die Bewirtschaftung des hiesigen Gemeindewaldes fernerhin aufzuheben.'

Weise mit brennender Zigarre mein Arbeitszimmer betreten hat und ich vermeiden will, ihm deshalb aus dem Hause herauszuweisen, sehe ich mich genötigt, die Beaufsichtigung

34 Die Forstarbeiter, 1943. Das Foto zeigt Forstarbeiter in Abteilung 14 bei der Mittagspause. Der 'Kellner-Arn', der in der Nähe sein Heim gebaut hatte, fotografierte sie:

Oben: Helene Ott, Hanna Grimm, Lothar Lang, Albert Kaufmann, Gotthard Kaufmann und Rudi Schubert. Unten: Emil Viertel, Kurt Lorenz, Paul Hermann, Paul Bach und Hans Müller. Sie leisteten bei Wind und Wetter zu jeder Jahreszeit mit Beil und Handsäge schwere Arbeit. Auf dem täglichen Fußweg in den Wald waren sie oft mehrere Stunden unterwegs. Die Grenzen des alten Raschauer Forstre-

vi ers verliefen die Kleine Mittweida aufwärts bis zum Flößteich, dann westwärts über die Vogelbeerstraße zum Kunnersbach und nordwärts teils am

Friedrichsbach entlang zu Bärskamm und Dürre Leithe. Das Revier bestand aus 69 Abteilungen, die dem Raschauer Oberförster unterstanden. Die höchste Er-

hebung bildete mit 943,2 Metern der trigonometrische Punkt am Hundsmarterflügel.

35 Der FotografMax Mennicke. Auf den Bildern sehen wir Max Mennicke (1874-1967) und sein Wohnhaus, Annaberger Straße 5, das 1 977 abgerissen wurde. Am 16. Ianuar 1902 erhielt er die Berechtigung, die Fotografie berufsmäßig zu betreiben.

N eben seinem Haus richtete er ein Atelier ein. Hier ließen sich nun Jung und Alt meist zu besonderen

Anlässen aufBildern festhalten. Im Laufe mehrerer Jahrzehnte hinterließ uns Max Mennicke eine stattliche Anzahl an Fotos, darunter Ansichtskarten über den Heimatort. Darin be-

steht sein besonderesVerdienst. Doch der Fotograf war auch Hühner- und Bienenzüchter und ein reger Mitgestalter im Geflügel- und Imkerverein sowie im Gartenverein.

1911 übernahm er einen Laden für Schnittwaren, Konfektion und Geschenkartikel (heute Annaberger Straße 45), den vorher Bernhard Richter, ein Verwandter, innehatte.

36 Der Geflügelverein. Das Foto zeigt die Senioren 1957. Oben: Max Reinwart, Emil Mennicke, Richard Hübschmann, Richard Seltmann, Albin Hübschmann und Emil Kautzsch. Unten: Albert Lehmann, Friedrich Weigel, Max Mennicke, Albert N aundorff, Albin Bader und Arno Wolf. Der Verein wurde 1887 gegründet. 'Die Geflügelzucht in jeder nutzbaren Beziehung zu fördern', war sein Anliegen. 1902 wurde im Statut festgelegt, daß jedes Mitglied verpflichtet ist, kein fremdes Geflügel wegzufangen. Im Verein hatten sich an die fünfzig Züchter zusammengefunden, die auch jedes Iahr ihre prächtigsten Tiere zu Ausstellungen präsentierten: Hühner, Tauben, Gänse, Enten. Vor 1950 wurde dazu traditio-

nell der Saal im 'Schweizerhof' in Mittweida - Markersbach genutzt. Langj ährig verdienstvolle Vorsitzende in alter Zeit waren Ottomar Oskar Meichsner (1866-

1 95 1) und Albin Bader

(1886-1964). Max Mennicke war 72 Iahre lang Mitglied.

37 Die Papierfabrik Riedel & Fischer, 1930. Auf dem Foto ist die 'Rußhütte' zu sehen. Die alte, halb verfallene Fabrik hatten die neuen Inhaber 1927 erworben. Nach schwerer Anfangszeit stabilisierte sich der Betrieb. Er konnte in den dreißiger Iahren wesentlich vergrößert werden. 1 937 wurde ein 35m hoher Schornstein errichtet. Eine rentable Filtrierpapierfabrik war entstanden, die zeitweise bis zu 50 Arbeiter beschäftigte. An gleicher Stelle hatte 1850 Christian Heinrich Bock (1800-1868), Besitzer des Pöckelgutes, ein Wohnhaus mit Mühle errichten lassen. Dort wurde später mit der Erzeugung von Pappen begonnen. Gustav Müller (1847-1925),auch'Pappen Tav' genannt, setzte die Pappenproduktion aus

Holzschlifffort und erweiterte die Fabrik. Die Bezeichnung 'Rußhütte' ist wahrscheinlich auf die Herstellung von Ruß anfangs des 19. Jahrhunderts

zurückzuführen. Den ältesten Hinweis auf das Grundstück finden wir 1562, als Thomas Teubner, Hammerherr, auf der Wiese an der Mündung

des Langewiesenbachs ein Haus errichten ließ, das wegen des nassen Untergrundes auflauter Erlenstöcken gestanden haben soll.

38 Der Gasthofzum Schweizerhofin Mirtweida, um 1910. Das Foto zeigt die Gaststätte, davor eine Limousine mit zwei vornehmen Herren in Zylinderhüten als Fahrgäste. Im Gasthaus befand sich ein geräumiger Saal. Dort trafen sich einstjung und Alt zumTanz. Einige der zahlreichen Raschauer Vereine führten hier ihre Bälle und Vergnügen durch, obwohl die 'Flaaschbank' doch zum Nachbarort gehörte. Die Wirtsleute Ida und Paul Müller sorgten stets vorzüglich für ihre Gäste. Ursprünglich stand die Gaststätte auf der anderen Straßenseite. Zum Heiligabend 1877 war sie j edoch abgebrannt und wurde an jetziger Stelle

neu errichtet. Die Fleischbankgerechtigkeit indes besteht schon seit dem

10. November 1665, als sie Iohann Frölich, ein alter Landsknecht, erworben hatte.

(,~sthof ". Schu'l'izerhof.

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