Raschau in alten Ansichten Band 2

Raschau in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Siegfried Hübschmann
Gemeente
:   Raschau
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6584-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Raschau in alten Ansichten Band 2'

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39 Arno Merkel, Spediteur, 1916. Auf dem Foto ist er als Soldat abgebildet mit seiner Gattin Rosa und derTochter Dora. Arno Merkel (1875-1964) war Hauptmann der Freiwilligen Feuerwehr, wurde

1 911 zum Wehrleiter gewählt und führte dieses verantwortungsvolle Amt bis 1936 zu aller Zufriedenheit aus. Von Beruf war er Spediteur, der mit seinem pferdefuhrwerk nicht nur im Ort gut bekannt war. Er fuhr auch unzählige Raschauer in seinem Leichenwagen zur letzten Ruhestätte auf den Friedhof. In seinem Haus (Schulstraße 8) betrieb er ab 1 92 5 ein Geschäft für Materialwaren und Briketts.

40 Der Bürgermeister Alfred Seifert. Das Foto zeigtAlfred Seifert (18841930), der von 19 1 9 bis 1930 im Ort das Amt des Bürgermeisters ausübte. Nachdem aus dem Sozialdemokratischen Verein 1909 die Ortsgruppe der SPD hervorgegangen war, wurde Alfred Seifert zu deren Vorsitzenden gewählt. In Raschau stimmten zu den Reichstagswahlen 1912 über 70% für die SPD. Andersdenkende bezeichneten den Ort als 'rotes Nest'. Zur Bürgermeisterwahl 19 1 9 hatten sich fünf Kandidaten gemeldet. Der Gemeinderat entschied sich für den Klempnermeister Alfred Seifert. Er übernahm den Vorsitz in schwerer Zeit.

Hunger und Arbeitslosigkeit plagten die Bürger. Die Gemeindekasse war leer. Seifert übernahm den Erwerbslosenausschuß, der versuchte, die zur Arbeitslosigkeit verurteilten Menschen finanziell zu unterstützen. Durch die Geldentwertung 1923 wurde die Lage noch trostloser. Zunehmende Querelen zwischen den Arbeiterpar teien und die aufkommende Nazibewegung machten ihm die Amtsführung nicht leichter. Ein frühzeitiger Tod setzte seinem Wirken ein Ende.

41 Ernst Fischer, Lebensmittelgeschäft, 1925. Das Foto zeigt den Laden vom 'Fischer Ernst' im Iahre 1925. Ernst und seine Gattin Martha Fischer (3. und 4. von links) hatten 1920 das Haus des Korkfabrikanten Gustav Scharr erworben und umbauen lassen. Noch im gleichenjahre eröffnete Martha Fischer das Geschäft. Das ist auch an der Tafel an der Hauswand erkennbar. Sie wurde nun Verkäuferin von 'Kolonial-, Obst- und Fischwaren, Zigarren, Zigaretten und Tabaken, feiner Wurstwaren und Schuhwaren' . Auch Kohlen und Briketts standen im Angebot. Der Laden gedieh vortrefflich. Trotz Krise und Krieg konnte die Familie Fischer mit Fleiß

und Energie den Handel erweitern. 1948 wurde die Drogerie eingerichtet, und danach konnte auch der Farbenhandel beginnen.

42 DieTischlereiApfelstädt, 1941. Auf dem Foto ist Tischlermeister Benno Apfelstädt mit seinen Mitarbeitern im Iahre 1941 abgebildet. Wir sehen von links den Tischler Fellinghauer, den Lehrling Erich Zahn, Horst Stro belt, Benno Apfelstädt, Jean Route, französischer Kriegsgefangener, Söhnchen William, den Lindner und RudolfMüller. 1851 begann Carl Apfelstädt (1816-1865) hier das Tischlerhandwerk auszuüben. Der Sohn Wilhelm (1850-1914) setzte das Unternehmen fort. Er ließ eine Werkstatt anbauen, und die Tischlerei blieb auch fortan in der Familie.

1931 übernahm Benno Apfelstädt (1901-1978) den Betrieb. Er war nicht nur durch seine vorzügliche Arbeit als Tischlermeister bekannt, indem er Möbel herstellte. Er war

auch mit der Heimat und mit der Natur eng verbunden. So wirkte er im Erzgebirgsverein, markierte als Kreiswegemeister die kilometerlangen Wanderwege, und im Winter traf man

ihn mit Skiern in den Wäldern. In den Reihen der Feuerwehr wurde er mehrmals ausgezeichnet.

43 Die erste Korkfabrik in Raschau. Das Haus, Schulstraße 46, ließ Wilhelm Merkel errichten. Dort eröffnete er am 30. November 1859 eine Korkfabrik. Dies war der erste Industriebetrieb im Ort. Das Hauptgebäude mit seinen Fensterläden gleicht eher einem bürgerlichen Wohnhaus als einer Fabrik. Dahinter steht das hohe Kor kniederlagsge bäude. Begünstigt wurde das Unternehmen durch die 1859 erfolgte Eröffnung der Bahnlinie von Zwickau nach Schwarzenberg. Beim Transport des Korkholzes vom Schwarzenberger Bahnhof nach Raschau mit dem pferdefuhrwerk wur-

den die Samen der spanischen Wucherblume verbreitet, die bald als 'Schwarzenberger Edelweiß' bekannt wurde. Wilhelm Merkel (1810-1881) verkaufte 1863 die Firma, doch der Name blieb.

Noch kurz vor seinem Tod bestimmte ihn der Gemeinderat 'in Anerkennung seiner Verdienste um die hiesigen Korkfabriken' für die Auszeichnung mit einem Ehrendiplom.

44 Carl Lindemann, Korkfabrikant (18311904) . Nach gründlichen Überlegungen um die Zukunftschanchen der aufkommenden Korkindustrie entschloß sich der in Neustädtel geborene Carl Lindemann, ein gelernter Buchhändler, eine Korkfabrik zu eröffnen. In Hohnstein begann 1 855 diese Fabrik mit der Erzeugung. 1858 verlegte er die Firma nach Dresden. Am 2. Mai 1863 kaufte er in Raschau die Fabrik des Wilhelm Merkel. Die Firma setzte sich im Konkurrenzkampf durch. Sie wurde mehrmals erweitert. 1888 waren bereits 100 Arbeiter tätig. Carl Lindemann übte mehrere Ehrenämter aus. Er wurde Vorstandsmit-

glied im Bund der Industriellen, des Deutsch-Russischen Vereins. Neunzehn Iahre war er Vorsitzender des Sächsischen Exportvereins , dem 1 100 Firmen angehörten. Er war auch Vorsitzender des Verbandes deutscher KorkindustrielIer. 1897 wurde er Konsul in Ekuador. 1 9 13 wurde die Dorfstraße ihm zu Ehren in 'Lindernannstraße' umbenannt. Seine Söhne Oskar und Walter spendeten 1 9 16 für die Gemeinde 15 000 Mark für die Errichtung einer Turnhalle.

45 Die alte Mühle der Korkfabrik. Gustav Graupner (1849-1918) hatte hier 1 874 eine Gerberei und eine Spunddreherei eingerichtet. Ein unterschlächtiges Wasserrad von 5,4 m Durchmesser setzte das Räderwerk in Gang. In einem Pochwerk wurden die Rinden durch zwölf hölzerne Stempel zerstampft. Graupner war im Dorf Orts- und Friedensrichter. Um 1900 übernahm die Korkfabrik Wm Merkel die Mühle. Sie diente jetzt der Herstellung von Kunstkorks. Nunmehr wurden Korkholzabfälle zermahlen. Um eine größere Leistung zu erzielen, baute man ein oberschlächtiges Wasserrad ein. Dazu mußte im Wasserlauf

ein Ober- und Untergraben angelegt werden. Dazwischen drehte sich das Kunstrad über das Fluder. Erzeugt wurden verschiedene Sorten Isoliermaterial. Noch 1950 unter Ben-

der & Merkel wurde hier fleißig gearbeitet, bevor 1983 das alte Haus (ehemals Schulstraße 45) und ein Teil der Nebengebäude wegen Überalterung abgerissen wurden.

46 Das Haus, Schulstraße 60,1927. In diesem Haus neben dem Schulhofbefand sich einst eine der zahlreichen Raschauer Korkfabriken. Unternehmer waren hier Iohann Heinrich Mester (18401901), der die Fabrik um 1880 eröffnet hatte, und Gustav Dietz (1867 -1 91 8) . Vordem arbeiteten hier Handwerker, so ein Bäcker, ein Gerber, ein Schuhmacher. Auch der Bergherr August Liebegott Scherfig wohnte hier. Er besaß um 1840 die 'Cifihûtte' am Knochen und Anteile an der Fundgrube Catharina. In seiner Oberstube war die Klöppelschule untergebracht. pfarrer Jonas

Schneider (1631-1695) hatte hier sein Heim. Er hinterließ uns traurige Nachrichten vom Pestjahr 1680. In einem inzwischen abgerissenen Nebengebäude hatte in den

zwanziger Iahren unseres Jahrhunderts die Sanitätskolonne ihren Unterschlupf gefunden.

47 Die Kräherkapelle, 1903. Die Blaskapelle hat sich vollzählig im Garten von August Kräher versammelt (heute Schulstraße 61) . Diesmal wird nicht nur ein Walzer eingeübt, sondern der Fotograf ist gekommen, um zur bleibenden Erinnerung die Musikanten zu knipsen. Das Foto zeigt von links oben: Albin Riedel, Max Kräher, Hermann Kräher, Emil Kräher und Albin Kräher mit der Tuba; unten:

Ernst Pöhler, Arno Richter, Iohann Prager, August Kräher und Nachtigall. Die meisten der Musiker arbeiteten in der Korkfabrik Wm Merkel. Dort wurde 1903 wöchentlich 60

Stunden und mehr gearbeitet. So blieb für das musische Freizeithobby recht wenig Zeit. Der Kapellmeister August Kräher (18481904) war 1903 schon 32 Iahre Korkschneider, und

'Schweizerhof" und zum Langenberger Vogelschießen. Jung und Alt drehte sich im Walzertakt, wenn an den Wochenenden die Kräherkapelle aufspielte.

als Musikus beging er im gleichen Iahr das 40jährige Jubiläum. oft spielten sie in Bermsgrün, dann in Grünstädtel, Erla, Pöhla, Scheibenberg und Zwönitz, im Mittweidaer

48 Das SchuIfest von 1904. Aller vier Iahre wurde ein Schuifest begangen. Diesmal wurde dabei der 20.Jahrestag der 'Zentralschule' gefeiert. Auf dem Foto ist ein Teil der Schüler vor dem Beginn des Festzuges abgebildet. Als Musikanten werden sie vorneweg marschieren. Der Herr im Zylinder ist der Schulleiter Hugo Cölestin Langer. Es reitet ein 'Herold zu pferde' voran. In der Mitte vorn steht der Schüler und 'RegimentsTambour' Paul Korb, dazu die Trommler und 36 Knaben als Fanfarenbläser. Sie tragen alle die Sportkleidung des Deutschen Turnvereins Dt 68 und nachgeahmte Helme der sächsi-

schen Armee. Im Festzug formierten sich sodann alle Schüler, die Feuerwehr, zwei Musikchöre, die Lehrer. Auch der Schulvorstand

lief mit, darunter der Gemeindevorstand Heinrich Dittmar und die beiden Gemeindeältesten.

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