Raschau in alten Ansichten Band 2

Raschau in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Siegfried Hübschmann
Gemeente
:   Raschau
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6584-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Raschau in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

49 Das SchuIfest von 1913. Der 'Schulausschuß' hatte mit tatkräftiger Unterstützung interessierter Eltern zur Finanzierung eine Geldsammlung organisiert. Nun konnte das Fest gefeiert werden. Es sollte das letzte vor dem großen Krieg sein. Das

Foto zeigt, wie die Schüler auf dem Schulhof zum Festzug angetreten sind. Vorneweg der übliche 'Regiments- Tambour', dann der Knabentrommelchor und die Fanfarenbläser, allesamt mit Helmen. Es folgten fünfzehn Schulklassen und mehrere Festwagen. 1913 lernten hier 658 Kinder. Begleitet wurde der Umzug von der Feuerwehr und den Lehrern Emil

Oelßner, Richard Schneider, Alfred Kluge, Johannes Hammer, Robert Lehnert und Albert Lantzsch. Der Umzug endete auf dem Festplatz. Dort drehte sich diesmal ein Karussell. Die

Glücksbude war dicht umlagert. Die Schüler bekamen kostenlos ein Würstchen und zehn Fahrten mit der 'Reitschule'. Den Abschluß bildete ein abendlicher Lampionumzug.

50 Wandertag in der Volksschule, 1919. Wander tag ist angesagt, bei den Schülern stets sehr beliebt. Heute ist ein Ausflug in die Wälder vorgesehen. Die Kinder sollen die Umgebung kennenlernen. Das Foto zeigt Schüler mit ihrem Lehrer Robert Lehnert. Diesmal wanderten sie den Pöckelwald hinauf, vielleicht am Wettinstein vorüber, und nun stellen sie sich am Ziegenfels dem Fotograf. Lehrer Lehnert unterrichtete in Raschau von 1906 mit Unterbrechungenbis 1932.Zum Vorsitzenden des Erzgebirgszweigvereins wurde er 1 92 0 gewählt.

5 1 Die Klöppelschule, 1925. Das Foto zeigt die Klöppelschülerinnen mit ihrer Lehrerin, Fräulein Klötzer, die sieben Iahre hierorts wirkte. Die Klasse war damals in einem Zimmer des 1924 angebauten Flügels derVolksschule untergebracht. Auch in Raschau war das Klöppeln seit jeher weit verbreitet. August Schumann schrieb um 1825 in seinem Lexikon: 'Da sitzen nicht selten 10 und mehr Klöpplerinnen vor einem Haus, und vor dem nächsten Hause schon wiederholt sich das Schauspiel. oft würde man durchs ganze Dorf wohl 300 und mehr Klöpplerin-

nen auf diese Weise zählen können.' Eine Klöppelschuie bestand im Ort schon 1840, die 1861 durch eine 'Nähtschule' erweitert wurde. 1882 jedoch wurde der mangelnde Besuch be-

klagt. Wahrscheinlich wurde die Einrichtung danach aufgelöst. 1910 meldeten sich 11 2 Kinder für eine neu zu gründende Klöppelschule an, die 1914 eröffnet wurde. Zunächst

klöppelten sie im Rathaus, 1919 im 'Anker', später in der Volksschule.

52 Die Lehrerschaft, 1934. Nachdem 1933 sechs Lehrer infolge ihrer politischen Haltung entlassen oder versetzt worden waren, kamen neue Lehrkräfte zum Zuge, die die Jugend im Sinne der neuen Macht erziehen sollten. Die meisten von ihnen waren Mitglied der NSDAP. Auf dem Foto sehen wir: Stehend: Andreas Hart, Karl Schreiber, Ernst E1ßner, Ruth Wollmann, Paul Horner, Charlatte Spiegel, Fräulein Enders (Kochschule), Reinhold Hertel, Fritz Quaas, Eva Zeißing und Herbert Stahn. Sitzend: Johannes Flemming, Wilhelm Peschke, Hermann Thiele (Schulleiter), Fritz Schwarzmeyer und Kurt Dittmar. Die Lehrer E1ßner und Stahn kehrten aus dem Zweiten Weltkrieg nicht zurück.

53 Das Dinterkreuz von 1831. Der Pädagoge und Theologe Gustav Friedrich Dinter (1760-1831) war als junger Mann ins Erzgebirge gekommen und hatte die Friederike Peck, Raschauer Pfarrerstochter, kennengelernt. Beide verliebten sich. Friederike starb jedoch plötzlich im 23. Lebensjahr. Er konnte sie sein Leben lang nicht vergessen. Dinter wurde ein bekannter Pädagoge. Sein Werk umfaßt 44 Bände, in denen er seine Ansichten über Erziehung und Unterricht darlegte. Besonders befaßte er sich mit der methodischen Gestaltung des Religionsunterrichts. Nach seinem Tode fand am 23. Juli 1831 in Raschau eine würdige Ehrung dieses Pädagogen statt. Aus gegebenem Anlaß wurde das Dinterkreuz ge-

setzt. Es trägt die Inschrift 'Zu Dinters Andenken den 23. Juli 1831' und 'Friederike Peck 1786'.

54 Das Kriegerdenkmal. Am 26. Februar 1875 beschloß der Gemeinderat, eine Sammlung für die Erstellung eines Kriegerdenkmals durchzuführen, um der in den beiden letzten Kriegen gefallenen jungen Männer zu gedenken. Mit dem erzielten Erlös konnte dasVorhaben verwirklicht werden. Das Denkmal wurde vor der Schule nahe am Ufer der Mittweida aufgestellt und feierlich eingeweiht. Später wurde es umgesetzt an die untere Friedhofsmauer. Inzwischen sind die Inschriften längst verwittert, deshalb seien hier die Gefallene namentlich erwähnt:

Aus dem 'Deutschen Krieg' von 1866 kehrten nicht zurück: Friedrich August Haustein, 25 Jahre; Christian Friedrich Weigel, 25 Iahre und Ernst Albrecht

Viertel, 27 Iahre. Im 'Deutsch-Französischen Krieg' von 1870-71 ließen ihr Leben: Karl Friedrich Riedel, 21 Jahre; Friedrich Eduard Schubert, 25 Iahre und Karl Hermann Klug, 24 Iahre.

55 Die 'Hirtbrück' um

19 S o. Auf dem Foto ist das Hotel Hirtbrück abgebildet. Das gastliche Fachwerkhaus in eigenwilligem Baustil, ausgestattet mit großem Gastraurn, mitVereinszimmer, Fremdenzimmern, dazu ein Vorgarten, zog so manchen erwartungsvollen Gast an. Mit der schönen großen Trauerweide daneben wurde das Lokal zu einem zentralen Wahrzeichen von Raschau. Hier war derTreffpunkt bürgerlicher Vereine, so seit 1914 des Erzgebirgsvereins. An gleicher Stelle stand vor einhundert Iahren ein laubenartiges Gartenlokal, das zu 'Schmiedels Gaststätte' gehörte. Emil Schmiedel (1862-1945) ließ es 1911 durch die 'Hirtbrûck' ersetzen. Hier im Zentrum von Raschau beginnt der Pfarr-

weg, ein Wanderweg, von dem aus man den Emmler und Langenberg mit der alten Bergbaulandschaft erreichen kann.

56 Sauschlachten, 1928. Wenn in den Vereinen ein Fest begangen wurde, gehörte oft ein zünftiges Schweineschlachten dazu. Im Ort waren seinerzeit zahlreiche Vereine tätig, darunter der Gartenverein, die Schützengesellschaft, drei Sportvereine, der Konzertinaverein, die Geflügelund Kaninchenzüchter, die Blaukreuzler, ein Militärverein, die Feuerwehr und Gesangvereine. Und alle feierten ihre Feste. Zum Andenken an die schöne Schweineschlacht ließen sich die jungen Leute vom 'Jugendverein Concordia' fotografieren. Die meisten haben sich schon einen 'kleinen Schwips' angetrunken. Den Säuen haben

sie bereits den Garaus gemacht. Rechts unten im Bild: Schmiedemeister Paul Müller.

57 'Rascher Originale'. Zu Originalen wurden Mitbürger, die durch ihre Eigenheiten, ihren Lebenswandel, durch manch schwache Seite auffielen und dadurch bekannt wurden. Sie gehörten meist zu den armen Schichten der Bevölkerung. Mit Betteln und Hausieren suchten sie ihr Dasein zu fristen und zu verbessern. Die Not war ihr ständiger Begleiter. Einige bewohnten das Armenhaus der Gemeinde (heute Bergstraße 8). Von den Dorfbewohnern wurden sie bemitleidet und belächelt, aber ihnen half auch, wer wollte und konnte. Bei den Umzügen zu Schul- und Heimatfesten wurden die 'Origina-

ie' van heimatverbundenen Bürgern nachgestaltet. Auf dem Foto sehen wir die Originale im Festzug vom 14. September 1958. Van links: Arno Weigel, Kurt Lorenz, Dora Neubert,

Iutta Lorenz, Hans Mennicke, Ernst Walter, Hans Blechschmidt und Max Schreier. Die echten Originale waren aber einst der 'Roscher Taf", der Drehorgelspieler Oelsner mit sei-

nem Mienel, der Leierkastenmann August Schreiter mit seiner garstigen Bertha, der 'Schof-Emst', der 'Bucker Sand' , der 'Laabnschön' und der 'Schûttelfranz' .

58 Der Lehrer Richard Schneider, 1900. Zur Iahrhundertwende lieB sich die Klasse 1 b mit ihrem Lehrer Richard Schneider (18591955) fotografieren. Sie waren sechzig Schüler. Was mag er seinen Zöglingen

für das neue Jahrhundert mit auf den Weg gegeben haben? Der Lehrer war seit 1880 im Schuldienst und 1884 nach Raschau gekommen. Hier lehrte er an der Schule bis 1924. Bald nannten sie ihn ' der klaane

Schneider'. Von 1913 bis 1924 war er Schulleiter der Volksschule Raschau. Zum 40. Dienstjubiläum eröffnete er eine Stiftung, deren Erlös der Schülerbücherei zugute kommen sollte. Noch heute erinnert die

Richard -Schneider - Aussicht am Emmlerweg zwischen MühlstraBe und Knochen an das Wirken dieses verdienstvollen Raschauer Schulmeisters.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2020 Uitgeverij Europese Bibliotheek