Raschau in alten Ansichten Band 2

Raschau in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Siegfried Hübschmann
Gemeente
:   Raschau
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6584-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Raschau in alten Ansichten Band 2'

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59 Die Einheitsfrontdemonstration, 1932. Im Sommer 1 932 war die Bevölkerung zu Reichstagswahlen aufgerufen. Die Leitungen der örtlichen KPD und SPD einigten sich, eine gemeinsame Demonstration zu organisieren. Ziel war, Wählerstimmen für die Arbeiterparteien zu gewinnen, denn auch in Raschau erstarkte die Nazibewegung. Das Foto zeigt den Demonstrationszug vom 14. Juli 1932. Vom Stellplatz an der Schule marschierten sie die Dorfstraße hinunter und dann durch den ganzen Ort, die Sozialdemokraten vorneweg, hier am Wendler-Schuster-Haus (Schulstraße 69) vorüber. Der Umzug scheint nicht um-

sonst gewesen zu sein. Bei den Wahlen vom 31. Juli

1 932 erhielt die SPD 383, die KPD 952, die Nazis 918 Stimmen. 310 Bürger wählten elf andere Partei-

en.

60 Der Konzertinaklub. In Raschau bestand schon vor 1924 ein Konzertinaverein, bekannt war auch der Langenberger. Bei Umzügen und Festlichkeiten waren die Musikanten zugegen. Sie spielten oft zum Tanz auf. Ihre Musik war auch bei den Sportlern begehrt, so als sie 1924 im 'Schweizerhof" bei den Fußballern aufspielten. Das Foto zeigt den Konzertinaklub 1 950. Van links: Arno Weigel, Kurt Schäller, Max Beyer, Max Schuffenhauer (Póhla), KurtTilp (Grünstädtel) und Willy Kircheis. Arno Weigel (1897 -1986) wurde auch als Alleinunterhalter bekannt. Man nannte ihn 'Weigel-Schnei-

der-Arn'. Als virtuoser Musiker wurde Kurt Weigel (1920-1998) berühmt.

Er komponierte selbst und wurde mehrmals DDRMeister im Konzertinaspielen.

61 Die Villa des Dr. med. Bahr, um 1925. Der Arzt, Dr. med. Richard Bahr

( 1 867 -1 92 9) kam 1 893 nach Raschau. Im Ort lebten damals 2 850 Einwohner. Diese und Patienten aus den umliegenden Orten hatte er zu betreuen. Dr. Bahr trat die Nachfolge folgender Ärzte an: Dr. Carl Wilhelm Frey, van 1847 bis 1874 in Raschau; Dr. med. Bernhard Hermann Küchler, hier van 1875 bis 1 889; Dr. med Eduard Lorrmann, van 1889 bis 1893 in Raschau. Dr. Richard Bahr hatte hierorts 1896 eine Typhus- und Diphterieepidemie zu bekämpfen. 1903 richtete er einen Isolierraum ein, der bei Auftreten der Pest genutzt werden sollte. 1907 erwarb er vom Landwirt Bernhard Hänel ein Grundstück. Dort ließ er

eine Villa bauen, in der er seine Arztpraxis einrichtete (heute Rosenapotheke ) . Im Kriegsjahr 1915 gehörte Dr. Bahr dern ' Ausschuß für Tuberculose' an. Sein 25jähriges Dienstjubiläum

beging er 1918. Um ihn für seine Verdienste zu ehren, legte der Gemeinderat eine Dr.-Richard-BahrStiftung an. Die Zinsen dienten der Heilung Kranker. 1929 verließ der Arzt

Raschau und ging in seine Heimat, die Lausitz, zurück. Sein Nachfolger als praktischer Arzt wurde Dr. med. Heinrich Becker. Von ihm erzählen sich die Alten manche Episode.

62 Die Gerberei Krauß. Das Gerberhandwerk brachte Karl Heinrich Krauß (1816-1896) nach Raschau. Nach mehrjähriger Wanderschaft war der Lohgerber hierher gekommen und hatte 1840 eine Gerberei im Oberdorf eröffnet (heute Annaberger Straße 30). 1866 verlegte er diese ins Unterdorf (Schulstraße 88). Der Sohn, Guido Krauß (18491919), abgebildet auf dem

Foto, baute den Betrieb als Gerbermeister weiter aus. 1868 wurde er Mitbegründer des Deutschen Turnvereins DT 68 und bald dessen Vorsitzender. Weil er auch ein vorzüglicherTur-

von Jungfrauen gestickte Vereinsfahne des Deutschen Turnvereins zu Hause auf, bis sie in den fünfziger Iahren vom hiesigen Polizeichef abgeholt und verbrannt wurde.

ner war, gaben ihm seine Sportkameraden den Ehrennamen 'Turnvater Iahn'. Der Sohn Erich Krauß (1890-1957) setzte die Traditionen der Familie fort. Er bewahrte die 1871

63 Die Papierhülsenfabrik Albin Graupner. Albin Graupner (1853-

1 893) hatte 1 8 8 3 das Unternehmen gegründet. Produziert wurden Papierhülsen und Kistenschoner. Louis Graupner (1 85 1-

1916) führte das Unternehmen weiter. Er sorgte als Gemeinderatsmitglied besonders mit für den Bau der Wasserleitung im Ort. 1 907 wurde an der Dorfstraße vor der Fabrik eine Gaslaterne installiert, die

zur ersten Straßenbeleuchtung gehörte. Im Ersten Weltkrieg übernahm Albert Lantzsch (1887-1965) das Werk. Er hatte seit 1911 in Raschau als Lehrer gewirkt und gab, Fabrikant geworden, 1921 den Schuldienst

auf. Die Arbeiterin Liddy Neubert (1880-1972), siehe Foto, arbeitete 75 Iahre im Betrieb. Um 1900 wurde wöchentlich 64 Stunden gearbeitet. Jugendliche verdienten 9 Pfennige die Stunde.

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64 Paul Müller, Schmiedemeister. Im Herbst

1934 wurde das Erntedankfest besonders gefeiert. Auf dem Foto ist einer der zahlreichen Festwagen zu sehen. Die Schmiede und Wagner hatten ihn ausgestattet. Im Hintergrund ist das Pfarrhaus zu sehen. Das Hakenkreuz war zum Wahrzeichen geworden. In der Mitte des Bildes sieht man den Schmiedemeister Paul Müller (18811960), einen vorzüglichen Hufschmied im Unterdorf (heute Haus, Schulstraße 101). Er baute und reparierte auch die verschiedenen Wagen, die die Bauern für die Feldarbeit benötigten. Die Schmiede existier-

te seit 1827, als sie der Landwirt Karl Neubert (1801-1885) eingerichtet hatte. Dieser übte von

1839 bis 1848 das Amt des Bürgermeisters aus. Die Werkstatt bestand 158

Iahre, bis sie 1 985 von Max Müller geschlossen wurde. Louis Hempel (1861-1946) war gleichfalls ein bekannter Hufschmied (Annaberger Straße 81). Der letzte Waffen-

schmied im Ort, Georg Hammerschmidt hatte sein Gewerbe bereits 1798 aufgegeben (Schulstraße 15).

65 DieWismut. Im Iahre 1946 begann der forcierte Abbau von Uran. Nach dem Schrecken des USBombenabwurfs auf Hiroshima und Nagasaki sollte das atomare Gleichgewicht hergestellt werden. Der Ort war durch den Zuzug von Wismutkumpeln bald überbevölkert. Deshalb beschloß die Leitung der Wismut-AG, eine Bergarbeitersiedlung zu erstellen,

in der ursprünglich 19 1 Häuser errichtet werden sollten. 1950 wurden große Mengen Baumaterial angeliefert und auf den Feldern der betroffenen Bauern abgeladen, ohne daß diese einschließlich des Gemeinderats von dem Vorhaben wußten. Am

Ende erhielten die Landwirte für den Quadratmeter Ackerland eine Entschädigung von 25 Pfennig, und auf 48 Hektar Boden wurde nun die Siedlung erbaut. Die Fotos zeigen einmal die Wismuthalde am Knochen. Der 'Schwarzsteig' , ehemals

ein beliebterWanderweg, ist seitdem nicht mehr begehbar. Das andere Foto bringt junge Wismutkumpel 1948 in ihrer typischen Arbeitskleidung; von links:

Heinz Müller, Reinhold Mahnke und Horst Brieger.

66 Grünstädtel und die 'Erste Schleiferei', U1ll 1930. Auf dem Foto ist der Zusammenfluß von Mittweida und Pöhlwasser angedeutet. Hier in der 'unteren Mühle' nutzte schon Oswald Wagner die Wasserkraft, als er sie ab 1603 als Mahlmühle betrieb. Ein angesehener Müller war Traugott Benjamin Wagler (1735 -1 81 9) , nach dem der Wagler Stollen benannt ist, der hinter der Mühle in den Berg getrieben wurde. Albrecht Emil Freitag (1834-1882) stellte den Betrieb 1867 aufPappenproduktion um. Er beschäftigte zunächst fünf Arbeiter in seinem 'Holzschleifereigeschäft' . In späteren Iahren zog hier das Kontor der Freitagwerke

ein. Bekannte Unternehmer der sich erweiternden Firma waren Hermann Freitag (1860-1925) und Hans Freitag (1893-1941), die auch Betriebsteile in Wildenau, Pöhla, Erla und

Erlabrunn besaßen. Auf dem Grünstädtler Bahnhof herrschte reges Leben. Viele Arbeiter nutzten die Bahn, um zu ihren Arbeitsplätzen nach Schwarzenberg zu gelangen.

Grünstaätel im sàchs, Erzg·eh.

67 Das Schwarzbachtal, um 1910. Das Foto zeigt das Tal des Schwarzbachs an der Langenberg- Wildenauer Ortsgrenze. Von Schwarzenberg kommend, gelangt man flußaufwärts auf der 1906 ausgebauten Landstraße nach Langenberg. Die Wanderung führt durch ein altes Bergbaugebiet, das sich zwischen dem Knochen und dem Raschauer Gemeindewald hinzog. In der Mitte des Fotos steht die Spunddreherei van Ernst Kircheis

(1 91 0), heute Elterleiner Straße 53. Dort am Hang liegt das Mundloch des Gerberstollens. Der Christianusstollen linksseitig des Flusses wurde vor 300 Iahren angefahren. Auf Gottes Seegen am Knochen

baute man um 1685 auf Zinn und Silber. Schließlich gelangt man zu den Gruben von Gottesgeschick Vereinigt Feld, da noch im 20. Jahrhundert reger Bergbau betrieben wurde.

St. Katharinenthal bei Schnoarsenberg: i. sáchs, Erzgeb.

4-9- 99

68 Langenberg und Förstel, U1ll 1925. Der Emmlerfelsen war damals ein beliebtes Ausflugsziel. Hier wuchs das Heidekraut, gediehen Schwarz- und Preißelbeeren. Manche Familie wanderte hierher in die Mailuft. Die Kinder lernten, wie eine 'Pfeife' oder ein 'Farzer' geschnitzt wird. Vom Felsen, dem Standort des Fotografen, konnte man über den jungen Baumbestand hinweg weit ins Land hinausblicken. Am Horizont liegen die Grünhainer Flur und das Städtchen Elterlein. Quer durch die Landschaft zieht sich der alleeartige Fahrweg von Waschleithe nach Schwarzbach, davor das 'Genesungsheim Förstel' mit dem dazugehörigen Wald, früher die 'Haide' genannt. Am Schwarzbach zieht sich das

vor 1924 selbständige Dörfchen Langenberg hin, dessen letzter Bürgermeister Hermann Rötzsch (1871-1949) van den Bürgern geachtet wurde.

Bliek o, Emmlerfelso« au.llangmoe,.g' und Färstet i. slicks. Erz.treo.

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