Ratekau in alten Ansichten

Ratekau in alten Ansichten

Auteur
:   Harald Gerhardt
Gemeente
:   Ratekau
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1222-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ratekau in alten Ansichten'

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AUS DER GESCHICHTE RATEKAUS

Ratekau (früher Ratecowe, Ratkowe, Ratecow , Ratekow, Rathkau) ist eine Gründung der Slawen, die nach der Völkerwanderung, als die Germanen unsere Gegend verlassen hatten, den leeren ostholsteinischen Raum besiedelten. Der Ort hatte für damalige Zwecke eine ideale Lage, befand er sich doch auf einer Anhöhe, die fast vollständig von Wasser (Ratekauer See, heute Ruppersdorfer Wiesen) und Sumpf (zum Beispiel Ratekauer Moor) umgeben und damit gegen feindliche Angriffe leicht zu verteidigen war. Im Mittelpunkt des Dorfes lag die Kirche, um die herum fast kreisförmig die Gehöfte und Häuser lagen, fast immer mit einer Giebelseite in Richtung Kirche. Über Jahrhunderte hielt sich diese Dorfanlage eines slawischen Rundlings. Erst nach dem Ersten und dann ganz besonders nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich die Dorfanlage grundlegend.

Die ideale Lage des Dorfes mag auch den Bischof Gerold (gestorben 1163) bewogen haben, Ratekau zu einem Stützpunkt bei der Regermanisierung und Christianisierung unserer Heimat auszuwählen. 1156 begann er den Bau der Kirche, die noch heute den Mittelpunkt des Ortes bildet und 1981 825 Jahre alt wird.

Im Jahre 1221 tauchte der Name Ratekaus wieder in der Geschichte auf. König Waldemar 11. von Dänemark beanspruchte bis zur Großjährigkeit seines Enkels Nikolaus 11. die halbe Grafschaft Schwerin von Graf Heinrich dem Schwarzen. Im Vertrag zu Ratekau (1221) wurden darüber Bestimmungen festgehalten, die den Ursprung für die folgenden Unruhen bildeten, die wiederum in der Schlacht von Bornhöved 1227 ihren Höhepunkt fanden.

Die Besitzverhältnisse des Dorfes Ratekau waren nicht immer ganz leicht zu durchschauen. 1340 gehörte das Dorf dem Ritter Joharm van Walstorpe, der es aber bald darauf an die Familie Buchwald verkaufte. Im Jahr 1366 ging der Ort über in den Besitz des Bischofs Bertram Cremon. Die Kirche und das Pastorat aber blieben Eigenturn der Buchwalds. Die nächste Veränderung erfolgte bereits 1368. Die Buchwaids übertrugen die Rechte über die Kirche, das Patronat über die Vicarie bei der Pfarrkirche auf den Lübeck-Eutiner Bischof. Kirche und Pastorat wurden Eigentum des Herzogs von Holstein, der ja der König von Dänemark war. Kompliziert wurde dieser Zustand 1806, als erst die Preußen und dann die Franzosen nach Ratekau kamen und Kirche und Pastorat

gewaltsam besetzten, obwohl beide Gebäude dänisches Eigentum waren, und damit praktisch den Frieden mit Dänemark brachen. Erst im Plöner Vertrag von 1842 wurde festgelegt, daß alle Teile des Dorfes Ratekau dem 1803 entstandenen Fürstentum Lübeck zugesprochen wurden.

Außer durch die Kirche ist Ratekau durch die Geschehnisse des Jahres 1806 weit über seine Grenzen hinaus bekannt geworden. Der Generalleutnant Gebhard Leberecht von Blücher (1742 bis 1819) hatte mit seiner und zusammen mit anderen preußischen Armeen am 14. Oktober 1806 bei Jena und Auerstedt eine vernichtende Niederlage durch Napoleons Heere erlitten und war auf der Flucht vor den Franzosen über Thüringen, den Harz, Sachsen-Anhalt, die Uckermark und Mecklenburg nach Lübeck und dann nach Ratekau ins Pastorat gekommen. Am 7. November 1806 kapitulierte Blücher, 'weil ich kein Brot und keine Munition mehr habe'.

1933 wurden zur Vereinfachung der Verwaltung die 19 Gemeinden des 'Oldenburgischen Landesteils Lübeck' zu neun Großgemeinden zusammengefaßt. Für die Großgemeinde Ratekau war zunächst Pansdorf das Verwaltungszentrum. Mit dem Bau des Rate-

kauer Rathauses, das sich mit seinem Fachwerkstil harmonisch dem Dorfbild anpaßte, wurde die Verwaltung 1939 nach Ratekau verlegt.

Seit 1945 erlebte Ratekau einen enormen Aufschwung. Wie jeder andere Ort hatte Ratekau zunächst stark unter den Folgen des Zweiten Weltkrieges zu leiden. Doch mit der beginnenden Umsiedlung der Flüchtlinge nach Westdeutschland oder der Ansiedlung im Ort selbst (Blüchereiche, Waldweg, Kösliner Straße, Preußenweg, Jürgen-Glüe-Koppel) begann die Zeit der Besserung. Durch Ausweisung von Bauland und Industriegelände wuchs Ratekau zu einem blühenden Gerneinwesen heran. Grund- und Hauptschule, Realschule, moderne Turnhalle, einer der modernsten Sportplätze des Landes, Volkshochschule, Sportverein, Schützengilde, Badeanstalt am Hemmelsdorfer See und günstige Verkehrsverbindungen nach Lübeck und Bad Schwartau, machen Ratekau zu einem beliebten Wohnort. Die nahe Lage zur Ostsee und ausgedehnte Wälder lassen im Sommer viele Fremde Ratekau als Ferienort auswählen.

1. Diese Luftaufnahme der Feldsteinkirche aus dem Jahr 1930 zeigt deutlich die erhöhte Lage der Kirche in ihrern Umfeld und vermittelt einen Eindruck von der Schutz- und Verteidigungsfunktion, die die Kirche in früheren Jahrhunderten hatte. Der Turm macht einen wehrhaften Eindruck. In ihn zogen sich die christlichen Germanen bei Angriffen der heidnischen Slawen zurück. Die Wiese im Hintergrund war früher der Ratekauer See. Am oberen rechten Bildrand sehen wir noch einen Rest dieses Gewässers. Die um den Kirchplatz stehenden Linden sind 1886 angepflanzt worden.

2. Sehr schön ist die Dorfanlage des slawischen Rundlings auf diesem Luftbild zu erkennen. Um den Dorfplatz, den Brink, liegen kreisförrnig die Gehöfte der Bauern und die Katen der Arbeiter, meistens mit einer Giebelseite in Richtung Dorfrnitt e. Der Friedhof, den man auf der rechten Bildhälfte erkennt, wurde 1868 angelegt. Vorher wurden die Toten um die Kirche herum beerdigt. Auf der oberen Hälfte des Bildes sehen wir die Ruppersdorfer Wiesen, die vor ihrer Entwässerung den Ratekauer See bildeten. Am oberen Bildrand verläuft die alte Straße nach Ruppersdorf, die dem Autobahnbau weichen mußte.

3. Im Jahr 1775 wurde diese Karte des Dorfes Ratekau und der dazugehörenden Ländereien gezeichnet. Auch hier ist die Dorfanlage sehr schön zu erkennen. Im Zentrum des Ortes liegen die Kirche und der Dorfplatz, um beide herum die Gehöfte der Bauern. Drei Wege verbinden Ratekau mit anderen Ortschaften. Der Weg zum unteren Bildrand führt nach Techau, über den nach rechts verlaufenden erreicht man Schwartau, oben links kommt man nach Timmendorfer Strand. Ganz unten rechts in der Ecke erkennen wir die frühere Landstraße Eutin-Lübeck, die heutige Bundesstraße 207. Links ist ein Teil des Ratekauer Sees abgebildet, der später entwässert wurde.

Ratekau

4. So sah die Ortsmitte Ratekaus vor etwa 75 Jahren aus. Links steht das Gasthaus 'Zur Linde', in der Bildmitte die Kirche und rechts der Schlauchturm der Freiwilligen Feuerwehr Ratekau. Viele Bäume und Büsche lockerten das Ortsbild auf. Auf den Brink stellte sich der Fotograf mit seinem Apparat, um seine Aufnahme in den 'Kasten' zu bekommen. Das war sicher ein großes Erlebnis für die Kinder des Ortes, die nach Möglichkeit mit auf das Bild wollten. Sogar ihre Sonntagskleider hatten sie angezogen.

5. Im Jahr 1156 wurde die Feldsteinkirche durch den Bischof Gerold erbaut. Die unbehauenen Steine stammen aus der Umgebung Ratekaus und wurden in Segeberger Kalk eingemauert. Seit 1850 waren große Teile des Turms herausgebrochen. Die Löcher wurden nur notdürftig mit Ziegelsteinen zugemauert. Dadurch bekam der Turm ein buntscheckiges Aussehen. Erst von 1904 bis 1906 wurde der Turm grundlegend erneuert und in ursprünglicher Form wieder aufgebaut. Rechts im Vordergrund erkennen wir die heute mächtige Jahrhunderteiche, die 1897 aus Anlaß des 100, Geburtstages von Kaiser Wilhelm 1. gepflanzt wurde und auf dieser Karte aus dem Jahr 1904 noch recht klein ist. Die Uhr stammt aus dem Jahr 1893 und ist von der Firma Weu1e in Bockenem gebaut worden.

~russ aus j{atel!:au

Kirche erb. 1156

Kaisereiche

6. Dieses Bild aus dem Jahr 1906 zeigt das Kircheninnere, wie es seit den Renovierungsarbeiten durch Pastor Eckermann in den Jahren 1820 bis 1822 aussah. Erst 1933 und 1956 erhielt es seine heutige Form. Der Altar stammt aus der Zeit vor 160 Jahren, die Kanzel erhielt damals ihren jetzigen Platz. Zwei Etagen Gestühl wurden angebracht. Jeder Platz wurde für 120 Taler an seinen Besitzer verkauft. Mit diesern Geld bezahlte man die Renovierung, Ganz glücklich waren Pastor Eckermanns Nachfolger über das zweistöckige Gestühl nicht, saß ihnen doch ein Teil der Gläubigen bei der Predigt Auge in Auge gegenüber. Die beiden Kronleuchter wurden 1900 der Kirche vom Besitzer des Hofes Alt-Ruppersdorf, Gustav Schulte, geschenkt.

7. Diese drei Glocken hingen von 1925 bis in den Zweiten Weltkrieg hinein im Kirchturm. Dann wurden sie, genau wie ihre Vorgänger 1917, für Kriegszwecke eingeschmolzen. Die größte Glocke war die Kriegergedenkglocke und trug die Inschrift: Ich künde: des Reiches Not, der Helden Tod, den alten Gott! Auf der mittleren Glocke stand: Über der Heimat liegt Not und Leid, Herr, laß mich künden bessere Zeit. Die kleine Glocke hatte folgende Gravur: In schwerer Kriegsnot dem Vaterlande geopfert: 1917, durch der Gemeinde Opfersinn wieder erstanden: 1925. Erst 1962 erhielt die Kirche neue Glocken. Die beiden im Jahre 1917 abgegebenen Glocken waren 1676 bez iehungsweise 1726 gegossen worden.

8. Auf dieser Aufnahme aus dem Jahr 1906 sehen wir das alte Ratekauer Pastorat, das Geschichte gemacht hat. Hier endete die Flucht des preußischen Generalleutnants Leberecht von Blücher nach der Schlacht von Jena und Auerstedt. Blücher quartierte sich mit etwa lOO Preußen hier ein (im ganzen Ort lagerten etwa 12 000 Soldaten), blieb aber nur zwei Tage, dann besetzten die Franzosen den Ort und das Pastorat für ungefähr zwei Wochen. Als Pastor Zeidier 1888 nach Ratekau kam, war das Gebäude doch schon recht verfallen. 1908 wurde es dann abgerissen und durch das heutige Pastoratsgebäude ersetzt.

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