Rathenow in alten Ansichten

Rathenow in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Bettina Götze
Gemeente
:   Rathenow
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6457-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rathenow in alten Ansichten'

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Einleitung

In reizvoller, abwechslungsreicher Landschaft gelegen, war die Gegend um Rathenow von altersher ein interessanter Siedlungsplatz. Zwischen Havel und Körgraben, durch den Höhenzug des Weinberges begrenzt und geschützt, bot sich an dieser engen Stelle der Havelniederung eine außerordentlich günstige und kilometerweit die einzige Möglichkeit, die Havel zu überqueren. So gelangte man in westlicher Richtung zur EIbe und nach Tangermünde und in östlicher Richtung nach Spandau.

Um 1200 entstand auf dem Kirchberg um die Kirche herum eine städtische Siedlung, die 1216 in einer Urkunde des Bischofs Siegfried Il. von Brandenburg erstmals schriftliche Erwähnung fand. Die Straßen um den Kirchberg sind unregelmäßig angelegt und lassen somit auf das hoheAlter dieses Stadtteils schließen. Die günstige geographische Lage führte zu einer verstärkten planmäßigen Anlage der Stadt in nördlicher Richtung. Die in unmittelbarer Nähe zur Stadt befindliche Burg wurde auf Geheiß der brandenburgischen Markgrafen 1295 abgerissen: weil Burg und Stadt sich weder vertrügen, noch wirklich gegen Feinde hätten schützen können. So schenkten sie die Steine der Stadt für die Stadtmauer. Bereits 1288 wurde erstmals der Stadtgraben erwähnt, so daß die Stadt nunmehr im 14. Jahrhundert ein zuverlässiges System von Sicherungsmaßnahmen umgab. Nachdem 1320 das Geschlecht der regierenden Markgrafen, der Askanier, ausstarb, brach eine Zeit des ständigen Besitz-

wechsels an, was sich nicht positivauf die Stadt auswirkte. Erst nach 1414 mit Friedrich 1. aus dem Haus Hohenzollern setzte auch für Rathenow eine friedliche Entwicklung ein. Dies wurde unter anderem durch die Verleihung verschiedener Privilegien wie des Salzverkaufs und des Brückenzolls an die Stadt, deutlich. Im 16. [ahrhundert wurde die Sankt-Marien-Andreas-Kirche zu einer gotischen Hallenkirche umgebaut.

Trotz positiver Entwicklungen warfen Brände und Hochwasserkatastrophen die Stadt immer wieder zurück. 1575 brannten

1 1 6 Wohnhäuser, 1 576 weitere 64 und 1595 nochmals 75 Häuser. Das Hochwasser vernichtete 1566 und 1595 große Teile der Ernte der Rathenower Feldmark. Der Dreißigjährige Krieg hatte für Rathenow schwerwiegende Folgen. Von 1626 an in die Kriegshandlungen einbezogen, war Rathenow durch seine Lage am Havelübergang schweren Verwüstungen ausgesetzt. Am Ende dieses Krieges war die Einwohnerzahl von einstmals 2500 auf unter 50 gesunken.

Mit dem Sieg des Großen Kurfürsten über die Schweden 1675 kehrte endlich wieder Ruhe ein, folgte eine friedliche Zeit für die Stadt und ihre Bewohner. Dies zeigt auch die städtebauliche Entwicklung dieser Zeit. Vor der Steintorbrücke wurde auf Geheiß König Friedrich Wilhelm 1. ein völlig neuer Stadtteil aufgebaut, die Rathenower Neustadt. Hier entstanden in nur wenigen [ahren (1733 -1738) ein- und zweigeschossige Wohn-

bauten, deren einfache Schönheit noch heute an einigen vorhandenen Häusern am Schleusenplatz und in der Schleusenstraße zu erkennen ist. Den imposanten Abschluß dieser Baumaßnahme bildete die Errichtung des Sandsteindenkmals des Großen Kurfürsten, das 1738 von]. G. Glume geschaffen wurde. Am Ende des 18. Iahrhunderts und zu Beginn des 19. [ahrhunderts war Rathenow eine märkische Kleinstadt, die es zu einer gewissen Blüte gebracht hatte, sich aber nicht wesentlich von anderen Kleinstädten Preußens unterschied.

Dies sollte sich mit [ohann Heinrich August Duncker ändern. 1767 als Sohn des hiesigen Pfarrers geboren, befaßte sich Duncker während seiner Studienzeit mit der Fertigung optischer Instrumente. Nach Rathenow zurückgekehrt, gingen seine Bestrebungen dahin, sein erworbenes Wissen anzuwenden und gleichzeitig anderen Menschen zu helfen. Diese Idee verfolgend, gründete er 1801 die Optische Industrie-Anstalt, die erste ihrer Art in Deutschland. Duncker war es, der den RufRathenows 'Stadt der Optik' zu sein, begründete. Von einer Kleinstadt mit 4000 Einwohnern war Rathenow um 1900 zu einer blühenden Industriestadt mit 23 000 Einwohnern angewachsen.

Viel mußte gebaut werden, um den ständig steigenden Einwohnerzahlen gerecht zu werden. Weit über die Alt- und Neustadt dehnten sich die neuen Wohnviertel aus. Hinzu kam, daß der Bau notwendiger Versorgungseinrichtungen die Entwicklung zu einer modernen Stadt beförderten.

All das wurde in nur wenigen Tagen am Ende des Zweiten Weltkrieges zerstört.Vom 25. April bis 6. Mai 1945 kämpften Wehrmachtsverbände in der Stadt gegen die vorrückenden Verbände

der Roten Armee. Das Ergebnis war vernichtend. 70 Prozent der Stadt, besonders der Stadtkern, wurden zerstört. Die Altstadt mit der Sankt-Marien-Andreas-Kirche, die Berliner und die Brandenburger Straße, um nur einige zu nennen, waren nicht wieder zu erkennen. Die Aufnahmen in diesem Bildband zeigen viel von der einstigen Schönheit der Stadt Rathenow. Sie vermitteln einen Eindruck von der Alt- und Neustadt und ihren wichtigen Straßen und Gebäuden.

Die Fotografien und Postkarten aus nahezu einhundert [ahren zeigen aber auch Veränderungen und wie sich die Stadt den neuen Notwendigkeiten anzupassen wußte. Nur sehr wenig ist von dem noch zu finden. Doch es lohnt sich, einen Blick in die Geschichte zu wagen. Sei es, um sich zu erinnern, wie es aussah. Sei es, um Geschichte zu erleben oder sei es, um sichAnregungen für gegenwärtiges und zukünftiges Bauen in dieser Stadt zu holen. Rathenow ist eine geschichtsträchtige Stadt, deren Wunden auch heute mehr als fünfzig [ahre nach dem Ende des Krieges nicht geheilt sind. Vielleicht hilft diese Erinnerung aber, sensibel mit der Stadt und ihrer Geschichte umzugehen.

1 Rathenows Umgebung.

Abwechslungsreich ist die Landschaft die Rathenow umgibt. Die Havel, der Wolzensee, das Rodewaldsehe Luch und auch der Markgrafenberg seien als Beispiele genannt. Der Markgrafenberg ist eine eiszeitliche Stauchmoräne und hat eine Höhe von 64,50 m über NN. Die Sage geht, daß um 1300 auf diesem Berg ein Jagdschloß der brandenburgisehen Markgrafen aus dem Geschlecht der Askanier gestanden habe. Die Aufnahme datiert aus dem [ahr 1895 und zeigt arn Horizont den Markgrafenberg.

2 Eine Gesamtansicht Rathenows von Osten.

Auch aus etwas gehobener Position - die Aufnahme wurde vom Schornstein der Busch A.G. gemacht - ist der Blick über die Stadt reizvoll. Im Bildvordergrund in der Mitte sieht man die Schleusenstraße und den Schleusenplatz, dahinter die Anlagen der Stadtschleuse. Imposant erhebt sich die Kirche, umgeben von kleinen Wohnhäusern, auf dem Kirchberg.

Rathenow

Panorama.

3 Gesamtansicht Rathenows von Westen.

Diese Postkarte zeigt einmal mehr die enge Verbindung der Stadt mit der Havel. Hier hat man den Blick von der Langen Brücke aufFischerboote und über die Rathenower Altstadt mit der SanktMarien- Andreas- Kirche.

4 Der Miihlenplatz 1909.

Diese Postkarte zeigt den wohl ältesten Teil der Stadt Rathenow, den Mühlenplatz. Es war der Mittelpunkt des Ortes, aus dem sich die spätere Stadt entwickelte. Auf ihm wurde ursprünglich der Markt abgehalten. Hier sollen sich das älteste Rathaus und auch das älteste pfarrhaus der Stadt befunden haben.

RATHENOW, Mühlenplatz

5 Rathenow am Freien Hof 1916.

Die Bezeichnung dieser Straße in der Rathenower Altstadt geht vermutlich auf ein Gut innerhalb der Stadtmauern zurück, das durch den Markgrafen Friedrich 1451 an seinen Getreuen Heinrich Dequede als Lehen übertragen wurde. Es bleibt zu vermuten, daß hier einst der älteste Sitz des Landesherren war, von dem aus schon vor Gründung der Stadt, aber auch später, die herrschaftlichen Ländereien bewirtschaftet wurden. Die Straße wie sie sich auf der Postkarte darstellt, wurde

1 71 5 mit Steinpflaster versehen.

6 Blick auf das Altstädtische Rathaus um 1910.

Diese um 1910 gemachte Aufnahme ermöglicht einen Blick vom Haveltor zum Altstädtischen Rathaus. Ursprünglich war das Altstädtische Rathaus ein zweigeschossiger Bau mit einem Turm. Erst 1856 wurde der Turm entfernt und die dritte Etage ergänzt. Bis zu seiner Zerstörung 1945 beherbergte es das Heimatmuseum und das Stadtarchiv. Das Eckhaus Havelstraße / Jüdenstraße rechts im Bildvordergrund gehörte viele [ahre der Familie Dobberkau, die darin eine Gastwirtschaft betrieb. In einem Buch aus dem [ahr 1734 wird darauf verwiesen,

daß in diesem Haus der Schutzjude Levi Moses wohnt. Diesem war Grundbesitz nicht gestattet, so daß als Eigentümer der Bürger Döring eingetragen war.

7 Die Steinstraße.

So bot sich die wichtigste Verkehrs- und Geschäftsstraße Rathenows, die Steinstraße, dem Besucher noch 1850 dar. In der linken Bildhälfte sieht man das Altstädtische Rathaus mit dem Turm, der 1856, als man ein neues Stockwerk aufsetzte, abgerissen wurde. Vorn rechts im Bild die Altstädti-

sc he Apotheke, gut am brandenburgischen Adler über der Eingangstür zu erkennen.

8 Der Seitenbeutel vor 1900.

Als ein schmales, dunkles Gäßchen zwischen Marktstraße und Salzstraße gelegen, wurde der Seitenbeutel schon wegen seines ungewöhnlichen Namens oft genannt. 1718 erhielt auch er eine Pflasterung. Deutlich ist auf dem Foto zu erkennen, daß die beiden Eckhäuser am Beginn der Gasse stark vorgebaute Obergeschosse hatten. Vermutlich erhielt diese Gasse den Namen von der Ausbeulung des Marktes an dieser Seite.

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