Raunheim in alten Ansichten

Raunheim in alten Ansichten

Auteur
:   A. Anthes
Gemeente
:   Raunheim
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2386-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Raunheim in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Flußläufe haben zu allen Zeiten das Schicksal der Menschen mit bestimmt, schon von der sogenannten 'granen Vorzeit' an. Das gilt auch, ja vielleicht in besonderem Maße für Raunheim, die Stadt am Unterlauf des Mains, die hier 'in alten Ansichten' dargestellt werden soll,

Dazu muß man versuchen, sich den Main als das Mündungsdelta vorzustellen mit getrennten, sich wieder vereinenden und erneut trennenden Armen, als das er sich vor mehr als vier Jahrtausenden in den Rhein ergoß, Soweit reichen die Spuren einer Besiedlung im Bereich der heutigen Stadtgemarkung Raunheim nämlich zurück. Einiges davon ist in den fleißig zusammengetragenen Beständen des Heimatmuseums zu finden, mehr noch, so dürfen wir annehmen, blieb durch die in den sechziger Jahren rasch fortschreitende Bebauung dem Zugriff des Forsehers für immer verborgen.

Raunheim jedenfalls, die Stadt von heute, ging hervor aus dem Dorf gleichen Namens, dessen Gründung in der Zeit der fränkischen Landnahme Ende des 5., Anfang des 6. nachchristlichen Jahrhunderts angenommen werden darf, auch wenn der Name erst zu Beginn des 10. in Schriftform auftaucht (Urkunde vom 6. April 910). über seine frühe Geschichte erfahren wir lediglich durch Kaufakte, mittels derer, damaligem Gebrauch entsprechend, Dorf und Bewohner wie eine Ware von einem Adelsgeschlecht an das andere gelangen, von den Münzerbergern an die Eppsteiner und

schließlich am 1. Mai 1425 an den Grafen Johann von Katzenelnbogen und seine Frau Anna. Mit ihrem Erbe wird Raunheim 1479 hessischer Besitz.

Noch einmal vier Jahrhunderte vergehen bis zu den ersten Jahren, aus denen uns Bilder zur Verfügung stehen. Diese Jahrhunderte dürften zu den schlimmsten gehören, die das Dorf sah, denken wir nur an den Dreißigjährigen Krieg , besonders an die Jahre 1634/35, als sich die Schweden am Untermain festsetzten und das Dorf Raunheim, das 1615 etwa 150 Einwohner gehabt haben dürfte, praktisch entvölkerten. 1641 sollen hier noch 'sieben Seelen' gezählt worden sein, und selbst nahezu hundert Jahre später (1730) war die alte Einwohnerzahl noch nicht wieder erreicht - als neue Kriege neues Unheil über den Ort brachten.

Diese Skizze der Ortsgeschichte mag die Bilder ergänzen, die den weiteren Weg des Dorfes Raunheim dann markieren, aus dem 1966 die Stadt wurde. Etwas mehr als 12 000 Einwohner zählt sie heute, von denen die meisten staunen mögen über die 'alten Ansichten', zu denen weder sie noch ihre Familien eine Beziehung haben. Trotzdem werden es nicht einmal wenige sein, die einen ihrer Vorfahren oder Familienerbe in den Bildern aus der Vergangenheit entdecken. Was so den einen der Einstieg in die Familiengeschichte ist, sollte anderen der Boden sein, in dern auch sie eines Tages wurzeln werden. Damit die Geschichte ihren Fortgang nimmt ...

1. Das Raunheimer Stad twappen - auf gelbem Grund ein roter Maueranker - ist in seiner heutigen Form seit 1928 gebräuchlich. Es wurde seinerzeit von der hessischen Landesregierung genehmigt und wird auf die Leinenreiter zurückgeführt, die vor Jahrhunderten auf den sogenannten 'Treidelpfaden' die Mainschiffe stromaufwärts zogen. Entnommen wurde es der von dem GroßGerauer H.W. Diehl angelegten Sammlung der Gemeindewappen aus dem Kreis Groß-Gerau. Das ursprüngliche, vom heutigen stark abweichende Wappen taucht 1622 und 1675 als Gerichtssiegel der Gemeinde Raunheim und auch auf Grenzsteinen auf. Eine schlüssige Erklärung dieses Wappens konnte bisher nicht gegeben werden.

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2, Einen Bliek auf Raunheim um das Jahr 1900 will diese Postkarte vermitteln, die im Vordergrund das Nadelwehr der Mainschleuse und die Floßgasse zeigt, Im unteren Teil ist das Gasthaus 'Zur Mainlust' in der Maingasse abgebildet, dessen Besitzer um diese Zeit Johann Konrad Renneisen, 'des Kunrädje' genannt, war. Die Postkarte stammt, wie der Text ausweist, von Lehrer Ludwig Buxbaum, dem Vater der Heimatforschung in Raunheim.

3. So sah Raunheim, aus der Luft betrachtet, im Jahre 1928 aus. Weite Flächen des heute dicht besiedelten Stadtgebietes waren noch Ackerland. Die Einwohnerzahl betrug weniger als 3000, also nur knapp ein Viertel der heutigen. Im Hintergrund sind die einzigen Industriebetriebe zu sehen, links das Werk 'Hessenland", rechts die Lederfabrik R. Ihm, Im Vordergrund ist die damals noch in Betrieb befindliche Raunheimer Mainschleuse gut zu erkennen.

4. Ein Delta von Flußarmen, die häufig ihren Lauf wechselten, bildete einst der Main in seinem Unterlauf bis zur Mündung in den Rhein. Einer Theorie zufolge soll Flörsheim einmal sogar am selben Mainufer angesiedelt gewesen sein wie Raunheim. Spuren des Deltas, wie etwa die 'gemeinde Lache', sind auch heute noch in der Landschaft sichtbar. Eine Flußregulierung sollen die Römer vorgenommen haben, doch Wasserbaumaßnahmen im heutigen Sinne fanden erst Ende des letzten Jahrhunderts statt, darunter der Bau der Schleuse Raunheim, der hier gezeigt wird. Er erfolgte in den Jahren 1882-1886. Die alte Schleuse dient heute als Yachthafen.

5. So sah es einmal aus, das ehemalige Hessisene Forstamt Raunheim in der Bahnhofstraße. Erbaut wurde es 1899, und der damalige Leiter des Amtes, Forstrat Otto Hämmerle, bis dahin in der Domäne Mönchhof amtierend, verlegte noch im selben Jahr seinen Dienstsitz in den Neubau. Bis 1970 verblieb das Forstamt in Raunheim; dann wurde es nach Mörfelden verlegt. Das Gebäude samt dem anschließenden Gelande, das heute, in Erinnerung an den französischen 'Vater' der Städtepartnerschaft Raunheim-Le Teil, den Namen Paul-Avon-Anlage trägt, wurde von der Stadt erworben und beherbergte bis zur Jahresmitte 1982 die Stadtbücherei, zeitweilig auch eine Kindertagesstätte, Der auf unserem Bild an der Fassade gut sichtbare Hirschkopf wechselte inzwischen seinen Platz und ziert heute die Gaststätte 'Zum goldenen Hirsch' in der Bahnhofstraße.

6. Selbst älteren Raunheimern dürfte es mitunter schwerfallen, sich diesen Anblick in die Erinnerung zurückzurufen, so sehr hat sich das Straßenbild in den letzten 50 Jahren verändert. Im Vordergrund ist der Rathausbrunnen zu sehen, dahinter das Haus Rupp, das 1934 abgerissen wurde. Letzter Besitzer war Philipp Rupp. Links im Bild ein Haus, das sich im Laufe seiner Geschichte mehrmals und radikal verändert hat, das alte Rathaus, 1830 einstöckig erbaut und 1913 aufgestockt. Dort befinden sich noch immer städtische Dienststellen, vor allem das Einwohnermeldeamt.

7. Das Haus auf diesem Bild war das letzte, das vor dem Dreißigjährigen Krieg in Raunheim erbaut wurde. Spätere Zeiten haben es verandert, zuletzt Bombenschäden im Zweiten Weltkrieg. Inzwischen ist es ganz von der Bildfläche verschwunden, Letzter Besitzer war die Erbengemeinschaft Heinrich Maner. Der Schwiegervater von Heinrich Mauer, Georg Schneider mit Namen, betrieb im Anbau seit 1888 eine Huf- und Wagenschmiede. Man nannte seine Familie deshalb die 'Schmitt-Schorsche'. Die Haustafel von 1618 (siehe nächste Seite) befindet sich heute im Heimatmuseum.

8. JOHN STREIBER HAT GEBAVT DIS HAVS / WAN GaT WILL SO WIL ICH DARAVS / BEWAR DIS HAVS HER IESV CHRIEST / DER DV DES HIMELS EIN HVDER BIS. / VOR VNF AHL VND VOR DONER SCLAG / BEWAR DIS HA VS ALS IN NACHT UND DAG / GaT BEHVT DIS HAVS FVR WASER VND BRAND / VND GIB VNS FRIET IN VNSERM LANDT. / DAS WIR IER DICH LOBEN ALE SAMBT. / DEN 23ten SEPTEMBER ANO 1618. / So formulierte der Erbauer des Hauses Mainstraße 3 im Herbst 1618 seine Wünsche. Dabei ahnte er wohl nicht - und konnte bei den damaligen Möglichkeiten der Kommunikation auch kaum wissen -, daß inzwischen jene Unruhen ausgebrochen waren, die für die nächsten dreißig Jahre fast ganz Europa in Verwirrung stürzen, Not und Elend hervorrufen sollten. Auch Raunheim blieb davon nicht verschont. Der Ort wurde größtenteils zerstört, die Einwohnerschaft dezimiert.

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