Ravensburg in alten Ansichten Band 1

Ravensburg in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Beate Falk
Gemeente
:   Ravensburg
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4639-5
Pagina's
:   104
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ravensburg in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Der vorliegende Ravensburger Bilderbogen, der sich von der Gründerzeit über die Jahrhundertwende bis zum Ende der 'Goldenen zwanziger Jahre' spannt, läßt uns zunächst nur wenig von den Veränderungen spüren, die sich gerade in jener Zeitepoche vollzogen haben. Der größte Teil der alten Ansichten vermittelt eine vorindustrielle Idylle, wie sie nur in einer nahezu mittelalterlich konservierten Altstadt bestehen bleiben konnte. Die ungepflasterten Straßen und die Häuser mit ihren vernachlässigten Fassaden rufen unwillkürlich ein Gefühl der Geborgenheit in uns wach, das uns heute eine modernisierte, bis in den letzten Winkel bereinigte Altstadt nicht vermitteln kann. Der auch damals nicht ausbleibende Fortschritt manifestierte sich eher am Stadtrand. Die Ravensburger Industrie (Pinsel-, Parkett-, Textil- und Maschinenfabrikation) konnte in den Jahren 1895-1913 eine Wachstumsphase verzeichnen, die mit einer regen Bautätigkeit konform ging.

So waren bereits 1882 die beiden Volksschulhäuser in der Wilhelmstraße entstanden und das Bähnle verband seit 1888 Ravensburg mit Weingarten. 1896 versorgte die neu erstellte Hochdruckwasserleitung die Wohnungen erstmals mit fließendem Wasser und machte die seit Jahrhunderten in den Höfen und auf den Plätzen stehenden Brunnen überflüssig. 1897 wurde das Konzerthaus eingeweiht; das 1901 in Betrieb genommene Elisabethenkrankenhaus der Schwestern von Reute verbesserte die medizinische Versorgung der Stadt und des Umlandes. 1903 war der moderne Schlachthofneubau an der Ettishofer Straße fertiggestellt, der die Gespinstmarktbewohner von der alten, unhygienischen Metzig befreite. Es folgten die Neubauten des evangelischen Vereinshauses 1905, des Mädchenheims St. Joseph 1909/10, des katholischen Gesellenhauses 1911

und nicht zu sprechen von den vielen Umbauten an Hotels (Kaiserhof, Hildenbrand) und anderen Privathäusern, die neu verkleidet mit Historismus- und Jugendstilschnörkeln versuchten, den modernen Prachtvillen am Stadtrand in nichts nachzustehen. Selbst der 1875 angelegte neue Hauptfriedhof am Andermannsberg wurde 1894 großzügig erweitert, nachdem sich die Bevölkerungszahl auf 12 000 Einwohner erhöht hatte. Der Erste Weltkrieg legte alle Bautätigkeiten zunächst lahm; die letzte größere Baumaßnahme der Stadt war die Beteiligung am Neubau des Spohngymnasiums 1914. Die Jahre 1922-1929 waren fast ausschließlich der Behebung der Wohnungsnot durch den Bau stadteigener Häuser in Burach und im Aigen gewidmet. 1925 erhellte die elektrische Straßenbeleuchtung zum ersten Mal die Innenstadt und die erste Tankstelle wartete in der Schussenstraße 17 auf Automobile.

Unter den zahlreichen Vereinen, die sich um die Jahrhundertwende bildeten, war es dem 1902 gegründeten Verkehrsverein ein Anliegen, Ravensburg dem Fremdenverkehr zu öffnen. Die bunten Postkarten, verlegt in mehr als zwanzig Ravensburger Klein- und Kleinstverlagen, die sich meist als Buch-, Kunst-, Schreibwaren-, ja sogar Modewarenhäuser entpuppten, unterstützten dieses Bestreben und verschafften dem Fremden so eine preiswerte, nette Erinnerung an Ravensburg, das in einem Fremdenführer um 1910 als 'eine der schmucksten, reinlichsten und gesündesten Städte des deutschen Südens, mit gemütlichen, aufrichtigen und gastfreundlichen Bewohnern' gepriesen wird. Möge es so bleiben!

Und damit wünsche ich dem Leser und Betrachter dieses Büchleins viel Spaß beim Eintauchen in die Vergangenheit unserer Stadt.

1. Mit stolzer Gebärde lädt der Ravensburger Herold zum Betrachten der mittelalterlichen Stadt ein. Auf seinem Rock trägt er das Stadtwappen, eine Burg mit zwei Türmen. Doch wurden hier die Farben verwechselt, denn bei richtiger Darstellung wäre eine blaue Burg auf silbernem Schild zu sehen.

2. Die Stadt von Südosten gesehen, um das Jahr 1903. Am Bildrand prangt unübersehbar das Wappen des Königreichs Württemberg, zu dem die Stadt Ravensburg seit 1810 gehörte. Bereits 1802 hatte Napoleon der jahrhundertealten Reichsstadtherrlichkeit ein Ende bereitet.

3. Die Schussenauen waren um 1900 noch ein Idyll für Frösche und Maikäfer. Zahlreiche Flußbegradigungen, die verstärkt seit dem 19. Jahrhundert durchgeführt wurden, konnten die immer wiederkehrenden Überschwemmungen, wie das große Hochwasser vom Jahr 1926, weitgehend eindämmen. Dabei wurde jedoch auch der Lebensraum vieler Tierezerstört, was sich besonders am Verschwinden der Störche zeigte.

4. Gesamtansicht aus dem Jahr 1906. Im Vordergrund erstreeken sich die Fertigungshallen von Escher- Wyss, dahinter erhebt sich als markantes Gebäude das Bahnhofshotel Hildenbrand. Während der Abbau der unteren Kiesgrube schon weit fortgeschritten ist, hat die obere Kiesgrube das Rebhäusehen noch lange nicht erreicht. Der Zeppelin am Himmel ist eine für diese Zeit sehr beliebte Fotomontage.

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5. Gruß aus Ravensburg um 1899 mit Veitsburg, Kirchstraße und einer Ansicht des 1892 erbauten königlichen Postamts am Bahnhof.

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6. Vorhang auf für die Oberstadt, um 1906.

7. Die Gänsmühle im Jahr 1906. Da die Mühle seit 1854 von der Familie Zorell betrieben wurde, nannte man sie auch 'Zorellmühle'. Ihr Grundbesitz reichte früher bis zum Katzenlieselesturm und wurde erst durch die 1876 beschlossene Verlängerung der Herrenstraße durchschnitten. Die bereits 1438 erwähnte Mühle wurde 1972 abgebrochen. Zusammen mit ihr verschwand Anfang der 1970er Jahre das ganze, aus etwa 12 Wohnhäusern bestehende Gänsbühl- Viertel. Hier hatte auch der Kammersänger Karl Erb (1877-1958) im 'Süßen Loch' das Licht der Welt erblickt. Heute ist der größte Teil des Areals mit dem Gänsbühl-Kaufhaus überbaut.

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Bei der G3nsmühle.

8. Die Humpisstraße um 1907. Einst hieß sie Wuhr-Gäßle, nach einem im 19. Jahrhundert entfernten Wehr am Humpishaus, das den Zulauf des Roßbachs regulierte. Heinrich Wösch 'Zum AIpenrösle' betrieb in dem 1888 erbauten, heute nicht mehr vorhandenen Gebäude Humpisstraße 2 (links) eine Spezereihandlung mit Butterversand.

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