Ravensburg in alten Ansichten Band 2

Ravensburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Beate Falk
Gemeente
:   Ravensburg
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6556-3
Pagina's
:   104
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ravensburg in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

'Fûr die zukünftige Plangestaltung der Stadt Ravensburg ist zunächst der allgemeine Gesichtspunkt maßgebend, daß die Altstadt mit ihren unregelmäßigen Straßenanlagen in geschlossener Bauweise innerhalb des Mauergürtels ... für alle Zukunft möglichst erhalten und danach gestrebt werden muß, den eigenartigen Charakter der Straßenbilder auch bei notwendig werdenden Neubauten innerhalb des Gebiets der alten Stadt möglichst zu wahren ... umsomehr wird der Reiz der Altstadt mit all ihren Zufälligkeiten und malerischen Unregelmäßigkeiten hervorgehoben.' Diese, in einem Gutachten über die Stadt Ravensburg im Iahr 1902 geäußerten Grundsätze von Oberbaurat Robert Reinhardt, der als Professor an der königlich-technischen Hochschule in Stuttgart tätig war, muten uns nach heutiger Sicht sehr modern an. Nichts desto trotz haben die letzten hundert Iahre in Ravensburg einiges verändert. Am augenfälligsten wird das in der Unterstadt sichtbar. Die nur drei Fensterachsen breiten, einstockigen Rebleute- und Web erhäuschen sind fast ganz verschwunden. Sie wurden seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in der Mehrzahl um ein Vielfaches aufgestockt und vermitteln heute ein Bild von Wohlhabenheit und Urbanität, die diesem größten Stadtviertel Ravensburgs nie zu eigen waren. Daß sich der eigentliche Reichtum in den stattlichen Gerber- und

Färberhäusern an der Bachstraße widerspiegelte, fällt heute nicht mehr auf.

1925 wurden 56 Objekte in die Liste der Denkmale aufgenommen, darunter alle Kirchen, Türme, öffentlichen Gebäude und viele Häuser der ehemals patrizischen Oberstadt. In der Unterstadt fand nur das Vogthaus als einziges privat genutztes Gebäude Aufmerksamkeit.

Das sogenannte Schweizergutachten sah in den 1960er Iahren eine Erneuerung der Altstadt in der Weise vor, daß alles, bis auf markante Gebäude, abgerissen werden sollte. Soweit ist es nicht gekommen. Die Ravensburger Altstadt hat trotz einschneidender Veränderungen bis in die jüngste Zeit doch stellenweise ihr altes Flair erhalten können. Aufgabe dieses Buches soll es vor allem sein, die Häuser und Winkel zu dokumentieren, die es nicht mehr gibt und die uns daher nicht mehr geläufig sind. Von unschätzbarem Wert war für diesen Zweck die fotografische Sammlung des Ravensburger Buchdruckers Josef Zittrell (1877 -1949), der es sich in den zwanziger bis vierziger Iahren zur Aufgabe gemacht hat, alle Straßen Ravensburgs von der Jahrhundertwende an im Bild zu dokumentieren. Aus den insgesamt 58 Mappen mit rund 8 400 Einzelobjekten stammt daher auch der Großteil der Bildauswahl.

1 Blick auf das Ober tor um 1900 mit demTorwärterhaus auf der linken Seite. Der Torwart zog hier dasWeg-, Sperr- und Einlaßgeld sowie den Pflaster-, Waren- und Viehzoll ein. Am teuersten war die Einfuhr von Salz und Rorschacher Sandstein. Den geringsten Warenzoll bezahlte man für ein Faß Schnecken. Die Torglocke hing auf der St.-MichaelsKapelle am Mehlsack und wurde 1826 nach Schlier verkauft. Das Gebäude auf der rechten Seite wurde erst 1842 von dem Hafner Willibald Kurz erbaut.

21mjahr 1868/69 baute die Stadt das ehemalige Franziskanerinnenklos ter zur Schule um. Es beherbergte in den nachfolgenden Iahren die evangelische Volksschule (bis 1882), das Lyzeum (seit 1880 Gymnasium), die Realschule (bis 1914) und die gewerbliche und kaufmännische Fortbildungsschule. Die Grünfläche links der Treppe diente einstmals den Nonnen als Klostergarten. Das sich anschließende Gebäude Marktstraße 32 war im 15. Jahrhundert der repräsentative Wohnsitz der reichen Handelsfamilie Mötteli von Rappenstein.

Ravensburg

Gymnasium jnit Mehlsack

3 Die Blutreitergruppe St. Christina im Iahr 1914 in der oberen Marktstraße. Ganz rechts ist der seit 1550 bestehende Gasthof zum Mohren zu sehen. In diesem Gebäude befand sich bis zum Iahr 1530 der Sitz der Großen Ravensburger Handelsgesellschaft.

4 Das sogenannte Humpisquartier mit den Gebäuden Marktstraße 45, 47 und 49 war vom 14. bis zum 17. Jahrhundert Sitz der Patrizier- und Fernhändlerfamilien Humpis, Neidegg und Reichlin von Meldegg. Der wappengeschmückte Prunkerker ist hier im Iahr 1887 noch mit glasierten Ziegeln nach der flandrisch-burgundischen Mode des Spätmittelalters gedeckt. Die Restauration von Gottfried Rösch (heute Humpisstuben) hatte sich seit dem Iahr 1700 aus einem Weinschanklokal derselben Familie entwickelt.

5 Der Gasthof zu den Drei Königen ist eines der imposantesten Gebäude an der Marktstraße. Von 1430 bis zum Iahr 1709 befand es sich als Stadthaus im Besitz der Familie Humpis Linie Waltrams. 1709 als Gasthof eröffnet, beherbergte das Anwesen im

18. Jahrhundert die Thurnund Taxis'sche Posthalterei. 1957 mußte der Wirtsbetrieb eingestellt werden. Der 1 822 von dem Wirt Maximilian Stark in Auftrag gegebene prächtige Ausleger trägt heute die Initialen des letzten Bierbrauers auf dem Gasthof, Augustin Gaumer.

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6 Das erstmals 1366 als obere Metzig am Alten Markt erwähnte Schlachthaus (Marktstraße 37) war bis zum Dreißigjährigen Krieg in Betrieb und wurde Anfang der achtziger Iahre abgebrochen. Der charakteristische Durchgang verband die Roßbachstraße mit der Marktstraße. Hier boten die Metzger an den Fleischbänken ihre Waren an.

7 Vomjahr 1910 bis zum Zweiten Weltkrieg waren die Sammlungen des 1887 gegründeten Kunst- und Altertumsvereins, des Naturkundevereins und die geologische Privatsammlung des Fabrikanten Friedrich Krauß im Alten Theater ausgestellt. 1938 gingen die historischen Kunstgegenstände in städtischen Besitz über. Sie sind seit 1955 im städtischen Museum Vogthaus zu sehen.

8 Im städtischen Salzhaus, links neben dem Rathaus, hatte die Stadt das Monopol auf den Salzverkauf,

der jeden Samstag von

14-1 9 Uhr in der ehemals offenen ErdgeschoBhalle stattfand. 1929/30 wurde das Gebäude aufgestockt. Die Ausmalung der reich verzierten spätgotischen Stube im ersten ObergeschoB (OB-Zimmer) wurde im Iahr 1910 von den Kirchenmalern Schiller und Ostermaier ausgeführt.

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