Rüdersdorf in alten Ansichten Band 1

Rüdersdorf in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Werner Winzer
Gemeente
:   Rüdersdorf
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5466-6
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rüdersdorf in alten Ansichten Band 1'

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Büdersdorf

in alten Ansichten Band 1

Werner Winzer

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ISBN 1 0: 90 288 5466 5 ISBNI3: 978 90 288 5466 6

© 1992 Europäische Bibliothek - ZaltbommeliNiederlande © 2011 Reproduktion vom 5. Druck aus 2002

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EINLEITUNG

Wer je etwas von Rüdersdorf hörte, erfuhr im gleichen Atemzug auch vom Rüdersdorfer Kalkgebirge, von den einheimischen Kalk- und Zementwerken. Rüdersdorf wäre ohne den Kalkabbau und auch umgekehrt, die Zementwerke ohne unsere Gemeinde, nicht das geworden, was sie heute sind. Übrigens im guten wie im schlechten Sinne gesagt.

Als Theodor Fontane 1887 im Rüdersdorfer Seebad zu einem Sommerurlaub bei uns weilte, verglich er unseren Ort mit seinen Seen, Flüssen und Kanälen, seinen Wäldern und Feldern, seinem heideartigen Gelände sogar mit Interlaken und Biarritz. Er war es auch, der Rüdersdorf in die Nähe eines Luftkurortes mit ozonhaItiger und würziger Luft rückte.

Zehntausende Urlauber und Touristen weilten jährlich in unseren Mauern, erholten sich, taten bei ihren Spaziergängen im Ort und im Werk einen Bliek in die 750jährige Vergangenheit und - alle kamen immer wieder. Rund sechzig Gaststätten, von denen etwa ein Dutzend auf Pensionsbesucher eingerichtet waren, erwarteten sie. Ja, das ist die Vergangenheit. Wer heute zu uns kommt, den hat die rauhe Gegenwart schnell eingeholt. Mit seinen rund 12 000 Einwohnern hat sich Rüdersdorf zu einer Industriegemeinde entwickelt, die nun nach der Wende wieder um ihre touristischen Reize kämpft. Eines ist seitdem gewiß und auch schon dokumentarisch belegbar - unser Ort ist auf dem besten Wege, wieder zum Touristenmagneten zu werden.

Erst 1931 wurden die bis dato selbständigen Gemeinden Rüdersdorf, Kalkberge (als jüngster Ort) und Tasdorf,

anfangs 'Kalkberge' und schließlich ab 1934 'Rüdersdorf bei Berlin' genannt, zusammengeschlossen. Das ist der schlichte Grund dafür, daß unsere heutige Gemeinde kein direktes Zentrum, sondern eigentlich drei Ortszentren hatte. Seitdem das ehemalige Zentrum von Kalkberge vor zwei Jahrzehnten dem Kalkabbau weichen mußte, arbeiten unsere Gemeindeväter daran, wieder oder auch sogar erstmals ein richtiges Ortszentrum zu entwickeln.

So liegen die Wohngebiete und Ausflugsziele noch weit auseinander, obwohl sie durch Zwischenbebauung näher aneinandergerückt sind. Mit Straßenbahn oder Bus und nicht zuletzt per Fahrrad oder zu Fuß sind sie dennoch gut zu erkunden - eine ausgesprochene Domäne auch für Wanderer.

Wer mit dem Auto zu uns kommt, der benutzt meistens die B 1 von Berlin aus und biegt im Ortsteil Tasdorf zum Rüdersdorfer Zentrum ab. Da Rüdersdorf an einer Autobahnab- und zufahrt, dem Berliner Ring, liegt, können sie auch diese Anfahrtstrecke benutzen. Über Erkner kommen jene Reisenden, die mit S-Bahn oder Bahn bis Erkner gefahren sind und sie fahren nun von dort aus mit dem Bus (Richtung Strausberg) über Woltersdorf bis Rüdersdorf Post.

Selbstverständlich können die Wasserfreunde unsere Gemeinde auch vom Müggelsee aus über mehrere Seen oder auch von Erkner aus, mit dem Personenschiff bis Woltersdorf und von dort, wenn man ein eigenes Boot har, durch die Schleuse weiter über den Kalksee erreichen.

Aus Friedrichshagen kommend benutzen unsere Gäste die Straßenbahn über Schöneiche bis Rathaus Rüdersdorf oder auch Endstation Alt Rüdersdorf. Keine Angst, es ist wirklich eine Straßenbahn, trotz der Schlingerbewegungen - das aber war vor einigen Jahren noch weitaus schlimmer.

Was bieten wir Ihnen?

Noch immer sind unsere Gewässer, der Kalk- und Stienitzsee, die unseren Ort von Süden und Norden urnschließen, an Ort und Stelle und sie beginnen auch wieder, zum Bade einzuladen. Charterfahrten oder Fahrten mit eigenem Boot auf dem Kalkgraben oder dem Mühlenfließ erinnern an Spreewaldfahrten. Hauptanziehungspunkt ist zur Zeit ohne Zweifel das Kalkgebirge mit den Kalksteinbrüchen sowie uralten und auch neuen Industrieanlagen. Hier haben Sie die Möglichkeit, sich einer der zahlreichen Führungen anzuschließen, die Sie mit der Geschichte des Kalkabbaus, mit den Vorteilen und auch mit den umweltunfreundlichen Auswirkungen auf Land und Bevölkerung in den vergangenen vierzig Jahren bekanntmachen.

Und noch mehr! Sie können sogar selbst nach Versteinerungen in dem gebroehenen Kalkstein suchen und damit fossile Erinnerungen mitnehmen, die rund 200 Millionen Jahre alt sind. Unsere alten Industriebauten, die 'Burgen von Rüdersdorf' genannt, werden Sie reichlich für Ihren Ausflug entschädigen - diese Zeitzeugen sind einmalig in unseren Breiten. Aber auch der Ort selbst - obwohl zur Zeit völlig zu Unrecht nicht so sichtbar gemacht - kann Ihnen interessante Geschichte aus sieben Jahr-

hunderten auf Schritt und Tritt vermitteln.

Nicht so attraktiv und so sichtbar wie im Kalkbergwerk, aber dennoch mit vielen Histörchen, Geschichten und Sagen gewürzt, kann eine Wanderung durch den Ort unvergeßlich sein - sie gehört einfach neben der Führung durch das Werk zum Urlaubserlebnis dazu!

Ein im Juli 1992 gegründeter 'Förderverein Baustoffmuseumspark Rüdersdorf' hat sich der Erhaltung und der Renovierung dieser Industriebauwerke angenommen. Sicher wird er eine Touristenattraktion ersten Ranges. Dazu wird bald wieder die 'Grüne Lunge', ein uralter Wanderweg zwischen der Heinitzstraße bis zum Busbahnhof Post, begehbar sein. An den Wochenenden finden Führungen statt und seit Mai 1992 werden von einem privaten Unternehmer Fahrten mit der historischen Straßenbahn von Berlin-Friedrichshagen aus, unter anderem auch mit einem Besuch des Tagebaus und einer Rückfahrt mit Dampfer über den Kalksee, angeboten. Selbstverständlich werden Sie im Ort auch Spuren des Besuches von Fontane im Seebad, des Wirkens des schwedischen Wissenschaftlers Torell im Kalksteingebirge im vorigen Jahrhundert, der Geburt des späteren großen deutschen Opernkomponisten Giacomo Meyerbeer, des Wirkens der Grafen von Reden und von Decken sowie der künstlerischen Arbeit des großen preußischen Baumeisters Carl Friedrich Schinkel entdecken.

Zu den ältesten Ortsteilen gehört das Mutterdorf Rüdersdorf, heute Ortsteil Alt Rüdersdorf, gleich hinter dem Neubauviertel gelegen. Auch über das einst nahegelegene Dorf Altena, im 15. Jahrhundert von den Quit-

zows bzw. Hussiten gleich zweimal abgebrannt und dann nicht wiederaufgebaut, gibt es mancherlei Interessantes zu erzählen. Eine Suche nach mehr als 700 Jahre alten Topfscherben der Slawen und deutschen Siedler auf dem Altenaer Feld zwischen Alt Rüdersdorf und Autobahn hat seine eigenen Entdeckerreize.

Im Ort Rüdersdorf schlagen wir Ihnen vor allem eine Wanderung durch die heutige Karl-Liebknecht-Straße vor. An der uralten Kirche (erbaut um 1235-1250, eine Besichtigung wird empfohlen) vorbei, können Sie links als Reste eines Jagdschlosses die alte Toreinfahrt und die noch vorhandenen uralten mehrstöckigen Kellereien der Brauerei, das alte Amtshaus und manch andere alte Häuser entdecken. Dazu ist zu sagen, daß der Ort zweimal, letzmalig Anfang des vorigen Jahrhunderts, abbrannte und die alte Substanz damit auch verloren ging. Hinter der Kirche rechts finden Sie noch Ruinen des ehemaligen Alten Hofes, wo die Zisterzienser ihren Rüdersdorfer Schreiber zu sitzen hatten.

Beim ehemaligen Gärtnermeister Alfred Rahn in dieser Straße, seit vielen Jahren bereits Naturschutzbeauftragter, können Sie auch eine Wanderung bestellen, wo Sie eine ganze Anzahl von Rüdersdorfer Orchideen kennenlernen werden, die von Herrn Rahn nicht nur meist entdeckt, sondern vor allem auch gepflegt und gehütet werden.

Auf dem Rückweg zur Bushaltestelle Potsdamer Platz kommen Sie an der ältesten Schule unserer Gemeinde vorbei. In der ehemaligen Küsterschule wurden bereits vor Hunderten von Jahren Kinder unterrichtet. Heute ist

die Schule natürlich völlig umgebaut. In der Schule können Sie eine Schulchronik finden und beim Herrn Pfarrer tun Sie vielleicht auch einen Bliek in die seit Jahrhunderten geführten Kirchenbücher ...

Eine Station mit der Straßenbahn zurück, kommen Sie zum Neubauviertel, das so aussieht, wie viele Neubauten eben heute so aussehen. Hier finden Sie eine unserer Kaufhallen, Gaststätten und mancherlei Geschäfte. Mitten im Ort, an der noch nicht sehr alten Kalkgrabenbrücke, finden Sie die Apotheke, die AOK und dazu gleich an Ort und Stelle eine Arztpraxis sowie ein Massageinstitut. Die an der Apotheke abbiegende Straße führt in nordöstlicher Richtung als Breitscheidstraße zum uralten Kesselsee, der sich (noch) im Bergbaugelände befindet. Er war einst von zahlreichen Gaststätten umgeben. Die Straße hat sich in letzter Zeit aus ihrem Dornröschendasein gelöst und sich zu einer immer mehr mausernden Geschäftsstraße entwickelt, mit der Tapetenfabrik (wo Sie auch kaufen können), einem großen Möbelgeschäft, der Kaufhalle 'Norma' sowie dem ältesten Rüdersdorfer Backwarenbetrieb, der Bäckerei Friedrich, die in der Nähe der Post noch ein zweites Geschäft betreibt.

Von der Apotheke aus entgegengesetzt kommen Sie nach 150 Metern an der alten - heute nur noch als Fußgängerweg zu nutzenden - Peter-Lübkes-Brücke vorbei. Wir gehen geradeaus, unterqueren die Autobahn, die 1936 erbaut wurde, und erreichen dahinter die Siedlung Waldstraße. Hier erfreuen uns vor allem die vielen sehr gut gestalteten Vorgärten. Bald umgibt uns Wald

auf beiden Seiten der Straße, durch den man rechterhand auch spiegelndes Wasser des dort liegenden Kalksees erblieken kann.

Eine kleine schmucke Siedlung beginnt wenige hundert Meter weiter auf der rechten Seite. Es ist die Siedlung 'Seebad', in den zwanziger Jahren gegründet. Zuvor aber standen bereits seit 1870 etwa ein Erholungs-Kinderheim (bis heute) und das damals sehr bekannte Restaurant Seebad mit Logis, das den Nachwirren des Krieges zum Opfer fiel. Hier verbrachte Fontane einmal seinen Urlaub und hinterließ den Rüdersdorfern ein kleines Gedicht über den Kalksee. Hinter der Siedlung liegen die Poliklinik und ein großes Krankenhaus; die Straße führt weiter nach Woltersdorf, das Sie sicher auch besuchen werden ...

Wir fahren die Straße zurück bis zur Apotheke und kommen links über die Brücke in das Ortszentrum Rüdersdorf, den Rest von Kalkberge. Hinter der Brücke links liegt das Gebäude der Gemeindeverwaltung (mit einer denkmalgeschützten Innenwendeltreppe ) und einige Meter weiter rechts die Kalkberger Kirche, die 1873 völlig aus Rüdersdorfer Kalkstein erbaut wurde. Schon vor und während der Wende gingen von hier aus von mutigen Rüdersdorfern Impulse aus. Hier finden schon seit vielen Jahren immer sehr gut besuchte Konzerte statt, ebenso wie in der Kirche in Alt Rüdersdorf. Wenn Sie Glück haben, trifft Ihr Urlaub mit einem solchen kulturellen Genuß zusammen. Im Zentrum finden Sie die Post, Sparkasse und Volksbank und eine Reihe von wichtigen Geschäften. Jeden Dienstag und Freitag ist in

Kirchnähe der Wochenmarkt.

Inmitten des Ortes finden Sie auch unser großes modernes Stadion 'Glück Auf und nebenan das Kulturhaus 'Martin-Andersen-Nexö', das zur Zeit um sein Überleben kämpft. Hier finden Sie nicht nur eine reichhaltige Bibliothek, sondern können, wenn Sie gerade hier sind, an einer der seit 1962 stattfindenden Karnevalsveranstaltungen mit Elferrat und Prinzenpaar , sowie an der Kür der Rosenkönigin oder des Winzerkönigs teilnehmen. Alle drei Veranstaltungsreihen hat, zum Teil gegen den Widerstand von Partei und Regierung der heutige Ortschronist Werner Winzer erfunden, organisiert und durchgeführt. Ebenso wie die seit 1980 hier im Hause stattfindenden Heimatausstellungen.

Hinter dem Kulturhaus wurde die uralte Sonnenuhr mit zwei verschiedenen Sonnenuhrsystemen, die zuvor an anderer Stelle stand, wieder aufgebaut - ein Rüdersdorfer Wahrzeichen für alle Benutzer der Autobahn.

Das Kulturhaus (1956 eröffnet) liegt inmitten einer 1958 bezogenen Wohnsiedlung, die nun ihrerseits in Richtung Mühlenfließ an eine weitaus ältere Siedlung angrenzt: die um 1860 erbaute Bergarbeitersiedlung 'Landhof' . Sie steht völlig unter Denkmalschutz. Im Eckhaus (einst Beamtenhaus, dann Schule) finden Sie heute eine modeme und beliebte Gaststätte, wo an Wochenenden auch Nachtschwärmer noch Einlaß finden.

In Richtung Woltersdorf finden wir eine weitere Siedlung für Bergleute, die um 1936 erbaut wurde, die Siedlung 'Bergmannsglück'. Von dort gehen wir in Richtung Kalksee und kommen auf die Seestraße. Hier finden wir

das Anglerheim mit Gaststätte, das Bootshaus der Ruderer mit der Gaststätte 'Seeterrassen' , eine Kegelbahnanlage und eine Schule.

Über die Bergbrücke geht es nun in Richtung Tasdorf, vorbei an dem seit 1872 bestehenden 'Schützenhaus', mancherlei Geschäften, einem renommierten Autohaus und der katholischen Kirche. Zuvor in der beiderseits abbiegenden Vogelsdorfer Straße finden wir die alte Gaststätte 'Weißer Schwan' und auf der entgegengesetzten Straßenstrecke am Ende das Neubauviertel Neue Vogelsdorfer Straße mit Einkaufshalle und Kindergarten.

Schließlich haben wir noch den Ortsteil Tasdorf. Hier gibt es wieder alte Geschichte. Noch besteht das ehemalige Tasdorfer Schloß als Ruine; aber es gibt mancherlei Pläne zur Nutzung des Gebäudes. Uralte Häuser, wie die alte Schmiede, künden vom alten Tasdorf, ebenso wie das Zollhaus der damaligen Gutsverwaltung, ein Haus, das durch die eigenwillige Dachkonstruktion sofort auffällt.

Von der Tasdorfer Mühle, die schon um 1300 erwähnt wird, ist seit dem Bau der neuen Brücke nichts mehr zu sehen. Aber noch immer steht in der Gutenbergstraße, früher teils Berliner Straße und auch Fischerstraße, das alte Gasthaus und Postkutschenstation 'Deutsches Haus'. Bekannt wurde es nicht nur durch seine gute Lage an der Durchgangschaussee Berlin-Frankfurt und weiter nach Schlesien und Polen; im Jahre 1791 wurde hier im Hause der spätere Komponist Giacomo Meyerbeer geboren.

Sollten Sie eine Vorliebe für alte Friedhöfe und Grabsteine haben, dann sollten Sie den alten Friedhof iin ehemaligen Dorf Tasdorf, den Friedhof an der Kalkberger Kirche und ebenso den Friedhof in Alt Rüdersdorf besuchen.

Übrigens - und das nicht nur zur Freude der Einheimischen sondern auch aller Touristen - wurde 1992 Ecke Woltersdorfer Straße in Alt Rüdersdorf eine neue Tankstelle erbaut. Und wenn Sie einen Schaden am Gefährt haben, fragen Sie nach 'Erbse' in der Breitscheidstraße, dessen Hilfswilligkeit und Geschick schon seit Jahrzehnten fast weltberühmt sind - noch nie hat er Hilfe abgeschlagen, weder bei Tage noch bei Nacht.

Geben Sie uns noch einige Jahre Zeit und Sie werden sicherlich dem von mir erstmals beim Karneval 1962 selbst gedichteten und kreierten Heimatlied zustimmen: Mein Rüdersdorf, mein Rüdersdorf, Perle am schönen Kalksee (damals besang ich noch den Heinitzsee!!) wer Dich erst kennt, geht nie ganz fort, der sagt hier niemals Adjö! Das wünscht sich im Namen aller Rüdersdorfer,

Ihr Ortschronist Werner Winzer

1. Kaum jemand kennt heute noch das ehemalige Gebäude der Rüdersdorfer 'Bergbraucrei' in der Dr.Külz-Straße. Durch das saubere Grundwasser war der Gerstensaft nicht nur in Rüdersdorf beliebt. Das aber änderte sich radikal, als 1914 aus dem ehemaligen Heinitzbruch der Kalkwerke durch die Einstellung der Förderung in wenigen Monaten ein See entstand. Das Grundwasser wurde so schlecht, daß damit kein Bier mehr gebraut werden konnte. Das Gebäude wurde in den zwanziger Jahren abgerissen. Nur das rechts im Foto ersichtliche Haus, heute Domizil des Glasermeisters Horst Wendland, steht - unterdessen modernisiert - noch heute. An der Stelle der Brauerei befindet sich ein Wohnhaus. Das heutige Abwasserfangbecken war einmal der Tiefbrunnen der Brauerei.

2. Bliek auf den bis 1931 selbständigen Ort Kalkberge, heute ein Ortsteil von Rüdersdorf. Um 1905 sah diese Gegend noch so aus. Die Kalkberger Kirche wurde 1873 eingeweiht und die Schule links im Foto entstand genau 1900. Die leere Fläche im Vordergrund war völlig bebaut, wurde aber zum Teil aus bergbautechnischen Gründen vor rund 15 Jahren abgerissen. Hier stand eine der fünf bis sechs Rüdersdorfer Windmühlen. Rechts neben dern Gebäude der Schule , das heute anderweitig benutzt wird, wurde zu Beginn dieses Jahrhunderts ein Postgebäude errichtet, das heute nacht steht. Auf den Höhen im Hintergrund stand einmal vor 450 Jahren das im 15. Jahrhundert zweimal, von Raubrittern bzw. den Hussiten, abgebrannte Dorf Altena. Heute steht dort ein vor zwanzig Jahren erbautes Wohnviertel mit rnehrstöckigen Häusern.

3. Die Bergstraße war um 1920 eine Haupt- und Durchgangsstraße von Kalkberge. Seit 1911/12 fährt hier die Straßenbahn, aus Berlin-Friedrichshagen kommend, hindurch. Rechts die ehemalige Gaststätte 'Zur Post'. Sie war bis in die sechziger Jahre noch ein beliebter Treff für Jung und Alt. Schon im vorigen Jahrhundert diente sie den durchreisenden Fuhrleuten, zum Beispiel nach Berlin, als Ausspannung. Mit zwei Kegelbahnen war sie auch ein beliebter Sportlertreff. Bis 1990 wurde das vor Jahren umgebaute Haus von einer Polstereigenossenschaft genutzt. Heute ist es eine Filiale der Volksbank. Links daneben das ebenfalls umgestaltete Haus mit dem Getreidegeschäft des Müllers Bimbach, der auf den Anhöhen links gegenüber auch eine eigene Windmühle zu stehen hatte. An der Fassade oben im Haus ist heute noch das Relief der Mühle zu erkennen.

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