Rüdersdorf in alten Ansichten Band 1

Rüdersdorf in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Werner Winzer
Gemeente
:   Rüdersdorf
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5466-6
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rüdersdorf in alten Ansichten Band 1'

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Rüdersdorfer Bergkapelle Kalkberge, Kreis Niederbarnim

14. Mit Wehmut erinnern sich die alten Rüdersdorfer an ihre weit über die Ortsgrenzen bekannte Bergkapelle der Zementwerke. Seit 1851 gab es keine Festlichkeit im Ort ohne diesen Klangkörper. Vor allem die Bergfeste mit ihren Umzügen waren ihre Domäne. Noch bis ins 20. Jahrhundert nannten sich die Musiker auch 'Bergsänger' , da sie schon vor 1851 als Chor der Bergleute auftraten. Wir sehen sie hier vor einem der alten, in den Jahren 1801 bis 1812 erbauten Kalkbrennöfen, dem Rumfordofen. Die unter Denkmalschutz stehenden Industriedenkmale werden jetzt wieder aufgebaut. Zur Jahrhundertfeier von Rüdersdorf, das 1985 750 Jahre alt wurde, kleidete man das Blasorchester von heute wieder mit den traditionellen alten Bergmannsuniformen ein.

15. Seit 1945 bis heute, anfangs hinter einem Bretterzaun und seit etwa zwanzig Jahren zugeschüttet, um ihn vor Abraumschäden zu bewahren, blieb es der Öffentlichkeit verborgen - das unter Denkmalschutz stehende Redentunnel-Portal. Unter Mitwirkung des großen deutschen Baumeisters Carl-Friedrieh Schinkel wurde der Tunnel 1816 als Förderstrecke aus dem Heinitz- und Redenbruch kommend, erbaut. 1827 wurde es, mit einem Kanal versehen, auch schiffbar und so konnten die Kähne bereits vom Kesselsee bis in die Brüche fahren und dort an Ort und Stelle rnit den Kalksteinen beladen werden. Übrigens konnte man mit geübten Bootsführern per Kahn auch als Tourist durch dieses Portal bis ins Werk gelangen, was im vorigen Jahrhundert zu einer besonderen Touristenattraktion wurde.

16. Als der Heinitz- und Redenbruch durch den Abbau des Kalkgesteins immer tiefer ausgebaggert wurden und sich schließlich fast unter dem Wasserspiegel der umliegenden Kanäle und Seen befanden, konnte das immer mehr einfließende Wasser nicht mehr mit den Pumpen ausgepumpt werden. Die im Bruch befindlichen Kanäle mußten zugeschüttet werden. Damit hatten auch die Zubringerkanäle ihren Sinn verloren und nur die Portale erinnerten noch daran. Auch der Redenkanal mußte daran glauben. Viele Jahre konnte er aber als Spazierweg durch das Portal in die Brüche genutzt werden - vor allem von den Touristen. Unser Foto zeigt das Portal um 1915. Als Erinnerung wurde eine Tafel mit der Inschrift 'Geschlossen 1897' angebracht.

17. Das Hotel-Gasthof 'Zur Linde' in der uralten Heinitzstraße. Bis in die achtziger Jahre bestand sie heute steht das Haus leer. Die Familie Rademacher als Besitzer war im Ort beliebt - unvergessen die Orgeleinlagen des Hausherrn zu besonderen Anlässen. In seinen am Mühlenfließ liegenden Garten konnte man direkt aus dem Boot gelangen, hatte das Lokal doch eine eigene Dampferanlegestelle. Oben im Haus befand sich der große Saal, später Kinosaal. Unvergessen sind die Debatten mit Filmschauspielern wie Harry Piel, der hier in der Stummfilmzeit nach Filmaufnahmen am und über den Heinitzsee heiß mit den Einheimischen debattierte. Übrigens bestehen Aussichten, daß in dem Gebäude wieder eine Gaststätte entsteht und in den entstehenden Baustoff-Museums-Park einbezogen wird.

Kalkberge - Restaurant zur Sonnenuhr, Inh. J. Doege

18. Das waren noch Zeiten als dieses Restaurant in Kalkberge bis vor etwa vierzig, fünfzig Jahren die Rüdersdorfer und ihre Gäste zum Verweilen einlud. Ganze Touristenströme kamen hier erzwungenerrnaBen vorbei, um in das Bergbaugelände gelangen zu können. Hundert Meter weiter, oberhalb des Restaurants auf dem sogenannten Konsumberg, stand seit etwa 1800 eine alte Sonnenuhr und gleichzeitiger Wegweiser. Sie gab dem Lokal auch den Namen Restaurant und Café 'Zur Sonnenuhr'. Der Inhaber Johann Doege war bei den Gästen beliebt. Nach 1945 wurde hier der Betrieb Gebäudewirtschaft ansässig, ehe das Haus mitsamt dem Konsumberg und allen hier stehenden Häusern vor etwa zwanzig Jahren dem Bergbau zum Opfer fielen.

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19. Als vierte Kirche der heutigen Gemeinde Rüdersdorf entstand die katholische Pfarr-Kirche 'Heilige Familie' im Ortsteil Schulzenhöhe, damals zur Gemeinde Tasdorf gehörend. Feierlich wurde sie am 12. November 1905 eingeweiht. Sie machte schon allein durch das Bautempo von sich reden. Denn erst einige Monate zuvor, am 10. April 1905, erfolgte die Grundsteinlegung. Die Kirche steht heute noch, allerdings ist sie heute nicht allein auf weiter Flur, sondern von Wohn- und Geschäftshäusern sowie großen schattenspendenden Bäumen umgeben. Vor 1945 wurde vor allem auch der Kirchenchor der katholischen Gemeinde über die Ortsgrenzen hinaus bekannt. Der 'Cäcilienchor' wirkte in zahlreichen Veranstaltungen der Gemeinde Tasdorf sowie Kalkberge und Rüdersdorf mit.

20. Im Sommer gaben sich in rund sechzig Hotels, Gaststätten und Cafés die Touristen die Klinke in die Hand. Besonders beliebtwar das 'Gesellschaftshaus Glück-Auf in der Seestraße, das eine eigene Dampferanlegestelle und eine Fährstelle in der Nähe über den Kalkgraben hatte. 1914 wurde wenige Meter entfernt eine große Brücke über den Kalkgraben gebaut und der Zustrom der Gäste wurde mit dieser Durchgangsstraße nach Alt Rüdersdorf noch größer. Der Besitzer C. Köppen zog viele Vereine und Clubs an, die hier unvergeßliche Maskenbälle organisierten. Berliner Operettentheater waren hier zu Gast und oft begleitete die Bergkapelle Solisten aus Berlin. Heute befindet sich im umgebauten Haus eine Schule.

~rus aus Kalkberge (Mark)

/ ' SchulzenhOhe

21. Kaiserstraße, und danach bis heute Thälmannstraße. Im Ortsteil Schulzenhöhe ist diese Straße nicht wiederzuerkennen. Nur noch alte Rüdersdorfer erinnern sich an die rechterhand gelegene Gaststätte , die auch als Ausspannung diente. Aus den kleinen Kutscherräumen wurden Kleinstwohnungen, und auch die einstigen Pferdeställe kann man noch erkennen. Jetzt befindet sich hier ein Frisiersalon. Heute führt die Vogelsdorfer Straße hier vorbei, sie hieß früher für uns originellerweise 'Fußweg nach Berlin' - und das waren immerhin rund 50 km. Die Fleischerei links wurde zu einer Goldgrube, besenders unter Leitung von Fleischermeister Markeffka. Sie zog Kunden aus vielen Nachbargemeinden an.

Rüdersdorf.

aus KalkbergeRüdersdorf,

22. Der Ortsteil Schulzenhöhe, wo besonders der Berliner Magistrat, der hier eine eigene Kalkgrube besaß, viele Häuser erbaute. Anfangs befand sich hier nur ein halbes Dutzend Häuser. Die im Vordergrund zu erkennende Insel besteht nicht mehr. Damals befanden sich hier Torfscheunen als Lager für das Brennmaterial der Kalköfen. Im Hintergrund eine der etwa sechs Rüdersdorfer Windmühlen, die es einmal gab. Als später ein Pfarrhaus davor gebaut wurde, erboste sich der Müller und rneinte, das Haus nähme ihm den Wind weg. Er verkaufte seine Mühle nach Schlesien. Der liebe Gott muß ihm das wohl nicht verziehen haben denn auch dort soll er ungünstige Windverhältnisse gehabt haben. Die Straße vor der Mühle ist heute völlig bebaut.

23. Es gab wohl keine Rüdersdorfer Familie mit Kindern, die nicht zur Weihnachtszeit auch einen Spaziergang zu diesem weihnachtlichen Wahrzeichen machte. Zwischen Uhrenturm und der Bergbauverwaltung stand jedes Jahr ein prächtig mit vielen leuchtenden Kerzen geschmückter Christbaum. Heute ist diese Tradition vergessen. Der Uhrturm, der 1991 beinahe abgebrannt ist, steht noch, aber um ihn herum ist die einstige Heinitzstraße als Wohnstraße verschwunden und eine Abraumhalde liegt nun dort. Ein Lichtbliek bleibt: In einem geplanten Baustoff-Museums-Park wird er mit einigen in der Nähe stehenden uralten Kalkbrennofenruinen, das Zentrum des Museums werden ...

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