Rüdersdorf in alten Ansichten Band 1

Rüdersdorf in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Werner Winzer
Gemeente
:   Rüdersdorf
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5466-6
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rüdersdorf in alten Ansichten Band 1'

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24. Alle Touristen haben wohl auch einmal den 'Rüdersdorfer Sprudel' genossen. Aus einer besonderen Quelle am Stienitzsee - es gibt dort Dutzende von Quellen - wurde das sprudelnde Wasser abgezogen. Ein Chemiker hat bei Versuchen mit Sprengpulver diese Quelle entdeckt. Sie war so bekannt, daß sich hier auch eine renommierte Gaststätte ansiedelte. Auf der gegenüberliegenden Seeseite gab es nun auch eine Gaststätte und der Gastwirt schaute mit Neid auf diese Quelle. Schließlich holte auch er sich einen Fachmann und ließ auf seinem Grundstück nach einer Quelle suchen. Man fand auch eine, aber das Wasser war kaum für den Abwasch zu gebrauchen. Die Quelle gibt es noch, aber den 'Rüdersdorfer Sprudel' und die Gaststätte nicht mehr.

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25. Die Schützenhausbrücke um 1900. Sie verbindet den Ortsteil Kalkberge mit Schulzenhöhe/Tasdorf. Obwohl sie eigentlich Bergbrücke heißt, kennt man fast nur den volkstümlichen Namen Schützenhausbrücke. Sie erhielt ihn deswegen, weil seit 1872 die Gaststätte Schützenhaus, hinten links, dort steht. Hier hatte auch die Schützengilde ihr Domizil. Der Schützenschießstand, von dem nur noch die Vorderfront steht, befand sich hinter dem Gebäude auf dem Hof. Die Gaststätte gibt es heute noch allerdings ist der Saalanbau dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer gefallen. Das Rüdersdorfer Rosenfest, das es seit 1980 wieder gibt, heute mit Kür einer Rosenkönigin, wurde um 1923 hier im Schützenhaus ohne Königin - bereits gefeiert. Die Brücke, um 1900 noch unbefestigt, erhielt 1911 Geleise für die Straßenbahn Friedrichshagen-Rüdersdorf und wurde nach 1945 neu erbaut.

26. Der Kalkberger Aussichtsturm, erbaut 1877. Auf der 50 m hohen Niederhalde stehend, hatte man von seiner 20 m hohen Plattform und seinen 104 Stufen eine unvergeßliche Aussicht auf das im Tal liegende Kalkberge, den Kalksee und die umliegenden Wälder bis zu den Berliner Müggelbergen. Völlig aus Holz erbaut diente er gleichzeitig als Heliographenstation zwischen dem nicht weit entfernten Woltersdorfer Aussichtsturm und dem Kirchturm der Stadt Strausberg. Alte Rüdersdorfer erinnern sich nicht nur an den Turm, sondern besonders auch an die Turmwärterin Frau Ida Scheer. Bis ins hohe Alter bewältigte Frau Scheer zwanzig Jahre lang täglich zweimal den Weg (nach oben und wieder hinunter) wobei ihr ihre Tochter täglich das Mittagessen hinaufschaffen mußte. Noch heute bedauern alle Rüdersdorfer, daß ihr Turm in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges abbrannte.

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27. Das Kriegerdenkmal auf dem Arnimsberg war nicht nur ein weithin sichtbares Wahrzeichen von Kalkberge, sondern auch beliebter Treffpunkt bei Wanderungen durch das Rüdersdorfer Kalkgebirge. Von hiesigen Steinmetzen wurde das Denkmal völlig aus Rüdersdorfer Kalkstein erbaut. Wer hier einmal stand und auf Kalkberge herabblickte, der meinte sich in eine Rheingegend versetzt. Die Hänge des Arnimberges waren völlig mit Weinstöcken bedeekt und bescherten den Kalkbergern einen billigen, wenn auch meist sauren aber trinkbaren Landwein. Daher wurden die Hänge auch Weinberge genannt. Durch die Wiederaufnahme des Bruchbetriebes in den bis etwa 1972 hinter dem Berg liegenden Heinitzsee, mußte das Denkmal abgerissen werden und auch der Arnimsberg schrumpfte zu einem Hügel zusammen.

28. Ein typisches altes, allerdings schon etwas größeres Haus in der Seestraße in Kalkberge. Solche Häuser findet man, oft umgebaut, im gesamten Ort. Auch dieses Haus - heute liegt es fast unter der 1936 erbauten großen Talbrücke der Autobahn des Berliner Ringes - wurde aufgestockt. Früher wohnte hier der unter dem Namen 'Kohlenschramrn' bekannte Kohlenhändler Schramm. Auch der Name Kunde, der hier ebenfalls sein Heim hatte, war nicht nur durch seine Tätigkeit als Landvermesser bekannt. Viele Jahre lang leitete dieser musikalische Bürger den bekannten, nicht mehr bestehenden 'Quartett-Gesangverein', der weit über die Ortsgrenzen hinaus beliebt war.

29. Es gibt im heutigen Rüdersdorf unzählige ehemalige Sportler, die nicht nur sportliche Urkunden, sondern auch eine Vielzahl von Gruppenfotos ihrer damaligen Vereine besitzen. Um 1925 bestand in der Gemeinde Kalkberge beim Turnverein 'Bahn Frei' Kalkberge - auf einigen Sporthemden ist das Vereinsabzeichen noch zu sehen - auch eine Handballriege. Natürlich, gegen den Publikumsliebling Fußball kamen diese Männer und Jugendlichen nicht an. Übrigens wurde der Sportverein bereits 1880 im Keller der damaligen Rüdersdorfer Bergbrauerei gegründet.

30. Rüdersdorf, Kalkberge und Tasdorf hatten schon als selbständige Gemeinden auch eigene Freiwillige Feuerwehren. Heute sind noch die Freiwillige Feuerwehren in den Ortsteilen Kalkberge und Rüdersdorf übriggeblieben. Die Wehren sind bereits vor über hundert Jahren gegründet worden. Noch heute gibt es neben den modernen Feuerspritzen auch Veteranen, die bei Jubiläen gezeigt werden. Natürlich gehörte zu Anfang dieses Jahrhunderts zu jeder Feuerwehr auch eine zünftige Feuerwehrkapelle, Besonders zu den jährlich im Sommer stattfindenden Bergfesten, wo sich Tausende Besucher in Rüdersdorf einfanden, waren die verschiedenen Kapellen des Ortes sehr gefragt. Die FeuerwehrkapelIe, die hier um 1905 auf dem Foto verewigt wurde, spielte auch zum Tanz und war bei den zahlreichen Maskenbällen im Ort sehr geschätzt.

31. Hoch über Kalkberge im Kalkgrabental stand das Kriegerdenkmal. Um 1875 auf dem Amimsberg erbaut, wurde es mit dem in der Nähe aufgestellten ToreIIstein zu einem beliebten Treffpunkt bei Spaziergängen rund um den damaligen Heinitzbruch, der ab 1914 zum Heinitzsee wurde. Hier sehen wir einige Lehrer, die bei einem Spaziergang um 1912 hier kurze Rast machen. Sicher haben sie dabei auch einen Besuch mit ihren Klassen vorbereitet. Zur Aufnahme haben sich hier gestellt, von links nach rechts: Lehrer Wald, Lehrer Schmidt und Lehrer Willi Landwirt, die in der 1900 erbauten Postschule von Kalkberge unterrichteten. Dazu noch Lehrer Alfred Eistel aus der Tasdorfer Schule. Das Denkmal wurde vor einigen Jahren abgerissen.

32. Der Redenpark am Kesselsee im Ortsteil Kalkberge ist ebenso verschwunden, wie der Redentunnel, einschließlich des ganzen Zentrums von Kalkberge. Rund um den Pavillon befanden sich gepflegte Wege und Grünanlagen. Der Park mit dem Namen des Ministers Reden, der im vorigen Jahrhundert viel für den Rüdersdorfer Kalkabbau und die Umwelt getan hat, zeichnete sich auch dadurch aus, daß auf höchsten Befehl des Königs seltene Bäume und Sträucher angepflanzt waren. Ein höchst aktiver Verschönerungsverein hielt den Park bis in die dreißiger Jahre in Schuß. Im Sommer fanden hier die beliebten Freikonzerte der Bergkapelle statt, die Massen von Zuhörern aus Nah und Fern anlockten. Im Volksmund wurde das schöne Fleckchen Erde 'Rüdersdorfer Heiratspark' genannt, weil sich hier viele Pärchen kennen- und lieben lernten.

33. Der Glockenturm, auch Glockentempel oder Glockenpavillon genannt, gehörte bis vor zwanzig Jahren zu den bekanntesten Wahrzeichen. Erbaut wurde er 1828 auf dem am Heinitzbruch gelegenen Glockenberg, einer ehemaligen Abraumhalde. Der Turm diente als Feuerwachturm und in Kriegszeiten als Alarmturm. Der Jugend diente er mehr zum Schabernackstiften. Oft ertönte mitten in der Nacht die Turmglocke und die Feuerwehr rückte pflichtgemäß aus - ehe sie den Schabernack erkannte. Schließlich wurde die Glocke abgenommen und im Keller des Turmes sicher verwahrt. Freunde alter Sagen allerdings meinen, es waren nicht die Kinder, sondern die Kalkberggeister , die die Bergarbeiter vor kommendem Unheil warnen wollten ... Heute ist die Glocke sichergestellt und es besteht die Absicht, den Turm wieder aufzubauen.

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