Rüdersdorf in alten Ansichten Band 1

Rüdersdorf in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Werner Winzer
Gemeente
:   Rüdersdorf
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5466-6
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rüdersdorf in alten Ansichten Band 1'

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34. Das Verwaltungsgebäude des Rüdersdorfer Kalkbergbaus, auch Bergamt genannt, wurde um 1820 erbaut, und erhielt in späteren Jahren noch einen Anbau. Trotz seines historischen Wertes und der Tatsache, daß der berühmte Baumeister Kar! Friedrich Schinkel den Entwurf des Hauses machte, wurde das Gebäude in den siebziger Jahren abgerissen. Auch die uralte Heinitzstraße, an der die Verwaltung stand, ist ebenfalls zu zwei Drittel als Wohnstraße nicht mehr vorhanden. Schon vor Hunderten von Jahren führte sie, mehr Gasse als Straße, am Mühlenfließ entlang. Hier vom Bergamtsgebäude begannen seitdem es ab 1841 die Bergfeste gab, viele der traditionellen Umzüge der Bergleute in ihren schmucken Uniformen.

35. Das Tor der Gladiatoren, Römisches Tor oder amtlich einfach Seilscheibenpfeiler, Förderwerk oder Aufzug genannt, so steht dieses ehemalige wichtige Industriebauwerk heute noch als Ruine auf dem Glockenberg an der Westseite des Heinitzbruches. Nach dieser Einrichtung, um 1864 erbaut, erhielt auch eine kleine Wohnsiedlung der Bergleute den Namen 'Seilscheibenpfeiler '. Aus Rüdersdorfer Kalkstein erbaut, befanden sich im oberen Teil die großen Seilräder der Fördermaschine, eine Zwillingsmaschine mit 130 PS. Die Touristen konnten von einer Fußgängerbrücke, die über das Bauwerk führte, den Betrieb beobachten: wie aus der Tiefe die beladenen Loren, später ganze Eisenbahnwaggons hinauf und die leeren Wagen gleichzeitig abgelassen wurden. Für das geplante Baustoffmuseum wird das Bauwerk wieder instandgesetzt.

Gruss aus Tasdorf

Bahnhof Rüder dorf

36. Als Gebäude, als Personenbahnhof seit Jahren nicht mehr, besteht dieser Rüdersdorfer Bahnhof im Ortsteil Tasdorf noch heute. Neben der wichtigen Aufgabe, Kalksteine und Zement zu transportieren, beförderte die Reichsbahn zwischen Rüdersdorf und Fredersdorf auch Fahrgäste, die von Fredersdorf aus direkt nach Berlin weiterfahren konnten. Durch die rasante Entwicklung des Kalkbergbaus im vorigen Jahrhundert wurde die Anlage eines Anschlußgleises an die Ostbahn erforderlich. Die Bauarbeiten für den Bahnhof begarmen 1869 und im September 1872 fand die Eröffnung statt. Da die Züge damals, und bis vor wenigen Jahren, von Dampfloks mit gewaltiger Qualmentwicklung gezogen wurden, waren die Personenwagen dementsprechend voller Ruß - und die Mitreisenden schließlich auch. Bald kam daher im Volksmund der treffende Name auf 'Schwarzer Zug von Rüdersdorf' .

37. Er war nicht nur ein Wahrzeichen des Kalkwerkes, sondern auch für den Ort Rüdersdorf: der Ringofen. Das unersetzbare und fast einmalige technische Industriedenkmal mußte weichen, weil es ausgedient hatte. Als der Ofen 1907 in Betrieb genommen wurde, war er zu jener Zeit der größte derartige Ofen in Deutschland. Er lieferte in 24 Stunden anfangs 160, ab 1913 nach einem Anbau sogar 200 Tonnen Kalkstein. Die vor der Zeit erbauten Schachtöfen brachten es nur auf 15 Tonnen. Weit sichtbar war der Schornstein, der mit seiner Höhe von 68 m die Werkanlagen überragte. Unerträglich allerdings waren die Arbeitsbedingungen, denn oft betraten die Kalkwerker die Ofenkammern schon bei 60 Grad Hitze. Kein Wunder also, daß sie nach Feierabend zuerst in den vielen direkt ums Werk liegenden Gaststätten ihren Durst löschen mußten.

38. Das 'Verwunschene Schloß': der Uhrenturm neben dem Bergamtsgebäude in der Heinitzstraße, Von den Touristen oft als verwunschenes Schloß bezeichnet, wegen der völligen Efeubekleidung des Turmes. Ein daran liegendes Gebäude diente als Magazin und Werkstatt. Kinder warteten hier oft, ob nicht doch noch Dornröschen erscheine ... Durch den Bewuchs waren die Sonnenuhr und die mechanische Turmuhr kaum zu sehen. 1844 wurde der Turm als rechteckiger Kalksteinbau mit Zinnenbekrönung über einen Konsolfries erbaut. Das Uhrwerk für die Uhr soll aus dem ehemaligen Tasdorfer Schloß stammen. Hier war Treffpunkt für viele junge Paare, die im naheliegenden Glockenpark lustwandelten. Die im künftigen Baustoff-Museums-Park eine wichtige Rolle spielende Anlage wurde 1991 durch Kinderhand fast ein Raub der Flammen.

39. Sagenumwoben war seit Anfang 1800 die Kreuzbrücke im Kalkbergwerk, die die westlichen Heinitzund Redenbrüche mit dem östlichen Alvenslebenbruch verband. Auf einem stehengebliebenen Kalksteinfelsen führte seit Hunderten von Jahren ein uralter von den Slawen angelegter Weg von Rüdersdorf nach Tasdorf. 1840 wurde ein Durchlaß für einen Kanal geschaffen, die Kreuzbrücke entstand. Auf der östlichen Seite, die fein gemauert war, befand sich ein großes gemauertes Kreuz, das der Brücke den Namen gab. Zu Napoleons Zeiten soll in einem Hohlraum der Brücke die preußische Staats- und Kriegskasse vor Napoleon sichergestellt worden sein. Um 1975-1980 wurden die Brücke und der Kalksteintelsen abgerissen.

40. Im Juli/August 1887 weilte der berühmte deutsche Dichter Theodor Fontane zu einem Sornmerurlaub in Rüdersdorf. Im heutigen Ortsteil Seebad wohnte Fontane beim Gastwirt Liese im Gasthaus 'Seebad'. Dieses Etablissement befand sich in etwa 15 m Höhe an einem Abhang zum schönen Kalksee hin. Bekannt wurde das Haus später vor allem auch für seine 'feenhafte beleuchtete Glastanzfläche' . Unterhalb des Hauptgebäudes befand sich direkt am Kalksee eine kleinere Gaststätte des gleichen Besitzers für etwa hundert Personen mit dem Namen 'Strandnixe'. Der Besitzer seit den zwanziger Jahren war dann Herr Liesegang. Bei einem Bombenangriff wurde das Haus beschädigt und nach Kriegsende 1945 mußte er das Haus der sowjetischen Besatzung überlassen, was den späteren völligen Abbruch bedeutete.

41. Es war einmal ein wunderschönes, völlig mit Efeu bewachsenes Schloß. Unser Schloß (etwa um 1870 erbaut) lag und liegt noch immer in dem Ortsteil Tasdorf. Es war Schloß (vorher Gutshaus) und Jahre lang nach 1945 Kindergarten und Büro einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft. Unter dem Schloß gibt es auch zwei unterirdische Gänge, einen zur ehemaligen Tasdorfer Kirche und der andere ging zum rund 30 m tiefer liegenden Mühlenfließ. Zu den Gästen des Gutes zählte auch Königin Luise, die hier auf einer Reise nach Ostpreußen einst übernachtete. Auch Napoleons Offiziere mußten zwangsweise als Gäste aufgenommen werden, als sie auf der durch Tasdorf führenden Landstraße und über die schmale Mühlenfließ-Brücke ihren Marsch nach Rußland antraten. Heute steht die Ruine noch; sie soll aber wieder renoviert werden.

42. Sie war bis 1971 ein wahres Schmuckstück, die einst erbaute Tasdorfer Kirche. Im Dreißigjährigen Krieg verwüstet, wurde sie 1686 vom kurfürstlichen Minister Meinders wiederaufgebaut und um 1886 urn- oder sogar neugebaut... 1929 wurde die Kirche nochmals erneuert und sah bis 1971, wo sie einem Brand zum Opfer fiel, so aus wie unser Foto zeigt. Bis 1971 gab es noch Taufen und alle Besucher bewunderten den alten Barockaltar und den Taufengel. 1886 wurde anläßlich der Neuerbauung von Etatsrat Franz von Meinders eine Stiftungsmedaille herausgegeben. Zur Kirche gehörte auch ein kleiner Friedhof, von dem heute nur noch ein Mauerrest kündet. Leider sind auch die alten Grabsteine nicht mehr vorhanden.

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43. Es war um 1822, als der Bergmeister und Steiger Schmidt aus Schlesien ins hiesige Bergwerk berufen wurde und sich in Bergbrück ein Haus baute. Die über das Mühlenfließ seit 1770 führende Fußgängerbrücke war ihm ein Dorn im Auge, und so ließ er auf eigene Kosten 1823 eine richtige Brücke über das Fließ errichten, womit der Durchgangsverkehr ins Kalkbergwerk bedeutend gefördert wurde. Seine Idee, dafür Zoll zu verlangen, stieß aber beim Fiskus auf taube Ohren! Das Fließ mußte mehrmals verbreitert und damit auch die Brücke umgebaut werden. 1950 wurde sie völlig erneuert. Ihren Namen 'Hennigbrücke' erhielt sie vom Besitzer Hermig des an ihr liegenden Restaurants 'Zum Bergwerk'.

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