Rüdersdorf in alten Ansichten Band 1

Rüdersdorf in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Werner Winzer
Gemeente
:   Rüdersdorf
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5466-6
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rüdersdorf in alten Ansichten Band 1'

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44. Zu den jährlichen Knappschaftsfesten gab es als Erinnerung solche Gruppenaufnahmen wie hier zum Barbarafest 1934. Standort war das Redenportal. In Klammern die Dienstjahre der Jubilare bei der Berginspektion. Von links nach rechts, 1. Reihe: Maschinist Hugo Lange, Bergmann Paul Plathen, Vorarbeiter Paul Hoffmann, Schlosser Heinrich Wolf, Maschinist Friedrich Jablonski, Häuer Joharm Helka, Maschinist Franz Schönebeck (alle 25), Kalkbrenner Paul Schwuchow (28), Vorarbeiter Richard Richter, Wächter Karl Riewendt, Häuer Ernst Reinicke und Maurer Wilhelm Gerasch (alle 25).2. Reihe: Maurer Friedrich Käthner, Maurer Paul Schwarz (alle 25), Häuer Wilhelm Schröder (27), Häuer Reinhold Scholz (26), Bergmann Heinrich Möllmann, Bergmann Arnold Marzahn, Kalkbrenner Paul Werk und Häuer Gustav Krüger (alle 25).

45. Nur wenige Aufnahmen von Parteien und Organisationen vor 1933 sind noch vorhanden. Eine starke Anhängerschar hatte die SPD in der Weimarer Republik. Auch in Rüdersdorf hatten die Sozialdernokraten, besonders als Schutz vor den Nazis einen Schutzbund: das Reichsbanner. Hier haben wir eine seltene Aufnahme von der Rüdersdorfer Reichsbannerkapelle um 1930. Aufgenommen vor dem malerischen Hintergrund der alten Kalköfen- und Torfschuppenruinen am damaligen Heinitzsee - einem ehemaligen und heute wieder bestehenden Tagebau des Baustoffwerkes. Bisher konnten wir nur ein Mitglied namentlich feststellen: es ist unten rechts Ali Schuckar, dessen Vater um 1930 in der Gemeinde Kalkberge Amtsvorsteher war.

46. Die älteste Kirche ist das Gotteshaus im Ortsteil Alt Rüdersdorf. Um 1235/1250 soll sie von Zisterziensermönchen erbaut worden sein. Seit den zwanziger Jahren, wo man bei Umbauarbeiten Grundmauern aus der Spätromanischen Zeit fand, ist das nicht mehr unbestritten und so könnte sie noch 100 Jahre älter sein. Im Dreißigjährigen Krieg brannte der Kirchturm aus und 1718, 1790 und 1914 wurde das Gebäude erneuert. Bis etwa 1960 sah die Kirche innen so aus, wie es das Foto zeigt. Ein Taufstein aus Kalkstein stellte ein Steinmetz um 1596 her. Die Kanzel wurde 1718 unter der Bezeichnung Bauernkunst hergestellt. Vor etwa dreißig Jahren wurde das Kirchenschiff völlig modernisiert, was bei den Gemeindemitgliedern nicht immer auf Gegenliebe stieß ...

47. Am 9. Juni 1937 wurde der Kumpelsteg, eine hölzerne Fußgängerbrücke über das Mühlenfließ, gründlich erneuert. Baustoff war wie vor hundert Jahren wieder Holz. Hier klapperten schon hundert Jahre und mehr zuvor früh am Morgen und am späten Abend schwere Holzschuhe über den Brückenboden, wenn die Bergleute zur oder von der Arbeit im Heinitzbruch kamen. Als ab 1804 hier zwei Kanäle in den Bruch angelegt wurden, entstand auch eine kleine Hafenanlage und damit eine Insel. Dazu mußte eine zusätzliche kleine Brücke zum Kumpelsteg angelegt werden. Die Kanäle, die Insel und der kleine Hafen verschwanden und auch die zusätzliche Brücke. Heute befindet sich hier eine moderne aus einer alten Eisenbahnsignalbrücke erbaute Fußgängerbrücke, die mehr an eine venezianische Gondelbrücke erinnert.

Hotel und Restaurant "Zur Gerichtslaube", Ko~ditorl'i und Café, Kalkberge I. M.,

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48. Der Besitzer dieser Gaststätte, die vor allem auch von den betuchten Rüdersdorfern besucht war, hatte wohl zeitlebens mit dem Gericht zu tun. Herr Th. Gendicke hatte sein Etablissement 'Zur Gerichtslaube' benannt, denn genau gegenüber auf der anderen Straßenseite stand seit 1897 das Rüdersdorfer Amtsgericht samt Gefängnis. Hier in der Schulstraße 25a - so heißt der Rest der ansonsten verschwundenen Straße noch heute - kehrten Beklagte, Kläger und ebenso ihre Richter ein. Meist, um sich den Kummer schon vor oder erst recht nach der Gerichtsverhandlung von der Seele zu spülen. Im Café und in der Konditorei mundete der von der Hausherrin selbst gebackene Kuchen vortrefflich. Das Haus steht noch heute, nicht mehr so schmuck - das Lokal ebenso wie das Gericht gibt es schon seit Jahrzehnten nichtmehr.

49. Sie befinden sich nicht in Indien, wie man aus diesem Foto fälschlicherweise entnehmen könnte. Diese 'indischen Pagoden' standen viele Jahre lang am Kalksee, der die Orte Woltersdorf und Rüdersdorf verbindet. Auf dem Woltersdorfer Filmgelände der 'Mia May-Filmgesellschaft' entstanden von 1920 bis etwa 1930 unzählige Stummfilme, auch der weltweit bekannte Film 'Das indische Grabmahl' . Die hier noch zu sehende Kulisse einer Pagode stand bis in die fünfziger Jahre auf der Rüdersdorfer Seite des Kalksees, gegenüber dem Filmgelände auf der anderen Seeseite. Ein Maler hatte sich die Attrappen gekauft und in seinem Garten aufgestellt. Gelegentlich machte er für Besucher sogar Führungen. Die Pappwände stehen nicht mehr, aber an anderer Stelle finden wir noch einige Säulen aus Kalkstein.

50. Ein um 1800 entstandener wunderschöner Bau besteht nicht mehr. Er gehörte zum Anfang des 19. Jahrhunderts dem in der Heinitzstraße erbauten Verwaltungsgebäude. Bis 1828 war es ein Beamtenhaus und gehörte zum Zentrum der Kalkbergbauverwaltung in der Heinitzstraße. Als 1780 in Kalkberge die erste Schule eingerichtet wurde, erwies sie sich bald als zu klein für die immer mehr wachsende Kinderschar. Neue Schulräume mußten gesucht werden. Die Bergbauverwaltung, der auch daran gelegen war, daß die künftigen Arbeiter wenigstens Lesen und Schreiben können, stellte daher dieses Haus als zweite Schule zur Verfügung. Später wurde das Haus wieder zur Verwaltung und vor zwanzig Jahren wurde es abgerissen ...

51. Eine seltene Aufnahme aus dem Jahre 1936 zeigt die Rüdersdorfer Bergknappen mit ihrer BIaskapelle und dem Chor (im Hintergrund) bei einem Auftritt auf der Berliner Funkausstellung. Die Kapelle wurde in ganz Deutschland zu vielen Veranstaltungen eingeladen. Höhepunkt sollte eine Amerikatournee werden. Alles war etwa 1938 schon zur Reise geregelt, als es dem 'großen Führer' einfiel, anstatt einer Kulturgruppe, lieber seine Armeen ins Ausland zu entsenden. Oft spielten die Bergsänger, wie die Musiker aus alter Tradition genannt wurden, in Rüdersdorfer Sälen, zum Beispiel als Begleitung für Solisten des Berliner Operettentheaters.

52. Rund 16 Chöre und Gesangvereine gab es einmal im Ort. Einer der ältesten, gegründet 1875, war der Gesangverein 'Frohsinn', Kalkberge, hier eine Aufnahme vom 50. Stiftungsfest am 8. März 1925. Von links nach rechts sehen wir in der Reihe unten: (unter anderen) Friseur Frick, Feinmechaniker Halbsgut, Ofensetzer junior Spreeberg, Buchdruckermeister Klöpfer, Lehrer-Organist Düring, Ofenfabrikbesitzer Erteld, Buchdruckermeister Barow, Bankdirektor Clemens, Gartenmeister Reißner und Malermeister Eltracht. Heute gibt es nur den gemischten Chor 'Glück Auf', der mit seinem traditionellen Namen die Erinnerung an die große Chorzeit wachhält.

53. Bis vor rund dreißig Jahren stand diese alte Tasdorfer Brücke. Von Berlin kommend, führte die Hauptstraße, sich bis auf die Höhe der Brücke um 10 m senkend, über das Mühlenfließ und führte dann nach wenigen Metern in einer Links- und wieder scharfen Rechtskurve in Richtung Müncheberg und Frankfurt weiter. Als in diesem Jahrhundert die Autos aufkamen, wurde hier manche Ausflugsfahrt durch einen Unfall in den Kurven jäh unterbrochen. Bald hieß diese Fahrstrecke nur noch 'die Tasdorfer Todeskurven'. An den Wochenenden hatte das Rote Kreuz hier regelmäßig Großeinsätze. Die neue Brücke führt zum Teil direkt über das Gelände der alten Brücke in Höhe der hinten zu erkennenden Baumgipfel mit einer weit ausschwingenden Kurve.

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