Rüdersdorf in alten Ansichten Band 1

Rüdersdorf in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Werner Winzer
Gemeente
:   Rüdersdorf
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5466-6
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rüdersdorf in alten Ansichten Band 1'

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54. Bis 1914 gab es über den Kalkgraben keine Brücke. Dafür gab es zwei Fähren für Fußgänger, ansonsten mußte man einen 2 km weiten Umweg machen. Als 1914 die neue oder 'Lange Brücke', wie sie oft genannt wurde, erbaut werden sollte, stieß das beim Fährmann nicht auf Gegenliebe. Er wurde damit nämlich brotlos. So reichte er dem Gericht eine Liste mit vielen Unterschriften von Gegnern des Brükkenbaus ein und es karn zum Gerichtstag. Aber keiner der Zeugen karn. Schließlich stellte sich heraus, daß alle Unterschriften vorn Fährmann selbst stammten. Die Brücke wurde gebaut und erhielt den Namen eines sehr verdienten damaligen Bürgerrneisters: Peter-Lübkes-Brücke. Im Zweiten Weltkrieg erhielt sie Bornbentreffer und dient schwer beschädigt zur Zeit als Fußgängerbrücke .

55. Der Apotheker Curt Seydel war nicht nur ein guter Apotheker und später auch Postamtmann, sondern auch ein aktiver Heimatforscher. Im Jahre 1870 gab er ein Heimatbuch 'Mittheilungen aus der Geschichte Rüdersdorfs und der benachbarten Ortschaften' heraus. Hoch über den Kesselsee in der Nähe des Aussichtsturmes wurde später zu seinen Ehren der Seydelstein aufgestellt, denn Seydel war auch Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender des Verschönerungsvereins. Vor dem Stein befand sich ein aus einer extra ausgesuchten Kalksteinplatte gefertigter Tisch. 1909 wurde die Platte von Unbekannten in zwei Teile zerschlagen. Heute ist nichts mehr erhalten, denn eine neue Abraumhalde entstand.

56. In der Berlinerstraße, zeitweilig auch Fischerstraße genannt, befand sich bis vor etwa 35 Jahren noch dieses alte geschichtsträchtige Gebäude. Es gehörte zum Tasdorfer Gut: Pferdestall oder auch Marstall genannt. Im unteren Teil standen die Rösser und Wagen und die Kutscher wohnten darüber in kleinen Wohnungen. Als Königin Luise einstmals im Gut übernachtete, sollen hier die Pferde ihrer Kutschen samt Kutschern genächtigt haben. Das Haus wurde später zum Wohnhaus umgebaut und vor einigen Jahren abgerissen. Rechts daneben stand (und steht noch) das Gasthaus 'Deutsches Haus', zu damaliger Zeit auch Postkutschenstation.

57. Die Fischerstraße, die im Hintergrund als Tasdorfer Straße beginnt und die nach vorn weiterführend in die Bundesstraße 1 (heute) mündet, war eine belebte Durchgangsstraße. Hier zogen Händler aus dem Süden mit ihren Wagen durch, die Postkutschen aus Berlin nach Schlesien machten hier Rast, aber auch viele berühmte Leute kamen hier vorbei. Der spätere Komponist Giacomo Meyerbeer wurde 1791 im 'Deutschen Haus' geboren und mit viel Ärger und Trubel zogen auch Napoleons Heerscharen auf dem Weg nach Rußland hier vorbei. In den zwanziger Jahren hat man bei Erdarbeiten vor dem Gasthaus in 2 m Tiefe noch einen Bohlenweg gefunden, der extra für Napoleons Kanonen angelegt wurde, damit seine Fuhrwerke nicht im Morast steeken blieben. Das Haus steht, etwas verändert, noch heute als Wohnhaus.

58. Idylle in der Redenstraße, der einstigen Geschäftsstraße von Kalkberge. Heute ist hier nur noch eine Werkstraße zu sehen. Im linken Gebäude, nach 1945 lange Zeit als Volksbuchhandlung genutzt, wohnte der geachtete Kaufmann Adolf Goerke. Er war nicht nur ein guter Geschäftsmann, sondern machte mit dem Verkauf des 'Berliner Lokalanzeigers' und der 'Berliner Nachtausgabe' den in Rüdersdorf selbst erscheinenden drei Lokalzeitungen ernsthafte Konkurrenz. Vor allem aber hatte er sich dem Malen verschrieben. Viele Stilleben und Zeichnungen oder auch diese romantische Ansicht der damaligen Redenstraße um 1935 sind ihm zu verdanken. Er malte nicht nur sein eigenes Haus und den danebenliegenden "Tante-Emma-Laden', sondern machte viele Skizzen der Straße, wie er sie vom Balkon aus vor sich hatte.

59. In allen drei Ortsteilen von Rüdersdorf standen bis in die dreiBiger Jahre noch Windmühlen. Neben der in Tasdorf befindlichen Wassermühle hatten die Müller der 'Hollander' und anderer Mühlentypen mannigfach zu tun. Unsere Mühle auf dem Foto stand in Tasdorf auf freier Fläche. Im Hintergrund ist das damalige Armenhaus zu erkennen - heute unbewohnt. Eine weitere Mühle stand in Kalkberge und eine dritte in Alt Rüdersdorf. Neue Erkenntnisse dieser Tage und eine aufgefundene Karte beweisen, daß es im Ort mehr als sechs Mühlen gab! Auf dem Mühlenberg in Alt Rüdersdorf allein drei. Auch eine Mühle direkt am ehemaligen alten Zementwerk gehört dazu. Ein Foto, bisher aber als unglaublich abgetan, zeigt sie deutlich.

Heinitz- auch Krämersee genannt mit alten Kalköfen

60. Der Heinitz- oder auch Krämersee, ist nicht mehr. Vor fünfzehn bis zwanzig Jahren wurde er wieder das, was er bereits einmal bis 1914 war: ein Kalksteinbruch. 1914 wurden die damaligen Brüche geschlossen und die Pumpen abgestellt, die das Wasser aus den 30 bis 60 m tiefen Brüchen auspumpen mußten. In wenigen Monaten entstand das 'Blaue Wunder', wie der See wegen seines blauen Wassers genannt wurde. Im Volksmund auch 'Königssee der Mark' bezeichnet, loekte er unzählige Sommergäste an, die hier ihre Zelte gleich stehen ließen. Die Woltersdorfer Mia May-Filmgesellschaft drehte hier viele Stummfilme, unter anderem auch mit dem Sensationsdarsteller Harry Piel. In einem Film fuhr er mit dem Auto hoch über Seilen über den See und mußte samt Auto in den See stürzen. Das Autowrack und etliche Industriebauten fand man vor zwanzig Jahren beim Auspumpen wieder.

61. Sie gehörte zu den beliebtesten der sechzig Rüdersdorfer Gaststätten, das Restaurant 'Zum Bergwerk' am Mühlenfließ. Vor allem die Kalkarbeiter, die hier täglich nach der Arbeit vorbei mußten, kehrten hier ein - denn der Staub im Werk machte durstig. Hier war das Stammlokal vieler Tasdorfer Sportvereine, wie zum Beispiel der 'Tasdorfer Boxklub'. Im großen Saal im ersten Stock gab es regelmäßig Vorstellungen des Theatervereins '1903 Kalkberge', Es war ein Laientheater, das zeitweise auch unter der Leitung des Gaststättenbesitzers Herrn Hennig spielte und bis 1935 bestand. Die Vorstellungen waren immer ausverkauft und als Attraktion spielte die Bergkapelle in den Pausen. Weder Gaststätte, noch die damalige Heinitzstraße als Wohnstraße existiert heute noch.

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62. Bis 1914 bestand dieser große Aufzug im Heinitzbruch. Anfangs wurden Loren und später ganze Eisenbahnwaggons aus dem Bruch nach oben gezogen, um dann die Reise per Eisenbahn weiter fortzusetzen. Diese riesenhafte betriebstechnische Einrichtung wurde 1864 erbaut und löste den vorhergehenden Transport der mit Hilfe von Pferden und später kleinen Zugmaschinen gezogenen Loren ab. Die Länge der schiefen Ebene betrug 205 Meter, sie hatte eine Steigung von 1:4 und eine Förderhöhe von 48 Metern. Die normale Belastung betrug 200 Zentner. Oben stand der Seilscheibenpfeiler , von dem aus die Touristen einen eindrucksvollen Bliek auf das Geschehen hatten.

Ka kberge (Mark)

63. Eine seltene Aufnahme ebenfalls vom Großen Aufzug aus den Jahren 1914/15. Wegen der schlechten Wirtschaftslage und des Ersten Weltkriegs wurde der Betrieb im Heinitzbruch eingestellt. Durch das Abstellen der Pumpen wurde der gesamte Bruch in wenigen Monaten geflutet. Viele der Werkanlagen auf der Bruchsohle, ebenso wie die von den Arbeitern angelegten Gärten samt Büschen und Bäumen, versanken in den Fluten. Links sehen wir noch das Maschinenhaus und im Hintergrund Schornsteine des im vorigen Jahrhundert erbauten Zementwerkes I, inzwischen abgerissen. Auch die bis vor rund zwanzig Jahren noch bewohnten Häuser auf dem Seilscheibenpfeiler sind oben neben dem Aufzug noch zu erkennen. Sie hatten noch nach 1945 viele Jahre lang keine Abwassereinrichtungen. In den über dem Wasserspiegelliegenden alten Stollen nisteten seit 1914 zahlreiche Fledermäuse.

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