Rüdersdorf in alten Ansichten Band 4

Rüdersdorf in alten Ansichten Band 4

Auteur
:   Werner Winzer
Gemeente
:   Rüdersdorf
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6417-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rüdersdorf in alten Ansichten Band 4'

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8 Obwohl heute dem völligen Zerfall nahe, sollte das historische Meyerbeer-Geburtshaus gerettet werden. Irnrnerhm war es als Eingangsfoto auf einer internationalen Meyerbeer-Ausstellung 1991 in Berlin zu sehen. Unterdessen erfuhr ich, daß die eigentliche Poststation, in der es allerdings nur einen Raum gab, im Zollhaus in der Berliner Straße lag. Daher stellte die Familie von Marschall als Pächter, ihren großen Pferdestall in der Fischerstraße zur Ausspannung und für die Kutschor bereit. Übernachtende Reisende wurden im Deutschen Haus nebenan (Foto um 1980) einquartierr. Um 1790 wolmte hier, und zeitweise irn Mühlengebäude, der Postillion, So sprach man bald nur noch von der Postkutschenstation Deutsches Haus. Die eigentliche Station blieb (auch

als Lokal) fast unbekannt und fri-

stete nur ein dienstlichcs Schattendasein.

Die RüdersdorferWindrnühle

Überm Kesselsee ouf kahlem Hügel stand die Mühle, drehte ihre Flügel, froh im Winde wie im Spiel' ein Kind,

Kinderjauchzen und Musik erschullte, wenn zu dir der bunte Festzug wnllte, unter deinen Flügeln lebten Tanz und Spiel.

Bauern brachten ihren Körnersegen hoch hinauf auf ausgefahrnen Wegen, und die Steine mahlten Kom zu Mehle.

Unterm mächt'gen Himmel mit den Sternen sahst du Fackeln wandern und Laternen schmalen Pfad hinab zum alten Crund.

Weißer Mehlstrom floß in hundert Jahren, ward zum Bäcker in das Dorf gefahren, und das Dörfchen hotte täglich Brot.

Frieden lag urn dein Gelände,

bis der Krieg warf rote Feuerbrände

in dein ausgedörrt und morsch Gebäll(,

Alter Windbock, wilde Sturmeshände

jagten deine Flügel, schlugen Stert undWände, Schnee und Regen peitscht das Schindeldach,

Flammenhände drehten deine Flügel

dann zum letzten Mal auf dunklem Hügel und du sankst in Schutt und Asche hin.

Sonnenstrahlen deinen Leib durchglühten, wenn um dich die Schlehenbüsche blühten und die Nachtigall ihr Liedlein sang,

(Aus 'Der Kreis Niederbarnim' Band 2, 1967, von Walter Dinger.)

9 Als dritte noch im Foto vorhandene Windmühle zeige ich Ihncn hier die Bockwindmühle in Rüdersdorf. Allerdings haben hier einmal drei solcher Mühlen gestanden. Nur die Straße ist heute noch vorhanden ... Unterdessen sind neue Windräder moderner Art entstanden. Die acht Ungetüme erinnern mich wegen ihrer Größe immer etwas an Don Quichotte; sie machen allerdings aus Wind Energie. Früher hatten wir fünfWindmühlen - sagte man bisher. Auf einer Ansichtskarte fand ich zusätzlich eine Mühle im Zementwerk 1. Wir dachten an einen Scherz des damaligen Fotografen. Jetzt aber sah ich in einerWanderkarte eine solche Mühle an jener Stelle eingezeichnet. Also gab es sie wirklich. Sicher zerkleinerte man irgendeinen Zuschlagstoff. Wir hatten also sechs Mühlen:

Eine ganze Gemeinde trauerte um ihren Bürgermeister!

Die Peter-lübkes-Brücke kennt wohl jeder von uns. Heute aber will ich Ihnen etwas über jenen Mann erzählen, dessen Namen die Brücke, im Volksmund auch 'lange Brûcke' genannt, trägt. Als Peter lübkes am Donnerstag, dem 21. Dezember 1916, verstarb, trauerte die ganze Gemeinde um diesen Bürgermeister, der den damaligen selbständigen Ort Kalkberge fast dreißig Iahre lang leitete.

Als er 1914 nut dem Bau dieser Brücke mit seinen 73 lenzen auf dem Rücken in Pension ging, war er dennoch weiterhin als Berater und Freund an der Seite seiner Bürger. Höher als alle Ehrungen standen ihm immer die liebe seiner Gemeindeangehörigen, wobei er keinen Unterschied in Rang, Würden oder Reichtum kannte. Ritter p.p., war unter anderem fünfzehn [ahre lang Mitglied des Aufsichtsrates, dann zwanzig [ahre Direktor und schließlich nochmals neun Iahre Vorsitzender des Aufsichtsrates der Creditbank Kalkberge. 25 Jahre lang wirkte er als Mitglied im Amtsausschuß des Amtsbezirkes Rüdersdorf und war Mitbegründer der Schützengilde sowie 23 Iahre lang auch Mitglied der Gilde. 25 [ahre gehörte Peter lübkes der kirchlichen Körperschaft von Kalkberge an und trug seit 1895 den Ehrennamen des Kirchenältesten. Der Bürgerverein Kalkberge schrieb am 22. Dezember 1916 in seiner Beileidsanzeige in den 'Niederbarnimer Nachrichtcn", die übrigens eine ganze Zeitungsseite einnahmen, folgendes: 'Ein arbeitsreiches leben liegt abgeschlossen vor uns. Ein arbeitsfreudiger Weggenosse ist von uns gegangen, dessen allzeit freundliches Wesen ihn jedem lieb und wert machte. Ein maßvoller, aber doch zäh und beharrlich seinen Zielen zustrebender leiter der Gemeinde, ein treuer, jeder Sonderbündelei abholder Vereinsmensch, eine in sich geschlossene Persönlichkeit, die mit durchdringendem Verstande strenge Sachlichkeit verband. So war er unser.'

Als Gemeindevorsteher a.d., Ritter mit Orden Peter lübkes, am 24. Dezember nachmittags run 3 Uhr vom Trauerhause in der Redenstraße 27 aus zu Grabe getragen wurde, war ein unübersehbarerTrauerzug

durch seine geliebte Gemeinde an seiner Seite.

Herr Klitzing, Mitglied und Prediger der evangelisch-lutherischen Gemeinde, die ihre Kapelle in der heutigen Thälmannstraße harte, sagte in einem Nachrufim Gotteshaus, daß Herr lübkes an keinem Bettler vorübergehen konnte, ohne Hilfe zu leisten. 'Irn Armenhaus war er nicht selten am Heiligen Abend als wahrer helfender Engel zu Gast. Manchrnal mußte sogar der landrat warren, wenn ein verzweifelter Bürger bei seinem Bürgermeister Rat und Hilfe suchte.'

Mit Recht konnte also die Zeitungsredaktion in ihrem Nachruf darauf verweisen: 'Im Amt war er für jedermann zugänglich, ob der Mann im Arbeitskittel, die einfache Frau oder ein Höhergestellter einAnliegen hatte, alle wurden mit gleicher liebenswürdigkeit behandelt. Wie manchern versehamten Armen hat er mit feinem Takt über die Nöte des lebens hinweggeholfen.'

10 Die Brücke mit seinem Namen war damals die direkte Verbindung zur Nachbargemeinde Rüdersdorf und dierite beiden Orten. leider wurde das Bauwerk im Zweiten Weltkrieg derart durch Bombentreffer beschädigt, daß es vor [ahren schon, zuerst für Fahrzeuge und schließlich auch für Fußgänger, gesperrt werden mußte. Noch ist nicht endgültig entschieden, was weiter daraus wird - eine vollständige Brücke sicherlich nicht mehr, denn wir haben ja unterdessen eine neue Überquerung des Kalkgrabens. Eigentlich ist man es aber diesem erfolgreichsten Kalkberger Bü:rgermeister schuldig, etwas von dem Bauwerk (und wenn auch nur als Steg) zu crhalren und öffentlich kenntlich zu machen.

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5 Kalkberge

Blilk cul bange Brüdte u

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5

I I Ein typisches Bild a us der ehemaligen RedenstraBe, der Hauptstraße von Kalkberge. üb in der mittleren kleinen Kate mit dem alten Bohlenbinder Dach, das ich mir noch recht gut mit Stroh oder Schilf gedeckt vorstellen kónnte, oder den schon modernen mehrstöckigen Häusern, allenthalben harten sich Handwerk und Gewerbe zuhauf eingerichtet. Schon 1900 wirkte hier im linken Haus, RedenstraBe 30, Friseurmeister Conrad Frick. üb er während der Aufnahme

I 937 noch immer das Zepter fûhrt, weiß ich nicht. Aber Herrman Preuße, der Wat dunnemals im gleichen Haus schon tätig und I 939 war es immer noch ein Preuße. Nicht zuletzt aber wat auch das Geschäft für 'Herren und Damen Konfektion' von Bernhard Zogbaum seit der Iahrhundertwende hier ansässig.

12 Ein Blick auf das fast noch leere Kalkberger Zentrum um 1890. Die gesamte Hügelkette mit der längst verschwundenen Hohen Halde und dem bis vor einigen [ahren noch vorhandenenArnimsberg rechts, ist kaum bewaldet. Im dreigeschossigen Haus, Bildmitte, befand sich schon eine Bäckerei, die im Zweiten Weltkrieg einer Bombe zum Opfer fiel. Heute steht hier ein schmuckes Eigenheim. Rechts daneben damals noch ein leerer Platz; später werden hier das schöne Bergemannsche Haus und das Gerichtsgebäude und gegenüber der Straßenseite das Haus mit dem Lokal 'Gerichtslaube' gebaut. Dafür aber sehen wir rechts hinten als nächstes Haus noch das alte, erstmals 1830 extra als Schule erbaute Haus für die Kalkberger Kinder. An deren Stelle steht heute ein modernes Gebäude der Sonderschule.

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Kuft4t't~rl,!g J~ GoJdin T, BerIjD.

13 Rund 1 50 Iahre alt ist diese Aufnahme aus dem Tiefbau. Damals gab es noch keine Dampf- oder F-Ioks. Treue Helfer der Kalkarbeiter waren noch pferd und auch Esel, die die schweren mit Eisen beschlagenen Loren aus dem Bruch ziehen mußten. Noch früher waren es die Männer selbst, die das besorgten. Oft nicht einmal freiwillig. denn durch Mietvertrag waren die in den Werkwohnungen wohnenden Kwnpel verpflichtet, im Werk zu arbeiten und bei Krankheit für einen Ersatzmalm oder Frau zu sorgen. Aus den umliegenden Gemeinden wiederum hatten Bauern zum Beispiel Pferde und Wagen für den Transport zu stellen. Noch führen hier die aus dem Redenbruch kommenden Kanäle in den Ticfbau, wo die Kalksteine schon prahmgerecht sertiert an den Kanalufern auf die KäJme (Pralune) warten.

14 Die Mannen. die hier Oberbrandmeister RudolfAhrendholdt um sich geschart hatte, waren gegen Feuer gefeit, möchte man meinen, wobei eigentlich das Können und die Einsatzbereitschaft ausschlaggebend waren und auch heute noch sind. Unsere seltene Aufnahme zeigt die FF aus dem damaligen Rüdersdorf um 19151920 vor ihrem Depot in der Fürstenwalder Straße, wo heute auch ihr modernes Gebäude steht. Sie sehen, vonlinks nach rechts, unten: Otto Hoffmann, Franz Bilsky, Fritz Düben, t, Paul Fehrmann, Fritz Adler, Rudolf Ahrendholdt sen., Rudolf Ahrendholdt jun., Reinheld Feclmer, 7, ?, Wilhelm Merzke und Erich Ahrendholdt. Zweite Reihe mirte: Franz Clemenz. Vierte Reihe: Paul Klauke und Richard Fehrmann. Rudolf Ahrendholdt sen. hatte mit seinen Söhnen im Nachbarhaus

eine Tischlerei - kein 'vVunder, daß sie bei Einsätzen immer die Ersten sein korinren.

Mein lieb Rüdersdorf von H. Schöpe, um ] 900

Eingebettet in lieblichen Tälern, umflossen von herrlichen Seen; umgeben von lauschigen Wäldern, liegst du noch auf sonnigen Hähen. Mein lieb Rüdersdorf!

So kam auch ich aus fremden Lande, eine zweite Heimat hier zu finden; der Arbeit viel, die Sorgen hart,

in vielen Jahren hier zu wirken. Mein lieb Rüdersdorfl

Sieben Jahrhunderte währte dein Sein. Eine alte Kirche aus jenen Zeiten,

die die Zisterzienser einst erbauten ragt noch in den Himmel hinein. Mein heb Rüdersdorf!

Es schaffen in deinen gesegneten Tälern, Menschen aus allen deutschen Gauen, Zugewandert, um den Kalkstein zu graben, Zukunft für sich und den Seinen zu bauen. Mein heb Rüdersdorfl

Diese Mönche, Miinner mit christlichen Sitten, sie schufen mit Fleiß die fruchtbaren Äcker; Bauten mit Siedlern die ersten Hütten

und fanden den Kalkstein als Entdecker.

Mein lieb Rüdersdorfl

Sah hier auf diesem trauten Flecken, Brüder, Schwestern aus Stadt und Land um hier auszuruhn, sich zu erquicken, Es flocht sich manches liebe Band. Mein heb Rüdersdorf!

Sie brachten den Menschen den christlichen Glauben, mit schwieligen Händen wollten sie werben.

Als Missionare aus fremden Landen,

um Gottes Ruhm und Ehre zu fördern.

Mein lieb Rüdersdorf!

So will ich meine letzten Lebensjahre nach Gottes heil' gen Willen

wirken und sterben bis zur Bahre. Mich dann in diese heilige Erde hüllen. Mein lieb Riidersdorf

So sind denn deine vielen Jahre eingehüllt in der Menschheit Geschicke; Auf und Ab bis in unsere Tage, Verbunden mit den Heirnatgeschichten. Mein lieb Rüdersdorfl

Und wandle ich einst in lichten Höhen, mit neuem Geist und Erkenntnissen erfûllt, spende ich dir von oben Segen,

duliebliches und mir teures Gelild.

Mein lieh Rüdersdorf!

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