Rüdersdorf in alten Ansichten Band 4

Rüdersdorf in alten Ansichten Band 4

Auteur
:   Werner Winzer
Gemeente
:   Rüdersdorf
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6417-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rüdersdorf in alten Ansichten Band 4'

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25 Den Nichteinheimischen und jüngeren Rüdersdorfern wird es sicherlich schwer fallen, auf diesom Foto ihren Heimatort zu erkennen. Zugegeben, das Foto ist auch schon sechzig [ahre alt. Zwischen Berghofund Mühlenstraße sehen sie hier von der Schöneicher Chaussee aus die 'Irasse der] 936 in Bau befindlichen Autobahn. Breite Pfeilerelemente sind zum Teil fertig und die Trasse bereits mit Brettern eingeschalt. Das längste Brûckenelement in Brandenburg ist im Entstehen. Die riesige Breite des Talüberganges ist von unserer erhöhten Warte aus, gut Zll erkennen. Links hinten die Landhofsiedlung. Dahinter die Baumgruppe befindet sich noch auf dem unbebauten Hasenberg heute Kalkberger Platz. Die Gebäude im Mittelteil an und unter der Brücke gehörten zu den Sägewerken der Gebrüder Lange.

26 Ein wunderschónes Haus in der Woltersdorfer Straße von Rüdersdorf um 1920. Die Straße ist sicher der zweitälteste Weg im Ort, denn seit Bestehen von Rüdersdorf war sie lange Zeit die Hauptverbindung nach Woltets dorf. Vor oder nach Weißhaupt hatten hier die Kreeters das Wirtsrecht. Es war eine sogenaruite Försterkneipe im positiven Sinne gemeint, wo die Fórster nach ihren Pirschen oder Rundgängen Rast machten. Links im Nebenhaus hatte sich Schuhmacher Pistor im Keller einquartiert. Für jene Wanderer, die aus Woltersdorfkamen, gab es hier bereits eine erste Rastmóglichkeit. Heute befindet sich das noch erkennbare Haus an einer Autobahnbrûcke und an einem neu entstandenen Preizettzentrum sowie neuer Wohnsiedlung.

27 Ob wir es je erleben werden, daß der Kalksecstrand wieder für die Allgemeinheit nutzbar wird? Wenn man sich diese romantische Ansicht der Gaststätte am Kalksec zu Gemüte führt, kann man die Wehmut um vergangenes Glück in einer noch gesunden Natur und Umwelt nicht unterdrücken. Die Gebäude der Freibadgaststätte am Kalksee um 1905. Die Freibadanlagen sind erstaunlicherweise nicht zu sehen - sie müssen aber an der linken Bildseite liegen. Die Abbauabhänge rechts erinnern sicher an das einst hier gelegene Ziegelwerk. Die Fontanegaststätte von Herrn Liesen allerdings hat 1887 nicht hier unten, sondern in 15 meter Höhe am Hang oben gestanden, wo dann auch die Sommerhäuschen im Garten und die ansehnliche Gärtnerei hinpaßten, und bis zur damals noch nicht vorhandenen Siedlung Seebad reichten.

Chamäleon = Heinitzsee

28/29 Immer wieder baten mich viele Leser, einmal eine Bildergeschichte über das Werden und Vergehen des 'Heinitzsees' , 'Kónigssee der Mark', 'Blaues Wunder' oder auch 'Krämersee' genannt, zu veröffentlichen. Diesen Wunsch will ich nun erfüllen.

Anfang 1800 waren rund 500 [ahre vergangen, die man benötigte um den ûber den Wasserspiegelliegenden Kalkstein abzubauen. Zwischen 1600 und 1700 entstanden am Rande des Heinitzbruches die ersten Kalköfen und Torfscheunen. So etwa (Foto oben) sah das Grubengelände aus, als die ersten Kanale aus dem Mühlenf1ieß in den Heinitzbruch und spärer aus dem Kesselsee in den Redenbruch, und schließlich durch die Kreuzbrücke auch in den Alvenslebenbruch, gelegt wurden. Iahrzchnte später, als man schon unrer dem Wasserspiegel abbaute, wurden die Kanäle zugeschüttet.

Als 1914 unser schoner Heinitzsee geboren wurde, ahnte noch keiner welch kostbares Kleinod

der Natur hier das Licht der Welt erblicken sollte. Ausnahmsweise hat hier Menschenhand - allerdings ohne zuerst an See und Badefreude zu denken - dem lieben Gott wahrlich positiv ins 'Handwerk gefuschr'. Nach fünfzig Iahren Heinitzsee gab es nun wieder viele Heimatfreunde, die um das Überleben der geheimnisvollen 'Rüdersdorfer Burgen' auf der Heinitzwiese bangten, wie sie auf dem unteren Foto noch zu sehen sind. Mit gutem Grund, denn sie gibt es nicht mehr. Tröstlich aber ist, daß die Ofenruinen in der Heinitzstraße und dazu auch noch ein neu entdeckter Ofen neu entstanden, wie weiland Phönix aus der Asche. Dazu kann man dem Team des Museumsparkes und der Gemeinde nicht genug danken.

301m] 9. [ahrhundert harte man schließlich an einer Stelle im Bruch die 70 Meter Marke erreicht, rechts vorn im Bild. Bald aber mußte das Loch wieder geschlossen werden, weil man dem aus den Kalksteinfelsen zufließenden Schichtenwasser und Grundwasser nicht mehr Herr wurde. Unterdessen waren auf dem künftigen Seegrund kleine Werkhäuser, wie die Bethäuser, entstanden, gab es Gärten, Büsche und Baumgruppen. Das neue Iahrhundert brach an und der Erste Weltkrieg warf seine Schatten voraus: Wirtschafis- und Absatzkrise. Die Werkleitung beschloß im 1914 die Grube zu fluten. Dazu brauchte man nur die Pumpen abzustellen und die bisher zugeschütteten Kanale wieder zu öffnen. Auf dem Grunde des Bruches blieb zurück, was Niet- und Nagelfest war.

3 I In wenigen Monaten schon harte der neue See, der den Namen 'Heinirzsee' bekam, Konturen angenommen. Unser Foto zeigt, wie das Wasser stieg und stieg. Bald harte es den urnliegenden Wasserspiegel weit ûbcrschritten und halb Schulzenhóhe stand unter Wasser. .. Halt, verfallen Sie nicht in Panik: So wäre es geschehen, wenn diese Fotomontage des Fotografen der Wirklichkeit entsprochen hätte. So hoch stand auch beim Zufluß der Wasssermassen der Pegel nie - sonst wàre die von mir dargestellte Katastrophe eingetreten. Und wieder kamen viele Tounsten, die nun sahen, wie aus den Kanälen und Kalksteinwänden das Wasser zulief und bald machte der Spruch die Runde:

Der Bergbau stirbt und gebirt einen See.

J<a/kberge t. d. Narr..

Aft~ Ha köfen am G ede nb~rg 'niJd> aem ~ <eT ud»

32 Nebenstehend noch einen Blick auf die künftigen Uferrander des werdenden Sees. So steil wie hier zu sehen sah es ringsum allenthalben aus - es war ja einmal ein Bruch. Und so war voraus zu ahnen, daß der See nicht gut für Nichrschwtmrncr oder Kinder geeignet war. Die Schramlöcher unten arn Grunde und auch an den seitlichen Kalkfelsen, die oft auch weit oberhalb des Wasserspiegels zu sehen waren, boten den Tieren im Wasser bzw. in den trockenliegenden Gängen gute Lebensmóglichkeiten. So wurden vor allem die tausende Rüdersdorfer Fledermäuse bekannt und beltebt. Meist sprachen alle vom schönen blauen Wasser. In Wirklichkeit war aber das Vlasser mehr smaragdgrün, hervorgerufen durch eine besondereAlgenart, die sich durch die Kalksteinufer in Rüdersdorf besonders entwickelte. Gut auf unserem Foto zu erkennen, die schrägen Schichten der Kalksteinflöze. Zur Erde hervorgehoben und weit darüber hinaus, durch gewaltige Erdbewegungen, wie wir sie uns gar nicht vorstellen können. Denn einst

lagen sie waagerecht und waren der Boden des hier befindlichen Urmeeres. Erkennen kann man auch, wie sie in Richtung Kalkberger Platz schräg abfallen denn auch unter dem Kulturhaus liegen Kalkgründe. Freude für unsAnwohner, sie sind nicht im Tagebau abzubauen. Vorsichtig setze ich aber hinzu, noch nicht - was, so Gott will, auch bleiben möge. Denn Gespräche darüber gab es schon in der DDR.

33 Oben: Schon suchten sich die Wassersportfreunde die besten Plätze am künftigen See. Vor allem an einem kleinen Strand in der Nähe der Kreuzbrücke gab es Feriengäste, die ihre Zelte das ganze Iahr über stehenließen. Nicht wenige Leute fuhren von hier aus zur Arbeit nach Berlin. Unser 'Grûnes Paradies wurde dieser besonders schöne Fleck Erde mit der kleinen, blumigen Wiese, den Büschen und Bäumen ringsum, genannt. So sahen die Anfangsjahre des Sees aus. Auf unserem Foto oben hinten links befand sich dieses Wunderland. Vorn noch die ungepflegte Heinitzwiese mit dem Zufluß des Bûlewkanals. Hinten rechts die nicht sichtbare Kreuzbrücke.

Unten: Dann kam Hitler an die Macht. Zum Wohle der Volksgenossen entstand nun auf einem Teil der Heinitzwiese eine 'großartige Preilichtbûhue'. Wer dachte damals schon an Krieg und das böse Ende ... Zwischen 1936 und j 938 packten hier vor allern die in derWerksportgememschaft organisierten Be-

triebsangehörigen kräftig zu, wie unser Foto unten zeigt. Die Idee mit der Preilichtbühne harte viele Freunde gefunden. So entstehen nun ein großer Sportplatz mit Bühne (natürlich auch für Demonstrationen), und einer direkt in den See führenden breiten Freitreppe. Aus den Industrieruinen, flankiert van den beiden alten Kalköfen, wird ein wundervolles Haus mit Bankett - Festsaal und daneben entsteht ein Kindergarten.

Kalkberge (Mark)

34 Und so sah es nun bei den zahlreichen Veranstaltungen aus, Ballett und Volkstänze waren damals rnehr gefragt als heute manelimal. Links der Giebel des Festsaalgebäudes mit dem hohen Spitzdach und daneben der Kindergarten, noch eingeschossig. Unübersehbar aber auch die in Massen gekommenen Zuschauer - und sie wurden nicht angekarrt, wie man mir mehrmals nach der Wende einreden woll te. Das war weder bei Hitler, noch in der DDR nötig. Schließlich gab es noch kein Fernsehen und so wurden solche Feste zu großen Erlebnissen für alle. Weder damals, noch in der DDR - und auch nicht heute - konnre man daraus schon die Staatsnàhe ablesen, wie vor allern westliche Journalisten uns immer wieder weis machen wollen - abgesehen vom 1. Mai und anderen staatlichen Fciertagenl Obwohl ich vicle kenne, die auch daran nicht teilnahmen ...

35 Und das war das Größte; Bergkapelle und Bergsänger (rechts im Foto) mustzieren gemeinsam auf der Freilichrbühne am See. Das gab es nicht zu jederVeranstaltung. Beide Musikgruppen batten ihre speziellen Aufgaben und Freunde. Und so war alt und jung auf den Beinen. Und sie kamen zuhauf wenn die gestandenen Bergleute hier am See als Musiker und Sánger auftraten. Der von Statur nicht zu übersehende Bergmann Paul Falkenhagen, nach 1945 auch Betriebsleiter des Tiefbau. trug jahrzehntelang den Schellenbaum der Kapelle voran. Nicht weit vom See, auf bewaldetenAbraumbergen des ehemaligen Berliner Bruches, hoch über Rademachers Hotel, gab es ebenfalls eine beliebte Konzertanlage im Grünen. Und narürlich nicht zu vergessen, die zahlreichen Freikonzerte im Redenpark am Kesselsee.

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