Rüdersdorf in alten Ansichten Band 4

Rüdersdorf in alten Ansichten Band 4

Auteur
:   Werner Winzer
Gemeente
:   Rüdersdorf
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6417-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rüdersdorf in alten Ansichten Band 4'

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36 Zweimal gab es Brände in den Anlagen, beabsichtigt oder nicht. So sah das Bankettgebäude und der Kindergarten nach dem Wiederaufbau aus. Das große Gebäude links isr nun zwei geschossig und hat nur noch ein flaches Dach und auch der Kindergarten wurde mit einem ausgebauten Dachgeschoß versehen. Links am Rand ist einer der beiden alten Kalköfen zu sehen, die bis vor einigen Iahren noch als Wahrzeichen vorhanden waren. Rechts der Obelisk, der zu Ehren der im Ersten Weltkrieg gefàllenen Bergleute aufgestellt worden war. Mit seinem großen Schwert und den Nazisymbolen, später ein besonderes Ärgernis der Oberen in der DDR. Denen wäre es am liebsten gewesen, dieser Krieg wäre aus dern Gedächtnis der Völker überhaupt gestrichen worden.

37 Die ehernals wunderbaren Sozial- und Sportanlagen zerfielen nach 1945 immer mehr - es war kein Geld mehr dafür vorhanden und schließlich gab es ein neues Stadion arn Hasenberg. Eme Sportart allerdings hatte sich hier eingefunden und bis zum bitteren Ende ausgehalten. Die Sporttaucher der 'Gesellschaft für Sport und Technik'. eine vormilitärische Jugendorganisation, hatten sich nun ihr Domizil eingerichtet. Das 'Blaue Wunder' wurde ihre heile Welt. Der nicht abgerissene Gedenkstein wurde für den Tauchsport etwas umgebaut und ein weiteres Gebäude daneben gestellt. Wer einmal hier unrer Wasser die mannigfaltige und bunte Umerwasserwelt erleben konnte, dem wird das unvergeßlich bleiben. So wie die Tauchsportler, schwärmten auch viele, meist wilden Angler, von den so großen Fischen im See.

38 Unterdessen harte sich das Bild gewandelt. Der große Strand mit der liegewiese, auf unserem Foto ausnahmsweise nur von einigen Jugendlichen bevölkert, loekte im Sommer wieder tausende Freunde aus Rüdersdorf und Umgebung, und natürlich aus Berlin, an. Aber ein Riosenandrang im Ort gab es nicht mehr - dazu fehlten die Besucher aus dem westlichen Berlin! Der immer mehr zunelunende Kalkund Kohlenstaub tat sein Übriges zur Abschrechmg - immer mehr Werksgelände wurden für die Öffentlichkeit gesperrt. Natürlich wurden alle Hinweise auf dem Gedenkstem entfernt - das war billiger als abreißen, Hoch oben rechts sehen sie noch den Glockenturm an seinem angestarurnten Platz - eigentlich könnte er heute dort auch wieder aufgestellt werden, oder auf der gegenüber liegenden Bruchseite.

39 Natur undTechnik auf einem Blick. Hier am Heinitzsee hatten sie sich, weil nötig, friedfertig vereinigt. Eigentlich geht diese 'Rûdersdorfer Gondelbahn', wie sie genannt wurde, schon mehr über den Teil des früheren Redenhruches. Denn es gab hier zwei Brüche in einer Kalkstemgrube. Der Teil an der Heinitzstraße und am Heinitztunnel

hieß Heinitzbruch, und der in Richtung Kreuzbrücke gelegen Bruch mit dem Redenkanal, hieß auch Redenbruch - meist aber wurde der See einheitlich Heinitzsee genannt. Die Seilbalm wurde notwendig, weil die in Schulzenhöhe/Tasdorf gelegenen Zementwerke I und III ihren Nachschub an gebrochenen Kalkstem mit diesen Hängeloren erhielten. So hörte man Tag und Nacht das gleichmäßige Schnarren und Quitschen der sich auf und an den Drahtseilen hängenden beladenen und leeren Loren,

die sich hoch über den See voll zu den Zememwerken, und leer wieder zurück in den Alvenslebenbruch bewegten. Standen sie einmal still, war endlich wohlruende Ruhe am See - aber um so mehr Hochbetrieb im Bruch und im Werk, urn den Defekt so sclmell wie möglich wieder zu

beseitigen. Etwa auf solchen Seilen soll einmal Harry Piel mit einem Auto, dessen Wrack beim Auspumpen des Sees noch gefunden wurde, über dem See beabsichtigt abgestürzt sein.

40 Das wird noch lange in Erinnerung sein - unser ehemaliger 'Kónigssee' und was von der Freilichtbühne übrig geblieben war. Eine unerbittliche Industrie, die aber für Rûdersdorf lebensnotwendig war und ist, versetzte unseren See den Todesstoß. Schmerzlich für alle Naturund Heimatfreunde. Er wurde wieder das, was er einst war: ein Kalksteinbruch. Sollte der Kalkabbau in Rüdersdorf einmal endgültig beendet sein, ja, dann gäbe es sicher eine neue 'Rüdersdorfer Seenkette' ,mit dem Heinitz-, Reden- und Alvenslebenbruch. Natür!i.ch wird dabei auch der kleine Kriensee - heute noch ein Werkhafen - nicht fehlen, der übrigens schon bis vor rund 150 Iahren eine wunderschöne in sich abgeschlossene Wasseroase war. Bis dahin wird noch viel Wasser im Fließ hinunterplätsehern. Wir Heutigen werden dann (hoffendich) aus lichten

Höhen einen neuen wunderbaren See entstehen sehen ...

4] So einfach war das 'in grauer Vorzeit' einmal. Ein aus Holz gefertigtes kleines Häuschen als Ausschank und Unterstand bei Regen und ein auf einige pfosten gehangenes Zeltgebilde - fertig war die Sommergaststätte am Kalksee. Dazu noch ein Dutzend Gartentische und Stühle und man hatte ein herrliches Stück Ufer am See für stille Stunden oder ein heimliches Rendezvous. Wo sich diese gastliche Stätte befand? Wir sind nicht ganz sicher. Sicher ist - es ist die Promenade am Kalksee in der Nähe des Seebades. Da sich zwischenAnhöhe und Wasserspiegel immerhin ein ziemlich breiter Streifen Strand befindet, denke ich, es ist das auch heute noch immer als Freibad genutzte Stück Strand unterhalb des neuen Krankenhauses.

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42 Ich möchte behaupten, daß die Mehrzahl der in den vergangenen vierzig [ahren gebauten Garagen aus Fertigteilen bestehen, die im Betonwerk produziert wurden.Aber es gab daneben auch noch zwei weitere. allerdings kleinere Rüdersdorfer Betonfabriken. Eine davon lag am Kesselsee in Kalkberge, die andere befand sich aufTasdorfer Boden. Unser Foto zeigt das Werk in derTasdorfer Straße 2. Das ist jene Straße, die am Chemiewerk beginnt, über die schwarze Brücke fûhrt und heute Gutenbergstraße heißt. Eigentlich ist nur die Belegschaft zu sehen, die sich hier 1929 versammelt hat. Damals hieß die Fabrik noch 'Mol!undlang'.1939warsie nur noch unter dem Namen

Lang eingetragen. Der Betrieb

sol! in den letzten Tagen des Zweiten vvelrkrieges zerstört worden, oder abgebrannt sein.

43 'Glück auf! Glück auf! Der Steiger kommt. .. '. Die heimliche Nationalhymne der Rüdersdorfer seit Iahrhunderten. Bis zu hundert sangesfreudige Bergleute zählte der Chor der 'Bergsänger' zeitweilig. Unter der Leitung solcher Dirigenten "ie die Herren Pichin, Blankenburg. Kiihne, Pape, Ulfert und Schmiele entstand neben den Bergsängern eine ebenso beliebte Bergmannskapelle. Die Mitglieder wurden aus Tradition noch viele Iahre lang auch 'Bergsänger' betitelt. Manche der Kumpel, die der Erde auf immer Valet sagen mußten, bestellten sich schon zu Lebzeiten die 'Bergmusike' und ließen sich unter den Klängen des Bergmannsliedes in Mutter Erde betten ... Zu den Bergfesten gab es unten im Alvenslebenbruch nicht nur Musik, sondern auch Chorgesang. Leider ist der Chor nur noch wehmütige Erinnerung.

4+/45 Nur die wenigsten Bûrger werden sie noch kennen: die am ]8. Oktober ]89] eingeweilire Kapelle der lutherischenevangelischen Gemeinde aus dem Tasdorter Ortsteil Schulzenhöhe. Noch einige Zeit nach

] 945 stand sie, immer fleißig benutzt, schräg gegenüber der Gaststätte 'Schûtzenhaus'. In der DDR wurde sie abgerissen, da die Gemeinde keine Finanzen zum Unterhalt mehr aufbringen konnte, und heutc steht hier eine Diens tleistungsannahmestelle. Der seit längere Zeit verstorbene Gemeindevertreter Klitzing, vertrat oft den Pfarrer, der zu Cortesdiensten aus FürstenwaJde anreisen mußte. Bereits um ] 900 har in der kleinen Gemeinde ein Bürger Klitzing Leseaudachten in dem Kirchlein abgehalten. Mit der verschwundenen Kapelle verlor - und mit anderen geschichtsträchtigen Banten verliert unsere Gemeinde auch heute noch immer mehr seine geschichtliche Visitenkarte.

46 Sauber, sauber, kann man da nur zu diesem Teil der ehcmaligen Redenstraße sagen. Und die sie sauber halten, sind vorn links im Bild gerade zu sehen: fleißige Mitarbeiterinnen der Gaststätte 'Zum Metonkel' . Allein auf dieser kurzen Straßenflucht, vom Kesselsee bis zur Sonnenuhr (auf einer Anhóhe hinten links} befanden sich bis 1925 mehr als zehn Gaststätten. Ein Besuch im Redentunnel, links vor dem Metonkel, schloß zumeist auch ein Besuch der Gaststätte mit ein. Es gab Meta und Sprudel und noch mehr. Was Meta war, wissen wir nicht, aber daß Lokal, und vor allem der Garten immer proppevoll waren, das ist bekannr. Otto Schuster, um 192 5 der Eigentümer, bot nicht nur den Erwachsenen etwas, sondern hatte für seine jüngsten Gäste Wippen und Schaukeln im großen schatrigen Garten.

Gruß vom Restaurant zum Metonkel

47 Das Restaurant am Marktplatz an der Ecke Redenstraßel Marktplatz harte bis zum Abriß des gesamten Ortsviertels viele Besitzer. August Kreeter, vennut lich um 1903 auch der erste Besitzer, nannte sein Lokal noch 'Zur Marktbórse' , da auf dem Marktplatz am Kesselsee auch die Viehmärkte stattfanden. Das Wirtsehepaar Bernhard Keltinger führte es 1 930 (unser Bild) unter dem Namen Restaurant am Marktplatz. Fein manierlich sirzen die Teilnehmer einer Autopartie aus Berlin im Garten oder stehen mit dem Wirtsehepaar vor dem Eingang. Wie man auf der Karte lesen kann, war es eine feucht fröhliche Autotour. wie ein gewisser Felix schrieb. Nun ja, so genau nahm man es damals wohl noch nicht mit der Promille. Nach Keltinger übernahm ein Ernst Oelgart das Lokal.

Heute ist die Gegend ein weißer Fleck auf der Rüdersdorfer Landkarte.

Gruß aus Kalkberge i. M.

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