Rüdesheim am Rhein in alten Ansichten

Rüdesheim am Rhein in alten Ansichten

Auteur
:   Anton Schmitt
Gemeente
:   Rüdesheim am Rhein
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1729-6
Pagina's
:   88
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rüdesheim am Rhein in alten Ansichten'

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?

von

Anton Schmitt, Stadtarchivar

~

Europäische Bibliothek - Zaltbornmel/Niederlande MCMLXXIX

Das hier wiedergegebene Bildmaterial stammt aus dem Archiv der Stadt Rüdesheim am Rhein und aus den Privatsammlungen DI. Werner Lauter und Anton Schmitt.

Der Bearbeiter dieser Dokumentation ist Herrn DI. Lauter für zahlreiche Auskünfte zu Dank verpflichtet.

Im Verlag Europäische Bibliothek in Zaltbommel/Niederlande erscheint seit Jahren unter anderem die nachfolgende Reihe:

IN ALTEN ANSICHTEN, eine Buchreihe in der festgelegt wird wie eine bestimmte Gemeinde zu 'Großvaters Zeiten', das heißt in der Zeit zwischen 1880 und 1925, aussah. In dieser Reihe sind bisher in etwa dreihundert Einzelbänden Gemeinden und Städte der Bundesrepublik dargestellt worden. Es ist geplant, diese Reihe fortzusetzen. Unter dem Titel 'In oude ansichten' sind bisher etwa eintausend Bände über Städte und Dörfer in den Niederlanden erschienen. In Belgien ist die Buchreihe mit 'In oude prentkaarten' beziehungsweise 'En cartes postales anciennes' betitelt und umfaßt dreihundertfiinfzig Bände. Weitere einhundertfünfundzwanzig Bände beschreiben Gemeinden und Städte in Frankreich, und zwar in der Buchreihe 'En cartes postales anciennes'.

Näheres iiber die erschienenen und geplanten Bände der verschiedenen Buchreihen erhalten Sie bei Ihrem Buchhändler oder direkt beim Verleger.

Dieses Buch wurde durch den grafischen Betrieb De Steigerpoort in Zaltbommel/Niederlande gedruckt.

EINLEITUNG

'Rüdesheim am Rhein in alten Ansichten' heißt dieses Buch. Der aufmerksame Betrachter und Leser wird sich aber auch für die Entwicklung dieser 'kleinen Stadt mit dem großen Namen' interessieren. Ein kurzer Überblick über die Geschichte der bekarmten Rhein-, Wein- und Fremdenstadt mag daher angebracht sein.

Die besondere Lage unserer Heimat direkt am wärmeregulierenden Rheinstrom , auf drei Seiten von Bergen umgeben und am Südabhang des Niederwaldes gelegen, geben Rüdesheim ein günstiges Klima. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn schon der Nomadenmensch der Jungsteinzeit in der Weinbergslage 'Ramstein' Spuren seines Wirkens zurückgelassen hat. In der Lage 'Rottland' wurde ein Hockergrab aus der Bronzezeit entdeckt. Menschen der älteren Eisenzeit haben eine Wohngrube hinterlassen, da, wo sich heute das evangelische Gemeindehaus befindet. In der jüngeren Eisenzeit war Rüdesheim bereits dicht besiedelt. Die damals hier lebenden Kelten trieben schon Schifffahrt und legten über den Kammerforst den heute noch begangenen Kaufmannsweg an, da das Binger Loch wegen der Felsbarriere nicht befahrbar war. Die Kelten wurden von den Germanen verdrängt, und die antike Literatur nennt die germanischen Ubier als Bewohner des Rheingaues in der Zeit um Christi Geburt. Später waren es die Mattiaker, welche um Wiesbaden herum, also auch bei uns heimisch waren. Als die Römer nach Norden vordrangen und auf den Höhen des Taunus den Limes erbauten, war Bingen ein römisches Kastell und Rüdesheim der dazugehörige Brückenkopf. Nach Abzug der Rörner, von denen wir

ein Rebschnitzrnesser als bedeutendstes Fundstück besitzen, kamen die Alemannen und später, um das Jahr 500 nach Christi, die Franken in den Rheingau. Im Rüdesheimer 'Hinterhaus' traten von diesen Siedlern Gläser zutage, welche auf Weinbauern schließen lassen.

Die älteste Schreibweise für unser Städtchen war Ruodinesheim. Vermutlich wird ein angesehener Franke namens Ruodin sich mit seiner Sippe hier niedergelassen haben, und die Ansiedlung erhielt den Namen ihres Anführers.

Die Franken bevorzugten Haufendörfer, da diese den besten Schutz gegen Angriffe boten. Noch heute kann man am Rüdesheimer Stadtplan den Umfang des Haufendorfes erkennen. Dieses wurde begrenzt von der kleinen Grabenstraße, dem Klunckardshof und dem Markt, wo der Kirchturm mit seinen Schießscharten uns einen alten Wehrturm erkennen läßt. Fast alle anderen Straßen beziehungsweise Gassen verlaufen zum Rhein hin und entstammen einen späteren Zeit. Damals hat man die Ringmauer um Rüdesheim erbaut, deren markantestes Werk der schön gestaltete gotische Adlerturm ist.

Die Bromserburg lag zuerst außerhalb der Ringmauer. Ursprünglich hieß sie Niederburg und wurde von den Landesherren, den Kurfürsten von Mainz, als Zollburg errichtet. Als später die Ehrenfels als Zollstätte erbaut wurde, hatte die Brömserburg an Bedeutung verloren, blieb jedoch im Besitz der Erzbischöfe und Kurfürsten von Mainz, welche dort sogar Urkunden unterschrieben. Auch die Boosenburg lag zunächst jenseits der Ringmauer und besaß ihren eigenen Wallgraben.

Diesen überwölbte man später, wodurch die Weinhandlung Sturm gute Lagerkeller erhielt. Die Erbauer der Boosenburg waren die 'Füchse' von Rüdesheim. Ein Doppelgrab dieses Rittergeschlechtes ist noch in der Pfarrkirche St. Jakobus erhalten. Da diese Linie jedoch früh ausstarb, erhielt ihre Burg den Namen von deren Erben, den 'Boos von Waldeck'. Das älteste Rittergeschlecht nannte sich einfach 'von Rüdesheim' , als dessen bedeutendster Vertreter Rudolf von Rüdesheim (1402-1482) gilt. Er war päpstlicher Gesandter und starb als Fürstbischof von Breslau. Im Kloster Johannisberg wie im Kloster Eberbach hat je einer derer 'von Rüdesheim' als Abt gewirkt.

Die Brömser von Rüdesheim zählten zum bekanntesten Rittergeschlecht. Ihre Grabmäler sind in der hiesigen Pfarrkirche zu finden. Johann Brömser und Gemahlin Erlindis von der Spor erbauten die Kapelle zu Nothgottes um das Jahr 1390. Ihre Wappen kann man im Gewölbe der Wallfahrtskirche zu Bornhafen wie auch in der Rüdesheimer Pfarrkirche sehen. Die Brömser erbauten den Brömserhof mit dem sogenannten Mang'schen Haus. Johann Richard Brömser übergab 1620 die Kapelle zu Nothgottes den Kapuzinern und siedelte damit diesen Orden im Rheingau an. Heinrich Brömser, der Letzte seines Stammes, wurde vom Kaiser rnit dem Reichsfreiherrntitel ausgezeichnet wegen seiner Verdienste als kurmainzischer Abgesandter bei den Friedensverhandlungen zu Osnabrück im Jahre 1643.

Auch aus der Bürgerschaft unserer Stadt ging eine Reihe namhafter Persönlichkeiten hervor. So waren zum Beispiel Leonhard Klunckard und Leonhard

Müller Äbte im Kloster Eberbach und Josef Meurer Abt in Maria Laach. Jakob Ackermann galt als bedeutender Professor der Universität Heidelberg. Anton Gergens trat als Präsident des nassauischen Landtages hervor. Ludwig Schneider dürfen wir nicht vergessen; seinem rastlosen Eifer als Pfarrer von Eibingen ist die Erweckung der neueren Hildegardisverehrung zu verdanken.

Weinbau und Schiffahrt galten von jeher als die wesentlichen Erwerbszweige im alten Rüdesheim. Der 'Rüdesheirner' war so berühmt, daß einer der drei Rheingauer Weinmärkte hier stattfand. Zu diesem Markt kamen Weinkaufleute aus ganz Deutschland, selbst aus Danzig. Auch die Rüdesheimer Schiffer hatten einen guten Ruf. Das Steuern der Flöße war ein Geheimnis, gehütet von der hiesigen Schifferfamilie Jung.

Das Christentum war bereits zu fränkischer Zeit hier bekannt. Ein Grabfund aus jener Zeit hatte ein mit einem Kreuz verzierten Ring als Beigabe. Der erste 1197 urkundlich bezeugte Pfarrer des Rheingaues, Egilward, stammt aus Rüdesheim: Die 1478 erwähnte Himmelfahrtsprozession zieht in diesem Jahr zum fünfhundertsten Male durch die heimisehen Fluren und Weinberge.

Das alte Rüdesheim begarm allmählich über seine Stadtmauern hinauszuwachsen. Nachdem das Geisenheimer Tor im Jahre 1844 abgetragen worden war, hat man den angrenzenden Engergraben überwölbt und begann in der Vorstadt ein neues Wohnviertel zu errichten. Zuvor stand über dem Graben schon das Haus Gebürsch (heutige 'Rüdesheimer Bauernstube'),

dessen Besitzer noch den Brückenzoll am Geisenheim er Tor erheben mußte.

Durch den Bau des Niederwalddenkmals im Jahre 1883, dessen Grundsteinlegung 1877 festlich begangen wurde, erlebte der Fremdenverkehr einen großen Auftrieb. Besonders an der Rheinpromenade entstanden nun viele Hotels und Gasthöfe. So erhielt Rüdesheirn eine neue Einnahmequelle, während das Schiffergewerbe langsam zurückging, Die Ursache lag in der seit 1825 beginnenden Dampfschiffahrt auf dem Rhein. Immerhin wurden im Jahre 1910 noch fünfzehn Schiffer mit zweiundzwanzig Fahrzeugen gezählt.

Auch die weinverarbeitende Industrie siedelte sich in unserem immer bekannter werdenden Städtchen an und gibt heute vielen Rüdesheirnern gesicherte Arbeitsplätze. Vor hundert Jahren gab es hier sechsunddreißig Weinhändler und zwei Schaumweinfabriken. Schon vor dem Krieg 1870/1871 gründete der Rüdesheim er Carl Schmoll die älteste Rheingauer Weiribrenne rei. Diese Tradition wurde fortgesetzt von der weltberühmten Firma Asbach & Co., welche zuerst ihr Produkt mit dem deutschen Namen 'Weinbrand' bezeichnete.

In der bereits erwähnten Vorstadt wurde schon im Jahre 1842 die einzige Synagoge des Rheingaues erbaut, und die seit 1835 nachweisbare evangelische Gemeinde ließ zwanzig Jahre später dort eine eigene Kirche errichten. Das Wohngebiet dehnte sich weiter nach Osten aus und erreichte um die Zeit des Ersten Weltkrieges die 1899 erstellte Volksschule; gegen Norden hin erstreckte sich die Bautätigkeit bis zum

Krankenhaus St. Josef, das 1902 eingeweiht wurde. In der Zeit nach 1918 wuchs die Stadt weiter nach Osten und Norden, was die Eingerneindung des ehemals selbständigen Dorfes Eibingen im Jahre 1939 zur Folge hatte. Eibingen war nachweislich schon irn Mittelalter eng mit Rüdesheim verbunden. Am Ortseingang lag der Gebäudekomplex des Klosters der heiligen Hildegard. Die Reliquien dieser großen Äbtissin des zwölften Jahrhunderts befinden sich in einem kostbaren Schrein in der dortigen Pfarrkirche. Im kommenden Jahr wird der achthundertste Todestag dieser bedeutenden Frau gefeiert. Oberhalb von Eibingen erhebt sich seit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts die Abtei St. Hildegard. Die Benedik tinerinnen sind bestrebt, das hinterlassene Schrifttum der Begründerin von Kloster Rupertsberg zu deuten.

Nach 1945 mußten zuerst die vom Krieg hinterlassenen großen Spuren beseitigt werden. Bald aber lief auch die Neubautätigkeit auf vollen Touren, besonders im Bereich zwischen Rüdesheirn und Eibingen; beide Gemeinden sind inzwischen zusarnmengewachsen. Auch die Siedlung Windeck, im Jahre 1953 begonnen, hat sich schon zu einern ansehnlichen Stadtteil erweitert. Nachdem zwanzig Jahre später in der nahegelegenen 'Trift' ein neues Baugebiet erschlossen wurde, kann man mit gutem Recht von einem Stadtteil sprechen, dessen landschaf'tlich reizvolle Lage immer mehr Beachtung erfährt.

1. Das Wappen von Rüdesheim. Es zeigt den mantelteilenden heiligen Martin mit dem Bettler, was die jahrhundertelange Zugehörigkeit zum Erzstift Mainz beweist. Daneben steht heraldisch rechts der heiligen Jakobus der Ältere alsPatron der Pfarrkirche. Schon 1412 erscheint dieses Wappen im großen Gerichtssiegel, 1494 auf dem Wappenstein der Gebückschanze Weißenturm und 1612 im kleinen Gerichtssiegel. In das Ratssiegel vom Jahre 1675 wird noch die Pilgermuschel hinzugefügt.

Rüdesheim.

2. Gesamtansicht vom Rottland aus. Diese Darstellung der Stadt entstand etwa um die Jahrhundertwende. Das 1875 erbaute Hotel Jung ist zu sehen, ebenfalls die Sektkellerei Schultz-Grünlack, die 1863 vollendet wurde, ein Jahr später als der Bahnhof. Auch die Rüdesheimer Bucht, deren Auffülung geplant ist, läßt sich gut erkennen. Der Bau der uferverbindenden Hindenburgbrücke wurde erst 1912 begonnen.

3. Gesamtansicht vom Rhein aus. Auf diesem Bild kann man gut die Lage der Stadt am Fuße des Niederwaldes erkennen. Brömserburg und Adlerturm, noch heute Wahrzeichen von Rüdesheim , verbergen sich hinter Bäumen und Sträuchern. Die bekarmten Weiribergslagen 'Rottland' , 'Hinterhaus' und 'Bischofsberg' sehen wir noch vor der 1938 begennenen Flurbereinigung mit ihren vielen Weinbergsterrassen. Letztere sind heute verschwunden, dafür ist aber der Weinbau rentabler geworden.

Bild< v. Notronotdeokrnot auf Rüdesheim und rtindenburçorûoce

4. Gesamtansicht vom Niederwald her. Diesen herrlichen Bliek haben die zahllosen Besucher des Denkmals noch heute. Aber dennoch ist manches anders geworden. Auf unserem Bild steht noch die wuchtige Stahlkonstruktion der Hindenburgbrücke. Unsere Aufnahme zeigt die Stadt vor dem Bombenangriff am Katharinentag 1944. Die zwischen Brücke und Stadt gelegene 'Lach', das jetzt im Entstehen begriffene Erholungsgebiet, wird noch landwirtschaftlich genutzt. Die Pappelallee am Rheinufer ist heute verschwunden; dafür reicht nunmehr eine Platanenallee bis zum Hafen.

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