Recke in alten Ansichten

Recke in alten Ansichten

Auteur
:   Wilhelm Schwabe
Gemeente
:   Recke
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2847-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Recke in alten Ansichten'

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VORWORT

Niemand weiß, wie alt die Gemeinde Recke ist. Erinnern wir uns, wann Recke zum ersten Male urkundlich erwähnt worden ist. 1137 übertrug Bischof Werner von Münster dem Kloster Varlar bei Coesfeld ein Haus in Recke mit einem Hof. Dies ist belegt in einer Urkunde 'Ex Copia antiqua' (nach einer alten Kopie), aber an der Echtheit des Textes ist wohl nicht zu zweifeln. Bedeutungsvoller ist dann die Urkunde vom 19. Januar 1189, die besagt, daß der Edelmann Wicbold von Horstmar (t 1196) und seine Frau Beatrix dem Bischof Arno1d von Osnabrück ihren Erbbesitz in Recke für die Gründung eines Männerklosters schenkten. In dieser Schenkungsurkunde werden unter anderem auch die Wehrne, Steinbeck, Espel genannt und weitere Orte und Bauerschaften, die nicht zu Recke gehörten. Aber schon viele Jahrhunderte vor diesen urkundlichen Daten haben Menschen in Recke gelebt, wahrscheinlich schon in der Jungsteinzeit, zwischen 4000 und 1800 vor Christus, wie vorgeschichtliche Funde in Steinbeck und Espel beweisen.

Wenn wir in diesem Büchlein nun 'Recke in alten Ansichten' zeigen wollen, können wir natürlich nicht auf die älteste Zeit zurückgehen, und aus der Zeit der

ersten Urkunden ist nur ein Bauwerk erhalten geblieben, Reckes altehrwürdige Kirche. Für das Dorf Recke und seine Ortsteile bemerkenswert sind die alten Ansichten der großen Bauernhöfe und ihrer Heuerhäuser , die Dionysiuskirche von 1752 und einige Häuser der Töddenzeit. Auch nach der letzten Jahrhundertwende blieb Recke trotz Nordbahn, Mittellandkanal und verbesserter Straßen ein bescheidenes Bauerndorf, dessen Einwohnerzahl bei etwa 3 500 Seelen lag. Noch 1926 dichtete der verdienstvolle Heimatforscher Louis Stüve in seinem Heimatlied von Recke:

Zwar ist es von der Außenwelt Nicht gänzlich abgeschieden, Doch atmet es noch immerfort Den stillen Gottesfrieden.

L. Stüve (t 1935) war 1922 Mitbegründer des Recker Heimatvereins. Auf sein Lied werden wir bei den Bildbetrachtungen noch einige Male zurückkommen.

Etwa zehn Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg begann in der Gemeinde Recke das große Umbauen, Abreißen und Neubauen. Am 1. April 1951 wurde die

Gemeinde selbständig; sie schied aus dem Amtsverband mit Mettingen aus. Schon 1950 war die Einwohnerzahl auf 6 000 gestiegen, nicht zuletzt durch eine große Zahl von Ostvertriebenen. Der vorhandene Bestand an Wohn- und Geschäftshäusern, an Schulen, Werkstätten und Wirtschaftsgebäuden der landwirtschaftlichen Betriebe war überaltert und reichte für die wachsende Bevölkerung nicht mehr aus. Handel und Gewerbe nahmen teil am 'Wirtschaftswunder' in der Bundesrepublik Deutschland. Nur am Rande sei kurz bemerkt, daß, wie überall im Bundesgebiet, die Sanierungs- und Neubaumaßnahmen nicht immer den ungeteilten Beifall aller Bürger gefunden haben.

So verändert nun Recke seit 1955 ständig sein Gesicht. Nennen wir nur die neuen Wohnsiedlungen in allen Ortsteilen, das Schul- und Sportzentrum in Recke, aber auch vergleichbare Bauten und Anlagen in Steinbeck, die Vergrößerung und Neuerrichtung zahlreicher Geschäftshäuser und Werkhallen. 1979 hat die Gemeinde etwa 9 500 Einwohner. Für sie entsteht nunmehr ein neues 'Öffentliches Dienstleistungszentrum' mit Rathaus, Post und Sparkasse. Die Verbreiterung des Mittellandkanals und der weitere Ausbau des Straßennetzes sind geplant. In dieser Zeit

der tiefgreifenden Veränderungen und des Fortschreitens erscheint es notwendig, die 'alten Ansichten' von Recke in einern Buch festzuhalten. Fotos und Postkarten aus dem Bildarchiv des Heimatvereins, aus Alben und Schubladen alteingesessener Bürger zeigen ein Recke, das der jungen Generation fremd ist. Nun kann sie es in Bildern kennenlernen, die für die ältere Generation eine Erinnerung an die Vergangenheit sind, die 'gute alte Zeit', wie sie, nicht unbedingt zu recht, gern genannt wird.

Der Heimatverein dankt der Europäische Bibliethek in ZaltbommelfNiederlande, die die Herausgabe dieses Bildbandes angeregt hat. Er dankt allen, die Bilder zur Verfügung stellten, und den Mitarbeitern aus den eigenen Reihen, die sich um die Zusammenstellung bemühten. Wir heffen, daß dieses Buch Freude bereiten wird und 'Recke in alten Ansichten' für alle Familien in der Gemeinde und ihre Verwandten und Freunde zu einem echten Hausbuch wird!

Heirnatverein Recke

1. Diese alte Ansicht des Dorfkerns von Recke zeigt im Vordergrund das Geschäftshaus des Senlachtermeisters E. Spahn und H. Hemmers Uhrengeschäft. Im Hintergrund von links das Hotel 'Lindenhof", die alte Kirche mit Schulhaus und Küsterei und Greven-Schuppen. Dieser wurde 1958 von Hans Büscher in vorbildlicher Weise zu einern Wohn- und Geschäftshaus umgebaut. Es folgen das Fachwerkhaus von Frau Dr. H. Johannes, das einmal der Familie Bahlmann gehörte, und schließlich das Gasthaus Greve. Der 'Lindenhof" und Hemmers Geschäftshaus stehen nicht mehr, aber die Häuser neben der Kirche bilden heute Reckes gute alte Stube. Das Umschlagbild dokumentiert den baulichen Zustand dieses Ensembles vor den Umbauten und Restaurierungen der Nachkriegsjahre.

2. Wenn man etwa um die Jahrhundertwende von Halverde her nach Recke kam, begann der Dorfkern erst beim katholischen Pastorat. Auf der rechten Straßenseite befand sich das Haus von Mersch Schmied (später Doeker Hein, jetzt B. Strootmann). Es folgte die alte Schlüter'sche Apotheke. Links vom Pastorat stehen heute die Bücherei und die neue Dionysiuskirche.

3. Von der Wehme (Pottkamp) her, bot der Dorfkern diese Ansicht. Das Haus von Wagenbauer G. Wennemer (heute 1. Nospickel) steht noch. Dirk Neumeisters Haus, später K. Busse, Schuhhaus Doeker und Sanitätsrat Dr. August Nießings großes Anwesen haben Neubauten weichen müssen. Die Wiesen gehörten D. Neumeister und J. Wolke. Jeder Haushalt im Dorf hielt Kühe, Schweine und Federvieh.

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4.

Ein kleiner Fluß, die liebe Aa, sich sacht durch Recke schlängelt ...

sang 1926 der Gründer des Recker Heimatvereins Louis Stüve, den wir schon im Vorwort zitierten. In alter Zeit führte ein Furt durch die Aa, dann eine Holzbrücke darüber, ab 1748 die steinerne Brücke, die wir hier im Bilde sehen. Sie wurde am Ende des Zweiten Weltkrieges gesprengt. Neubürger des Bahnhofviertels (Judäa) erhielten hier in der Aa die 'Jordantaufe', eine feucht-fröhliche Angelegenheit, die bei Strübbe und Wäßle begossen wurde.

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5. In früheren Jahrhunderten floß die Aa sehr viel näher am Dorf, so daß Verfahrts Hof noch 'vor der Furt' lag. Links die Einfahrt zum Hof, rechts das Heuerhaus, in dem unter anderen die alten Recker Familien Rumöller, Frieling, Gafrecker und Ahrens gewohnt haben. Die Straße war hier durch einen Schlagbaum gesperrt, den Wegezoll zog der Heuermann ein. Die Gemeinden waren auf diese Einnahme angewiesen. Durch sie wurden die Strafsen mehr schlecht als recht in Ordnung gehalten. Bis zur endgültigen Regulierung der Aa nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Straße bis in das Dorf hinein oft überschwemmt.

6. Wenn man endlich das Dorf erreicht hatte, wurde unter 'Strübben Bogen' ausgespannt. Sie gehörten zu dem gegenüberliegenden Gasthaus, einem alten Töddenwohnsitz. Hinter den fünf Einfahrten befanden sich Pferdeställe und Abstellmöglichkeiten sowie eine Viehwaage. Kurz, ein in keiner Weise ungewöhnlicher Schuppen, der aber unter der oben genarmten Bezeichnung weithin bekannt war. Offensichtlich waren alle, die auf holprigen Straßen ins Dorf gingen oder fuhren, froh, wenn sie bei den auffälligen Bogen am Ziel waren.

7. Ein Bliek in die alte Hauptstraße. Links die Gastwirtschaft Th. Kemrne, später O. Bendiek. Dann das Uhrengeschäft Hemmer und das Wohnhaus von Schneiderrncister Bülte, zum Abschluß die 'Marktschänke', Rechts auch vor Jahren schon das Textilhaus Berentelg und das Schuhhaus Löchte-Klöker, heute modernisiert beziehungsweise neugebaut. Die Häuser der linken Straßenseite wurden abgerissen. Von der alten und neuen 'Marktschänke' hören wir noch unter Nummer 58.

8. So sah der Marktplatz viele Jahrzehnte aus. Schockmanns Garten war durch eine Mauer geschützt. In C. Steinbrügges Haus war später die Klempnerei und das Elektrogeschäft von J. Möllers. Davor ist das alte Kriegerdenkmal zu erkennen. Die Anwesen von A. Busemeier, J. Vorberg und H. Rohlmann rundeten das Bild des Marktplatzes ab. Vom Fenster im oberen Stockwerk seines Hauses verlasen Küster J. Vorberg und sein Nachfolger bis in die Nachkriegszeit hinein sonntags nach dem Hochamt amtliche Bekanntmachungen. Am längsten hat H. Rohlmanns Haus der Ortssanierung widerstanden. Moderne Geschäftshäuser bestimmen heute das Bild des Platzes.

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