Regen in alten Ansichten Band 1

Regen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Horst Sauer
Gemeente
:   Regen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2010-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Regen in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Regen am Regen ist einer der wenigen Orte im deutschen Sprachraum, dessen Ortsbezeichnung sich vom Flußnamen auf die Ansiedlung übertragen hat. Der Ort selbst, an den sanft, teilweise aber auch steil ansteigenden Ufern des Schwarzen oder Großen Regen gelegen, ist eine Gründung der niederaltaichischen Benediktiner-Propstei Rinchnach. Er befindet sich nämlich innerhalb des von Kaiser Konrad U. am 1. Januar 1029 an Rinchnach geschenkten Grundherrschaftsgebietes. Leider läßt sich heute nicht mehr die genaue Gründungs- und Entstehungszeit dieses Ortes bestimmen, da die entsprechenden archivalischen und archäologischen Belege fehlen. Von den Heimatforschern wird jedoch angenommen, daß Regen gegen Ende des 11. Jahrhunderts entstanden sei.

Die etste gesicherte Nachricht über Regen stammt aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. In einem Schutz- und Konfirmationsbrief, welchen sich das Stift Niederaltaich von Papst Eugen UI. am 30. März 1148 für seinen Seelsorgsbereich ausstellen läßt, wird nämlich unter anderem auch die Kirche von Regen aufgeftihrt. Die Entwicklung Regens bis zum Beginn .des 13. Jahrhunderts ist vor allem aus einem Vertrag, welchen Graf Albert IV. von Bogen und Bischof Gebhard von Passau am 1. März 1228 bezüglich der Lehensherrschaft über das Komitat Windberge bei Windorf schließen, zu ersehen, Darin wird Regen als Dorf und bedeutsamer Brücken- und Grenzort zwischen dem bischöflich passauischen Komitat Windberge bei Windorf und der Grafschaft Bogen bezeichnet. In seinem 1254 angefertigten Güterverzeichnis weist der Niederaltaicher Abt Hermann Regen als einen Markt aus, welcher der Rinchnacher Klostergrundherrschaft untersteht. Der Ausbau Regens vom Dorfe zum Klostermarkt ist wohl sicherlich dadurch begünstigt worden, daß mit dem Tode des Grafen Albert IV. am 15. Januar 1242 die gräfliche Linie erlosch und die zahlreichen, vernichtenden Expansionkriege, mit denen die Bogener immer wieder seit der Mitte des 12. Jahrhunderts die Rinchnacher Grundherrschaft überzogen, aufhörten. Regelmäßig stattfindende Märkte konnten nun in Regen abgehalten werden.

Der Wittelsbacher Herzog Otto Il., welcher nun die Hoheits-

und Grafschaftsrechte der Bogener erbte, scheint zunächst die Ausbildung von Marktgewohnheiten und die Festigung der Klostergrundherrschaft in Regen durch Abt Hermann wenig beachtet zu haben. Erst als Gericht und Verwaltung in Regen im Sinne der Stärkung der wittelsbachischen Landeshoheit aufgebaut werden mußten, änderte sich die Haltung des Landesherrn. Um jedoch diesen Aufbau durchführen zu können, benötigte der Herzog im Klostermarkte selbst die Grundherrschaft. Als ernst zu nehmender Landesherr, Vogt und Lehensherr des ererbten Bogen'schen Herrschaftsraumes mußte der wittelsbachische Herzog aber die Grundherrschaft im Klostermarkte Regen auf rechtmäßigem Wege erwerben. Am 1. April 1270 wurde deshalb ein Tauschvertrag zwischen Herzog Heinrich XIII. und Abt Hermann von Niederaltaich, dem Grundherrn im Klostermarkte Regen, geschlossen. Demnach erhielt der Herzog vom Niederaltaicher Abt einen Hof, mehrere kleinere Anwesen in Regen, vier Lehensgüter in Chundorf und dreieinhalb Lehensgüter in Greimprechtstorf. Der Abt wurde vom Herzog dafür mit je einem Hof in Sallitz und Metten, dem Schützenhof und einem Hof auf der linken Seite des Regenflusses entschädigt. Der grundherrschaftlichc Erwerb des Herzogs und die in der obigen Tauschurkunde bestätigte Aufteilung des Grund und Bodens der eingetauschten Weiler und Hofstätten an die Bewohner des Marktes Regen beweisen deutlich, daß der Herzog ein Gemeinwesen zu schaffen beabsichtigte, in welchem er seinen Grund-, Gerichts- und Vogtuntertanen durch einen gleich verteilten Besitzstand den lebensnotwendigen Bedarf an Nahrungsmitteln sichern wollte; zugleich erwartete er wohl aber von seinen neuen Grunduntertanen, daß sie sich zu Handwerkern und Kaufleuten ausbilden sollten, die durch die Erzeugung und Verteilung von Waren den Bedarf der bäuerlichen Bevölkerung der Umgebung zu decken hatten, genauso wie es sich eben für einen lebendigen Markt gehörte. Das Ergebnis der vom wittelsbachischen Landesherrn betriebenen strukturellen Änderung des nun herzoglichen Marktes Regen ist im Urbar des Viztumamtes Straubing von 1301/1307 festgehalten.

Der Markt Regen ist nun Sitz eines herzoglichen Schergen-

amtes. Aus dem zusammengelegten Grund und Boden wurden vierundzwanzig herzogliche Lehensgüter errichtet. Ein jedes von ihnen hat an den Herzog eine Grundsteuer von flinfunddreißig Pfennigen zu bezahlen. Da in dem oben angegebenen Herzogsurbar die Orte Chundorf und Greimprechtstorf nicht mehr erscheinen, ist daraus zu schließen, daß der Auf- und Ausbau des Marktes Regen und seiner Ortsflur bis spätestens 1307, also bei Abschluß des Salbuches, bereits beendet gewesen sein muß. Die Behausungen der ehemals rinchnachischen Grunduntertanen von Chundorf und Greimprechtstorf dürften zu diesem Zeitpunkt niedergerissen, ihre Ortsfluren zusammengelegt und auf die neuen vierundzwanzig Regener Lehen verteilt gewesen sein. Der rechteckige Marktanger beziehungsweise heutige Stadtplatz und die noch im Urkatasterplan deutlich erkennbare Plangewannflur von Regen sind wohl ebenfalls zwischen 1270 und 1307 angelegt worden. Diese Annahme erhärtet sich dadurch, daß eine spätere einschneidende Veranderung des Regener Ortskernes und der Ortsflur bis in unser 20. Jahrhundert nicht zu belegen ist. Obwohl der Status Regens als Marktort seit 1254 niemals bezweifelt worden ist, verging trotzdem ein Zeitraum von über zweihundert Jahren, bis die verfassungsmäßigen, formalen und materiellen Inhalte des Regener Marktrechtes durch herzogliche Privilegien bestätigt waren. So billigt der niederbayerische Herzog Heinrich XIV. durch einen Freibrief vom 1. Februar 1335 die Verlegung des Regener Wochenmarktes von Sonntag auf Samstag. In eben demselben Freibrief verbietet er auch die Errichtung einer Taferne im Umkreis von einer Meile um den Markt. Schließlich setzt er noch fest, daß die Bürger Regens auch außerhalb ihres Marktortes, aber innerhalb einer Meile an Brotbänken, Fleisch bänken, bei Krämern und anderen Kaufstätten all die gleichen Rechte genießen sollten, wie sie zuvor der Stadt Deggendorf verliehen wurden,

Die Wappen- und Siegelverleihung erfolgte am 10. Juli 1448 durch Herzog Albrecht Ill, Das Wappen besteht aus einem Schild, auf dem sich in einem blauen Feld eine Lilie und über derselben ein Regenbogen befinden. Am 6. Juli 1468 verlieh Herzog Albrecht IV. dem Ort Regen ein in sechzehn Artikeln

zusammengefaßtes Marktrecht. Durch diese Urkunde wurde dem Markt die gesamte niedere Strafgerichtsbarkeit, die freiwillige Gerichtsbarkeit und die Entscheidung über Polizeisachen zugebilligt. Die Entwicklung Regens vom klösterlichgrundherrschaftlichen Dorfort zum herzoglich gefreiten Markt mit eigenem Bannbezirk war vorerst abgeschlossen. Aber nicht nur aus wirtschaftlichen und rechtlichen Gründen sind die Regener Bürger zu einer echten Gemeinschaft zusammengewachsen; vielmehr waren es die langwierigen Streitigkeiten der auf dem nahen Weißenstein gesessenen Degenberger .nit dem Markt, die unheilvollen Hussitenkriege, die Umtriebe der Böckler und Löwler, die mörderische Soldateska des Dreißigjährigen Krieges sowie des Spanischen, Österreichischen und Bayerischen Erbfolgekrieges, welche die Bürger und den Markt um der Selbstbehauptung willen immer wieder zu Gemeinschaftssinn zwangen. Doch in Friedenszeiten erholte sich der Marktort Regen immer wieder. Im Jahre 1599 reichte die Fernwirkung Regens als Ochsenhandelsplatz von Nürnberg über Böhmen bis hinunter nach Ungarn. In diesem Jahre wurden von den 1531 in Regen aufgebotenen Mastochsen 728 von Händlern aus Nürnberg, Cham, Straubing und Perlesreuth aufgekauft. Im Jahre 1640, also kurz vor der zweiten Zerstörung Regens durch die Schweden, wurden auf den hiesigen Märkten 2 749 Mastochsen feilgeboten. Als 1633, 1641 und 1648 der Marktort Regen von den Schweden ausgeplündert und niedergebrannt wurde, verzweifelten seine Bürger nicht. Mit viel Gottvertrauen und zähern Willen zum Überleben bauten sie ihre flachgiebeligen, ein- oder zweigädigen Häuser wieder auf. Im Jahre 1655 wurde mit dem Wiederaufbau der zerstörten Pfarrkirche begonnen. Ein Teil des dafür bei der Ortskirche von Obergriesbach aufgenommenen Geldes war aber 1782 immer noch nicht zurückgezahlt!

Die Zeit vom Dreißigjährigen Krieg bis zur Säkularisation war auch in Regen trotz Leid, Hunger und Tod von ausgelassener Lebensfreude und theatralisch-volkstümlichem Jenseitsglauben geprägt. Farbenprächtige Fronleichnamsprozessionen mit allen Zünften und Bruderschaften, herzzerreißende Schauspiele über das Leiden und Sterben Christi, fröhlich

derbe Tanzmusiken und zerknirschende Predigten hat es während dieser Zeit auch in Regen gegeben. Künstler des Barock und Rokoko wirkten in Regen. Ihre Holz- und Steinplastiken, ihre Malereien, Gold- und Silberschmiedearbeiten sind uns zum Teil erhalten geblieben und schmücken heute noch Altäre, Räume und Hauswände. Bis weit in das 19. Jahrhundert hinein wurde das Regener Gemeinwesen ausschließlich von Händlern und Krämern, von Bauern und Handwerkern, von Häuslern, Tagwerkern und Inwohnern getragen und bestimmt, Wie aus dem am 31. Mai 1843 fertiggestellten Urkataster zu ersehen ist, hatte der damalige Marktflecken Regen 177 Wohn-, Wirtschafts- oder Geschäftshäuser, ein Armenhaus, ein Rathaus, eine Fronfeste, einen Pfarrhof, ein Feuerlöschmagazin, ein Hirtenhaus, ein Schulhaus, ein Landgerichtsgebäude, eine Pfarrkirche und drei Nebenkirchen. Neunundachtzig Häuser und Anwesen besaßen eine oder mehrere reale Gerechtigkeiten. Drei Bürgerhäuser waren mit je einer radizierten Gerechtigkeit ausgestattet. Auf fünfundachtzig Anwesen war weder eine reale noch radizierte Gerechtigkeit übertragen worden. Die Bewohner und Inhaber dieser Anwesen, welche zum Teil auch einen Handwerksberuf erlernt hatten, mußten sich ihr Brot aus unselbständiger Arbeit beziehungsweise aus Gelegenbeits- und Saisonsarbeiten verdienen oder ihren Lebensunterhalt aus einer kleinen, kargen Landwirtschaft bestreiten.

Ein wenig gesicherter erschien das tägliche Auskommen für die Besitzer von Anwesen mit radizierten und realen Gerechtigkeiten. Der seit 1335 stattfindende Samstagswochenmarkt und die seit dem Ende des 16. Jahrhunderts nachweisbaren, über das ganze KalendeIjahr verteilten elf Ochsen- und Warenmärkte haben nämlich immer wieder eine große Menschenmenge in Regen zusammenströmen lassen. Die im Urkataster von 1843 angeführten achtzehn Gastwirte, von denen elf dazu noch das Braurecht ausübten, die sieben Krämer und seehs Bäcker beweisen eindeutig, daß die herbeigeströmte Menge versorgt werden wollte, denn altbayerisches Feilschen und Handeln macht hungrig und muß mit einem ausgiebigen Trunk im Wirtshaus abgeschlossen und besiegelt werden. Über Jahrhunderte hinweg wurden Regens

Handwerker, so die Schreiner, Weber, Schuster, Wagner, Schmiede, Hafner, Binder, Sattler und Seiler in ihren Beruf, ihren Stand, ihre Lebensaufgabe hineingeboren. Die auf dem Anwesen erworbene oder ererbte Gerechtigkeit, das Haus, das Sacherl, bestimmten das Leben eines jeden Bewohners. Der heute längst vergessene Hausname wurde von Generation zu Generation weitergetragen, auch wenn der jeweilige Besitzer wechselte. Heirat und Kauf konnten eben nicht den eingebürgerten Hausnamen aus dem Gedächtnis der Mitbürger streichen. Erst die Hektik und wissenschaftliche Akribie des 20. Jahrhunderts haben dieses Stück altbayerischer Individualität zerstört.

Bis zur Eröffnung der Eisenbahnlinie Deggendorf-Zwiesel am 16. September 1877 hatte sich in Regen die oben beschriebene, vorindustrielle Wirtschafts- und Gesellschaftsstruktur kaum verändert. Als erste größere Industrieansiedlung wurde 1898 ein Zweigwerk der optisehen Werke G. Rodenstock in Regen errichtet. Im Jahre 1899 zählte die Regener Belegsehaft dieses Zweigwerkes neunzig Beschäftigte. Im Jahre 1913 waren es bereits dreihundert. Das Industriezeitalter begarm auch in Regen. Arbeit und Brot kammen ins Land und 1967 zählte die Gemeinde Regen schon weit über vierhundert gewerbliche Unternehmen. Eine langwierige, von den Ereignissen der einzelnen Jahrhunderte aufgezwungene Entwicklung war es, bis sich Regen, das am 1. Januar 1932 zur Stadt erhoben wurde, zu einern heute stattlichen Gerneinwesen entfalten konnte. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts zählte der Markt ganze vierundzwanzig Lehen. Im Jahre 1828 hatte die neugeschaffene Munizipalgemeinde 1 196 Einwohner und 1904 waren es 2 366 Einwohner und 289 Häuser. Am 31. Dezember 1974 waren in Regen 1 757 Wohngebäude und 9 029 Einwohner statistisch erfaßt. Immer haben in Regen am Regen im Bayerischen Wald Menschen mit unermüdlichem Fleiß und sprichwörtlicher Genügsarnkeit gelebt und gearbeitet und ihre Feste mit einer schier grenzenlosen, freudetrunkenen Heiterkeit gefeiert.

Wie es in Regen etwa zwischen 1870 und 1930 aussah, das möchten die nach alten Postkarten und Fotos gefertigten Ansichten zeigen.

LITERATURNACHWEISE

Aigner, Emil, Rundsicht von Weissenstein. Regen 1880.

Bundscherer, Otto, Häusergeschichte des Marktes Regen. Regen o.J, Manuskript im Stadtarchiv Regen. Burkhardt, Manfred, HAB, Teil Altbayern, Heft 34, Regen. München 1975.

Oswald, Gotthard, Die Geschichte der Stadt Regen. Regen 1952.

Vegesack, Siegfried von, Regen am Regen in: Bayern Streifzüge durch zwölf Jahrhunderte, herausgegeben von Alois Fink. München 1971.

BILDNACHWEISE

Friedrich Biller, Stadtplatz 8, Regen: 37,39,41,44,46,55,61. Ludwig Bründl, Bergstraße 14, Regen: 48.

Robert Feuerecker, Rathaus, Regen: 30.

Josef Holzner, Pfarrer Biebl-Straße 7, Regen: 40,52.

Otto Huber, Bachgasse 8, Regen: 6, 8, 11, 19, 21, 22, 26, 27, 28, 29, 35,43,47,49,50,58,75. Rosa Kronschnabl, Pfleggasse 5, Regen: 23.

Landesamt für Denkmalpflege, Widenmayerstraße 34, 8 München 22: 1,18. Hans Paintinger, Rathaus, Regen: 9, 10.

Gunther Partheter, Kirchplatz 1, Regen: 2,4,20,31, 32, 33, 34,53,66. Pfarrarchiv Regen, Kirchplatz 24, Regen: 5, 38.

Karl Rechenmacher, Bodenmaiserstraße 21, Regen: 25,45,56,59,60,63. Maria v. Schiegl, Bodenmaiserstraße 5, Regen: 24.

Stadtarchiv Regen, Rathaus, Regen: 3,7,12,14,15,16,17,36,42,51,54,62,64,67,68,69,70,71, 72, 73, 74,76. RudolfWießner, Moitzerlitzplatz 4, Regen: 13,57,65.

1. Der Weg zur Schützenhöhe ist steil und beschwerlich. Doch der Wanderer wird von hier oben für seine Mühen mit einer guten Fernsicht auf Regen und seine nördlichen Fluren belohnt. Markanteste Dominante ist der wehrhafte Kirchturm mit seinem langgestreckten Kirchenschiff. Die Wohn- und Geschäftshäuser der Regener Bürger scharen sich eng um die Kirche. Der Bliek reicht vom Grubhügel und dem Bärndorfer Feld am linken bis zur Mesnerseuge und dem Hinhart am rechten Bildrand. In der Mitte des Bildes schlängelt sich noch frei und ungezwungen der Bärndorfer Bach durch die Wiesen und Auen. Schattige Bäume und Sträucher im Regental verdecken den Bliek auf den Fluß selbst, Den Friedhof, welcher 1915 angelegt wurde und sich in der Nähe der Bodenmaiser Straße im rechten Viertel des Bildes befindet, umgeben Felder und Wiesen. Im Hintergrund ist der Kronberg mit seinen Ausläufern zu sehen.

2. Dieses Foto wurde vom Grubhügel aus aufgenommen und zeigt einen Teil des Marktortes Regen mit der Schützenhöhe und der Burgruine Weißenstein als südlicher Silhouette. Die Pfarrerwiese im Vordergrund ist noch unbebaut. Das Amtsgerichtsgebäude und das darunter gelegene Bezirkskrankenhaus am linken Bildrand befinden sich noch außerhalb des Ortskernes.

3. Die Anhöhe unterhalb des Spitalhofes hat bereits schon Michael Wening gewählt, als er zu Beginn des 18. Jahrhunderts das Panorama Regens in Kupfer stach. Der Fotograf des vorliegenden Bildes, welches 1878 entstanden sein soll, hat sich ebenfalls diesen Standort ausgesucht, um vermutlich möglichst umfassend die landschaftliche wie bauliche Individualität des alten Marktfleckens Regen einzufangen. Im linken Viertel des Bildes ist der gewachsene Ortskern zu sehen. Breite, flachgiebelige Steinbauten wechseln mit Scheunen und Lagerräumen ab. Jedes Plätzchen ist genützt. Die Regenbrücke, welche den Markt mit den Ortsteilen Moitzerlitz und Heilig Geist am linken Bildrande verbindet, ist noch aus Holz gezimmert. Mitten auf der Färberinsel steht das Färberhaus. Der zweigeschossige Holzturm am Ort der Insel ist das Steighaus der Feuerwehr. Hier übte sie ihr Können ein,

4. Im alten Markt Regen waren Glaube und Sitte, Liebe, Treue und ehrliche Arbeit Grundwerte, nach denen jeder Bürger strebte. Jeder Mitbürger war wirklich Mensch, auch wenn er noch so arm war, keine Zahl und Nummer. Überall im Markte regierte das vertrauliche Du, auch wenn man manchmal rnit dem Nachbarn zankte und der Arntsrichter gelegentlich den Streit schlichten mußte. Der Pfarrer, Lehrer, Doktor und Apotheker aber wurden mit ihren Titeln angesprochen und als Respektpersonen geachtet. Das Bild zeigt Regen vom Postkellerkreuz aus, umgeben von Wiesen, Wäldern und Feldern. Die Fluren Riedberg und Wieshof sind noch unbebaut.

5. Das biedermeierliche Regen lehnte jede Industrieansiedlung mit der Begründung ab, daß durch den Zustrom fremder Industriearbeiter die Moral der einheimischen Bevölkerung gefährdet werden könnte und der Marktgemeinde noch höhere Armenlasten aufgebürdet würden. Doch kurz vor der Jahrhundertwende erkannte auch der Regener Marktgemeinderat, welch' ein Segen es ist, wenn die Bevölkerung Arbeit und Brot hat. Der königlich-bayerische Kommerzienrat Josef Rodenstock aus München kaufte 1898 das sechs Tagwerk große Gelände des ehemaligen Breinbauernhofes und errichtete darauf ein Zweigwerk seiner optischen Fabriken. Die Panoramaansicht, welche um 1928 aufgenommen wurde, zeigt links im Vordergrund die obere Fabrik und rechts die untere, welche 1905 als stillgelegte Zündholzfabrik der Gebrüder Müller von den Rodenstockwerken erworben wurde.

6. Das alte Regener Rathaus war ein zweigeschossiger, langgezogener Bau mit Schopfwalmdach und Zwiebelturm. Es stand in der Mitte des Marktplatzes, jedoch etwas an die Bachseite gerückt, gegenüber dem Geschäftshaus Oswald, das mit seinen rundbogigen, eisernen Ladenfenstem am rechten Bildrande noch gut zu erkennen ist, Darüber erhebt sich auf dem Venusberg der wuchtige Bau der Landgerichtsapotheke. Die Malerei an der Südseite des Rathauses soll wohl den Erzengel Michael darstellen, den Patron der Regener Pfarrei. Ebenfalls an der Südseite des Rathauses waren im Erdgeschoß die gemeindliche Fleisch- und Brotbank untergebracht. Die Eingänge dazu waren überdacht. Im Juni 1872 wurde das alte Rathaus wegen Baufälligkeit von der Regener Feuerwehr abgerissen. Eine unversehrt gebliebene Glasplatte ermöglichte die vorgegebene Ablichtung.

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