Regen in alten Ansichten Band 1

Regen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Horst Sauer
Gemeente
:   Regen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2010-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Regen in alten Ansichten Band 1'

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REGE i. b. W.

Markt~'a72

7. Der Marktplatz wurde gegen Ende des 13. Jahrhunderts von den Wittelsbachern wohl sicherlich deshalb so geräumig angelegt, um darauf Vieh- und Warenmärkte abhalten zu können. Tatsächlich hat der Marktplatz in seinen Größenmaßen bis ins 20. Jahrhundert keine bedeutenden Änderungen erfahren. Unter Bürgermeister Josef Huber (1880·1888) mußten auf Beschluß des Marktgemeinderates hin alle Misthaufen vor den Häusern verlegt, zumindest aber entweder versenkt oder verdeckt werden. Die Postkartenansicht aus dem Jahre 1907, welche die Nord-, Ost- und Westseite des Marktplatzes zeigt, beweist, daß dieses Problem tatsächlich als längst bereinigt angesehen wurde. Besonders stolz waren die Regener Bürger darauf, daß Bürgermeister Johann Partheter (1888-1916) um die Jahrhundertwende den Marktplatz teilweise pflastern ließ.

Gril' au Rezen bayr. Wald.

8. Auf dieser Postkarte aus der Zeit um 1910 ist deutlich der räumliche Aufbau der Westseite des Marktplatzes herausgearbeitet. Die breite Auffahrt entlang der Häuserzeile wurde 1904/1905 angelegt. Am Eingang zur Pfleggasse ist die Brauerei 'Zum ObergraßI' zu erkennen. Im Jahre 1912 wurde dieser zweigeschossige Bau abgetragen und an seiner Stelle 1913 das heutige Bezirksarnt errichtet, das zuvor im gegenüberliegenden alten Landgericht untergebracht war. Im Jahre 1916 kaufte der Markt diesen Zeltdachbau, dessen Erdgeschoß die 1872 gepflanzte Eiche verdeckt, auf und nützte es ab 1917 als Rathaus, Das Seidenmader-Haus daneben, das wegen seines Staffelgiebels sehr stattlich wirkt, war von 1872 bis 1917 Rathaus. Dahinter im Rathauswinkel ist noch das Gestrengherren Haus zu sehen. Dieser anmutige Bau mit seinem Krüppelwalmdach steht heute nicht mehr. Das zweite Haus vom linken Bildrande her ist die Brauerei und Taferne 'Zum Hofwirt'.

Regen (Ndb.)

Unterer Markt

9. Das Ensemble des Marktplatzes hat sich bereits schon im 19. Jahrhundert verändert. Nach und nach verschwanden die flachgiebeligen, altbayerischen Bürgerhäuser. Ohne ordnende, architektonische Hand baute jeder Bauherr nach seinem Gutdünken und dem Geschmack der Zeit. So ist auch das räumliche Gefüge des unteren Marktplatzes aus der Proportion geraten und in seinem Gesamteindruck uneinheitlich. Aber gerade in dieser Vielfalt ist die Eigentümlichkeit dieses Platzes begründet. Links im Bilde die Anwesen des Tapezieres Fr. X. Maier und des Bäckermeisters Peter Biller! Das Haus des Bäckermeisters Josef Fischer ist leider nur seitlich sichtbar. Im Jahre 1925 wurde es abgerissen. Daran schließt sich das 'Bauernwirtshaus' an, ein wuchtiger Massivbau mit rundbogigen Fenstern aus dem 19. Jahrhundert. Auf dem Platz davor wurde der Saumarkt abgehalten. Rechts im Bilde das 1904 barockisierte 'Schrankhaus '.

i. bayr. Wald

Marktplatz.

10. Trotz der stattlichen Gebäude am Marktplatz, hier im besonderen die Bauten an der Nord- und Westseite dieses Platzes, hat sich das ländliche Element der Beschaulichkeit nicht aus dem Markt drängen lassen. Die Regener Ackerbürger haben immer noch ihre Wägen am Marktplatz oder vor ihren Häusern abgestellt. Es muß Mittag sein. Am Marktplatz sind nur wenige Menschen. Der Hydrant, welcher mitten auf der Straße in der Nähe eines Leiterwagens steht, wurde von den damaligen Verkehrsteilnehmern überhaupt noch nicht als Hindernis empfunden, Die im Jahre 1900 im Stil der Neurenaissance erbaute Gastwirtschaft 'Zum Oberhofer' (zweites Anwesen von rechts) wurde von den damaligen Marktbewohnern noch lange Zeit als moderne und vollendete Bauweise angesehen.

Regen i. bayr. Wald. Marktplatz

11. Die Ostseite des Marktplatzes ist heute kaum wieder zu erkennen, da in den letzten Jahrzehnten fast alle Häuser durch schmucklose, geräumige Zweckbauten ersetzt wurden. Nur das Anwesen des damaligen Weißbierbräuers und Limonadenherstellers Josef Huber steht heute noch (viertes Haus von links). Das Eckhaus am linken Bildrand gehört bereits schon seit der Mitte des 18. Jahrhunderts der Familie Roth. Daran grenzt der Viktualienhändler Max Blickenzellner an. Es folgt der Laden des Tuchund Stoffhändlers Hans Oswald. Ein Relikt ist, wie schon erwähnt das Huber-Haus, noch um die Jahrhundertwende unter dem Hausnamen beim 'Seifensieder' bekannt. Daran schließt sich der Tapezierer und Bürgermeister Franz Xaver Maier an. Sein Haus ist von den Bäumen bei der Mariensäule halb verdeckt. Die Postkarte wurde am 18. Dezernber 1925 abgestempelt.

12. Die Ostseite wurde auch Bachseite genannt, da an ihr bis gegen Ende des vorigen Jahrhunderts der Bärndorfer Bach offen vorbeifloß. Dieser Bach war bei den Anliegern geflirchtet. Prasselte nämlich im höher gelegenen Bärndorf ein heftiger Gewitterregen nieder, so trat der schnell zu Tal stürzende Bach über seine Ufer und drohte in die Häuser einzudringen. Mit Holzschubern vor den Hauseingängen wurde dann das Wasser abgewehrt. Bürgermeister Josef Huber schuf aber Abhilfe. Er ließ das Bachbett tiefer legen, den Bach selbst ausmauern und mit Steinplatten zudecken. Die Platten waren jedoch unbehauen, weil der Gemeinderat dem Bürgermeister die Gelder zu deren Glättung nicht bewilligte. Der Verlauf des Baches vor den Häusern ist auf dem Foto noch daran zu erkennen, daß an seinen Ufern und zwischen den Steinplatten ein dünner Grasstreifen wächst. Das Foto stammt aus dem Jahre 1898.

13. Bei dem glanzvollen Fest, welches 1895 zum Gedenken an die deutschen Siege von 1870/1871 gefeiert wurde, konzertierte das Musikkorps des 16. königlichen bayerischen Infanterieregiments drei Tage lang. Begeisterte, patriotische Reden wurden auch von der Ortsgeistlichkeit gehalten (links im Bild). Marktplatz und Häuser waren festlich geschmückt. Vor der Mariensäule sind die Fahnen der Vereine abgeordnet. Links daneben inmitten der Zuhörer ist das Musikkorps zu erkennen. Im Hintergrund zeigt das Foto die nördliche Häuserzeile, wie sie sich am Ende des 19. Jahrhunderts darbot. Es sind von links nach rechts die Gastwirtschaft 'Zum Koppenbräu', das 'Welschgörlanwesen', der 'Glaserwirt' und ein Teil des 'Ratzelbergerhauses' abgebildet. Diese Ansicht ist besonders wertvoll, da darauf noch das Gasthaus 'Zum Glaserwirt', welches 1900 abgebrochen und durch einen Neurenaissancebau ersetzt wurde, zu sehen ist,

14. Johann Partheter war Bezirkskaminkehrermeister und achtundzwanzig Jahre, von 1888 bis 1916, Bürgermeister des Marktes Regen. Als Mann mit Weitbliek und Überzeugungskraft sah er bei seinem Amtsantritt, was dem Markt zu seiner gedeihlichen Aufwärtsentwicklung fehlte. Trotz des Widerstandes seitens eines Teils seiner Mitbürger setzte er die Kanalisation und den Bau der Wasserleitung durch. Sowohl das Mädchen- wie auch das Knabenschulhaus wurden unter seiner Amtszeit gebaut. Er sorgte auch dafür, daß schon bereits ab 1911 die entlegenen Gemeinden Rinchnach, Kirchdorf', Kirchberg und Bischofsmais durch Kraftpostlinien mit dem Markt verbunden wurden. Für die Armen seiner Gemeinde hatte er immer eine offene Hand. Am 25. November 1915 wurde ihm das Ehrenbürgerrecht verliehen. Am 29. Januar 1916 starb er im Alter von fünfundsechzig Jahren.

15. Das kleine, provinzielle Regen sah nur selten prominente Gäste. Beinahe aber hätte im Gasthof 'Zur alten Post' ein König übernachtet. Und dies kam so: Als König Max Il. nach seinem Regierungsantritt durch die bayerischen Lande reiste, traf er am 11. Juni 1849 in Regen ein und wollte in der 'alten Post' absteigen. Als er aber erfuhr, daß er gegen seinen Willen im Gasthaus Schlagintweit am oberen Marktplatz einquartiert werden sollte, war er erbost, ließ anspannen und nach Zwiesel weiterfahren, wo er beim Kammermeier übernachtete. Regen hatte das Nachsehen. Spöttisch ist diese Begebenheit immer wieder weitererzählt worden. Im Jahre 1921 wurde die alte Post abgerissen. Das Bürgerhaus gegenüber gehörte dem Goldarbeiter Josef Schrank. Dahinter schließen sich die Anwesen des Kaufmanns Franz Stangl und des Bierbräuers Peter Wittmann an. Es ist Fronleichnam. Kränze und Birken schmücken die Häuser.

16. Ab 1891 waren im Rückgebäude des Gasthauses 'Zum Hofwirt' der Poststall und von 1893 bis 1923 im Nebenzimmer rechts vom Eingang zur Gaststube die Postexpedition untergebracht. Die Bezeichnung 'Gasthof zur Post' wurde zwar von den Regenern wegen des amtlichen Charakters des Hauses respektiert, doch in ihren Herzen war es immer noch das Lokal 'Zum Hofwirt' geblieben. Von 1896 bis 1912 regierte in diesem Hause Fr. X. Raith als Posthalter, Wirt und Bierbräuer. Wieviele Menschen in seinem Hause arbeiteten, das sollte wohl das Foto aus der Zeit um die Jahrhundertwende veranschaulichen. Leider kennen wir heute nicht mehr die Namen der abgebildeten Personen. Nur der Postillion am Bock der ersten Kutsche am linken Bildrand ist namentlich bekannt. Er hieß Johann Jäger und war mütterlicherseits der Großvater des Amtsrates Fritz Weber.

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