Regen in alten Ansichten Band 1

Regen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Horst Sauer
Gemeente
:   Regen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2010-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Regen in alten Ansichten Band 1'

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17. Abgesehen von den Veränderungen im Erdgeschoß in der jüngsten Zeit ist die harmonisch aufgegliederte Fassade des Gasthauses 'Franz' im wesentlichen doch erhalten geblieben. Im 18. Jahrhundert stiegen die kurfürstlich-bayerischen Räte und Rentmeister auf ihren Dienstreisen in diesem Haus ab, das auch wegen seines guten Weines damals schon sehr geschätzt war. Von 1890 bis 1910 bewirtschaftete die Familie Kaufmann dieses Anwesen, das um die Jahrhundertwende in Regen nur unter dem Hausnamen beim 'Rothkopf" bekannt war. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel kaufte dieses Gasthaus der Metzgermeister Johann Franz am 23. Dezember 1924 um 18000 Rentenmark.

18. Die Mühlleiten mit der darüber thronenden Pfarrkirche und dem vorbeifließenden Regen war bereits schon vor der Jahrhundertwende als lohnendes Motiv von Malern und Fotografen entdeckt worden. Doch in Wirklichkeit aber trügt diese Idylle. Die in Regen sprichwörtliche Armut und Not der Mühlleitenbewohner wurden nämlich nicht im Bilde festgehalten. Heute erzählt man sich noch davon. Die ersten drei Anwesen vom linken Bildrande her waren zur Zeit unserer Großeltern noch unter den Hausnamen 'beim Weber', 'beim Mühlleiten-Schuster' und 'beim MühlIeiten-Schreiner' bekannt.

19. Die Witwe Elise Almer in der Mühlleiten, in ganz Regen nur unter dem Namen 'Schirmliesl' bekannt, verdiente sich ihr Brot rnit der Reparatur und dem Verkauf von Regenschirmen. Ihre einzige Reklame bestand darin, daß sie vor ihrem Geschäft einen Schirm aufstellte, den natürlich die Sonne schon mit der Zeit ausgebleicht hatte. Für eine großzügige Reklame fehlte ihr halt das nötige Geld. Aber jedermann im Ort wußte, daß sie gewissenhaft arbeitete und das war für die Schirmliesl die beste Werbung, Im Hintergrund ist das Blickenzellner Haus zu sehen, ein typisohes zweigädiges Walderhaus!

20. Zum Kleinhäusl in der Mühlleiten führte ein idyllischer Weg. Bis zu seinem Umbau vor erst wenigen Jahren war es ein echtes Waldlerhäusl mit gemauertem Erdgeschoß, aufgezimmertem Stock, urnlaufendem 'Schrot' und einem winzigem Gärtchen davor. Seit 1914 verbrachte darin der Eisenbahner Fritz Biller seine Pension. Dieser Fritz Biller war der damaligen Jugend bestens bekannt, da er als Bademeister die erste gemeindliche Flußbadeanstalt in Regen, welche sich unter der Regenbrücke befand, betreute.

21. Zu den Regener Ochsenmärkten, welche an elf, übers Jahr verteilten Markttagen auf dem Marktplatz abgehalten wurden, kamen immer zahlreiche Händler und Bauern aus ganz Bayern. Am Markt wurden junge, magere Gangochsen und ältere, fette Schlachtochsen aufgeboten. Die Gangochsen, die nicht älter als zwei Jahre sein durften, verhandelten meistens die Bauern unter sich, um sie als Zugtiere für den eigenen Betrieb abzurichten. Die Schlachtochsen wurden von Metzgern und Händlern angekauft. Der Kauf wurde durch Handschlag besiegelt. Verkaufte Ochsen waren an den HinterschenkeIn mit blauer Ölkreide angekreuzt. Nach dem Handel hatte der Käufer dem Verkäufer den Leitkauf, das heißt ein oder zwei Maß braunes Bier, zu bezahlen. Der Markt begann etwa um sieben Uhr früh und endete gegen elf - halb zwölf Uhr. Das Bild stammt aus der Zeit um 1910.

22. Ein großer Teil der Regener Hausbesitzer hat bis in unser Jahrhundert hinein neben dem Geschäft oder dem Handwerk auch noch eine Landwirtschaft betrieben, welche die Eigenversorgung mit Grundnahrungsmitteln sichern sollte. Die Scheunen an der Pf1eggasse, an der Bodenmaiser Straße und am Sand bezeugen heute noch Regens Ackerbürgerschaft. Aussäen und gespannt auf die Ernte warten, das war auch der Lebensinhalt des Bierbräuers, Gastwirts und ÖkonomsPeter Wittrnann, welcher hier zu sehen ist. Im Hintergrund wird die Saat eingeeggt. Das Bild wurde um 1930 aufgenommen.

23. Sensationen waren im alten Markt Regen höchst selten. Ein Tag glich dem anderen. Doch wenn der Schmied in der Esse die Glut entfachte, ein Pferd zu beschlagen war, Reifen auf die Wagenräder aufgezogen wurden oder sogar ein widerwilliger Ochse unter der Mithilfe vieler Männer mühsam in den Notstand eingespannt werden mußte, da gab es immer viel zu sehen und zu bestaunen. Beim Pfleggassenschmied schaute man gem zu. Das Foto aus dem Jahre 1923 zeigt Ludwig Kronschnabl mit seiner Familie vor seiner Schmiede.

24. Schmiede und Wagner mußten früher eng zusammenarbeiten, um die Aufträge der Landwirte und Fuhrleute schnell und zufriedenstellend erledigen zu können. So betrieb gegenüber dem Pflegassenschmied Ludwig Kronschnabl der Wagnermeister Heinrich Wurzer seine Wagnerei. Auf der aus dem Jahre 1920 stammenden Aufnahme sind vor dem aufgeschichteten Holzstoß Frau Luise Wurzer, im Türstock Heinrich Wurzer und daneben Schmiedemeister Ludwig Kronschnabl zu erkennen. Der etwas abseits stehende Wagnergeselle und die Kinder sind namentlich nicht mehr zu erfassen gewesen.

25. Einen stattlichen Mastochsen, dessen Fell dazu noch glänzte, verkaufen zu können, war der Stolz eines jeden Waldlerbauem. Über so ein Prachtstück freuten sich natürlich auch die Metzger. Im Jahre 1932 wurde dieses Bild vor der Metzgerei und dem Gasthof 'Zum Bratwurstglöckl' aufgenommen. Es zeigt von links nach rechts: Hans Schleinkofer, Josef WÖ!f1 und vor dem Fenster Josef Ertl und Baptist Zellner. Der Metzgergeselle vor der Wand konnte nicht identifiziert werden.

26. Schnupftabak wurde früher von jedem Kolonialwarenhändler als Rohtabak geführt. Seine gebeizten Blätter waren zu zolldicken Stricken zusammengedreht und je nach Geldbeutel konnte man sich ein kürzeres oder längeres Stück kaufen. Zu Hause wurde dann der Rohtabak auf einern Brettchen fein hergeschnitten, in den irdenen 'Scherberi' geschüttet und mit einern hölzernen Reiber mchlig gerieben, Als Zutaten wurden gelöschter Kalk, Holzasche und eine Messerspitze reines Butterschmalz beigegeben. Das Bild zeigt Franz Hof, wie er vor seinern Ofen in seiner armseligen Stube seinen Schnupftabak reibt. An der Wand hängen ein Schüsselkorb und ein selbstgeflochtener Moosbesen.

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