Regen in alten Ansichten Band 1

Regen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Horst Sauer
Gemeente
:   Regen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2010-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Regen in alten Ansichten Band 1'

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27. Franz Hofverdiente seinen kargen Lebensunterhalt mit Holzschuhrnachen. Vom frühen Morgen bis in die späte Nacht hinein saß er an seiner 'Hoanzlbänk' und formte aus trockenen Fichtenscheiten mit seinem 'Roafrnesser' die Holzsohlen für die Holzschuhe. Wegen seiner Tätigkeit war er in Regen auch nur als Holzschuhmacher Franz bekannt. Zeitweise war er so arm, daß er im Armenhaus an der Deggendorfer Straße wohnen mußte. Dieses wie auch das vorherige Foto stammen aus dem Jahre 1930.

28. Der erste Taubenmarkt in Regen wurde am Dreikönigstag 1881 abgehalten. Prämiiert wurden vor allem die schönsten und wildesten Tauben. Aber auch ein Weitpreis und ein Mehrheitspreis waren 1881 ausgeschrieben. Noch lange Zeit erzählte man sich, daß 1881 den Mehrheitspreis der Hansenbauer aus Rinchnachmündt erhielt, weil er nicht weniger als drei große Fuhrschlitten voll Tauben zum Markt brachte. Die vorliegende Abbildung zeigt den Taubenmarkt vom 4. März 1928.

29. Jeder im Markte kannte den Raith Xaverl. Er handelte mit Hühnern und Tauben, um selbständig ein paar Pfennige verwalten zu können, denn für seine Nahrung, Kleidung und Wohnung hatten die Besitzer des Geschäftshauses Raith am Kirchplatz zu sorgen. Tagtäglich zog er sein Wägelchen durch den Markt, manchmal auch dem Gespött der Kinder ausgesetzt. Untergebracht hatte er sein liebes Federvieh im RaithStadel, draußen beim Friedhof. Die vorliegende Abbildung zeigt ihn in der Schmiedgasse.

30. Das Ensemble des Kirchplatzes, wie es sich etwa 1910 darbot, hat sich bis heute nur unwesentlich verändert. Die rechte Bildhälfte beherrscht die repräsentative Landgerichtsapotheke, damals noch ohne Stuckverzierungen. Vor dem sich anschließenden 'Bräurneisterhaus' ist Brennholz aufgeschlichtet und die Straßenleuchte davor am Bürgersteig ist eine der sieben elektrischen Beleuchtungen, die es um jene Zeit in Regen gab. Die Auffahrt vorbei am Pfarrhof zur Kirche und dem Friedhof war für Generationen von Regener Bürgerinnen und Bürgern der erste und auch letzte Weg ihres Erdendaseins.

31. Da das 1657 errichtete Kirchenschiff der Pfarrkirche die ständig ansteigende Bevölkerung nicht mehr fassen konnte, entschlossen sich Pfarrer Nikolaus Hackl und der Kirchenrat, das Gotteshaus nach Osten über das Presbyterium hinaus zu verlängern. Die Pläne für den Erweiterungsbau erarbeitete der Regensburger Regierungsbaumeister Franz Günthner, In der Kirchenverwaltungssitzung vom 12. Juni 1935 wurden die Maurerarbeiten dem Regener Baumeister Michael Ruderer, die Zimmermannsarbeiten dem Regener Zimmererrneister Josef Pichler und die Dachdeckerarbeiten Herrn Gebhardt aus Zwiesel übertragen. Das gesamte Baumaterial wurde von der Kirchenverwaltung gekauft und den ausführenden Firmen zur Verfügung 'gestellt. Herr Rudolf Partheter hat kurz vor dem Umbau den alten Ostteil der Kirche, wie ihn unsere Voreltern kannten, im Mai 1935 im Bilde festgehalten.

32. An die Inneneinrichtung der Stadtpfarrkirche vor dem Umbau im Jahre 1935 können sich heute noch viele Regener erinnern. Die Mayer'sche Kunstansta1t aus München hat die im neuromanischbyzantinischen Stil angefertigten Figuren und Altare 1861 für insgesamt 6712 Gulden geliefert und aufgestellt. Bei dieser Gelegenheit wurde die damals für wertlos erachtete barocke Ausstattung der Pfarrkirche entfernt, Nach dem 1935 erfolgten Umbau und der sich anschließenden Innenrenovierung wurde auch die hier abgebildete Inneneinrichtung, die so mancher Regener Bürger schon von Kindheit an liebgewonnen hatte, beseitigt. Das Bild muß zwischen 1932, dem Jahr der Stadterhebung, und 1935 entstanden sein. Auf der vorliegenden Postkarte wird nämlich dieses Gotteshaus schon als Stadtpfarrkirche bezeichnet.

33. Beim Abbruch der Sakristei wurde der Vater des Maurermeisters Michael Ruderer, Herr Josef Ruderer, durch versehentlich hinuntergeworfenen Abraum am 12. Juli 1935 getötet. Dieses Unglück löste bei der Bevölkerung echte Anteilnahme aus, da der Verunglückte ein geschätzter Mitbürger war. Der Bau selbst schritt rasch voran. Bereits Ende des Monats Juli 1935 waren die Grundfesten des Presbyteriums herausgemauert, wie das vorliegende Foto zeigt.

34. Den frommen Figuren auf den geschnitzten und geschreinerten Altären in der alten Kirche trauerte die Seele des einfachen Volkes nach, Aber es half nichts! Die formenreiche, neurornanischbyzantinische Ausstattung mußte nach dem Umbau einer betont nüchternen Raumgestaltung weichen.

35. So hat die erweiterte Pfarrkirche nach 1936 ausgesehen. Im Jahre 1966 mußten aber wiederum das Langhaus und das Presbyterium abgerissen werden, da der 1935/1936 erstellte Bau die angewachsene Bevölkerung wiederum nicht aufnehmen konnte.Rechts neben der Pfarrkirche ist der stattliche Pfarrhof zu sehen. Er wurde zu Beginn des is. Jahrhunderts von dem Niederaltaicher Abt Joscio Hamberger errichtet und hat seitdem keine wesentlichen baulichen .Änderungen mehr erfahren.

36. Im Jahre 1827 wurde das hier abgebildete Schulhaus als Bildungsstätte für Knaben und Mädchen errichtet und 1852 wurde es reine Knabenschule, nachdem die Sebastianikirche bei der Pfarrkirche profaniert und zum Schulhaus für Mädchen umgebaut worden war. Wegen der steigenden Schülerzahl mußte wenig später die Knabenschule um eine Etage aufgestockt werden. Im Jahre 1905 wurde dieses Haus abermals aus demselben Grunde durch einen Anbau nach Westen und Osten, welchen Bezirksbaumeister Rayrnund Schiegl entwarf, erweitert. Die Aufnahme dürfte wohl kurz vor der Erweiterung im Jahre 1905 entstanden sein.

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