Regen in alten Ansichten Band 1

Regen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Horst Sauer
Gemeente
:   Regen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2010-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Regen in alten Ansichten Band 1'

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57. Ohne den entrichteten Brückenzoll beim Brückenzollhäusl wurde kein Pferde- oder Ochsenfuhrwerk über die Regenbrücke gelassen. Für jedes Pferd wurde um die Jahrhundertwende flinfzehn Pfennige, für jeden Ochsen zehn Pfennige verlangt. Von den Automobilen wurde kein Brückenzoll erhoben, da in den ersten beiden Jahrzehnten nur selten eines die Brücke passierte und der Zolleinnehmer die Benzinkutschen noch nicht ernst genug nahm, wie der Regener Dichter Siegfried von Vegesack berichtet.

58. Die überlegungen, wie der hindernisreiche Regenf1uß für die Holztrift zu nutzen wäre, reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück. Als man 1847 aber begann, mehrere Schleusen zu bauen, konnten alljährlich während der Sommermonate drei bis vier umfangreiche Holztriften durchgeflihrt werden. Hauptsächlich wurden Blochhölzer mit meist einer Länge von drei Metern befördert. Welch' unvorstellbare MengenHolz der Regenfluß zu tragen hatte, zeigt die Tatsache, daß allein im Jahre 1916 etwa 211 000 Stück Blochhölzer durch Regen durchgetriftet wurden. Die letzte Trift fand 1963 statt. Die Aufnahme stammt aus der Zeit um 1930 und zeigt die Regener Pfarrkirche im Hintergrund, die Mühlleite und den Waldschmid tpark.

59. Wegen des Schadens, den sie anrichteten, waren die Eisstöße gefürchtet, Manches Jahr wurden die Eisschollen weit über die Ufer des Regenflusses auf die Auwiesen hinausgeschoben, wie hier auf dem Foto aus dem Ende der zwanziger Jahre zu sehen ist,

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60. Die tiefer gelegenen Ortsteile Heilig Geist, am Sand und das Platzl wurden immer wieder vorn Hochwasser heimgesucht. In manchen Jahren mußten sogar vorn Platzl bis zur Regenbrücke feste Bruckwägen hintereinander aufgestellt werden, auf denen den Fußgängern der Übergang zum Marktplatz ermöglicht werden konnte. Im Ortsteil Heilig Geist fuhr man sogar mit Zillen von Haus zu Haus. Zum Gaudium seiner Mitbürger läuft der Limonadenhersteller undWeißbierbräu Otto Huber durch das Hochwasser am Platz!. Das Bild ist in den zwanziger Jahren entstanden.

61. Der Orkan und der Hagel, welche am 4. Juli 1929 gegen vier Uhr nachmittags über Regen hereinbrachen und etwa nur eine Viertelstunde wüteten, hatten Dächer abgedeckt, Fassaden beschädigt, Scheunen niedergerissen, den Waldbestand am Riedberg und an der Wolfgangshöhe entwurzelt sowie den Marktplatz und das Heilig-Geist-Viertel unter Wasser gesetzt. Wie heftig das Unwetter zuschlug, das veranschaulichen die geknickten und entblätterten Bäume in der Äußeren Bahnhofsstraße. Nur massiv gebaute Häuser, wie hier das Gebäude der Ortskrankenkasse und das ehemalige Graßlhaus, konnten dem Sturm trotzen. Leider stehen die A1leebäume heute nicht mehr. Sie wurden vor Jahren infolge der Verbreiterung der Bahnhofsstraße beseitigt.

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62. Im Regental haben sich Natur- und Kulturlandschaft zu einer sich gegenseitig befruchtenden Sinfonie zusammengefügt, Links im Vordergrund das Heilig-Geist-Kirchlein. Zwischen 1421 und 1425 wurde dieses Gotteshaus von Hans Il. von Degenberg auf Weißenstein als Spitalkirche erbaut. Im 18. Jahrhundert erhielt dieses Kirchlein sein heutiges Aussehen. Um die Jahrhundertwende wurde es von Pfarrer Johann Baptist Binder restauriert. Über die Baumkronen und Hausdächer hinweg fällt der Bliek hinüber zur Pfarrkirche St. Michael.

63. Links: das Unwetter vorn 4. Juli 1929 hatte auch nicht die Kirche verschont. Sämtlich Fenster wurden zertrümmert; das Kirchen- und Turmdach durchlöchert. Der Turmknauf und die Figur des heiligen Erzengels Michael mußten abgenommen werden. Die Reparaturarbeiten zogen sich über den ganzen Sommer hin. Am 21. Oktober 1929 wurden unter Kanonendonner und den Musikklängen der Kapelle Maier die neuvergoldete Figur des Erzengels und der Turmknauf wieder aufgesetzt. Auf dem Foto ist zu sehen, wie gerade der Erzengel hochgezogen wird. Im Vordergrund das Haus des Tapezierers Franz Xaver Maier. Nachbarocke Stilelernente prägen es. Es gehörte zur Bachseite und wurde in den sechziger Jahren abgerissen. Als besonders kurios erscheint es, daß sich hinter der Fensterfront rechts vorn Eingang die Backstube des Peter Biller befand. Er hatte Eigentums- und Besitzrechte an seines Nachbarnhaus.

Rechts: das Sprichwort, daß in Regen außerhalb des Marktplatzes nur noch Eckhäuser, enge Gassen und kleine verwinkelte Plätze anzutreffen seien, bewahrheitet sich am Moitzerlitzplatz. Zwischen dem Eckhaus des Cafetiers und Konditors Karl Bründl, der sich vor seiner Ladentüre dem Fotografen in schneeweißer Schürze stellt, und dem gegenüberliegenden, alten Geierhaus muß sich die Bahnhofsstraße durchwinden. Sie ist gerade noch so breit, daß sich begegnende Ochsenfuhrwerke nicht beo hindern. Die Metzgerei und Gastwirtschaft des Michael Winter war auf dem Weg zum Bahnhof eine beliebte Einkehr. Im Hintergrund ist halb verdeckt die Schlosserei des Eduard Härt!.

64. Links: um die Jahrhundertwende kaufte Regens bessere Gesellschaft nur im Kaufhaus der Frau Edenhofer an der Weißensteiner Straße ein. Hier konnte man seinen Bedarf an feinen Zigarren, guten Tabaken, teueren Parfümerien, Seifen, auserlesenen Weinen und Kolonialwaren bestens decken. Unter dem nachfolgenden Besitzer Emil Schulze, dessen Familie sich stolz dem Fotografen präsentiert, wurde dieses Geschäft zur Drogerie beim 'Heiligen Geist' ausgebaut.

Rechts: eine der originellsten Schöpfungen der Volkskunst in Regen war das 'Schwabhaus' im Ortsteil Heilig Geist. Die Fresken, welche Begebenheiten aus dem Marienleben darstellten, wurden bestaunt und über die darunter sich befindende, kaum lesbare Schrift gerätselt. Mit aller Gewalt hat die letzte Besitzerin, Frau Barbara Schwab, ihr Kleinod verteidigt. Aber es nützte nichts. Beim Bau der Ruselstraße wurde es 1934 beseitigt.

65. Das erste Haus links im Bilde gehörte dem Schlossermeister Eduard Härtl, der sich aber aus Protest gegen das Schriftdeutsch des Standesamtes nach bayerischer Aussprache Hartl nannte. Er war mehr Tüftler als ein Handwerker, und seine Wohnstube glich einer Alchimistenküche. Von einer bescheidenen Rente und der Miete, die ihm die Grünzeughändlerin Kreszenz Kufner für den Laden vor seinem Hause zahlte, lebte er. Die sich anschließende Gastwirtschaft des Michael Winter wurde bereits besprochen. In dem halbverdeckten Anwesen mit den rundbogigen Auslagen und den eisernen Läden hatte der Schuhmachermeister Anton Huber seine Werkstatt eingerichtet. Das Haus des Schneidermeisters Josef Reitbauer ist rechts im Bilde zu sehen. Bis zum Straßenbau im Jahre 1934 Wal" jedem Regener dieses Bild vertraut.

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66. Noch weit bis in unser Jahrhundert hinein waren in Regen überall die flachgiebeligen, in Altbayern verbreiteten Wohnhäuser mit den vorstehenden Dächern zu sehen. An der hier abgebildeten Häuserzeile in der Heilig-Geist-Straße hat die landschaftsbezogene volksverbundene Architektur bewiesen, daß sie auch im Ensemble zu echter Harmonie herangereift war. Leider wurde 1934 diese Häuserzeile im Zuge des Neubaues der Ruselstraße abgerissen.

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