Regensburg in alten Ansichten Band 1

Regensburg in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Bernd Meyer, Franz Hiltl und Paul Eickhoff
Gemeente
:   Regensburg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2607-6
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Regensburg in alten Ansichten Band 1'

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Regensburg kann sich rührnen, steingewordenes Denkmal einer zweitausendjährigen Geschichte zu sein. Von den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges fast unberührt, wird Regensburg nach den unersetzlichen Verlusten deutscher Kultur in diesem Jahrhundert zu Recht als einzige noch erhaltene mittelalterliche Großstadt Deutschlands bezeichnet. Hier kann der Besucher wie in kaum einer anderen Stadt erahnen, was städtisches Leben einst im Mittelalter bedeutete.

Regensburg ist eine romanische und gotische Stadt, und es liegt nahe, daß Interesse und Hauptaugenmerk der Öffentlichkeit wie der Historiker auf die Zeugnisse dieser mittelalterlichen Epochen gerichtet sind. Und doch ist hier in den letzten Jahren ein Wandel eingetreten. Heute gelten,wie in anderen Stadten so auch in Regensburg, Bauten des 19. Jahrhunderts oder aus der Zeit kurz nach der Jahrhundertwende, die man noch vor wenigen Jahren bedenkenlos abgerissen hätte, als Denkmäler, die durchaus erhaltenswert sind. Wir haben erkannt, daß auch die Veränderungen der jüngeren Vergangenheit unverzichtbarer Bestandteil der Stadtgestalt und städtischen Tradition sind. Was noch vor zehn Jahren kaum beachtet wurde, wird jetzt neu gewürdigt. Diese Neubewertung ist nur dort eine romantisch-nostalgische, wo sie sich vordergründig an Fassaden und Türmchen der Gründerzeit delektiert, womöglich aus einem Unbehagen am nüchternen Funktionalismus unserer Jahrzehnte entspringt. Sie wird aber berechtigt, wo sie in der Einsicht begründet ist, daß auch diese Bauten, Fassaden und Denkmäler Ausdruck städtisches Lebens in einer Epoche sind, die wir nicht einfach überspringen können, wollen wir die Tradition und Kontinuität einer jahrhundertealten Stadtkultur bewahren und weiterführen, Denn auch das, was die jüngeren Generationen in Regensburg geschaffen haben, gehört zum unverwechselbaren Gesicht dieser Stadt.

Der Schritt von einer baugeschichtlichen Neubewertung der Jahrzehnte um 1900 zu einem grundsätzlichen Interesse an der Entwicklung Regensburgs in dieser Zeit ist nur folgerichtig. Wir sind es gewöhnt, von der grofsen Zeit Regensburgs im Mittelalter, vom wirtschaftlichen Niedergang und von einem 'Dornröschenschlaf' der Stadt zu sprechen, nachdem Regensburg 1810 zu Bayern kam. Das mag grundsätzlich zutreffen, vor allem, wenn man sich die politische Vergangenheit Regensburgs als Mittelpunkt des Deutschen Reiches vor Augen hält.

Be(Licht betrachtet, sind aber zumindest für die Zeit nach 1871 Einschränkungen zu machen und Korrekturen anzubringen. Denn diese Jahre waren auch in Regensburg von Aufbruch und vorausschauenden Planungen erfüllt, wurden Grundsteine für eine Entwicklung gelegt, die sich freilich dann nach dem Ersten Weltkrieg nicht fortsetzte.

Es lohnt sich, die Verhältnisse im Regensburg der Jahrhundertwende etwas genauer anzusehen und mit den heutigen zu vergleichen. Betrug die Einwohnerzahl Regensburgs im Jahre 1871 noch rund 29000, so war sie dreißig Jahre später bereits auf 45 000 angewachsen. Das bebaute Stadtgebiet hatte sich in dieser Zeit mit Ausnahme der Eingemeindung von Kumpfmühl 1878 kaum vergrößert und bestand wie seit Jahrhunderten immer noch aus der Altstadt mit nur geringfügigen östlichen und westlichen Vorstadtbebauungen. Stadtpläne, wie der 1896 von Walderdorff in der vierten Auflage seines Buches 'Regensburg in seiner Vergangenheit und Gegenwart' veröffentlichte, belegen dies sehr anschaulich. In fast drangvoller Enge lebten um die Jahrhundertwende mehr als 40 000 Menschen in der Regensburger Altstadt. Im Jahre 1830 waren es noch 16 000.

Heute hat sich die Situation völlig verandert. Nimmt man die damals noch selbständigen Gemeinden um Regensburg innerhalb des heutigen Stadtgebietes dazu - Karthaus kam 1904 zu Regensburg, Stadtamthof, Reinhausen, Sallern, Steinweg, Schwabelweis, Weichs und Winzer 1924, Dechbetten, Großprüfening und Ziegetsdorf 1938 -, die zusammen zur Zeit ihrer Eingemeindung rund 20 000 Einwohner umfaßten, so wird deutlich, daß im heutigen Stadtgebiet mehr als doppelt so viele Menschen leben als noch vor etwas mehr als siebzig Jahren. Umgekehrt leben in der Altstadt heute nur noch etwa 17 000 Menschen, also etwa wieder so viele wie zu Anfang der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Die Zahl der Arbeitsplätze allerdings überschreitet erheblich die Zahl der dort lebenden Menschen. Viel mehr, als es vielleiebt der äußere Anschein baulicher Veränderungen aufzeigt, wird durch diese wenigen Zahlen deutlich, wie sehr sich Regensburg seit der Jahrhundertwende verändert hat. War Regensburg um 1900 noch im wesentlichen auf die Altstadt konzentriert, wo über 40 000 Menschen wohnten, lebten und arbeiteten, so ist diese Altstadt als Wohn- und Lebensraum heute nur noch ein Stadtteil unter anderen, muß daneben aber Zentrumsfunktionen für ein Stadtgebiet übernehmen, dessen Einwohnerzahl auf mehr als das Doppelte ange-

wachsen ist, ganz abgesehen davon, daß Regensburg den natürlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Mittelpunkt Ostbayerns mit einer vielfachen Bevölkerungszahl darstellt. Die Ansätze zu dieser Entwicklung liegen bereits weit vor der Jahrhundertwende. Zwischen 1871 und 1900 nahm nicht nur die Bevölkerung der Stadt um fast 65% zu. Die Stadt veränderte auch baulich ihr Gesicht. Die Errichtung der großzügigen Bahnhofsanlagen in den Jahren 1886-1891, die Entwicklung des Hafens mit dem Neubau des Städtischen Lagerhauses 1890, der Bau des Postarntes 1894/95, des Neuen Gymnasiums 1894 oder des repräsentativen Parkhotels Maximilian 1890 sind nicht die einzigen Zeugnisse eines durchaus vorausschauenden und unternehmenden Bürgertums in Regensburg. Auch das gesellschaftliche Leben war weit entfernt von Resignation oder Rückwärtsgewandtheit. Das Gesicht der Regensburger Altstadt, vor allem der östlichen, wurde in dieser Zeit entscheidend verandert und neu geprägt, stärker vielleicht als in den Jahren seit dem Zweiten Weltkrieg. Unsere Generation hat sich an diese Bauten der Jahrhundertwende gewöhnt, sie sind für uns schon Bestandteil der Altstadt. Wird dies späteren Generationen mit unseren Veränderungen ähnlich ergehen? Die Einfügung in das Identitätsbewußtsein späterer Generationen wird ein entscheidender Maßstab sein, nach dem einst die Veränderungen unserer Tage gemessen werden. Der Jahrhundertwende jedenfalls ist dies trotz Bauten großen Stils noch weitgehend gelungen. Vor allem aber war um 1900 noch der unmittelbare Zusammenhang von Leben, Wohnen und Arbeiten innerhalb der Stadt gegeben. In der heutigen Störung dieses Verhältnisses und den Zentrumsfunktionen der Regensburger Altstadt liegt das Hauptproblem, aus dem die tiefgreifende Gefährdung der historisch gewachsenen Bausubstanz erwächst. Sie ist aber ebensowenig rückgängig zu machen, wie das Achten auf maßstabgerechte bauliche Veränderungen ein Allheilmittel für die Zukunft sein kann. Sich ständig ausbreitende Geschäfts- oder Verwaltungszentren sind sicher eine Gefahr für die Erhaltung intakter Wohnquartiere, nicht minder. ist es aber beispielsweise auch die Häufung von noch so stil- und maßstabgerechten Lokalen und Treffpunkten in den engen Gassen, die durch den Lärm und die Unruhe, die sie nach sich ziehen, das Leben für die dort wohnende Bevölkerung unerträglich machen, sie vertreiben und eine Entwicklung in Gang setzen, die entweder irn Verfall oder in der Spekulation und Zweckentfremdung endet,

Doch soll dieses kleine Buch nicht mit Problemen überfrachtet werden. Es möchte eine liebenswerte Erinnerung sein, ein wenig auch zum Nachdenken anregen. Es möchte Interesse und Traditionsbewußtsein in dieser an Geschichte so reichen Stadt auch auf die jüngere Vergangenheit lenken, ihr etwas mehr Gerechtigkeit widerfahren lassen, ohne den Anspruch der Geschichtsschreibung erheben zu können oder zu wollen.

Schon ein kurzes Durchblättern dieser Seiten zeigt, wie wenig sich Regensburg in seinem Kern seitdem verandert hat. Was in anderen Städten, die im Bombenhagel des Krieges untergegangen sind, eine wehmütige Erinnerung an eine unwiederbringliche Vergangenheit wurde, ist in Regensburg begtückende, erfahrbare Gegenwart. So kann dieses Buch praktisch dem heutigen Besucher zum Begleiter bei einem Stadtrundgang werden. Darauf mußten auch die Bildtexte Rücksicht nehmen und manche historische Anmerkung einflechten, die schon anderswo ausführlicher und besser zu finden ist. Allerdings darf diese Erfahrung nicht die Erkenritnis verstellen, daß nicht nur vieles geblieben, manches sogar schöner geworden ist, sondern daß auch schmerzliche Zerstörungen stattgefunden haben, die aus heutiger Sicht nicht immer nötig gewesen wären. Deshalb ist dieses Buch bei aller Bescheidenheit durchaus auch Kritik und Mahnung.

Die Auswahl der Bilder ist beschränkt und zweifellos unvollständig, So manch älterer Regensburger wird vielleicht bei sich die eine oder andere Postkatte entdecken, die neue und interessante Ansichten bringt. Das Stadtarchiv wäre ein dankbarer Abnehmer und Bewahrer dieser Zeugnisse der Vergangenheit.

Die vorliegende Auswahl hätte nicht zustande kommen können, ohne die freundliche Mithilfe von Paul Eickhoff, der mit Sicherheit die größte Sammlung alter Postkarten und Ansichten von Regensburg besitzt. Und was wäre ein Erinnerungsbuch ohne echte Erinnerungen eines alten Regensburgers? Franz Hilt!, bewährter und von allen geehrter Kenner dieser Stadt und ihrer Geschichte, hat diese Erinnerungen und den Text zu vielen der alten Ansichten beigetragen. Beiden sei an dieser Stelle für diese Mithilfe herzlich gedankt.

Bernd Meyer

Regensburg ooti d. Winzererhöhen

1. Regensburg liegt gar schön ...

Goethes Wort von der schönen Lage Regensburgs gilt heute wie vor hundertneunzig Jahren, auch wenn sich die unmittelbare Umgebung der Stadt in den letzten zwanzig Jahren mehr verändert hat als in den hundertsiebzig davor. Der Bliek von den Winzerer Höhen macht dies deutlich. Die Häuser in Vordergrund bildeten ehedem das alte Weinbergdorf Pfaffenstein. In der Dorfgemarkung von Pfaffenstein besaß das Kloster St. Emmeram seit frühbayerischer Zeit viele Weinberge. Auf diesem Grundbesitz in geistlicher Hand weist hin die Bezeichnung 'Pfaffen'; das Wort 'Stein' rührt her von den Felsen, die auf der Nordseite der Siedlung aufsteigen. Den Platz des alten Weinbergdorfes nehmen heute viele Wohnblöcke ein, von der Dorfidylle ist nichts mehr geblieben. Auch das weite Vorfeld hat sich in den letzten Jahren sehr verandert: Die Schiffahrtsstraße und der Dultplatz bestimmen jetzt das Bild. Erhalten blieb aber der einmalige Ausblick über das ganze alte Regensburg von dieser Stelle der Winzerer Höhen.

Regensburg,

Panie an der Donau.

2. Im Zentrum der Stadt und der Menschen.

Aus welcher Himmelsrichtung man sich auch der Altstadt von Regensburg nähert: einst wie jetzt beherrscht der mächtige Dom die Stadtsilhouette. Und wie in allen Jahrhunderten wird bis heute an ihm gebaut und restauriert. Langsam, über Jahrzehnte hinweg nur wandern die Gerüste.

3. Am Donaustrudel. Im Volkslied heißt es:

Als wir jüngst in Regensburg waren. sind wir iiber den Strudel gefahren!

Die Gefährlichkeit dieses berührnt-berüchtigten Strudels für die Schiffahrt besonders bei Hochwasser zeigt eindrucksvoll dieses Bild. Zu Füßen des riesigen Salzstadels aus dem 17. Jahrhundert und der Steinernen Brücke: die historische Wurstküche.

4. Die Geschichte vom Bruckmanndl.

Die Steinerne Brücke, in den Jahren von 1135-1146 gebaut, galt als eines der sieben Bauwunder des Mittelalters. Das bekannteste Wahrzeichen ist das Bruckmanndl, das sich in Stein gemeißelt, über der Westbrüstung erhebt. Das Manndl ist nur teicht gekleidet, sitzt rittlings auf dem Satteldach einer hohen Säule und schaut, des Auge mit der Hand beschattet, unverwandten Blickes hin auf den Dom. Um diese Figur rankt sich die historisch unbegründete Sage vom Streit zwischen Dom- und Brückenbaumeister. Tatsächlich mag diese Figur astronomischen Zwecken gedient haben. Schon um die Jahrhundertwende war das Bruckmanndt von etwa 1580 nicht mehr an Ort und Stelle, sondern 1854 durch eine Nachbildung ersetzt worden.

Regensburg.

Brückentor .

5. Das Briicktor.

Drei Türrne trug ehedem die Steinerne Brücke: einen auf ihrer Nordseite, einen anderen in der Brückenmitte und den dritten auf ihrer Südseite, der sich erhalten hat. Im 13. Jahrhundert wurde er aufgeführt und diente in alter Zeit, da Regensburg Reichsstadt war, als Schuldturm, in dem 'platznehmen' mußte, der böswilligerweise Schulden machte und sie nicht beglich. Die Schulden sind geblieben, wie der alte Schuldturm auch. Die breite westliche Durchfahrt entstand 1903 mit der Verlegung der Straßenbahn nach Stadtamhof.

6. Das Haus ist winzig, die Bratwiirste klein.

Wenn der Gast durch Regensburg wandert, von einem Kunstwerk zum anderen, von Interesse zur Begeisterung, dann hat er schließlich auch das Bedürfnis zu rasten, zu speisen. In dieser Situation wandern viele der Besucher in Richtung der Steinernen Brücke. Dort ragt ein Stück Stadtmauer und an sie ist angelehnt, ganz bescheiden, aber in Deutschland bekannt, die Wurstkuchl, in der es die besten Bratwürste von ganz Regensburg gab und bis heute gibt. Das Haus ist winzig, die Bratwürstl klein, aber der Geschmack kommt auf seine Rechnung.

7. Der Reichssaal.

Der Reichssaalbau gilt zu recht als einer der bedeutendsten gotischen Profanbauten in Deutschland. Er ist bleibender Ausdruck biirgerlichen Macht- und Repräsentationsbewußtseins im Mittelalter, Sinnbild reichsstädtischer Tradition und deutscher, ja europäischer Geschichte. Heute ist hier auch der touristische Mittelpunkt Regensburgs, nachdem vor wemgen Jahren im Erdgeschoß das Fremdenverkehrsamt angesiedelt wurde.

REGENSBURG a. D. Ratheus

?

8. Das Alte Rathaus.

Das Alte Rathaus war damals noch das 'neue'! Nachdem sich das eigentliche Rathaus mit dem Reichssaal immer wieder als zu klein erwies, besonders seit 1663 der 'Immerwährende Reichstag' sich in Regensburg etablierte, entschloß sich der Stadtrat zu urnfassenden Baumaßnahmen, die in den Jahren 1721-1723 durchgeführt wurden. So entstand das 'neue' Rathaus im barocken Dekor. Erst nach Errichtung des neuen Rathauses am Dachauplatz ging die Bezeichnung 'Altes Rathaus' auf den ganzen Baukomplex am Kohlenmarkt und Rathausplatz über, Bemerkenswert und heute überall bedroht, wo sie überhaupt noch vorhanden ist: die schöne Pflasterung.

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